[zum Mitmachen] Meine Highlights

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Es gibt 38 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Krötenhocker.

  • Hallo liebe Pilzfreunde,
    da ich zwar nicht so in die Thematik Pilze involviert bin, möchte ich mich dennoch ein wenig daran beteiligen.
    Bisher war mein Hauptgebiet in der Fotografie eher bei Landschaften und ähnlichem zu finden.
    Doch als ich mich dem Thema Strukturen zuwendete habe ich die Pilze für mich entdeckt.


    Deswegen bitte ich euch alle um Teilnahme an diesem Fred. Zeigt doch mal eure persönlichen Highlights.
    Sei es von der Form, von den Farben oder persönlichem Interesse.
    Einfach das oder die jeweiligen Bilder reinstellen und vieleicht noch ein paar Worte dazu schreiben, wer mag.


    Bin schon gespannt, was ihr zu zeigen habt.


    Im Bereich der Strukturen fand ich zum Beispiel den Gallertfleischige Fältling sehr interessant. (Zumindest hoffe ich, dass es einer ist)









    Vieleicht kann mir auch noch jemand sagen, welche Art von Zersetzung er beim Holz hervorruft. Einige Pilze verursachen ja beispielsweise eine sogenannte Würfelfäule oder ähnliches. Darüber habe ich zu dem Pilz hier leider nichts finden können.



    Nun freue ich mich über eure Bilder ;)



    LG Chris

  • Hallo Chris,


    der Gallertfleischige Fältling (Merulius tremellosus) verursacht im Holz durch den Ligninabbau eine Weißfäule. Am Ende wird das Holz heller und faserig schwammig. Bei der Braunfäule, wo vorwiegend die Cellulose abgebeut wird zerfällt das Holz in dunkle, würfelige Brocken.



    Beste Grüße


    Stefan

  • Nabend Stefan,
    vielen Dank für deine schnelle Antwort. Nun kann ich das bei mir nachtragen.
    Solche Angaben findet man leider nicht sehr oft.


    Hier noch ein kleines Highlight von mir.
    Kegelige Saftling, gefunden in der Langwieder Heide bei München.



    Im Sonnenlicht leutet der Fruchtkörper recht extrem orange.


    LG Chris

  • Guten Morgen,


    ein Fund, woran ich mich gerne erinnere, ist die Schwärzende Kraterelle (Craterellus melanoxeros), eine keine allzu häufige Art aus der Pfifferlingsverwandtschaft:



    Die Art "begrüßte mich" Ende September 2014 im Riedlinger Holz, nachdem ich von Augsburg nach Donauwörth umgezogen war. Den Fund habe ich auf meiner Website dokumentiert.


    In 2015 und 2016 hat sich der Pilz leider nicht blicken lassen. Doch im vergangenen Jahr schickte sich die Art wieder an, zu fruktifizieren (gelbliche Punkte unter dem Laub). Wegen einer Reha hatte ich die ausgewachsenen Exemplare leider verpasst.


    Vielleicht klappt es ja heuer. Werde die Fundstelle im Auge behalten. 8)


    Gruß, Andreas

  • Guten Abend,


    aus einer meiner Lieblingsgattungen, den Rötlingen, finde ich den Stahlblauen Rötling bemerkenswert, wegen seinen tollen Farben:



    Der Fund stammt aus dem feuchten Umfeld der "Torfmoosinsel" im Mertinger Forst. Die Art fruktifiziert dort nahezu jedes Jahr. Fotogene Exemplare gibt's aber selten, weil die Fruchtkörper gerne von Schnecken gefressen werden.


    Die Art habe ich auch auf meiner Website vorgestellt.


    Gruß, Andreas

  • Hallo an alle,


    ich mach' mal weiter mit einem Fund von den Wiesenpilztagen 2017.


    Die Keulen haben es mir seit ein paar Jahren angetan, und letztes Jahr standen an der Nahe (hier am Heimberg bei Waldböckelheim) massenhaft diese Büschel von Clavaria fumosa, die ich vorher noch nicht selbst gefunden hatte.


    Die Art ist übrigens (zusammen mit der violetten C. zollingieri) näher mit den Samtschnecklingen verwandt als mit den anderen Clavaria-Arten (J. BIRKEBAK et al, Mycologia, 105(4), 2013, 896–911).


    Gruß,


    Wolfgang



  • Hallo allerseits.
    Da sind ja schon ein paar zusammen gekommen.
    Sehr schöne Einblicke habt ihr da mitgebracht.


    Hier ein überraschende Funde in meinem Garten.
    Vom Grünholz drechseln habe ich die Späne im Garten verteilt und kurze Zeit später haben sich ettliche Fruchtkörper gebildet.


    vermutlich der Blasige Becherling.




    LG Chris


    ps.: Vielen Dank nochmal an die rege Beteiligung. Bin schon gespannt, was noch alles kommen mag ;)

  • Hallo Karl-Heinz,


    mit "undankbar" ist seine Oberfläche gemeint. Da hatte ich so meine liebe Not um den Fruchtkörper so lala hinzukriegen.
    Es ist schon ein deutlicher Unterschied zu Landschaftsmotiven.


    Hab in deiner Gallerie schon etwas gestöbert und kann dich zu den Bildern nur beklückwünschen.
    Sind super Bilder drinn wo es einem schwer fällt seine Favoriten zu finden.


