Kurzer Rückblick auf das Pilzsachverständigentreffen in Hornberg vom 12. April 2014

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    • Hallo Harald, hallo alle,

      H.Obenauer schrieb:


      Ich würde mir wünschen, daß die Lehrtätigkeit der PSV in Zukunft nochmehr Beachtung finden würde ! Auf zahlreichen VHS-Kursen, Exkursionen etc. habe ich festgestellt, daß sich viele Leute durchaus für die Pilzkunde jenseits der reinen "Speisepilzfrage" begeistern lassen. Man muß es nur richtig vermitteln ! Manche Teilnehmer kommen jahrelang wieder, und die mache ich dann auf die DGfM-Weiterbildungsstätten aufmerksam. Da kommen dann auch irgendwann mal PSV für die Zukunft raus.
      Also: auch die "Lehrtätigkeit" gebührend in den Vordergrund rücken !! So können wir uns potentielle PSV-Kandidaten "heranziehen" und brauchen keine Zweistufigkeit mehr.


      Gerade WEIL der PSV ruhig noch etwas mehr in punkto Lehrtätigkeit geschult werden könnte, wäre eine Zweistufigkeit mit einem Pilzberater und einem Pilzsachverständigen sinnvoll. Wenn der PSV noch mehr an Anforderungen erfüllen soll, dann wird die Hemmschwelle ja noch höher, sich der (PSV-)Prüfung zu stellen.

      beste Grüße,
      Andreas
    • Hallo,

      wir haben im Fachausschuss natürlich die Frage der Zweistufigkeit auch kontrovers diskutiert, da dürft ihr sicher sein. Auch wenn letztlich die Anwesenden doch von der Sinnhaftigkeit der Zweistufigkeit überzeugt waren, so wollten wir doch trotz unseres recht ausgewogenen Gremiums nicht so eine fundamentale Entscheidung ohne die Mitglieder treffen. Dass der FA sich einig ist, bedeutet ja noch nicht, dass es genau so kommen wird. Auch wenn der FA eigentlich weisungsbefugt ist, hat erstens das Präsidium immer noch ein Vetorecht (soweit ich weiß) und zweitens hat der FA ja noch keinen bindenden Beschluss gefasst.

      Zur Kritik an der Demokratie, die weiter oben mal anklang: Das kann ich nun gar nicht verstehen. Früher war es Usus, dass solche Sachen innerhalb des Präsidiums besprochen und beschlossen wurden. Selbst die jetzigen PSV-Richtlinien und die Vereinbarungen mit den Ausbildungsstätten wurden völlig ohne Einbeziehen von den Ausbildungsstätten oder sonstwem intern im Präsidium beschlossen und uns Ausbildungsstätten dann fertig vor die Nase gesetzt. Das jetzige Präsidium hat zum einen diese Aufgaben einem 8-köpfigen Fachausschuss übertragen (wenn die entsprechende Satzungsänderung bei der MV beschlossen wird). Das ist schon mal ein großer Fortschritt in meinen Augen. Dass der Fachausschuss dann versucht, seine Meinungsbildung auf einer Mitgliederbefragung zu begründen, finde auch eine sehr basisdemokratische Vorgehensweise, die ich von früheren Präsidien so nicht kenne.

      Ich glaube die Kontroverse über die Sinnhaftigkeit eines Pilzberaters rührt auch in verschiedenen Anforderungen in verschiedenen Regionen her. Mag durchaus sein, dass es in Baden-Württemberg wenig Bedarf an einem "körbesortierenden Pilzberater" gibt. Das sieht meiner Erfahrung nach in Thüringen, Sachsen und Schasen-Anhalt schon ganz anders aus. Hier wird traditionell viel gesammelt. Ich finde daran auch nichts schlimmes und man kann sehr gut mit den Leuten ins Gespräch kommen und ihnen viel interessantes über Pilze vermitteln, kann viele Kontakte knüpfen und weitervermitteln - und eigentlich wollen wir doch genau das: Die Leute für Pilze begeistern, auch jenseits des Kochtopfes. Das soll dann auch der Pilzberater können, es geht ja auch da nicht nur ums reine Körbesortieren. Der Bedarf an Pilzberatern in diesem Sinne ist zumindest in den drei genannten Bundesländern sehr groß, was man schon daran sieht, wieviele aktiv beratend tätigen Leute in anderen Organisationen zu finden sind. Sei das nun "die Pilzberater im BUND", eigene Landesverbände oder wer noch.
      Wir hatten uns im Fachausschuss mit der Frage der zukünftigen Ausrichtung des PSV-Wesens zunächst von der Seite her auseinandergesetzt, dass wir uns gefragt haben, welcher Bedarf denn bei unserer "Kundschaft" besteht. Und sind hier doch eindeutig zur Erkenntnis gekommen, dass es zumindest in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Bayern einen Bedarf an Pilzberatern gibt.

