Von 11 bis 1 (Teil 1)

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There are 8 replies in this Thread. The last Post () by Andreas Kunze.

  • Hallo zusammen,


    die nachfolgenden Pilzchen habe ich nicht alle zwischen 11 und 1 Uhr gefunden, sondern zwischen November und Januar ... es ist also ein längerer ... zweiteiliger ... Mix mit Rückblick auf die vergangenen Wochen - einige persönliche Erstfunde sind dabei, ein bisschen Mycena-lastig hier und da ... :) ... wird vielleicht nicht immer eindeutig sein, nur mit Standort, Aussehen und Geruch.

    Vielleicht mag der eine oder andere noch vorjährige Pilze anschauen - Verbesserungsvorschläge zu meinen Mutmaßungen sind hochwillkommen.



    01-03

    im November im Fichtenwald, diese Art halte ich für Mycena rosella (Rosaschneidiger Helmling) das ist wohl eindeutig (pers. Erstfund, habe nicht so viel Nadelwald).

    Auf dem Übersichtsbild sieht man noch Baeospora myosura (Mäuseschwanz-Rüblinge), die ich vernachlässigt habe.

    https://mycena.no/rosella.htm




      


    04-05

    im November im Nadelwald, das müsste Mycena aurantiomarginata (Orangeschneidiger Helmling) sein, Einzelexemplar, die gefärbten Schneiden haben sich auch erst beim Blitzen im stockdunklen Wald geoutet. (pers. Erstfund)

    https://mycena.no/aurantiomarginata.htm


      


    06-07-08

    Clitocybe cf. phyllophila (Bleiweißer Firnis-Trichterling) im November im Buchenwald, mit süßlichem Geruch und Hut mit Bereifung.

    Einen Pilz habe ich mal aussporen lassen und das Pulver war tatsächlich creme-rosa - aber deutlich heller als das "Mykologen-rosa" des Mehlräslings. Als ich bei beiden Pilzarten vor ein paar Jahren "rosa" las, hatte ich die Befürchtung, die "Rosas" nicht unterscheiden zu können.


         



    09

    Vom Fotografieren der Pilze am Wegrand musste ich mich schnell zurückziehen, weil eine Kuhherde durch den Weg getrieben wurde ... und die Rindviecher durchaus Anstalten machten, seitlich in den Wald auszubrechen.



    "Wir müssen wieder lernen, zu streiten ... und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten. Wer Streit hat, kann sich auch wieder zusammenraufen ... Aber wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand." (aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 2018)


    Viele Grüße von abeja

    Edited 4 times, last by abeja ().

  • Immer noch November - Hörnlifriedhof Basel im oberen Bereich, "wilde Wiese" unter Kiefern


    10-11-12

    vereinzelt winzige weiß-gelbliche Helmlinge im Gras.

    Und zu meinem Schrecken sind es zwei verschiedene Arten:

    einmal mit ganz glattem Stiel, da vermute ich Atheniella/Mycena flavoalba (Zitronenhelmling, pers. Erstfund)

    https://mycena.no/flavoalba.htm






    und einmal mit deutlich behaartem/bereiften Stiel (von oben bis unten)... mmh -

    da habe ich so gut wie keine Vermutung, Mycenella-Arten sehen alle anders aus, Hemimycena-Arten, die im Gras wachsen passen auch nicht ... eventuell Mycena cf. citrinomarginata (Gelbschneidiger Helmling)?

    https://mycena.no/citrinomarginata.htm

    Aber die Farben waren so blass, die Schneide auch nicht deutlich gefärbt ... nur der bereifte, teils deutlich behaarte Stiel und der Standort würde passen.




    13

    Diese Art habe ich jetzt an dieser Stelle (und nur an dieser Stelle) zum dritten Mal gefunden, Xeromphalina cauticinalis, Bitterer Glöckchennabeling (in der Streu, nicht auf Holz und deutlich bitter).




    14

    Und wenn ich die Glöckchennabelinge nicht noch einmal fotografiert hätte, hätte ich die beiden winzigen Auriscalpum vulgare (Ohrlöffelstachelinge) übersehen. Die Köpfchen waren nur 3 mm groß (pers. Erstfund ... mangels Kiefernwald)




    15-16

    Noch mehr Helmlinge, grau-braun im Gras, ich vermute stark Mycena leptocephala (Grauer Nitrathelmling), weil deutlicher Nitratgeruch vorhanden war, Sporenpulver amyloid (verglichen auch mit Mycena aetites, aber die Lamellen sind bei meinem Pilz nicht so deutlich grau - und der Geruch ist ja bei M. aetites nicht nitrös)

    Bewusst habe ich die Art auch noch nicht gesehen (pers. Erstfund)

    https://mycena.no/leptocephala.htm


       


    17

    theoretisch essbare Pilze, nur ganz wenige Exemplare unter einer Kiefer (immer noch auf dem Friedhof):

    Lepista sordida (Schmutziger Rötelritterling), Suillus collinitus (Ringloser Butterpilz) mit rosa Basismycel und ein winziger Lactarius deliciosus (Edel-Reizker), mit orangefarbener Milch, die sich nicht verfärbt.

