Mutinus spec. unter Bambus

    Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Rai Hannover.

    • Mutinus spec. unter Bambus

      Hallo Experten,

      ich melde mich mal wieder zum Thema Pilze unter Bambus, weil ich dieses Jahr eine Mutinus-Art unter meinem Bambus habe. Kann man aufgrund der Photos feststellen, um welche Art es sich handelt? Die Fruchtkörper werden bei mir nur 4 cm hoch. Ich konnte keinen aasartigen Geruch feststellen, war allerdings auch leicht erkältet. Der Pilz lockt massenhaft Schmeißfliegen an.





      Liebe Grüße,
      Rai
    • Hallo Rai,

      Im Frühjahr hat Veronika Wähnert einen Artikel über Phallales an Bambus publiziert WÄHNERT (2015): Zeitschrift für Mykologie 81/1, 49 - 56
      Leider ist kein Schlüssel dabei, aber von den Bildern könnte bei Dir Mutinus elegans hinkommen.

      Schreib' sie am besten an (psv@dgfm-ev.de), aber lass' ihr ein paar Tage Zeit zum antworten.

      Gruß,

      Wolfgang
    • Ist dies wirklich Bambus oder Riesen-Chinaschilf (Miscanthus × giganteus), Rai? Ich kenne nur Funde unter dieser Pflanze. Sowohl eigene wie aus der Literatur. Der Geruch ist übrigens angenehm. Eine Mischung aus Tabak und Vanille.

      Gruß Peter
      Es soll sich regen, schaffend handeln, erst sich gestalten, dann verwandeln; Nur scheinbar steht's Momente still. Das Ewige regt sich fort in allen, denn es muss in Nichts zerfallen, wenn es im Sein beharren will. (aus Goethes: Eins und Alles)
    • Hallo Peter,
      Mutinus elegans hatte ich erst einmal, auch unter Miscanthus spec. Den Geruch konnte ich damals wegen eines Schnupfens leider nicht wahrnehmen, aber so gut soll der riechen ? Bei dem "Outfit" hätte ich es dieser Hundsrute garnicht zugetraut, naja, ist ja die "Vornehme".
      Oder meinst Du etwa den Geruch der Dünenstinkmorchel ? Ich bin zwar relativ "geruchssicher", kann aber das angenehme Aroma nicht beschreiben, da ich bisher auch nur einmal an dieser Art schnuppern durfte.
      Gruß Peter.
    • Natürlich nicht die Dünnenstinkmorchel, sondern M. elegans riecht angenehm, lieber Peter. Aus "gelernter" :D DDR Bürger kennst du vielleicht noch den Pfeifentabak "Prestige" . Genauso riecht M. elegans. Tabak mit Vanillegeruch . Was noch typisch ist (das sehe ich leider auf den Bildern nicht) ist die große Öffnung am glebatragenden Kopfteil.

      Gruß Peter
      Es soll sich regen, schaffend handeln, erst sich gestalten, dann verwandeln; Nur scheinbar steht's Momente still. Das Ewige regt sich fort in allen, denn es muss in Nichts zerfallen, wenn es im Sein beharren will. (aus Goethes: Eins und Alles)
    • ...Pfeifentabak "Prestige" . Genauso riecht M. elegans. Tabak mit Vanillegeruch.....
      Für einen ehemaligen "F 6"- Raucher wie mich war der Geruch unerträglich. Den habe ich noch voll "in der Nase" !
      Gruß Peter.

      Edit:
      JÜLICH 1984: Gleba stinkend
      HK 1986: süßlich riechende Gleba

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von P. P. ()

    • Jülich irrt sich da. :P Habe schon mehrfach Funde gehabt und HK hat recht.

      Gruß Peter
      Es soll sich regen, schaffend handeln, erst sich gestalten, dann verwandeln; Nur scheinbar steht's Momente still. Das Ewige regt sich fort in allen, denn es muss in Nichts zerfallen, wenn es im Sein beharren will. (aus Goethes: Eins und Alles)
    • Ist dies wirklich Bambus oder Riesen-Chinaschilf (Miscanthus × giganteus), Rai?


      Entschuldigt bitte, daß ich erst jetzt antworte. Ich hatte nicht nachgeschaut, ob der thread noch weiter geht.
      Mutinus wächst bei mir wirklich unter Bambus (Phyllostachys atrovaginata).
      Wenn ich die letzten Beiträge durchsehe, dann scheint Konsens zu bestehen, daß es sich um Mutinus elegans handelt. Das war mir nicht klar. Vielen Dank für die Bestimmung!
      Ich kann nicht beurteilen, ob der Pilz nur in der Laubstreu lebt, oder ob er auch tiefer im Boden von abgestorbenen Rhizomen lebt. Phyllostachys-Rhizome sterben nach etwa 10 Jahren ab. Ab diesem Zeitraum findet sich im Bambusbestand also Totholz (Lignin) im Boden.

      Ich habe mittlerweile auch den sehr interessanten Aufsatz von V. Wähnert "Wundertüte Bambusgarten - Bemerkenswerte Funde aus der Ordnung Phallales." gelesen. Einige Spekulationen dazu: Phyllostachys-Arten, die nicht gerade zum Standardsortiment gehören und in Deutschland in den Handel kommen, wurden häufig im wintermilderen Ausland gezogen (Italien, Niederlande). Vielleicht wurden die selteneren Phallales dadurch eingeschleppt. Außerdem könnte es sein, daß es hier für den Abbau der bei uns nicht heimischen Bambusse keine Spezialisten gibt, so daß eingeschleppte Pilze einem geringeren Konkurrenzdruck ausgesetzt sind und sich so halten können.

      Gruß,
      Rai

      PS.: Ich bin ein Bambusliebhaber und kein Pilzkenner. Mich interessiert das Thema Pilze im Bambus deshalb, weil man bei Bambus immer damit rechnen muß, daß er Neobionten nach sich zieht. Außerdem wäre es aus gärtnerischer Sicht interessant, wenn es an Bambus Mykorrhiza-Pilze gäbe und man diese im Bambusgarten etablieren könnte.