      Wenn ich kurz auf die Situation in Thüringen speziell eingehen darf: Vor der Wende gab es hier rund 120 DDR-Pilzberater. Heute sind es rund 55-60 PSV-DGfM, konstant seit einigen Jahren. Der größte Teil davon hatte nach der Wende die Gelegenheit genutzt, seinen Status umschreiben zu lassen. Viele davon würden die derzeitige PSV-Prüfung nicht schaffen und hätten auch gar kein Interesse daran. Ich bin dennoch froh, dass es auch diese Pilzberater gibt, denn gerade im Thüringer Wald ist das Netz der Pilzberater nicht gerade dicht gesät. Im gesamten Raum Eisenach gibt es z.B. keinen. Und es ist nicht einfach, potentielle Interessierte so lange bei der Stange zu halten, bis sie die Kenntnisse haben, sich der PSV-Prüfung zu stellen. Dabei könnten sie gute und sínnvolle Pilzberatung längst vorher schon durchführen. Ich bin überzeugt, dass nicht wenige davon irgendwann mal dann den Schritt vom Pilzberater zum PSV machen würden. So gehen diese zur-Pilzberatung-befähigten-aber-noch-nicht-den-Kenntnisstand-eines-PSV-habenden Personen entweder uns ganz flöten, oder schließen sich ggf. anderen Organisationen an. Das ist in meinen Augen kein wünschenswerter Zustand.

      Wenn die DGfM sich als eine Art Dachverband der Pilzberater sieht, wovon ich mal ausgehe, dann sollte sie versuchen, möglichst auch Pilzberater anderer Institutionen in irgendeiner Form zu berücksichtigen. Ich habe dazu noch keine konkreten Vorstellungen. Irgendeine Form der Kooperation. Auch hierfür wäre eine Zweistufigkeit wichtig. Wobei ich damit definitiv nicht sagen möchte, dass grundsätzlich alle Nicht-DGfM-Pilzberaterprüfungen ein Niveau unterhalb des DGfM-PSV haben!

      beste Grüße,
      Andreas
    • Hallo Andreas,

      dann müsste aber die zweite PSV-Stufe oberhalb des aktuellen Pilzsachverständigenstatus angesiedelt werden, und nicht unterhalb . Es darf in der Qualifikation der PSV nichts verwässert werden !
      Es ist schon nicht immer einfach, einen Pilz-Sammelkorb zu begutachten. Aber viel schwieriger wird es ja dann noch mit abgeschnittenen Hüten, Bruchstücken oder Putzresten !
      Hier ist ausreichende Erfahrung unabdingbar.

      Ihr habt Eure guten Gründe für Euere Meinung, das sehe ich schon ein. Meine Meinung ist momentan aber eine andere.
      Sollte die Zweistufigkeit kommen und ich dann in Zukunft eines Besseren belehrt werden, so sollte es mir (im Interesse der Sache) aber auch Recht sein.

      Viele Grüße
      Harald
    • Hallo Harald,

      H.Obenauer schrieb:


      dann müsste aber die zweite PSV-Stufe oberhalb des aktuellen Pilzsachverständigenstatus angesiedelt werden, und nicht unterhalb . Es darf in der Qualifikation der PSV nichts verwässert werden !


