Pilzvergiftung unter Flüchtlingen

    • Pilzvergiftung unter Flüchtlingen

      Hallo an alle,

      nach einer Gruppenvergiftung mit grünen Knollenblätterpilzen unter syrischen Flüchtlingen hat die Medizinische Hochschule Hannover kurzfristig Warn-Poster in verschiedenen Sprachen erstellt.


      Die Poster in arabisch, kurdisch, persisch und deutsch (und demnächst
      auch französisch und russisch) finden Sie jetzt zum Downloaden am Ende der Pressemitteilung unter bit.ly/1Of6Zje.

      Um Verbreitung der Poster wird ausdrücklich gebeten.

      Grüße,

      Wolfgang Prüfert
    • Danke für diesen Hinweis!

      Das ist richtig krass. Ich arbeite als Ärztin im ambulanten Bereich im Schwarzwald

      Es kommen auch Asylbewerber mit unklaren Beschwerden in unsere Praxis. Auf Grund der zum Teil massiven Sprachprobleme, ohne ein Wort Deutsch zu können, ist die Anamnese Erhebung schwierig.

      Es ist wichtig, auch an Pilzvergiftungen zu denken. Und ich werde die Poster nutzen.

      In der medizinischen Presse habe ich noch nichts gefunden, es wird aber kommen. Danke nochmal für den aktuellen Hinweis.

      Unsere nächste Pilz Coach Führung Ist in einer Woche. Bislang war der Schwarzwald in unserer Gegend viel zu heiß und trocken. Aber ich glaube, jetzt wird noch was kommen. Ich bin gerüstet.

      Liebe Grüße
    • Hallo Matthias,

      da bin ich anderer Meinung: was Presse angeht, ist mehr als spiegel-online nicht drin (mit denen hab' ich heute telefoniert).

      Alle, die irgendwie mit Flüchtlingen zu tun haben, gehen gerade auf dem Zahnfleisch und haben andere Sorgen als Pilzplakate.

      Was wirklich hilft, ist nur selber machen: ausdrucken, Tesafilm oder Reisnägel einpacken, und bei der nächsten Flüchtlingsunterkunft aufhängen.
      Oder dem Förster ein Plakat geben mit der Bitte, es in den Schaukasten zu hängen.

      Grüße,

      Wolfgang
    • Hallo Wolfgang,
      das ist schade das sowas nicht wirklich verfolgt wird, würde sicher die DGfM in der Presse und anderen Stellen stärken und bekannter machen. Ist ja immerhin der Verein mit den meisten PSV bundesweit und da sollte man jede Möglichkeit nutzen um Vergiftungen zu verhindern, natürlich auch jeder in seinem eigenen Umfeld.
      Viele Grüsse
      Matthias
    • Hallo in die Runde,
      da gebe ich Matthias uneingeschränkt Recht.
      Im Landratsamt Sonneberg gab es heute keinerlei Probleme und uneingeschränktes Entgegenkommen, sich dieser Problematik anzunehmen und auch Hilfe auf dieser Strecke zu leisten.
      Andererseits ist man gerade wieder dabei, in entsprechenden Medien (MDR Sachsen, Pilzforen....) dem deutschsprachigen Nutzer gefährliche Bilderrätseleien mit auch noch falschen und fraglichen Fotos anzubieten, unter dem Beifall der "User".
      Grüße P. P.
    • Hallo an alle,

      um nicht falsch verstanden zu werden: natürlich nutzen wir alle Pressekontakte - ich habe im Moment jeden Tag mehrere Anrufe, heute z.B. von dpa.

      Die DGfM wird schon als Experten-Instanz wahrgenommen und in Anspruch genommen. Die Frage ist eher, was von meinen Erläuterungen beim Journalisten ankommt und was in der Flut an Pressemitteilungen am Ende bei irgendwelchen Verantwortlichen hängen bleibt. Ich bleibe da skeptisch, und apelliere lieber an das Engagement des Einzelnen.

      Und ja - sicherlich könnten wir noch mehr proaktiv tun. Das wird nur von den zeitlichen Ressourcen begrenzt.

      Grüße,

      Wolfgang
    • Hallo Wolfgang,
      das habe ich nicht und ich weis selbst das die Presse manchmal einiges durcheinander wirft gerade wenn man länger mit einem Journalisten spricht. Ich denke in diesem Fall sind knappe kurze Angaben einfach besser. Das man noch ein Leben neben den Pilzen hat ist eh klar und die Vereinsarbeit darf man auch nicht unterschätzen, ganz egal in welcher Position man nun ist.
      Es kommt eben wie Peter schrieb auch darauf an das man sich selbst darum kümmert und nach seinen Möglichkeiten das Beste daraus macht,
      viele Grüsse
      Matthias
    • Hallo Zusammen,

      wenn sich dpa, Spiegel & Co. Ansprechpartner aus der DGfM suchen, zeigt das deutlich, dass wir in der Öffentlichkeit als fachliche Ansprechppartner gut wahrgenommen werden.

      Es kommt eben wie Peter schrieb auch darauf an das man sich selbst darum
      kümmert und nach seinen Möglichkeiten das Beste daraus macht,
      Vorbildlich, wie es Peter Püwert gemacht hat :thumbsup: . Auf Landkreisebene aktiv werden, am Besten wenn die Fruchtkörperwelle von Knollenblätterpilzen einsetzt. Das ist effektiv und stärkt die persönlichen Kontakte zu den Behörden.

      LG, Peter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Peter Karasch ()

    • Hallo an alle,

      dpa hat gestern einen sehr brauchbaren Artikel an die Presse weitergereicht.

      Darin kommt auch die DGfM ausgezeichnet drin vor. Der Bericht ist nahezu vorbildlich. Auch Wolfgang Prüfert wird zitiert.