    Bisher fand ich an zwei Stellen unter Kiefern "nur" Lactarius semisanguifluus, den Spangrünen Kiefern-Reizker, also ist der häufigere Lactarius deliciosus auch ein pers. Erstfund.



    "Wir müssen wieder lernen, zu streiten ... und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten. Wer Streit hat, kann sich auch wieder zusammenraufen ... Aber wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand." (aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 2018)


    Viele Grüße von abeja

  • Immer noch November, im Wald


    18

    Im Wald (Südhanglage, quasi pilzfrei), da fotografiert man auch mal eine Häufchen Vogelfedern in Gelbgrün.




    19

    an einer lebenden Esche befindet sich am Stammgrund schon seit ein paar Jahren Ganoderma adspersum (Wulstiger Lackporling), im letzten Jahr hat da jemand die Fruchtkörper entfernt - das ist der neue Zuwachs, der Pilz lacht nur breit übers Abhacken.





    20

    auf der Wiese vor dem Wald, bei angepflanzten Schwarzkiefern (Pinus nigra) fand ich im zweiten Jahr jetzt in großer Zahl diese Hübschen, Tricholoma terreum (Gemeiner Erdritterling)





    21-22-23

    auf Buchentotholz wie gesät, kleine helle Helmlinge "engelsgleich", bei diesen kommt mir Mycena arcangeliana (Olivgrauer Helmling) ziemlich passend vor.(Kein auffälliger Geruch, Sporen amyloid, pers. Erstfund)

    https://mycena.no/arcangeliana.htm


       





    24

    Blick in den fast pilzfreien, sonnendurchfluteten Buchenwald





    25-26

    Einzig über ein Büschelchen Pholiota gummosa (Gummi-Schüppling) konnte man stolpern


       



    27

    Noch ein bisschen Ausblick kurz vor Sonnenuntergang



    "Wir müssen wieder lernen, zu streiten ... und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten. Wer Streit hat, kann sich auch wieder zusammenraufen ... Aber wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand." (aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 2018)


    Viele Grüße von abeja

  • Immer noch November




    28-29-30

    im Fichtenwäldchen zwischen Lörrach und Rheinfelden, am gleichen Holz (vermutlich Fichte) an dem "mein" Goldporling wächst, wieder ein auffälliger Pilz.

    Hier zweifelte ich, ob es sich um den Kiefern-Fältling Leucogyrophana mollusca oder um den Goldgelben Fältling Pseudomerulius aureus handelt.

    Ich "glaube" an Leucogyrophana mollusca wegen des Randes, der so ausgeprägt ausfasert (anders als bei Pseudomerulius) (pers. Erstfund)

    "margin white, thinning out to a loose network of strands and cordons radiating out over the substratum; subiculum white, soft-cottony to arachnoid, with strands and cordons obvious under a 30x lens" (aus Mycobank, Beschreibung)

    http://mycoweb-stv.ru/fungi/Ph…Leucogyrophana_mollusca&1


     





    31-32

    Bjerkandera adusta, Angebrannter Rauchporling, sehr häufig im Buchenwald, hier teilweise resupinat wachsend


       



    33-34-35

    Antrodia xantha, Gelbe Braunfäulentramete, dort am gleichen Holz jedes Jahr anzutreffen, jetzt mit frischem Zuwachs, deshalb auch mit typischem obstigen Duft



       



    36

    Lepista glaucocana, Blassblauer Rötelritterling kommt an der gleichen Stelle auch schon mehrfach.

    Die Pilze sind immer so blass und riechen immer deutlich schwächer und anders als L. nuda.

    Bei kalter Witterung ist der Geruch kaum wahrnehmbar. Zu Hause im Warmen an ehesten mit "würziger Apfelschale" vergleichbar, aber weniger süßlich.

    Zum ersten Mal in größerer Menge probiert, mit Butter angebraten, jedoch dann noch mit anderen Pilzen in eine Sahnesauce überführt. Das "Apfelschalenaroma" hat deutlich (etwas penetrant) auf die Sauce abgefärbt (wenn pur gegessen), mit Nudeln dann aber nicht mehr wahrnehmbar.

    Ein zweiter Versuch, nur relativ scharf gebraten, ohne viel Flüssigkeit, dann als "Topping" auf dem Essen, das war deutlich besser.