      das war auch im FA eine Diskussion, die offen geblieben ist:
      Soll der PSV in einem zweistufigen System genau auf der jetzigen Anforderungsstufe bleiben, oder soll sie höher angesiedelt werden als jetzt (Stichwort Mikroskopie)?
      Dass sie in einem zweistufigen System unterhalb des jetzigen PSV angesiedelt werden würde, stand im FA nie zur Debatte. Ich glaube auch, dass es bei den Mitgliedern Konsens sein wird, dass an den Anforderungen an den PSV nichts nach unten geändert werden sollte. Damit täten sich sowohl FA als auch bestimmt das Präsidium sehr schwer, selbst wenn eine Mehrheit der Mitglieder dafür wäre (was ich mir nicht vorstellen kann).
      In der Mitgliederbefragung haben wir aber alle möglichen Änderungen berücksichtigt, um nicht von vorn herein ein bestimmtes Meinungsbild zu beeinflussen.

      beste Grüße,
      Andreas
    • Hallo an alle,

      ich glaube, es geht im Kern nicht um die Ein- oder Zweistufigkeit.

      Die DGfM hat einen eigenen Anspruch auf Qualitätsführerschaft im Bereich Pilzberatung, und dieser Anspruch wurde lange gehegt und gepflegt.

      Bei der Ausgestaltung des PSV-Wesens stehen nach meiner Ansicht nicht sachliche Argumente im Vordergrund, sondern
      - Ängste, dass das Qualitätssiegel DGfM durch Inflation nichts mehr Wert ist
      - Ängste, dass die Gesellschaft durch massenhaften Zuwachs an "einfachen Speisepilzberatern" sein Gesicht verändert
      - auf der anderen Seite auch Enttäuschungen, nicht in den elitären Club eingelassen zu werden
      - und Ängste, plötzlich zu den Ausgesperrten zu gehören (z.B. mangels Mikroskop)

      Sachliche Argumente abzuwägen, geht am besten in einem Ausschuss. Bei der Kernfrage, ob und wie weit sich die DGfM öffnen sollte und für wen, kann sich das künftige Präsidium nicht hinter einem Ausschuss verstecken und so der Verantwortung entziehen. Und auch das Präsidium braucht für diese Entscheidung die enge Rückkopplung an die Mitglieder.

      Was mir sehr unklar ist, ist die Frage, in welchem Rahmen man emotional geprägte Richtungsentscheidungen überhaupt besprechen kann. Auch eine Mitgliederversammlung bietet dafür meines Achtens keine geeignete Plattform.

      Die Kunst wird sein, klare nachvollziehbare Richtlinien zu finden, so dass einerseits der PSV-Referent nicht in die Rolle eines Türstehers gedrängt wird, der allein entscheiden muss, wer in den Club eingelassen wird und wer nicht (das hält ja niemand aus, und schon gar nicht ehrenamtlich!). Und dass andererseits genug Platz für Individualität bleibt, denn das echte Leben ist so wunderbar vielfältig, dass alle starren Regeln nur zu einem Käfig werden, und den braucht in einem Verein von Ehrenamtlichen kein Mensch.


      Viele Grüße,


      Wolfgang
    • Hallo Wolfgang,

      Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen !
      Der Ausdruck "Qualitätssiegel DGfM" gefällt mir sehr gut !!! Diese Qualität muß erhalten bleiben !

      Selbstverständlich muss das Ganze aber auch offen bleiben und soll sich nicht zu einem elitären Club entwickeln. Da bin ich voll einverstanden.

      Viele Grüße
      Harald
    • Andreas schrieb:

      meiner Ansicht nach kann der Pilzberater BMG derzeit nicht von der DGfM anerkannt werden.
      Andersrum würde mich interessieren, was die BMG mit den PSV-DGfM macht - werden die von der BMG anerkannt? Vermutlich eher nicht. Was haben die aber dann mit ihren ganzen DGfM-PSV gemacht die schon welche waren vor Einführung der Zweistufigkeit? Bestandsschutz vermutlich, aber ich weiß es nicht sicher.
      Hallo Andreas,

      das ist in der Bayerischen Ordnung für Pilzberater und Pilzsachverständige relativ genau geregelt und kann auf der web-Seite der BMG auch eingesehen werden:

      pilze-bayern.de/images/stories/Ausbildung/AuPO_PB-1.pdf

      pilze-bayern.de/images/stories/Ausbildung/AuPO_PSVneu.pdf.


