Tricholoma-Projekt Kollektion ##3

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    • Tricholoma-Projekt Kollektion ##3

      Hallo Ritterlingsfreunde,

      weiter geht's mit einer Kollektion aus dem Albobrunneum-Aggregat. Gefunden ca. 30 Minuten nach der vorherigen Kollektion, ca. 1,5 km von dieser entfernt am grasig/moosigen Rand eines Waldweges, direkt neben einer dichten Kiefernschonung. Neben Kiefern gab es keine anderen Bäume in der Nähe.

      Funnddatum: 07.10.2017
      Fundort: Waldweg zwischen Helenesee und Groß-Lindow; MTBQ 3752/2, Untergrund Sand.
      Erscheinungsbild: eine mittelgroße Gruppe von etwa 8 Exemplaren, allerdings ohne ältere Fruchhtkörper.

      Hut: Durchmesser 4-5 cm - Maximum 8 cm. Huthaut braun bis dunkelbraun, am Rand ein klein wenig heller; bei ausgewachsenen Exemplaren deutlich striat. Jungexemplare, die noch vom Moos bedeckt waren, wiesen hellbraune Farben auf. Hüte ausgewachsen deutlich gewellt, jung am Rand eingerollt, Hutränder deutlich gerippt. Das war sogar schon an den ganz jungen Fruchtkörpern andeutungsweise zu erkennen.

      Stiel: 5-6 cm lang, maximal 8 cm (bei einem Exemplar mit 3 cm Hutdurchmesser!). Durchmesser ca. 1 - 1,5 cm. Oberfläche weiss, hellbraun verfärbend und fein geschuppt von der Basis her. Im Schnitt in der Stielmitte leicht wattig. Ich vermute, dass ältere Fruchtkörper auch bei dieser Kollektion hohle Stiele entwickeln.

      Lamellen: weiß bis cremefarben, relativ engstehend, ausgebuchtet angewachsen ohne erkennbare "Zähne".
      Im Schnitt wiesen die Vertreter dieser Kollektion kaum Verfärbungen auf, was daran liegen mag, dass keine alten Exemplare vorhanden waren.

      Geruch: hier gab es einen kleinen Unterschied zu den beiden vorangegangenen Kollektionen. Die Pilze rochen mehlig aber angenehm aromatisch. Im Vergleich dazu wirkt der Geruch von Kollektion 1 geradezu aufdringlich - fast ranzig.

      Geschmack: die kleinen, noch nicht voll aufgeschirmten Exemplare schmeckten deutlich bitter im Abgang. Wenn auch nicht so intensiv wie Kollektion 1. Das probierte ausgewachsene Exemplar schmeckte nahezu mild. Dieses Phänomen konnte ich bisher nur bei Fruchtkörpern von Tricholoma stans beobachten. Bei den beiden zuvor vorgestellten Kollektionen schmeckten auch die ausgewachsenen Fruchtkörper bitter!

      Chemie: Der Test mit Guajak ergab keine deutliche Reaktion. Nach 10 Minuten war gerade mal die Stielspitze am Lamellenansatz leicht verfärbt. Bei einem der jungen Fruchtkörper (mit den noch hellbraunen Hüten) ergab KOH eine deutlich orangebraune Verfärbung. Ich fürchte, bei braunhütigen Ritterlingen ist der KOH - Test ansonsten nicht besonders sinnvoll.



      Fazit: Diese Kollektion ist ein Mittelding zwischen Kollektion 1 und Koll. 2. Ob es sich um verschiedene Arten handelt, können wir nur auf anderen Wegen herausfinden. Immerhin sind bei dieser Kollektion die Fruchtkörper höher als die Hüte breit sind. Falls das überhaupt eine Rolle spielt.

      Damit habe ich erstmal die aktuellen Funde vorgestellt. Die Arten aus der Pessundatum-Gruppe erscheinen sicher erst ab Monatsmitte.
      Anregungen und Tipps sind wie immer mehr als erwünscht.

      VG Ingo
    • Hallo, Ingo!

      Ist natürlich nur eine vage Vermutung, aber ich gleube, das ist die gleiche Art wie deine Kollektion ##2.
      Müssen wir natürlich abwarten, was nachher rauskommt, und ob sich irgendwo in der Literatur eine geeignete Beschreibung, ein Name und vielleicht sogar ein Typus finden lässt.
      Momentan kann ich mir auf dieses MIttelding keinen Reim machen.

      Aber die Guajak-Reaaktion irritiert mich irgendwie schon, denn bei mir sieht das tatsächlich nach ein paar Sekunden (5-10) folgendermaßen aus:



      Ich denke, das müsste im Grunde schon die gleiche Art sein.
      Aber so richtig wissen werden wir es natürlich erst hinterher.


      LG, Pablo.