PSV-Prüfung: Speisepilze, kritische Arten, Verzehrfreigabe

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There are 70 replies in this Thread. The last Post () by Peter Karasch.

  • Ryman und Lamaison empfehlen ein abkochen. Aber Du warnst ja auch im Handbuch vor einem ungenügenden Erhitzen.

    Hallo Zusammen,


    das haben schon Michael, Hennig & Kreisel in ihrem Handbuch empfohlen. In Bd.I, Nr. 189 steht, dass sie essbar sind. Die Tatsache, dass die meisten zu Speisezwecken verwendbaren Wildpilze nur ausreichend gegart essbar sind, spricht doch nicht gegen eine Aufnahme in die Liste der unkritischen Arten.
    Falls es belegbare und wiederkehrende Vergiftungsfälle gibt, natürlich nicht. Mir ist da nichts bekannt. Wenn sie es dennoch in die Liste der "Verdächtigen" geschafft hat, dann könnte es auch mit dem negativ besetzten Namensteil Lorchel zusammenhängen. Denn durch die vielen Vergiftungsfälle mit Gyromitra esculenta, die früher tonnenweise verspeist wurde, kamen dann bei den sehr vorsichtigen Pilzberatern schnell Zweifel an der Verträglichkeit der ganzen Lorchelsippe auf. Und bei Pilzen ist es nunmal so, dass lieber einmal zuviel als zu wenig gewarnt wird. Dann schreibt einer vom anderen ab und es dauert unter Umständen sehr lange, bis falsche Gerüchte widerlegt werden (siehe Netzstieliger Hexenröhrling).
    Aber da wir (noch) im Genusszeitalter leben, muss jetzt auch nicht jeder Pilz (Handbuch f. Pilzfreunde zu Helvella crispa: essbar, aber geringwertig) auf die Liste der unkritischen Speisepilze.


    Der FA Tox wird das schon richten :)


    BG, Peter

  • Hallo zusammen,


    Ich hatte bei einer Diskussion im pilzforum.eu (https://www.pilzforum.eu/board…sewert-der-herbstlorchel/) einige Links herausgesucht, u.a. zu einer Diskussion hier:
    Herbstlorchel


    Die Art enthält also möglicherweise Spuren einer problematischen Substanz (vielleicht aber nicht mal das, vgl. https://www.123pilze.de/2011neuePilzsuche/?aid=25726), die beim Erhitzen stark flüchtig ist. Was da wohl noch übrig bleibt? Spuren von Spuren?


    Als mit Sicherheit unbedenklich auflisten würde ich die Herbstlorchel trotzdem nicht unbedingt, aber - ähnlich Lepista irina - erstaunt mich das Fehlen in beiden Listen.


    Interessant finde ich an der verlinkten Diskussion aus diesem Forum ferner, dass damals wohl Verwechslungsgefahr und evtl. auch Schutzwürdigkeit einen stärkeren Einfluss hatten.


    Beste Grüße,
    Craterelle

  • Interessant finde ich an der verlinkten Diskussion aus diesem Forum ferner, dass damals wohl Verwechslungsgefahr und evtl. auch Schutzwürdigkeit einen stärkeren Einfluss hatten.

    Na, Letzteres ist bei einem Blick auf http://www.pilze-deutschland.d…helvella-crispa-fr-1822-1 oder in die Rote Liste schnell wiederlegt.


    Und Ersteres, naja, für mich eine der sehr leicht erkennbaren Pilzarten. Mit welchem Giftpilz sollte die Herbstlorchel denn verwechselt werden?


    Grüße, Peter

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    die Diskussion um Helvella crispa gab es 2013 schon einmal.


    Herbstlorchel


    "Die Würzburger Toxikologin und Mykologin R. Seeger beschreibt Helvella crispa als "völlig ungiftig".

    Trotzdem ist vom Verzehr von Herbstlorcheln wegen ihres, wenn auch nur
    sehr geringen MMH Gehaltes, abzuraten. MMH ist im Tierversuch
    hochkanzerogen, mutagen und teratogen.

    In einer 2000 veröffentlichen Stellungnahme der WHO hat eine Expertengruppe vom Lorchelverzehr generell abgeraten."


    Beste Grüße - Harry

  • Hallo Peter K., hallo alle,


    Sowohl beim Speisewert als auch bei den Verwechslungsmöglichkeiten ging es nicht mehr um die Herbstlorchel, wie aus dem von mir verlinkten Forunsbeitrag zu ersehen (dgfm-forums-interne Links sind offensichtlich wenig wahrnehmbar, vielleicht kannst du da mal schrauben, Andreas K.?).


    An den FA Tox: wenn bei einer Sitzung mal Zeit bleibt, könntet ihr eure Kriterien darlegen und öffentlich machen? Z.B. Rohgiftigkeit wurde mir per Mail auch schon als Begründung angeboten, warum eine Art auf die Liste der uneinheitlich bewerteten gehöre (was mich nicht überzeugt hat).


    Beste Grüße,
    Craterelle

  • Und Ersteres, naja, für mich eine der sehr leicht erkennbaren Pilzarten. Mit welchem Giftpilz sollte die Herbstlorchel denn verwechselt werden?

    Servus Peter,
    ist für dich die Herbstlorchel ein Speisepilz? Es liegt schon ein paar Jahre zurück das ein ehemaliges Präsidiumsmitglied die Herbstlorchel in einem Fernsehbeitrag als Speisepilz freigegeben hat und es gab kontroverse Diskusionenhier im Forum und wenn ich mich recht erinnere wurde allgemein auf eine Freigabe als Speisepilz verzichtet,
    viele Grüsse
    Matthias

  • Servus Peter,
    ist für dich die Herbstlorchel ein Speisepilz?

    Guten Morgen Matthias,


    ich habe noch nie Herbstlorcheln gegessen oder bei Wanderungen als Speisepilze thematisiert. Als Giftpilz würde ich H. crispa nach den hier von Harry und über Andreas K. von Siegmar Berndt gegebenen Info's aber auch nicht bezeichnen. Nun ggf. als Art mit uneinheitlich bewertetem Speisewert mit Hinweis auf kanzerogene Stoffe.


    Aber die Frage, mit welchem Giftpilz denn die Herbstlorchel verwechselbar wäre hat sich ja auch aufgeklärt - eigentlich mit keinem :)


    BG, Peter