      Da war man im sonst als eher konservativ geltendem Bayern mal deutlich schneller und auch mutiger - dort hat man dann eben ohne die DGfM umgesetzt, worüber wir hier gerade diskutieren oder auch eben gar nicht mal diskutieren wollen und das Problem einfach mit einer 2 - Zeilen Resolution aus der Welt verbannen wollen.
      Peter
    • Was diese Resolution aus dem Eröffnungsthread soll, erschließt sich mir nun einmal gar nicht. Warum wartet man nicht erst einmal konkrete Formulierungen ab und gibt dann erst seine Meinung kund? Wir sind immer noch in der Findungsphase zu dem Thema und haben uns im Fachausschuss schon Wochen vor unserem Treffen Gedanken gemacht und uns dann getroffen und mehrere Stunden zusammen diskutiert, das sind sicherlich keine aus-dem-Bauch-Entscheidungen. Wie bereits geschildert, wollen wir uns ein Meinungsbild der Mitgliederversammlung holen. Da sind eigentlich solche Resolutionen, die anscheinend ad hoc auf dem PSV-Treffen aus dem Bauch geholt werden, nicht sonderlich zielführend in der Sache. Es gibt immerhin einige (gute) Argumente für eine Zweistufigkeit des PSV-Wesens. Schlüssige Gegenargumente kann ich aus dem bisher Gesagten nicht ableiten. In mir erweckt das mehr den Eindruck, als ob man erst mal grundsätzlich dagegen ist (der Kaiser-Wilhelm-Vergleich von Peter Specht scheint es mir da ganz gut zu treffen).
      Wenn man alles so sein lassen will, wie es ist, verweigert man sich dem Fortschritt und neuen Ideen und man könnte sich diesen Fachausschuss (und vielleicht auch andere) von vornherein sparen.

      Ich wünsche allen, die sich vom Thema betroffen fühlen mehr Gelassenheit und die Aussicht darauf, das der Fachausschuss sicherlich noch nicht am Ende mit seinen Überlegungen ist.

      In diesem Sinne beste Grüße in die Runde
      Harald
    • Vielen Dank an alle für diese konstruktive Diskussion, die gut aufzeigt, in welchen Dilemma sich das 2012 komplett neu gewählte Präsidium OHNE den PSV-Ausschuss befand.
      Wir haben ein unbefriedigendes Ausbildungssystem vorgefunden, das im Resultat die Gesamtzahl aller Beratenden in Deutschland von Jahr zu Jahr reduziert hat.

      Es gibt immerhin einige (gute) Argumente für eine Zweistufigkeit des
      PSV-Wesens. Schlüssige Gegenargumente kann ich aus dem bisher Gesagten
      nicht ableiten. In mir erweckt das mehr den Eindruck, als ob man erst
      mal grundsätzlich dagegen ist (der Kaiser-Wilhelm-Vergleich von Peter
      Specht scheint es mir da ganz gut zu treffen). Leider haben die
      Absender der Resolution die angekündigte Zusammenfassung, die ja auch
      ihre Argumente enthalten sollte, noch nicht veröffentlicht.

      Aus dem Bericht von dort anwesenden Teilnehmern habe ich in etwas acht bis zehn Gegenargumente gehört, von denen hier bislang zwei diskutiert wurden.

      - Doppelte Kosten, wenn man davon ausgeht, dass Jemand zunächst Pilzberater und dann PSV mit Fortbildungen und Prüfungen wird.

      Andersherum wird gefordert, die Qualität der PSV zu sichern und auszubauen. Die DGfM hat die Finanz-Mittel, um z. B. Mikroskopier-Kurse für Mitglieder zu fördern.

      - Verwirrung bei den Bezeichnungen.

      Dazu hat Peter Specht schon den schönen Seepferdchenvergleich gebracht. Ich habe weiter oben bereits aufgezeigt, dass es zu einer noch viel größeren Verwirrung kommen wird, wenn andere Bundesländer dem Bayerischen Beispiel folgend IHRE 2-Stufige Ausbildung etablieren.
      Dann gibt es Pilzberater hoch BMG, hoch AGSM, hoch...... und PSV hoch..........

      Leider habe ich bei den Diskussionen bzw. den Ergebnissen keine PRO-CONTRA-Aufstellung gesehen, sondern nur besagte Liste, die aufzeigt warum man dagegen ist.
      Dies unterstützt die Thesen von Harald und Peter Specht. Dagegen sein ist erstmal leicht.