      Ich werde ihn hier in Bremen für einen Bericht im Weser-Kurier (bei dem ich arbeite) verwenden.

      Ein dickes Lob an alle, die sich hier so engagieren.

      Die Außendarstellung funktioniert ausgezeichnet.

      Viele Grüße

      Karina aus Bremen
    • Hallo an alle,

      ich bin jetzt im E-Mail-Kontakt mit einem syrischen Apotheker, der zur Zeit in Berlin lebt.

      Nach seiner Aussage bedeutet "Pilze sammeln" in Syrien gewöhnlich die Suche nach Wüstentrüffeln (Terfezia arenaria und andere Arten).
      Von einer Vergiftung mit Blätterpilzen hat er in Syrien noch nie gehört. Er leitet die Plakate aber an einen Bekannten in Syrien weiter und fragt nach.

      Die Plakate wurden von der MHH auf einen anderen Link verschoben. Wir haben sie daher kurzerhand auch auf die DGfM-Homepage gestellt.

      dgfm-ev.de/warnplakate-vor-knollenbl%C3%A4tterpilz


      Grüße,


      Wolfgang Prüfert
    • Hallo,

      jetzt wieder ein weiterer Todesfall.
      In Bremerhaven ist ein 59-Jähriger "erfahrener" Pilzsammler an einer Vergiftung gestorben, in der Nacht auf Donnerstag.
      Er hatte mit seiner Freundin Pilze gesammelt und gegessen
      Nachts haben sich die ersten Symptome eingestellt. Beide kamen ins Krankenhaus, die Freundin hat bis jetzt überlebt.
      Um welche Pilze, Verwechslung es sich handeln könnte, ist dem DPA-Bericht nicht zu entnehmen.
      Ist ein Pilzsachverständiger der DGfM in diesen Fall involviert? Ich würde gerne noch mehr Informationen haben, um sie im Weser-Kurier Bremen zu veröffentlichen, in dem sowieso schon ein Bericht über Pilzvergiftungen geplant ist.
      Viele Grüße aus Bremen

      Karina Skwirblies
    • Strategie 2016

      Liebe Kollegen,

      2016 verspricht ein gutes Pilzjahr zu werden und die meisten Flüchtlinge sind so unbedarft wie letztes Jahr.
      Habt Ihr Kontakt zu den Flüchtlingen / Flüchtlingseinrichtungen aufgenommen, wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit diesen und was bietet Ihr an um fremdschprachigen Menschen in unser Pilzwelt einzuführen? Das sind die Fragen die mich momentan beschäftigen.

      Antonius behüt' und ich freu mich auf Anregungen und Tipps
      Bei Pilzen kassieren wir immer im Voraus! ;(
    • Hallo an alle,

      ich bin dankbar für den Hinweis von Dieter Eser, denn mir gehen schon länger dieselben Gedanken durch den Kopf.

      Eine Strategie habe ich aber nicht dazu, auch nicht für die DGfM. Um eine Wiederholung der vielen Todesfälle und erforderlichen Lebertransplantationen zu verhindern, bräuchte man eine flächendeckende Warnung vor Giftpilzen allgemein. Das könnte nur durch Organisationen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung funktionieren.

      Konkrete Beratung kann natürlich nur der PSV vor Ort. Ob die Deutschkenntnisse schon bei genügend Personen ausreichen, um sinnvoll über Erkennungsmerkmale von Pilzarten zu reden? Dafür ist es vielleicht noch ein Jahr zu früh, aber diese Form der Integration darf auch mit der Zeit wachsen. Nützlich wären auf jeden Fall gute Detailfotos von den Merkmalen der Doppelgängerpaare.

      Hinweise und Anregungen nehme ich auch gerne entgegen.

      Grüße,

      Wolfgang
    • Hallo an alle,

      gestern gab es eine Pressemitteilung des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) zu dem Thema.

      bfr.bund.de/de/presseinformati…toedlich_sein-198666.html

      Auch wenn ich weder die genannten Fallzahlen noch die vermutete Ursache ("Verwechslung mit Eierwulstling") teile, ist es immerhin positiv, dass überhaupt eine staatliche Behörde das Thema betrachtet.
      Auf meinem Rechner ist der verlinkte Flyer des BfR leider nicht lesbar, der gerade in's Arabische übersetzt werden soll.

      Grüße,


      Wolfgang
    • Also bei mir ist der Flyer ohne weiteres lesbar (68 Seiten)
      Die Bilder sind teilweise nicht optimal.
      Habe das Ganze aber erst nur überflogen. Scheint sonst ordentlich zu sein.
      Interessant finde ich den Hinweis auf Seite 9:
      "Vergiftungen mit Pilzen müssen gemeldet und dokumentiert werden"
      Etwas weiter im Text steht dann aber: "...sollten...gemeldet werden..."
      Die Literaturhinweise sind auch nicht gerade die aktuellsten

      bfr.bund.de/cm/350/risiko_pilze.pdf

      Gruß Alis
    • Alis schrieb:

      Die Literaturhinweise sind auch nicht gerade die aktuellsten


      Kein Wunder, die Datei hatte ich bereits seit ihrer Erstellung im Jahr 2005 auf meinem Rechner. Sie wurde bis heute wohl auch nicht verändert.
      Beste Grüße
      Udo

      Eine Anhäufung von Tatsachen ist ebenso wenig eine Wissenschaft wie ein Haufen Steine schon ein Haus ist. (H. Poincaré)

      Meine Pilzfotos im Internet:[/size][/b]
      fotocommunity.de/pc/pc/mypics/496395

      Avatar: Oudemansiella mucida, Buchen-Schleimrübling