Giftpilze/Pilzgifte - Seidelbast

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Giftpilze/Pilzgifte - Seidelbast

      Hallo,

      am vergangenen Wochenende habe ich an dem Kurs Pilzgifte/Giftpilze bei Thomas Schmidt, Hildesheim teilgenommen.
      Das war eine hervorragende Vertiefung der Kenntnisse, die ich schon für meine PSV-Prüfung erhalten hatte. Wir erhielten eine umfangreiche Vorstellung der Giftpilze, Erkenntnisse über die unterschiedlichen Pilzgifte mit ihrer Wirkung, mögliche Vergiftungssyndrome und noch einiges mehr!
      Es waren auch noch 2 Gastreferenten da, Harry Andersson,der uns gezeigt hat, wie man mit einem Test (dem Wielandtest)am Pilz oder einem Pilzstück erkennen kann, ob er möglicherweise Amanitin enthält. Auch eine Übersicht über die Kontollmöglichkeiten für Marktpilze hatte er uns nahe gebracht.Und auch eine Dame vom Giftinformationszentrum Nord hatte uns die Arbeit der GIZ erläutert. Das war eine rundum gelungene Veranstaltung einschließlich der (preiswerten) Betreuung im Hotel!
      Frau Dr. Rita Lüder und Frank Lüder waren ebenfalls anwesend und es
      wurde angedacht, diesen wichtigen, informativen Kurs als Zusatzmodul für PilzCoaches anzubieten.

      Nach 2 Tagen Pilzbildern war ich dann so "pilzig" aufgeheizt, dass ich am Montag sofort in den sonnenbeschienenen Wald gegangen bin und schon mal Morcheln gesucht habe. Aber natürlich gab es bei uns noch keine! Aber wunderschöne blühende kleinen Seidelbaststäucher habe ich gesehen und mir auch schon vorgestellt, wie gut sie sich in einer Vase auf unserem Esstisch ausmachen würden, aber ich mochte dann doch nicht die Sträuchlein zerrupfen! Dass sie unter Schutz stehen, weiß ich natürlich auch.

      Schöne Frühjahrswanderungen wünscht allen
      Karin
    • Hallo Karin - das hört sich ja super Interessant an! Wenn ich dann mal Pilz-Coach bin würde mich so eine Fortbildung sehr interessieren.... Ich hoffe das auch in Oberbayern ein solches Angebot angeboten wird - denn mit weiten Fahrten ist es bei mir immer eher schlecht zu organisieren.
      Ich hab gleich mal nach dem Wieland Test gegoogelt.... ich lese nur "rauchende Salzsäure".... wohl doch besser wenn man sich das erst mal zeigen lässt...
      Ich freu mich für Dich, ich habe bis dato noch keinen Seidelblast im Wald gefunden - aber wer weiß....
      sonnige Grüße aus Oberbayern
      Flammulina
      Ach ja, 2011 habe ich bei uns Morcheln gefunden (da wars auch so frühzeitig mild... - wird doch gleich mal nachgucken :) )
      Es gibt 3 Wege sein Ziel zu erreichen: Den richtigen, den falschen und den eigenen! ;)
    • Hallo an alle,

      so werden aus den PilzCoaches von heute die Pilzsachverständigen von morgen...

      Aber was den Wieland-Test angeht, so muss man ihn heutzutage wohl eher unter "spannende Experimente mit Pilzen" klassifizieren, also beim PilzCoach belassen.

      Einen amanitinhaltigen Pilz sollte man vor der Zubereitung an seinen Bestimmungsmerkmalen erkennen und gar nicht erst in die Pfanne hauen (noch besser: gar nicht erst aus dem Wald holen). Wenn erstmal eine Vergiftung eingetreten ist, wird das Krankenhaus besser einen ELISA-Test am Urin veranlassen.

      Mit Kindern würde ich persönlich aber gar keine Experimente mit Giftpilzen machen, und selbst bei Erwachsenen wäre ich vorsichtig. Von der Pilzprobe geht wahrscheinlich die noch größere Gefahr aus als von der rauchenden Salzsäure.

