Pilzcoach in Sachsen angekommen

    • Verstehe ich nicht Matthias. Ich sehe den ganzen Artikel und noch 3 Zusätze. Hier der ganze Artikel ohne Bilder .

      Gruß Peter

      In der Naturschutzstation Herrenhaide soll dieses Jahr ein Pilzgarten angelegt werden. Wegen der Plusgrade ist ein Lichtenauer bereits jetzt schon fündig geworden.

      Herrenhaide / Lichtenau. Heutzutage braucht nicht nur eine Fußballmannschaft einen Coach, um erfolgreich sein zu können. Auch in Chefetagen, Fitnessstudios und Management-Abteilungen will man sich coachen lassen, um bessere Leistungen zu bringen. Doch warum brauchen Pilzfreunde einen Pilz-Coach?

      Die Frage kann Pilzsachverständiger Wolfgang Friese aus dem Lichtenauer Ortsteil Niederlichtenau schnell erklären: "Meistens werden Pilze nach ihrem Speisewert oder ihrer Giftigkeit beurteilt." Aber häufig vergessen werde, dass ein Leben auf der Erde ohne Pilze nicht möglich sei. "Das klingt jetzt sehr theoretisch", fügt der 64-Jährige hinzu. Im natürlichen Kreislauf seien sie nicht wegzudenken, weil sie organische Substanzen abbauen. Es gibt sechs mal mehr Pilz- als Pflanzenarten, erklärt Friese. Zudem sei wenig bekannt, dass sie vielseitig verwendbar seien - auch außerhalb der Küche.

      Pilzberater Wolfgang Friese hat sich deshalb bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz-Coach-Ausbilder schulen lassen. Pilz-Coaches sollen in Kindergärten, Schulen und Naturschutzstationen Kinder frühzeitig mit dem Reich der Pilze vertraut machen. Aufklärung beginne bereits im Kindergarten bei den Erzieherinnen, sagt Friese. Dort helfe schon die Information, dass Pilze beim Berühren nicht giftig sind, ergänzt er. In der Naturschutzstation Herrenhaide lege er dieses Jahr mit dem Naturschutzbund, der die Station betreibt, einen Pilzgarten an.

      Von den 8000 mit bloßem Auge sichtbaren Arten sind beim Verzehr nur wenige tödlich giftig. Die häufigste Vergiftung geschehe durch den Verzehr zu alter essbarer Pilze, erläutert Friese. Er habe beobachtet, dass im Handel die Pilze oft nicht gekühlt angeboten würden. Weitere Fehler: Pilze werden nicht ausreichend gegart - viele Arten sind roh giftig - und werden nicht naturverträglich gesammelt, sagt Wolfgang Friese. Das heißt: Das Myzel - also das gesamte Geflecht des Pilzes - wird zerstört. Ein weiterer Wuchs werde damit unterbunden, fügt Friese hinzu.

      Laut der Mykologie-Gesellschaft gibt es zurzeit 25 Pilz-Coaches in Deutschland, davon könnten 12 wiederum andere Interessenten ausbilden. Wolfgang Friese gehört zu den ersten vier Ausbildern in Sachsen. Er ist bisher der Einzige, der sechstägige Kurse in der Chemnitzer Region anbietet. Zwei gibt es bei Leipzig und einen in Freiberg. Im Rahmen des Verbraucherschutzes leistet der Pilz-Coach Information und Aufklärung rund um Marktpilze und den Umgang mit diesen, sagt eine Sprecherin der Gesellschaft. Der Verzehr der Pilze stehe nicht im Vordergrund.

      Die Artenkenntnis der Speisepilze beschränke sich auf leicht kenntliche Pilzarten, bei denen es keine tödlichen Doppelgänger gibt, ergänzt sie. Vermittelt werde über den begeisternden und spielerischen Zugang vor allem umweltbezogene Sachverhalte. Ein solcher Coach erhalte in seiner Ausbildung Wissen über die Ökologie und den Umweltschutz, ein Pilzgrundwissen mit Pilzbestimmung sowie Grundlagen der Pädagogik. So werde das Färben und Schreiben mit Pilzen, Pilzpapier schöpfen, Feuer machen mit Zunderschwamm sowie das Fertigen von Pilzschmuck und Pilz-Spielen geübt. Aber auch die Planung von Exkursionen stehe im Mittelpunkt.

      Pilz-Coach-Ausbilder für die Region Chemnitz und Umgebung ist Wolfgang Friese, Bergweg 2, 09244 Lichtenau, Telefon: 037208 3310 oder 0172 3529703.



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      Milder Winter: Die ersten Frühjahrs-Pilze zeigen sich
      Speisepilz an Fichtenstumpf in Lichtenau gefunden - Typische Winter-Pilze werden vermisst
      Der Austernseitling
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      Es soll sich regen, schaffend handeln, erst sich gestalten, dann verwandeln; Nur scheinbar steht's Momente still. Das Ewige regt sich fort in allen, denn es muss in Nichts zerfallen, wenn es im Sein beharren will. (aus Goethes: Eins und Alles)