Kennt jemand diesen Pilz?

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  • Hallo zusammen,

    in unserem Garten fand ich heute diese Pilze. Könnte es sich dabei um den „Weißen Knollenblätterpilz“ handeln?

    Ich bin etwas besorgt, weil in dem Garten auch unsere Enkel spielen. Sie kamen allerdings mit den Pilzen noch nicht in Kontakt.

    Wenn es möglich ist, aufgrund der Fotos eine Aussage zu treffen, würde ich mich über eine Antwort sehr freuen.

    Im Voraus vielen Dank.

  • Hallo Vowe,


    da kann ich Entwarnung geben: Die Stielbasis der tödlich giftigen Knollenblätterpilze würde in einer sackartigen Hülle stecken. Bei den abgelichteten Fruchtkörpern handelt es sich um eine Art aus dem Dunstkreis des Rosablättrigen Egerlingsschirmlings (Leucoagaricus leucothites). Manche Autoren nennen die Gattung auf Dt. auch Champignonschirmlinge oder Hellchampignons. Wenn ich mich recht entsinne, gilt die Art nicht als giftig. Ob und wie sich der Rohverzehr auswirkt (viele Speisepilze sind roh giftig), weiß ich leider nicht.


    Übrigens auch hier in Donauwörth werden die Grünanlagen derzeit von +/- weißen Egerlingsschirmlingen überrannt.


    Gruß, Andreas

  • Hallo Vowe,


    bei deinem Pilz handelt es sich vermutlich um den Rosablättrigen Egerlingsschirmling Leucoagaricus leucithites. Der hat dieses Jahr ein Optimum und ist sehr häufig zu finden.


    Die Verwechselunggefahr mit giftigen Knollenblätterpilzen ist allerdings sehr hoch. Diese haben eine deutliche Knolle mit unterschiedlichen Aussprägungen von Hüllresten. Für den Grünen Knollenblätterpilz, auch in seiner weißen Form, ist hier ein gutes Beispiel zu finden.


    https://www.dgfm-ev.de/pilz-de…uener-knollenblaetterpilz


    Die Egerlingsschirmlinge haben höchstens eine knollig, verdickte Stielbasis.


    Bisher ist noch kein eindeutiger Nachweis einer Kontaktgiftigkeit bei Großpilzen erbracht worden. Hierzu also Entwarnung. Anfassen und Händewaschen ist also kein Problem.


    Beste Grüße

    Stefan

  • Hallo Andreas,

    vielen herzlichen Dank für die rasche Antwort. Jetzt bin sehr beruhigt. Trotzdem werde ich natürlich versuchen, dass die Kleinen nicht mit den Pilzen in Berührung kommen.

    Gruß Vowe

  • Hallo nochmals,


    die Pilze sind übrigens nicht kontaktgiftig. Ich weiß ja nicht, wie alt Deine Enkel sind, aber erfahrungsgemäß sind Kinder immer an Objekten interessiert, um die sie einen Bogen machen sollen. ;)


    Vielleicht gibst Du Ihnen (altersabhängig) einfach Mal unter Aufsicht einen Fruchtkörper in die Hand und erklärst ihnen den Aufbau: Stiel, der Rind daran, oben den Hut, die Lamellen auf der Unterseite. Zum Schluss noch ein Hinweis, dass man sie nicht essen soll, weil man sonst Bauchweh bekommt. Wenn die Neugier gestillt ist, werden die Pilze oft schnell uninteressant.


    Gruß, Andreas

  • Hallo Stefan,

    vielen Dank für die kompetente Antwort. Ich bin jetzt wirklich sehr beruhigt. Natürlich werde ich vorsichtig sein, obwohl man nicht mit Sicherheit ausschließen kann, dass sich der Kleine evtl. etwas in den Mund steckt. Seine Mutter ist Kinderärztin in einem Klinikum und hat schon schlimme Pilzvergiftungen bei Kindern erlebt.

    nochmals herzlichen Dank Vowe



  • Hallo Andreas,

    der Große ist 5 Jahre alt und versteht das. Der Kleine ist erst 2 Jahre und noch nicht in der Lage die Gefahr zu erkennen.
    Danke für die Tipps

    Gruß Vowe