      Wenn die Initiatoren der Resolution hier ihre Gegenargumente auflisten würden, könnten wir eine solche Pro-Contra-Tabelle machen, die uns allen je nach Gewichtung zeigt,
      was der sinnvollere Weg in die PSV-Zukunft ist.

      Sonnige Grüße, Peter
    • Gedankenrieseln...

      Hallo in die Runde,

      zunächst einmal freue ich mich als ehemaliges DGfM-Mitglied, dass mittlerweile ein solches Thema so offen diskutiert wird, und zwar bevor ein Beschluss gefasst wird. Das kenne ich so nicht, hoffe aber, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt. Auch wenn ich nicht beratend aktiv bin, verfolge ich das Thema am Rande. Und weil das hier öffentlich diskutiert wird, möchte ich als Außenstehender die Gelegenheit für ein paar Anmerkungen nutzen.

      Zuvorderst danke ich Peter Reil (auch eine neue Erfahrung für mich), dass er die Kritik hier öffentlich äußerte und dadurch eine Diskussion in Gang brachte. Sicher wäre es wünschenswert, die Argumente zu erfahren, die zur "Hornberger Resolution" führten. Vielleicht haben die Teilnehmer des Treffens sogar alternative Vorschläge, wie man das Ausbildungssystem verbessern könnte? Angesichts Peter Karaschs Information, dass die Zahl der Beratenden von Jahr zu Jahr schwindet, dürfte Stillstand kein geeigneter Weg sein, den Trend aufzuhalten oder gar umzukehren. Von außen betrachtet erscheint es mir sinnvoll, dass etwas am bisherigen System verändert wird. Wolfgang hat, glaube ich, die Hintergründe der Ablehnung ganz gut skizziert: Ängste, die stets mit Neuerungen einhergehen. Aber je mehr über die Pläne des Fachausschusses zu lesen ist und sie offen diskutiert werden, umso mehr schwinden sie auch wieder.

      Abschließend würde mich interessieren, wie das mit den bisherigen PSV hoch DGfM angedacht ist: Werden sie alle auf Pilzberater hoch DGfM herabgestuft? Falls ja, könnte ich mir vorstellen, dass das schwierig zu vermitteln ist.

      Schönen Gruß aus Augsburg

      Andreas
      Ein früher Vogel tappt im Dunkeln.
    • Hallo Peter,
      der Seepferdchenvergleich ist meiner Meinung nicht wirklich ein gutes Beispiel, das hat wohl jeder im Lauf der Schulzeit mitmachen müssen und ist keine speziele Qualifikation.
      Wenn du dich heute in der Fahrschule anmeldest und einen Motoradführerschein machen willst fängst du doch auch nicht mit dem Mofa an oder?
      Bisher sehe ich noch keinen stichhaltigen Grund für eine zweigleisige Ausbildung, ich denke es muss jeder PSV für sich selbst entscheiden ob er bei Giftnotrufen auch mikroskopiert oder nicht. Ich denke es würde einige geben die trotz des "grossen Scheins" es nicht wollen oder erst eine längere Zeit Erfahrung sammeln wollen,
      viele Grüsse
      Matthias

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    • Matthias schrieb:

      Wenn du dich heute in der Fahrschule anmeldest und einen Motoradführerschein machen willst fängst du doch auch nicht mit dem Mofa an oder?
      Hallo Matthias,
      Du gehst aber sicher noch mal zur Fahrschule wenn Du nach 5 Jahren Motorrad auf einen PKW umsteigst - oder?
      Und wenn Du dann mit 40 Jahren LKW fahren willst, dann machts Du das sicher auch erst nach einer weiteren Prüfung? Und Du fühlst Dich dann auch sicher nicht überfordert weil Du dann schon 3 verschiedene Klassifikationen hast.
    • Hallo Peter,
      sicher nicht, aber der Umstieg auf PKW oder LKW wäre für mein Verständnis ein Umstieg zum Beispiel auf Flechten oder Moose und hat mit dem Weg bei den Pilzen nichts zu tun.
      Hier in Nürnberg habe ich auch das Glück das wir regelmässig Mikroskopierkurse zur Weiterbildung haben, muss man da wirklich so einen Aufwand anfangen wollen und jede Kleinigkeit bescheinigen?
      Es ist sicher kein einfaches Thema, ich hoffe das hier im Lauf der Diskussion sich noch deutlich mehr PSV einbringen um ein objektiveres Meinungsbild zu erhalten,
      viele Grüsse
      Matthias
    • Hallo Zusammen,

      PSV bin ich zwar keiner und Ambitionen mal einer zu werden hab ich auch so ganz und gar keine. Da würde ich meine freie Zeit eher ins erwerben von mikroskopier Kenntnissen investieren.

