Dieses Jahr häufig: Entoloma sinuatum (Riesenrötling)

For discussions about the society, its structure and goals, only the forum "Geman Mycological Society" serves as a platform for the exchange of opinions.

There is 1 reply in this Thread. The last Post () by Andreas Kunze.

  • Hallo Pilzfreunde,

    ca. Mitte August ... als ich nicht da war ... hat es in meiner Region ein paar Mal ergiebig geregnet. In der letzten Augustwoche/ Anfang September stand ... ganz kurzzeitig ... der Wald voller Pilze. Überwiegend waren es Täublinge und Milchlinge - zu tausenden, aber auch die eine oder andere nette Kleinigkeit.

    Inzwischen ist es aber wieder Glücksache, noch den einen oder anderen Pilz zu finden, egal ob zu Genusszwecken oder Bestimmungszwecken.

    Auffällig war auch, dass ich Arten in größerer Zahl gesehen habe, die ich bisher noch nie hatte oder höchstens einmal in den vergangenen Jahren.


    Entoloma sinuatum (Riesenrötling) z.B., obwohl die Art ja im Laubwald auf Kalk "zu Hause" ist, sah ich erst ein einziges Mal 2017. Und in diesem Jahr wuchsen diese Pilze in größeren Mengen an unterschiedlichen Stellen, auch ganz junge Exemplare waren dabei, wo man schön die dann gelben Lamellen sehen konnte.


    Ein paar Eindrücke, alle aus Buchenmischwald auf Kalk, ca. 450-500 m Höhenlage, Hochrhein (Dinkelberg)

    Die Hutoberfläche ist seidig, aber farblich durchaus etwas variabel. Etwas verwundert hat mich das eine Exemplar, da war sowohl der Stiel als auch die Huthaut trockenrissig aufplatzend. Der mehlige Geruch war beim unverletzten Pilz wenig auffällig, man musste schon ein bisschen kratzen.


    Alle Bilder liegen in 1200 Pixel Breite vor.


    VG, abeja



       



         


  • Hallo abeja,


    schöne Doku dieser großwüchsigen Art - so trockengeschädigt und schuppig wie das letzte Exemplar habe ich den Pilz bisher noch nicht angetroffen.


    Die Art kenne ich aus dem Riedlinger Holz bei Donauwörth. Die Fundstelle liegt auf der Riesalb, dem östlichsten Ausläufer der Schwäbischen Alb. Der Boden besteht aus bunter Trümmermasse, die vor etwa 15 Mio. Jahren durch den Asteroideneneinschlag nördlich davon aufgeworfen wurde.

    Das Waldstück ist im Wesentlichen durch Eichen, Hainbuchen und Rotbuchen geprägt. Charakteristische Funde in dem kleinen Areal sind bspw. der Bereifte Pfifferling (Cantharellus subpruinosus), die Schwärzende Kraterelle (Craterellus melanoxeros) und der Gelbporige Rauhfuß (Lecinellum crocipodium).



    Diese zwei Fruchtkörper des Riesen-Rötlings konnte ich am vergangenen Samstag zur Münchner Pilzausstellung exportieren - leider gab es keine jungen Exemplare mit den typisch gelben Lamellen mehr sondern nur noch überalterte, verschimmelte Teile.


    Gruß, Andreas