Tricholoma - Projekt Kollektion #15

    • Tricholoma - Projekt Kollektion #15

      Salut!

      Die Folgende Kollektion ist eventuell nichts Eigenes, allerdings ist der Geschmack hier auffällig mild, von drei getesteten Fruchtkörpern hatte nur einer nach ca. 20 Sekunden kauen einen leicht herben Anflug, der aber innerhalb weniger Sekunden wieder verschwand. Also wohl eher ein Artefakt.
      Ansonsten vrhält der sich ziemlich analog zu den Kollektionen #4 bis #8. Die allerdings zwar moderat, aber anhaltend und deutlich bitter schmeckten.

      Hiervon hätte es noch weitere Kollektionen gegeben, wo ich aber nur eben den Geschmack getestet hatte (alle mild), und keine mehr aufgenommen und getrocknet.

      Funddatum: 28.10.2017
      Fundort: Viernheimer Heide; Umgebung NSG Glockenbuckel; Kiefernschonung auf trockenem, magerem Sandboden; ehem. Flugsanddünenlandschaft (ob punktuell mineralisch – basische Ablagerungen?) 6417/342
      Am Standort ausschließlich relativ kleine, in dichten Reihen gepflanzte Kiefern (ca. 6m Höhe), die zwar klein aber nicht allzu jung sind (vermutlich im Wachstum gehemmt wegen trockenem, nährstoffarmem Boden und zu dichter Pflanzung);
      Pilzhüte bis 10cm breit; deutlich radialfaserig gestreift; Hutrand bisweilen gerippt, beim Auffinden völlig trocken (müssen aber mal etwas klebrig gewesen sein, siehe solide anhaftender Detritus)
      Stiele weißlich bis bräunlich befasert bis beflockt
      Lamellen vor allem an den Schneiden schon bei jüngeren Pilzen bräunend, später an verletzten stellen komplett braun;
      Geruch im Anschnitt deutlich nach Mykologenmehl,
      Geschmack mild, bei einem Fruchtkörper beim Kauen mit zwischenzeitlich schwach herber Note, diese rasch verfliegend, dann wieder mild.

      SMA-I 01.JPG
      SMA-I 02.JPG
      SMA-I 03.JPG

      Sporen aus Abwurf in Leitungswasser:
      SMA-I 04.JPG
      Es macht übrigens zumindest bei Lebendmaterial keinen Unterschied, ob man die Sporenmaße in Leitungswasser oder in KOH3% nimmt. In KOH verschleimt das Pulver meist noch ein wenig stärker, aber die Bläschen, zellwände und Maße sind zumindest lichtmikroskopisch identisch. Zumindest nicht bei dem kalkigen Mannheimer Leitungswasser. Lebendmaterial, weil: Sporen aus frischem Abwurf, also innerhalb eines Tages nach Einsammeln des Fruchtkörpers betrachtet.


      LG, Pablo.
    • Ahoi!

      Ob man sich auf die Erscheinungszeit verlassen kann?
      Auch wenn die "anderen" Ritterilnge in dem Gebiet sich größtenteils in schwarzes Mus verwandelt haben, schieben auch deren Mycelien nach wie vor ein paar Fruchtkörper nach. Das geht einigermaßen ineinander über.
      Der Geschmack könnte ein Merkmal sein, wenn sich diese hier als etwas Eigenes herausstellen. Dazu kann man noch beobachten, daß die Ritterilnge der Kollektionen #4 bis #8 weniger deutlich striat sind, und vor allem im alter immer undeutlicher streifig werden. Diese hier sind und bleiben deutlich radialfaserig. Um zu klären, was solche Merkmale wert sind, müssen wir wohl abwarten, wie sich die Kollektionen genetisch zueinander verhalten und müssten idealerweise noch mehr Kollektionen beobachten können.

      Theoretisch könnte diese im letzten Jahr in Nordoe gefundene, milde Kollektion aber dazu gehören:
      Tricholoma spec. (albobrunneum s.l. ss. FNE4).JPG
      Bild ist bei Regen aufgenommen, aus der Schmierigkeit der Huthaut wird man da wenig ableiten können in dem Fall. Und ich habe von diesen Schleswiger Pilzen kein Exsikat, also können wir die ohnehin nicht verwerten.


      LG; Pablo.
    • Hallo,

      die Messreihe wurde wieder aus Pablos Sporencollage erstellt..

      Konfidenzintervalle der Population
      Sporen [95% • 27 • SAP • v • H2O(nat) ] = 4,8 - 5,5 - 6,2 x 3,5 - 3,9 - 4,4 µm
      Q = 1,2 - 1,4 - 1,6
      V = 31 - 45 - 59 µm³

      Konfidenzintervalle der Mittelwerte
      lav x bav = 5,5 ±0,12 x 3,9 ±0,08 µm
      Qav = 1,4 ±0,03
      Vav = 45 ±2,6 µm³

      Die Messreihe war normalverteilt und ausreißerfrei.

      LG, Jens