      Was ich, wie weiter oben schon erwähnt, auch sehr unglücklich finde ist die Bezeichnung Pilzsachverständiger. Diesen Titel hätte für mein empfinden nur ein studierter Mykologe mit Berufserfahrung und einer Zusatzausbildung zum Sachverständigen verdient. Die Sachverständigen im Handwerk z.B. sind in der Regel Meister mit mehrjähriger Berufserfahrung und entsprechender Zusatzqualifikation. Hier besteht meiner Meinung nach auf jeden Fall ein nomenklatorisches Problem. Mit dem Fachberater für Mykologie wird dieses sogar nur noch größer. Bei einer Umfrage in einer Fußgängerzone kann ich mir gut vorstellen, daß der Pilzsachverständige höher qualifiziert eingestuft wird wie der Fachberater für Pilzkunde (Mykologie würde kaum einer verstehen).

      Übrigens besteht doch mit dem Fachberater für Mykologie im Prinzip eh schon eine "Zweistufigkeit".

      Zur Pilzberatung / Korbkontrolle noch folgendes:
      • Ich sammele seit meiner Kindheit hier in der Pfalz Speisepilze, also rund 30 Jahre. Von DGfM, PSV oder Pilzberatung hatte ich bis 2009 noch nie etwas gehört und mein Vater auch nicht. Das sollte eigentlich zu denken geben! Was nutzt ein Beratungsangebot egal wie gut oder schlecht qualifiziert dies ist, wenn kaum jemand davon weis?
      • Eine einfache Korbkontrolle hätte ich mir auch schon früher hier in meinem "Revier" (und nur da) zugetraut. Alles was ich nicht 100% erkannt hätte wäre rausgeflogen!
      • Eine Pilzberatung / Korbkontrolle sollte nicht kostenlos sein, denn alles was nichts kostet ist nichts Wert! Ein freundlicher Hinweis auf einen freiwilligen Obulus, der auch gerne für einen bestimmten naturschutz oder auch caritativen Zweck verwendet wird, sollte mit dazu gehöhren. Selbst wenn es nur ein paar Cent sind, die Symbolik zählt. Ich bekomme eine Dienstleistung und dafür gebe ich auch etwas.

      Der eigentliche Ansatz gegen Pilztote und Vergiftungen liegt für mich in den Schulen! Jeder sollte zumindest wissen, daß man nicht einfach irgendwelche Pilze sammeln und essen kann, genausowenig wie man irgendwelches Grünzeug vom nächsten Strauch, Wiese oder sonst wo in sich hineinstopft. Und wenn doch querbeet gesammelt wird, dann muss bekannt sein, daß es da irgendwo jemanden gibt, der mich beraten kann. Der PilzCoach mit seiner Basisarbeit geht da meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Leider sind das Prozesse die Jahrzehnte dauern.

      Gruß Joschi
    • Guten Abend Peter,

      Zitat von »Peter Specht«

      richtig, das wäre sehr schwer zu vermitteln und deshalb gehen wohl bei niemandem die Gedanken in eine solche Richtung.
      wie soll dann die nächst höhere Stufe heißen: PSV Ultra hoch DGfM?
      (Ich hoffe, die Ironie ist ausreichend gekennzeichnet... ;))

      Gruß, Andreas
      Guten Morgen Zusammen,

      eine Namensveränderung oder Herabstufung der bestehenden PSV hat und kann Niemand ernsthaft in Erwägung ziehen.