    (alle Bilder liegen in 1200 Pixel Breite vor)

    Fortsetzung folgt in einem zweiten Teil : Von 11 bis 1 (Teil 2)


    VG abeja

    "Wir müssen wieder lernen, zu streiten ... und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten. Wer Streit hat, kann sich auch wieder zusammenraufen ... Aber wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand." (aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 2018)


    Viele Grüße von abeja

  • Hallo abeja,


    persönlich finde ich es immer schwierig, solche ellenlangen Fotostrecken zu kommentieren. Klar, die Bilder schaue ich mir sehr gerne an, aber worauf reagiere ich und worauf nicht?


    Mycena rosella kenne ich noch gut vom Kartieren aus dem Nationalpark Bayerischer Wald. Besonders hat sich mir das Bild eingeprägt, als der Boden eine leichte Schneedecke hatte und die rosa Hütchen wie Tupfen kontrastierend herausragten.


    Im Mertinger Forst finde ich die Art auch regelmäßig unter Fichten. Er kann dort rasige Bestände bilden und der Kontrast im grünen Moosbett ist auch nicht zu verachten:



    Gruß aus dem tauenden Donauwörth


    Andreas

  • Hallo Andreas,

    das ist wirklich ein sehr schönes Vergleichsbild :thumbup:- meine M. rosella hatten ein deutlich unattraktiveres Umfeld.


    Was Kommentare auf Beiträge betrifft ... ich bin selbst nicht so der reine "Danke-für's-Zeigen-Typ", d.h. ich fange meistens nur dann an, etwas zu einem Beitrag zu schreiben, wenn ich glaube, etwas Inhaltliches beitragen zu können - etwas, was zusätzliche Informationen gibt oder weiterführende Fragen aufwirft - "nachhakenderweise" (das ist so eine ### Angewohnheit von mir).

    Natürlich gibt es hin und wieder meinerseits auch "Anpassungen" an die "Gepflogenheiten" der jeweiligen Foren. ;)


    Grundsätzlich möchte ich selbst aber nur auf der sachlichen Ebene wissen, ob es grobe offensichtliche Fehler in meinen Bestimmungen gibt (möglichst mit Begründung) oder etwas wie: "bei Nr. x käme auch noch diese Art oder jene Art in Frage, weil ...".


    Also alles ganz einfach. :)


    VG von unterwegs ,

    abeja

    "Wir müssen wieder lernen, zu streiten ... und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten. Wer Streit hat, kann sich auch wieder zusammenraufen ... Aber wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand." (aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 2018)


    Viele Grüße von abeja

  • Hallo abeja,


    ich verstehe das jetzt so, dass Du mir keinen Vorwurf machst, wenn ich Deine Beiträge genieße, sie like, aber nicht zwingend kommentiere. Sofern möglich, gebe ich ab und an meinen Senf dazu, falls das für Dich okay ist.8)


    Hast Du von der Ganoderma adspersum auch eine Totale mit Laub am Boden o.ä., um einen Eindruck von den Maßen zu bekommen? Kenne die Art leider nur aus der Literatur - schöner Fund!


    Gruß, Andreas

  • Hallo Andreas,


    eine etwas verspätete Rückmeldung von mir, sorry, denn ich bin zur Zeit eher "sporadisch" online. 8)


    Da habe ich mich wieder etwas zu wortreich ausgedrückt, aber du hast mich ja zum Glück genau richtig verstanden. :)


    Durch "Kommentar-oder-nicht-Kommentar" sehe ich niemals einen Grund, jemandem Vorwürfe zu machen oder auch nur "säuerlich" zu werden.

    Da ich mich selbst im Allgemeinen für ein verträgliches Menschenwesen halte - und sich dieses auch immer wieder im realen Leben bestätigt - und das unabhängig von einer gewissen vorhandenen Diskussionsfreude, braucht es schon völlig andere Dinge, die ich leider in einem community-beschwingten lieben "Paralleluniversum" erlebt habe - vor allem unter "Ausschluss der Öffentlichkeit" - und die immer noch einer Klärung harren - bevor ich ernsthaft "sauer" werde oder enttäuscht bin, wobei das durchaus eu-phemistische Ausdrücke sind.


    Zu der Ganoderma , den Pilz habe ich über Jahre beobachtet, ich hänge mal ein paar Bilder an:



    August 2013



    November 2013



    Juni 2015



    März 2017




    Oktober 2017



    November 2017, abgehackt


    November 2018, nachgewachsen


    VG abeja

    "Wir müssen wieder lernen, zu streiten ... und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten. Wer Streit hat, kann sich auch wieder zusammenraufen ... Aber wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand." (aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 2018)


    Viele Grüße von abeja