Merkwürdige Inocybe aus dem Eibenwald bei Paterzell

    • Merkwürdige Inocybe aus dem Eibenwald bei Paterzell

      Hallo zusammen,

      das ist noch ein Überbleibsel der Tagung aus Bernried. Gefunden an einer sehr nassen Stelle in der Nachbarschaft von goldstieligen Leistlingen. Begleitbäume waren Fichte, Eibe, vielleicht auch Buche. Wegen der sehr gelben Lamellen und des gelben Stiels dachten wir zunächst nicht an einen Risspilz. Leider habe ich nur ein Exemplar gefunden und hab daher wenig Hoffnung, dass wir hier zu einem Ergebnis kommen. Aber vielleicht fällt Euch ja was dazu ein?

      liebe Grüße

      Birgit
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      • ino_sp_ei_150916_s.jpg

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    • Servus Helmut,

      mikroskopiert habe ich in Wasser, die gelbliche Färbung ist also "echt" und es gab , wenn auch selten Zystiden mit gelbem Inhalt, wie man auf dem Mikbild sieht. Mit 3%-KOH wurden die Wände der Zystiden noch gelber. Die Sporenmasse betragen 8,1-9,7-11,3 x 4,8-5,5-6,3 µm, Q=1,5-1,8-2,1. Die Sporen hab ich im Quetschpräparat gemessen. Der Stiel war oben bereift, ich hab aber die Kaulozystiden nicht angeschaut. Könnte ich aber eventuell noch machen. Das ganze Pilzchen war sehr klein: Hutdurchmesser 1,4 cm, Stieldurchmesser 2,5 mm, Länge 5 cm.

      Danke für Dein Interesse

      liebe Grüße

      Birgit
    • Servus Birgit,

      die Art glaube ich zu kennen, habe sie selber aber erst einmal gefunden. Zumindest bei meiner Kollektion reagierten die Zystiden mit KOH frappierend gelb - ähnlich wie bei I. muricellata oder pholiotinoides. Einen sicheren Namen kann ich noch nicht dafür anbieten, ich nenne die Art vorläufig I. lutescens Vel. ss. Moser 1983. Bei Moser 1983 landet man nämlich im Schlüssel schnell und einfach bei dieser Art, die aber wohl autorenbezogen unterschiedlich interpretiert wird. Wenn du ein Exsikkat hast und nicht brauchst, wäre ich interessiert.

      Gruß

      Helmut
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      • lutescens110817mic06.JPG

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    • Servus Helmut,

      tut mir leid, dass ich mich so spät melde. Danke für Deine Einschätzung, dass es sich um I. lutescens Vel. ss. Moser 1983 handeln könnte.
      Ditte hat auch einen Blick auf die Bilder geworfen und meinte, es handele sich um Inocybe pholiotinoides, die langhalsigen Zystiden, sowie der Habitus und die Farbe seien typisch. Ditte kann bloss im Augenblick nur nicht selbser posten, weil sie noch im Allgäu unterwegs ist und bat mich deswegen hier ihre Antwort zu posten. Du hattest Inocybe pholiotinoides ja auch selber erwähnt, aber die Zystiden auf Deinem Mikrobild sehen "meinen" Zystiden schon ziemlich ähnlich.

      liebe Grüße

      Birgit
    • Servus Birgit,

      daran hatte ich auch schon gedacht, aber da sollte der Stiel ganz bereift sein. Vielleicht könntest Du ja doch noch die Kaulozystiden-Verhältnisse untersuchen? ?(

      Auch gefallen mir die gelben Lamellen und der gelbe Stiel dafür nicht, aber da "gäbe" es ja noch eine "var. luteola" ...

      Gruß

      Helmut
    • Servus Helmut,

      stimmt, das mit den Kaulozystiden müsste ich nochmal überprüfen, danke für den Hinweis. Ditte hatte mir das auch geschrieben. Der Fruchtkörper ist halt schon alt und ob der ausreicht um daraus die Varietät luteola zu machen? Ich hoffe, dass ich an der FUndstelle noch einmal ein paar Exemplare finde. Apropos: Du kannst selbstverständlich das Exsikkat haben, nachdem ich nochmal nach Kaulozystiden gesucht habe. Ich werde versuchen das Exemplar dabei nicht komplett zu zerstören. Du müsstest mir dann nur deine Postadresse zukommen lassen.

      liebe Grüße

      Birgit
    • Hallo Stefan,

      danke für die Glückwünsche. Sorry, ich hätte dort im anderen Forum noch einen Verweis nach hier setzen müssen, hatte ich ganz vergessen. Nur hatte ich diese Fotocollage schon fertig und dann fiel mir ein, dass da drüben nur 800x600 Bilder gehen, oder irre ich mich da?
      Ja, das war ein lustiges Pilzchen, der Verdacht ging vage in Richtung Callistosporium (nicht von mir, ich bin da nicht schlau genug ;-)). Hier hat aber wenigstens ein Blick ins Mikro gereicht, um die Gattung zu bestimmen ;-).
      Vielleicht schau ich am Wochenende da noch mal hin (sind ja nur 40 km bis dahin :D), kommt ganz auf meine Exkursionsbegleiterin an.

      liebe Grüße

      Birgit