Schwarzschuppiger Ritterling(Tricholoma atrosquamosum)

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    • Blaue Stielbasis

      Hallo,

      Genau dieselbe Erfahrung haben wir vor einer Wochen bei einer Exkursion in der Eifel gemacht, Bei allen Fruchtkörpern war die Stielbasis entweder schon am Standort oder kurz nach dem Aufsammeln blau. Auch nach Tagen zeigte sich keinerlei Rötung, so dass es sich - auch anhand aller anderen Merkmale - nur um Tricholoma atrosquamosum handeln konnte.

      Gruß Gerhard
    • Hallo zusammen,

      der Komplex Tricholoma orirubens - atrosquamosum ist von CHRISTENSEN & HEILMANN-CLAUSEN in der Reihe "Fungi of Northern Europe, vol. 4" neu bearbeitet worden. Soweit ich das verstehen kann, ist letztlich als einziges Merkmal übrig geblieben, dass T. orirubens gelbe Rhizomorphen/Basismyzel hat und T. atrosquamosum weiße. Schüppchen am Stiel müssen nicht da sein, und die Geruchsangaben sind auch ähnlich. Bisher war für mich Mehlgeruch für T. orirubens und Pfeffergeruch für T. atrosquamosum ein Merkmal. Aber ich hatte auch immer mal eher süßlich riechende, die nicht so richtig zuordenbar waren. Das Röten der Lamellen war noch nie ein gutes Merkmal, denn es schwankt innerhalb einer Kollektion. Wenn es auftritt, dann bei Fruchtkörpern die schon nahezu am vergammeln sind, entweder schon am Standort oder durch (tagelanges) Liegenlassen. WENN es auftritt, dann war das in der Tat ein Hinweis auf orirubens, wenn es NICHT auftritt ist ein aber kein sicherer Hinweis auf atrosquamosum. Die nun probagierte Unterscheidung anhand des Basalmyzels ist mir nicht einleuchtend. Ich hatte schon mehrere Kollektionen inzwischen, bei denen stets das Basalmyzel am Standort weiß war, definitiv, und das dann nach einigen Stunden im Raum sich gelblich entwickelt hat. Und zwar um so eindeutiger wie sich parallel dazu die blauen Flecken an der Stielbasis entwickelt haben. Ich könnte mir da einen Zusammenhang vorstellen. Dies war bei Kollektionen mit Mehlgeruch und mit süßlich-pfeffrigem Geruch so, auch bei einer Kollektion mit deutlich schwarzschuppigem Stiel und abstehenden Hutschuppen ("squarrulosum").
      Ich bin nicht sehr glücklich mit der Unterscheidung wie sie in FNE 4 gehandhabt wird.

      beste Grüße,
      Andreas
    • Hallo Andreas,
      wenn mich nicht alles täuscht, hatten wir vor Jahren (2011) einmal einen Disput über die Fotos unseres damaligen Fundes, den wir (M. Vogel, m. W.) als T.ori. ansprachen, was aber von anderen bestritten wurde. An genaue Details der Diskussion damals kann ich mich als Nichtkompetenter bei solchen Arten nicht mehr so recht erinnern, aber die Diskussion hier und Dein letzter Beitrag haben Beobachtungen von damals (was Tr. ori. betrifft) wieder geweckt. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist die Art und Weise der auffälligen Verfärbungen: Die Blauverfärbung war schon nach der ersten Berührung zu erkennen, bis das Röten aufgefallen ist, hat es vielleicht eine halbe Stunde gedauert. Später hat sich das Röten noch intensiviert.
      Herzliche Grüße
      P. P.
      Bilder
      • Trichol orirubens Stiefv0003a2.jpg

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      • Trichol orirubens Stiefv0003er.JPG

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      • Trichol orirubens Stiefv0006er.JPG

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    • Lieber Peter,

      ich erinnere mich leider nicht mehr an die Diskussion damals, Aus heutiger Sicht würde ich Deinen Fund dennoch als merkwürdig ansehen in der Hinsicht, als die Fruchtkörper sehr hell sind und vor allem weil das Röten so schnell einsetzte. Üblicherweise kommt das nur sehr zögerlich und nach vielen Stunden, während ich die blauen Flecken ebenso wie Du schon kurz nach dem Aufnehmen beobachte.
      Ich will damit aber nicht sagen, dass Dein Fund für mich nicht mehr in die Variationsbreite von T. orirubens passt. Aber sehr typisch finde ich ihn nicht.

      beste Grüße,
      Andreas