      Folgende Vorüberlegungen sind mir zu dieser Frage bekannt:

      1. Alle bestehenden PSV bleiben PSV wie gehabt. In den Listen für die Versicherung wird der Vermerk "Fassung der Ausbildungsordnung von..." ein Häkchen gesetzt. Ob das dann auch im zur Verlängerung anstehenden Ausweis vermerkt werden muss, ist zu diskutieren bzw. ggf. auch eine versicherungsrechtliche Frage.
      2. Wenn die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung gültig würde, könnte Jeder diese Prüfung machen und PSV "Fassung vom..." werden. Nehmen wir an, der PSV "neu" würde Mikroskopierkenntnisse haben müssen. Dann könnte jeder bestehende PSV diese bei Kursen (die für diesen Personenkreis von der DGfM ohne Kursgebühren angeboten werden könnten) innerhalb einer Übergangszeit erwerben und wird zum PSV "neue Fassung".
      3. Es würde eine Ausbildung zum Pilzberater etabliert (Anforderungen siehe z. B. Ausbildungsordnung Pilzberater BMG).

      Am Ende dieses Weges hätte die DGfM ein in sich schlüssiges Ausbildungs- und Nachwuchskonzept:

      PilzCoach-Pilzberater-Pilzsachverständiger-Fachberater Mykologie (Univ. gepr.)

      Ein schönes Wochenende wünscht

      der Peter
    • Schönen guten Morgen,

      - ich habe mir die Prüfungsanforderungen für einen Pilzberater-BMG angesehen. Sehr vernünftig, muß ich sagen. Aber: die gewünschten Kenntnisse entsprechen im Großen und Ganzen doch schon denen, die auch die DGfM bisher fordert. Warum schafft man den Pilzberater-BMG nicht wieder ab und etabliert einen deutschlandweit gültigen Pilzberater-DGfM ??

      - Ist denn eigentlich geplant, daß der Fachausschuß den Entwurf der neuen Ausbildungsordnung auf der DGfM-Homepage vorstellt bzw. zur Diskussion stellt ? Wenn ja, könnten wir den Kaiser Wilhelm und die Sepferdchen lassen, wo sie sind und uns die Vorschläge des FA nochmals anschauen, wenn sie fertig ausformuliert sind.

      - Schulen: Da muß ich Joschi völlig Recht geben !! Ich habe das jahrelang bei meinen Kindern miterlebt: Da wird z.B. Biologie, Chemie und Physik zu einem "Naturwissenschaftlichen Arbeiten" zusammengeworfen, mit dem Effekt, daß nur noch Halbherziges vermittelt wird. Von einer echten naturkundlichen Grundbildung, die einem auch für das Leben etwas bringt, keine Spur !! Und die Pilzkunde kommt gleich überhaupt nicht vor.
      Aber wahrscheinlich ist die DGfM als Fachgesellschaft zu klein, um daran etwas ändern zu können. Wäre es denn denkbar, mit anderen naturwissenschaftlichen Gesellschaften zu kooperieren, um mehr Druck auf die Lehrplangestaltung machen zu können ?

      Schönes Wochenende und viele Grüße
      Harald
    • Liebe Interessierte am Pilzsachverständigenwesen,

      da wird vom Präsidium der DGfM ein Fachausschuss gegründet, von dem die meisten Mitglieder gar keine Kenntnis erhalten (so viel zur Transparenz). Dieser trifft sich, kann sich zwar nicht auf einen Sprecher einigen, aber anscheinend darauf, dass man eine Zweistufigkeit der Pilzsachverständigen brauchen würde. Ob der zweite „PSV“ über oder unter dem momentanen PSV-DGfM stehen soll, oder wie das Ganze auch aussehen könnte, darin sind sich die Teilnehmer aber nicht einig – wie man den Äußerungen hier im Forum entnehmen kann. „Konkrete Formulierungen“, eine gemeinsame Stellungnahme oder gar ein Protokoll werden nicht veröffentlicht.
      Und jetzt soll eine Umfrage bei der Mitgliederversammlung die entscheidenden Fragen beantworten. Ob so eine „erfolgreiche Bearbeitung der Thematik“ gelingen wird, soll wohl die Zeit zeigen.

