Massenvergiftung im Iran

    Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von AK_CCM.

    • Massenvergiftung im Iran

      Hallo Pilzfreundinnen und Pilzfreunde,

      im Iran ist es anscheinend zu einer Massenpilzvergiftung mit Toten gekommen:

      RT Deutsch schrieb:

      Mehr als 700 Menschen wurden im Iran durch den Verzehr von Waldpilzen vergiftet. Neun davon sind an den Folgen der Vergiftung gestorben. Betroffen sind acht Provinzen des Landes. Mindestens 50 Menschen wurden in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, benötigen diese Menschen auch Lebertransplantationen, um ihr Leben zu retten.

      Die Betroffenen hätten Pilze aus den Bergregionen gegessen, wo es vor kurzem heftige Frühlingsschauern gegeben hat. Das Gesundheitsministerium des Landes riet den Menschen, "wilde und unbekannte Pilze nicht zu essen" und sie nicht einmal zu berühren, weil "einige Pilzarten schon bei Berührung giftig sind".

      Primärquelle: isna.ir/news/97022916075/ (Google Übersetzer: persisch - deutsch)

      Sekundärquelle: deutsch.rt.com/newsticker/7018…ftung-mit-pilzen-im-iran/

      Nachtrag: Auch andere Medien berichten über die Massenvergiftung, darunter bspw. BBC und The Guardian. Demnach soll die Zahl der Vergiftungsfälle auf über 800 angestiegen sein, die Zahl der Todesfälle auf 11.

      Gruß, Andreas
    • Massenvergiftung im Iran

      Lieber Andeas, liebe Pilzfreunde,

      die iranische Nachrichtenagentur "Tasmin" meldete inzwischen über 800 Vergiftungen nach Verzehr von Wildpilzen, dass 200 Betroffene hospitalisiert wurden und dass 11 Menschen verstorben sind. 7 der Toten stammten aus der Provinz Kermanshah, alle Vergifteten aus 10 westlichen Provinzen des Landes. Mindestens 2 Vergiftungsopfer wurden seither lebertransplantiert.

      Erstaunlich ist der Hinweis, dass die Art der verzehrten Pilze nicht bekannt sei? Es finden sich nur die Angaben auf eine leichte Verwechselbarkeit mit eßbaren Pilzen und auf ein initiales gastrointestinales Syndrom.
      Die hohe Mortalität und der Hinweis auf Lebertransplantationen sprechen für einen Vergiftung mit Amatoxin- haltigen Arten, insbesondere mit Amanita phalloides .

      Diese Annahme fand ich gestützt in einer Publikation mit dem Titel: "Mushroom poisoning in northwestern Iran" (Varshochi & Naghili, 2007).Die Autoren aus der Medizinischen Fakultät der Universität Tabriz (Iran) beschreiben die Intoxikationen von 34 Personen, von denen 26 (70%) starben. Die Mehrzahl der Fälle hatte sich im Frühjahr nach feuchter Witterung ereignet.
      Die Piltzart konnte eindeutig als Grüner Knollenblätterpilz , der in regenreichen Frühjahren in Gebirgsregionen westlicher Provinzen fruktifiziert, bestimmt werden.

      Lit.: Varshochi,M.& Naghili,B.: Mushroom poisoning in northwestern Iran. Iranian J. of Clin. Infectious Disease (2007), 2/4, 169 - 175.


      Beste Grüße

      Prof. Dr. Siegmar Berndt, DGfM- Toxikologe
    • Hallo beisammen,

      laut einer Meldung auf TehranTimes.com vom vergangenen Samstag, soll die Zahl der Toten auf 18 und die Zahl der Vergifteten auf 1.151 Personen angestiegen sein.

      Das Gesundheitsministerium habe den Kauf von losen Pilzen verboten, um weitere Vergiftungsfälle zu vermeiden. Die Bürger sollen auch davor gewarnt worden sein, wilde Pilze zu pflücken, selbst wenn sie wie Speisepilze aussehen.

      Bei dem Giftpilz handele es sich um den Kegelhütigen Knollenblätterpilz (Amanita virosa). Die Art sei im Tiefland selten anzutreffen, soll aber in Gebirgsregionen häufiger vorkommen. Das üppige Pilzwachstum in den westlichen Teilen des Landes beruhe auf kürzlichen, starken Regenfällen.

      Gruß, Andreas