    LG Chris

  • Guten Abend beisammen,


    im September 2014 fand ich im Nordteil der Firnhaberauheide auf einem Stück Kalkhalbtrockenrasen mit Hang zum Trockenrasen einen korallenartigen Pilz:



    Zunächst glaubte ich, es könne die seltene Steppen-Koralle (Ramaria roellinii) sein. Doch Josef Christan hat den Fund makroskopisch als einen Keulenpilz aus der Gattung Clavulina eingeschätzt.


    Leider ist mein Mikroskop derzeit defekt, sodass ich den Fund auf meiner Website erstmal als cf. Clavulina cinerea − Grauer Keulenpilz dokumentiert habe.


    Gruß, Andreas

  • Hi Andreas,


    bei "aff.Clavulina cinerea" gehe ich mit, aber in dem Artkomplex gibt es genetisch mehr als einen Clade, siehe
    OLIARGA (2009): Mycological Research 113,1261 – 1270.


    Stand da eine Eiche in der Gegend? Die Art "C1 aff. cinerea sensu Oliarga" wurde bisher nur auf wärmeliebenden Flächen bei Eiche gefunden. Falls es ein Mykorrhiza-Pilz ist, wären die Sonnenröschen bei Dir auf dem Bild interessant, denn die bilden ja auch Ektomykorrhiza.


    Mikroskopische Unterschiede zur "Laubwald-cinerea" wurden noch nicht gefunden, aber es gibt auch erst wenige dokumentierte Funde in Europa. Ich hab' auch so einen Pilz im Mainzer Sand.


  • Hi Wolfgang,


    danke für den Literaturhinweis - an der Arbeit wäre ich sehr interessiert.


    Nein, es stand keine Eiche im Einzugsbereich. Einzig eine Schwarzpappel stünde nah genug. Und natürlich die Sonnenröschen.


    Im Südteil der Firnhaberauheide wächst z.B. ein bis dato unbestimmter Risspilz in einem konzentrierten Feld aus Gelbem Sonnenröschen:



    Dort käme allenfalls noch eine niedere Lavendelweide infrage, die jedoch einige Meter abseits steht. Eine Doku zweier Kollektionen findest Du auf meiner Website, teils mit Mikromerkmalen. Habe den Aufsammlungen zunächst den Arbeitstitel Inocybe cf. vulpinella verpasst. Erstmals fand ich den Pilz Mitte Juni 2013 (Kollektion #1), Mitte September des Jahres (Kollektion #2) fruktifizierte der Pilz dort erneut.


    Ansonsten kenne ich noch den Netzstieligen Hexen-Röhrling vergesellschaftet mit dem Gelben Sonnenröschen von der Königsbrunner Heide, da steht weit und breit kein Baum. Da war ich seinerzeit sehr verblüfft, inmitten einer Wiese einen nicht zu übersehenden Röhrling anzutreffen. Aber bei einer Recherche im Netz stieß ich auf etliche Fundmeldungen vor allem aus Großbritannien.


    Ich denke, es gibt noch wesentlich mehr Pilze, die mit Sonnenröschen Mykorrhiza bilden. Vermutlich auch etliche unterirdisch fruktifizierende Arten. Wäre wirklich spannend, solche Habitate mal mit einem Trüffelhund abzugehen.


    Hast Du in Deinen Biotopen auch solche "Sonnenröschen-Arten"?


    Gruß, Andreas

  • Hallo Andreas,


    dem Bild nach zu ureilen, wie es auf meinem Monitor rüberkommt, sieht dein Risspilz eher wie einer aus der dulcamara-Gruppe aus. Hatte er denn Pleuros?


    Was im Übrigen die Möglichkeiten zur Mykorrhiza-Bildung betrifft, so müssen wir da vermutlich viel weiter gefasst denken als uns bisher bewusst war! Guckst Du hier: https://www.sciencedirect.com/…cle/pii/S0953756208600684


    beste Grüße,
    Andreas

  • Was im Übrigen die Möglichkeiten zur Mykorrhiza-Bildung betrifft, so müssen wir da vermutlich viel weiter gefasst denken als uns bisher bewusst war! Guckst Du hier: sciencedirect.com/science/article/pii/S0953756208600684

    Sehr interessant, Andreas G!


    im Fall von Andreas K's Funden halte ich aber die Sonnenröschen für sehr wahrscheinlich, denn die sind ja auch als Ektomykorrhiza bildende Pflanzengattung bekannt. Ich würde in solchen Fällen Ditte kontaktieren, ob sie Interesse an der Kollektion hat.


    BG, Peter

  • Hallo Andreas,

    dem Bild nach zu ureilen, wie es auf meinem Monitor rüberkommt, sieht dein Risspilz eher wie einer aus der dulcamara-Gruppe aus. Hatte er denn Pleuros?

    ärgerlich, nach Pleurozystiden hatte ich seinerzeit nicht gesucht. Und jetzt ist mein Mikroskop ausgefallen, weshalb ich das nicht überprüfen kann.


    Was im Übrigen die Möglichkeiten zur Mykorrhiza-Bildung betrifft, so müssen wir da vermutlich viel weiter gefasst denken als uns bisher bewusst war! Guckst Du hier: https://www.sciencedirect.com/…cle/pii/S0953756208600684

    Wirklich spannend - danke für den Literaturhinweis!



    Hallo Peter,

    Ich würde in solchen Fällen Ditte kontaktieren, ob sie Interesse an der Kollektion hat.

    done. :thumbup:


    Gruß, Andreas