      Eine der tragenden Säulen der DGfM bilden seit je her die Pilzsachverständigen. Darüber kamen die meisten Mitglieder zur Gesellschaft. Diese Gesellschaft kann hinsichtlich der Ausbildung/Prüfung/Fortbildung ihrer PSVs stolz sein auf die Qualität ihrer PSVs. Sie stellen dies immer wieder unter Beweis, sei es in der Pilzberatung, bei Vorträgen, in Schulen, bei Lehrwanderungen, bei Vergiftungsfällen und vielem mehr.
      Selbstverständlich gab es zur Erhaltung dieser Qualität auch eine interne Qualitätssicherung im Präsidium – z. B. für das Einsetzen/Auswählen geeigneter Prüfer und die Kontrolle der Ausbildungsstätten, Aufgaben die bisher immer dem Schriftführer oblagen. Dies wurde vom neuen Präsidium jedoch von Beginn an bewusst nicht mehr wahrgenommen.


      Wenn ein Präsidiumsmitglied nun äußert, dass man ein „unbefriedigendes Ausbildungssystem vorgefunden“ habe, muss es sich fragen lassen, warum die letzten zwei Jahre vom Präsidium nichts in dieser Richtung unternommen wurde.

      Wenn „die Gesamtzahl aller Beratenden in Deutschland von Jahr zu Jahr reduziert“ worden ist, so ist es bestimmt ein Leichtes, hier die Zahlen zu nennen. Dies wäre bestimmt für alle von Interesse.

      Warum hat Herr Specht, der doch die Position „PSV-Beauftragter“ innehatte, während seiner Amtszeit nichts geändert? Für diesen Posten hatte er kandidiert und die Mehrheit der Mitglieder hatte ihm dafür das Vertrauen ausgesprochen.


      Freundliche Grüße
      Peter R.
    • Peter Reil schrieb:


      Wenn ein Präsidiumsmitglied nun äußert, dass man ein „unbefriedigendes Ausbildungssystem vorgefunden“ habe, muss es sich fragen lassen, warum die letzten zwei Jahre vom Präsidium nichts in dieser Richtung unternommen wurde.

      Wenn „die Gesamtzahl aller Beratenden in Deutschland von Jahr zu Jahr reduziert“ worden ist, so ist es bestimmt ein Leichtes, hier die Zahlen zu nennen. Dies wäre bestimmt für alle von Interesse.

      Warum hat Herr Specht, der doch die Position „PSV-Beauftragter“ innehatte, während seiner Amtszeit nichts geändert? Für diesen Posten hatte er kandidiert und die Mehrheit der Mitglieder hatte ihm dafür das Vertrauen ausgesprochen.

      Lieber Peter,
      dass die Diskussion zur Zweistufigkeit vom Präsidium bereits zu Euerm PSV - Treffen vom Frühjahr 2012 in Freiburg angestoßen wurde und Du sogar unmittelbar neben mir gesessen hattest, weißt Du sicher noch? Was besprochen wurde kannst Du übrigens im Protokoll der Veranstaltung nachlesen. ZfM 78/2 Mitteilungen S. 6 ff - da musst Du jetzt nicht so tun, als ob ein PSV - Ausschuss zum allererstenmal im Geheimen über eine Zweistufigkeit redete und das Präsidium bewusst die Transparenz umgehen würde.
      Dass das Präsidium auf der DGFM - Tagung in Drübeck 2012 einen PSV - Workshop mit genau diesem Thema organisiert hatte - hast Du auch überlesen? Es waren auch Leute aus BaWü da und auch darüber wurde in der ZFM berichtet.
      Und dann kritisierst Du, dass das Präsidium einen PSV - Ausschuss gründet, der auch schon arbeitet und dann fragst Du 2 Sätze später, warum das Präsidium nichts tut.


      Und die Zahlen der zurückgehenden PSV in der DGfM, die Du verlangst, stehen auch in der ZfM 78/2. Das war übrigens die Zeitschrift bei der ausgerechnet bei Dir der Umschlag zerkratzt war und Du das hier im Forum bekannt gegeben hattest. Ich hatte Dir eine neue Zeitschrift geschickt - hast Du die trotzdem nicht gelesen?


      Nicht ich während meiner Amtszeit und auch kein anderer werden im Alleingang etwas ändern, das wird nicht mehr passieren.
      Genau deshalb wird diskutiert.
      Auf eine derart durchsichtige Weise das Bemühen um Offenheit und Mitwirkung schon im Vorfeld der MV zu diskreditieren, wie Du das hier grad machst, spricht wiederum für sich.


      Beste Grüße - Peter