      Grüße,


      Wolfgang
    • Hallo Wolfgang,

      wahrscheinlich habe ich mich ein bißchen ungenau ausgedrückt. Wie ich den Kurs verstanden hatte, war er an eventuell zukünftige und tatsächliche Helfer der Ärzte in Sachen Pilzvergiftung gerichtet. Und an solche Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sich vielleicht der GIZ oder ähnlichen Zentren zur Verfügung stellen wollen. (Also an Erwachsene) Über den "Elisa-Test" haben wir auch einiges gehört.
      Sollte dieser Kurs als Zusatzmodul für PilzCoaches angeboten werden, würde er bestimmt speziell dafür überarbeitet werden. Ich weiß nicht, wie Rita darüber denkt. Es war ja auch bloß erst eine Idee. Darüber kann man ja auch diskutieren. Ich finde allemal, über Giftpilze und ihre Gefahren kann man gar nicht genug Aufklärung betreiben.

      Selbst bin ich gelernte Krankenschwester (natürlich mit Staatsexamen) und hatte mich dann zur Pharmareferentin weitergebildet, war in dieser Eigenschaft auch eine Reihe von Jahren tätig. Mein Schicksal hatte dann eine andere Richtung genommen, aber mein Verantwortungsbewußtsein in gesundheitlicher Hinsicht ist durch die ersten 20 Berufsjahre natürlich geprägt. (Ich habe sehr wohl verstanden, dass Deine Antwort kein Angriff gegen mich war, aber ich wollte das an dieser Stelle einmal schriftlich niederlegen :) )

      Gerade habe ich übrigens von Fa.Somso einen Knollenblätterpilz gekauft, weil ich möchte, dass jeder, der bei mir etwas mit und über Pilze lernt, unbedingt diesen Pilz genau kennen sollte. Am kommenden Wochenende habe ich meinen ersten Pilzfärbekurs in diesem Jahr und weil es natürlich draußen noch keine Knollis gibt, bin ich sehr froh, dass Somso so pünktlich geliefert hat.

      Bei uns scheint immer noch ganz herrlich die Sonne und so gehe ich wieder in den Wald, die blühenden Seidelbaststräuchlein bewundern!
      Herzliche Grüße
      Karin
    • Hallo Karin,

      an Deinem und an Ritas Verantwortungsgefühl will ich natürlich in keiner Weise zweifeln!

      Da dies ein öffentliches Forum ist, wollte ich nur sicherstellen, dass der entsprechende Warnhinweis nicht fehlt, wenn es um Experimente mit Knollis geht.

      Letztes Jahr hatte ich einen Auftritt beim ZDF, bei dem ich auch Knollis gezeigt habe. Ich durfte die Pilze erst kurz vor der Sendung platzieren, und musste sie danach sofort wieder wegschließen. Ich dachte daher, dass sich vor und nach der Sendung das Publikum umsehen dürfe. Weit gefehlt: es durfte sich nur ein Kameramann und die Moderatorin auf weniger als 10m dem Pilztisch nähern...

      Grüße,


      Wolfgang
    • Lieber Wolfgang,

      da sieht man wieder mal...! Meiner Meinung nach sollte man Ängste durch Aufklärung in vernünftige Bahnen leiten und die gefährlichen Dinge nicht einfach verbieten! Jeder kann doch Knollis im Wald problemlos finden, manchmal sogar in größeren Mengen an einem einzigen Standort !
      Ausserdem haben wir auch bei diesem vergangenen Kurs wieder gelernt, dass sie nicht kontaktgiftig sind. ( Aussen auf der Haut)
      Wenn das Fernsehen schon Fachexperten wie Dich einlädt, warum hören sie dann nicht auch auf Dich? (Da muß ich erstaunt mit dem Kopf schütteln!) ;(

      Viele Grüße aus dem Harz,
      Karin
    • Giftpilze/Pilzgifte - Seidelbast

      Hallo

      Es ist wirklich kaum zu glauben wie falsch Risiken mitunter bewertet werden.

