Bestimmungsanfrage Unbekannter gelber Pilz

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There are 10 replies in this Thread. The last Post () by Spinnich.

  • Hallo Experten,


    in einem Waldstück im nördlichen Unterfranken (Laub, Nadel - Mischwald, sandiger lehmiger Boden) habe ich einen Pilz gefunden, den ich nicht bestimmen konnte.

    Leider hatte ich keinen Foto mit, daher kann ich nur ein Bild des mitgenommenen eingeschnurrten Fruchtkörpers anbieten. Die Pilze traten in Büscheln auf zu etwa 3-10 Fruchtkörpern. 3 Fruchtblätter von etwa 6-8 cm Länge, etwa 0,5 cm Breite, die sich am Boden zu einer Röhre vereinten und weit aufgebogen waren.

    Das Gelände hatte viel Totholz und Moos. Im Areal gab es Nebelkappen, Rötelritterlinge, Grüner Anistrichterling, Rosa Rettichhelmlinge (falls richtig bestimmt), diverse (giftige) Trichterlinge, Rotfußröhrlinge auch Herbstrotfuß und viele Holzzersetzer wie Schwefelköpfe (Rauchgrauer, Grüner), kleine weiße Keulenpilze und etliche Schwindlinge, Häublinge, wenige Täublinge.

    Ob die Pilze auf unterirdischem Holz gewachsen sind hatte ich nicht festgestellt, wäre aber möglich.

    Hat jemand eine konkrete Idee, wieso finde ich dazu nichts in meinen Pilzbüchern?

    Fragt Spinnich:huh:


    Vielen Dank für die kommenden Vorschläge:)

  • Hallo Spinnich,


    also die Geweihförmige Holzkeule dürfte das wohl nicht sein. Ich sehe da nichts Schwarzes oder Weißes. Kannst Du uns vielleicht ein Foto ohne Finger zeigen?


    Ich habe so den vagen Verdacht, daß das eingetrocknete Pilzstiele sind von denen jemand die Hüte abgeschnitten hat. Aber eben nur den Verdacht.


    Beste Grüße

    Stefan

  • Hallo Stefan,

    Danke für deinen Vorschlag.


    An abgeschnittene Pilzköpfe hätte ich ganz sicher nicht gedacht. Andererseits kann ich mir keine Art vorstellen, die dann so uniform in diese 3-lappigen Stielreste zerfallen würde.

    Nehmen wir mal Trompetenpfifferlinge, da gibt es ja so gefärbte Stiele, allerdings wachsen diese rasig und stehen nicht in Büscheln zusammen?


    Dass es sicher keine Geweihförmige Holzkeule ist, war schon klar. Ich wollte nur ein helle Unterlage und ein Größenmerkmal und gleichzeitig auf die flächigen Blätter im Vergleich zu den farblich besser passenden Wiesenkeulen verweisen, die aber wohl niemals so auffächern.

    Ohne Finger wird es auch nicht besser, weil der untere Teil inzwischen eingerissen ist und sich auch auffächert. Dass es oben 3 Blatt-Lappen sind, war wegen der Schrumpfung auch nur sichtbar, wenn man die Pilzreste mit dem Finger im richtigen Winkel fixiert.


    Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, wer so exakt die Pilzköpfe so sauber abgeschnitten haben könnte (oder abgefressen?), welche Art (hohler Stiel, gelb, immer fast gleich dick) es dann sein sollte, die exakt so als Büschel wächst und weshalb dann alle Stiele immer in genau 3 Teile aufspalten.

    Es war nirgends der geringste Überrest eines Hutes, oder ein nachwachsender junger intakter Fruchtkörper zu finden. Da bleibe ich noch sehr skeptisch, auch wenn das erst mal ein beachtenswerter Gedanke ist.


    Um es nochmals optisch zu verdeutlichen:

    Man nehme z. B. Spindelförmige Wiesenkeule (Clavulinopsis fusiformis):

    https://www.123pilze.de/DreamH…/Spindelfoermigekeule.htm

    Dann schneidet man alle Triebspitzen auf einheitliche Länge und der hohle Stängel zersplittert in exakt 3 gleich breite Lappen, die sich nach außen krümmen.

    So etwa müsste man sich die Erscheinung an dem Fundort vorstellen.


    LG Dieter/Spinnich

  • Hallo nochmal,

    ich will die These nicht ausschließen, ganz sicher aber kein Hallimasch.

    Habe dort etliche gesehen, meist auch viel größer. Keiner mit der Stielfarbe und dem kleinen Durchmesser.

    Wenn man nur etwas an so ein Hallimaschbüschel (beim Ernten von Schwefelkopf) angestoßen ist, sind diese komplett vom Substrat abgefallen. Clavulina habe ich auch nur mal wegen der passenden Farbe und Dimensionen angeführt, da ist keine ernsthafte Überzeugung dahinter. Richtig ist, dass dieser "Pilz" nicht so sehr zäh war aber schon vielleicht ähnlich in der Konsistenz wie Trompetenpfifferling. Da passt aber das Wuchsbild nicht.

    Wenn es also so eine Pilzrasur gewesen sein sollte, frage ich mich natürlich welche Art es gewesen sein könnte.

    Leider werde ich diese Woche dort nicht mehr hinkommen, mal sehen eventuell nächste Woche


    LG Spinnich/Dieter

  • Hallo an alle,


    ich habe diesen Effekt auch schon bei unserer letzten Exkursion gesehen.


    Die seltsamen Gebilde bei mir waren abgefressene Büschel von Psathyrella piluliformis ("Weißstieliges Stockschwämmchen").

    In der Nähe waren noch intakte Büschel, sonst wäre ich nicht so schnell drauf gekommen.


    Bei Spinnich sehen die Stiele etwas zu gelb für diese Art aus, aber ich kann mir vorstellen, dass der Effekt bei allen stark längsfaserigen und hohlen Stielen auftreten kann.


    Beim Abfressen werden die verbleibenden Stiele anscheinend mehrfach längs eingerissen, und der Rest ist Physik ...


    Gruß,


    Wolfgang

  • Danke für eure Rückmeldungen!:S


    Das kann ich mir jetzt schon eher vorstellen!

    Leider habe ich es heute nur "fast" geschafft dort nochmals vorbei zu schauen.

    Mein Sammelkorb war vorher schon voll und das zeitnahe Pilze putzen war mir wichtiger, weshalb ich den Umweg nicht auf mich genommen habe. :)


    Hätte natürlich gerne geschaut, ob und welche Fruchtkörper dort nachwachsen.

    So was wie z. B. Schwefelköpfe kommt schon deshalb in Frage, weil die oft auch in einer uniformen Größe zu finden sind.;)