      Hatten die beim ZDf etwa Schiß Bedenken, daß die Giftpilze ihre Opfer anspringen würden, etwa so, wie die Funktionäre beim ADAC mitunter den Eindruck erweckten, als müssten sie ihre Mitglieder davor schützen des Nachts von Strassenbäumen angesprungen zu werden.

      Daß aber jede 2-te Zimmerpflanze und viel öffentliches Grün giftig, mitunter sogar tödlich giftig ist, ist sicher weniger im öffentlichen Bewußtsein verankert.

      Im Übrigen, das schöne Wetter und damit die Chance ebenfalls dem blühenden Seidelbast nachzuspüren, istja gerade leider passé, erst ab Donnerstag soll es wieder für 2 Tage freundlicher werden.
      Dafür habe ich heute nach längerem Anlauf im Baumforum ein Rätsel gelöst, bei dem ein naher Verwandter des Seidelbast aus Südafrika gesucht war.
      Dabei handelte es sich um Dais cotinifolia, einen wunderschönen bis 7 m großen Baum.
      plantzafrica.com/plantcd/daisc…antcd/daiscotonifolia.htm
      Da bräuchte man sicher keine Bedenken zu haben, sich ein paar schöne Zweige für die Vase zu pflücken.

      Gruß Spinnich :D
    • Servus in die Pilzrunde... ich möchte hier auch gleich nochmal betonen: Ich finde das Experiment mit der Salzsäure sehr interessant, das heisst mit Sicherheit nicht: Wenn ich mal Pilzcoach werde dass ich meinen Teilnehmern mit diesem Experiment die Angst nehmen möchte, geschweige es ihnen überhaupt vorführen würde. Ich würde das halt gerne mal für mich selbst gesehen haben oder ausprobieren. Als Kräuterpädagogin weiss ich, dass man sich Aussagen und Beispiele gut!!! überlegen muss, da kann einiges schief gehen
      .. lg Flammulina
      Es gibt 3 Wege sein Ziel zu erreichen: Den richtigen, den falschen und den eigenen! ;)
    • Hallo Peter,
      und alle anderen.

      Ja, genaus so, wie Peter schreibt.
      Gefärbt wird natürlich nicht mit dem Knollenblätterpilz! Es ist ja auch ein weißer Pilz mit fast keinem Farbstoff. Er färbt also sowieso nicht.
      Aber wir sammeln ja auch Pilze zum Färben und dabei evtl. auch zum Essen. Ich möchte, dass jeder, der bei mir etwas über Pilze lernt, auf jeden Fall diesen gefährlichen Pilz KENNT, wenn er/sie nach Hause fährt, da von diesem Pilz die allermeisten tödlich verlaufenden Vergiftungen ausgehen. Natürlich gibt es viele Abbildungen davon, auch in Ritas PilzCoach-Unterlagen, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, als Anfänger Pilze nur nach Abbildungen mit Beschreibungen zu bestimmen, überhaupt zu erkennen.
      Denn vor ca. 25 Jahren war ich "nur" Speisepilzsammlerin wie viele Leute, (Steinpilz, Pfifferling, Rotkappe und so...), bekam dann das erste Pilzfärbe-Buch in die Hände und machte mich auf, Hautköpfe zu finden und zu sammeln. Knollis kannte ich natürlich, aber Dermocyben nicht. Es hat 2-3 Jahre gedauert, bis ich sie zuverlässig gefunden habe, wobei ich zuerst allerdings die orellaninhaltigen Rauhköpfe gleich mitgesammelt hatte. Ich hab´ einfach nie gewußt, dass es Kurse gibt für diese Dinge und habe damals an Pilzwanderungen auch nie teilgenommen.
      Aus dieser Erfahrung heraus, habe ich den Knolli als Modell bestellt, um dieses Modell allen nahe bringen zu können, die zu mir kommen. Auch, wenn ich mal Pilzberatung mache, kann ich dieses Modell immer hervor holen und zeigen und erklären! Und mich nicht auf´s Aussortieren beschränken.
      Übrigens gibt es den oben beschriebenen Pilzgifte-Kurs mit Thomas Schmidt im September noch mal in Hildesheim und im November auch noch mal bei mir. (textiles-werken.de)

      Liebe Grüße
      Karin