Neuling fand 3 Pilze... nur welche ?

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  • Guten Abend Jochen,


    herzlich Willkommen hier im Forum!


    Nr. 1 und 3: Gewöhnlicher Steinpilz (Boletus edulis)

    Nr. 2 Bereifter Rotfußröhrling (Xerocomellus pruinatus)


    Ich hoffe, dass ich morgen Zeit finde, meine Vorschläge zu erläutern. Ansonsten sonntags. Vielleicht mag Dir auch ein Mykollege weiterhelfen: Matthias ist bspw. ein guter Röhrlingskenner. :)


    Schönes Wochenende


    Andreas

  • Hallo,

    ich muss gestehen, dass für mich als jemanden, der in einer Gegend herumläuft, wo es keine Gewöhnlichen Steinpilze in nächster Nähe zu geben scheint ... "nur" Sommersteinpilze ... und die nur im Sommer ... diese Anfrage gar nicht so einfach gewesen wäre.


    Ich hätte nämlich nach einem hellen Stielnetz gesucht und das auf den Bildern von Pilz 1 nicht erkennen können.

    Nun, das kann ja ganz zart und nur an der Stielspitze ausgeprägt sein. Dann hätte mich die relativ helle Hutfarbe von Pilz 1 irritiert. Nun, das kann ja so sein, wenn der Pilz erst "vor kurzem das Licht der Welt erblickt hat". Der würde wohl noch etwas nachdunkeln. Es gibt aber auch rein weiße Formen (selten). Typisch ist nun wieder das speckige Aussehen und der hellere Rand, sowie das Fehlen von jeglichem Blauen oder anderen deutlichen Verfärbungen.


    Bei Pilz 3 sind die Hutfarben viel typischer, aber auch hier kann man (ich) kein Stielnetz wirklich erkennen. Das würde mich (als Nicht-Steinpilz-Finder und So-Gut-Wie-Nicht-Maronen-Finder) auch etwas irritieren und ich würde überlegen, ob das nicht ein Maronenröhrling sein könnte. Dieser hätte aber eine etwas streifigere dunklere Stieloberfläche und würde bei Berührung blauen (normalerweise). Ich hatte aber z.B. schon mal ganz junge Maronenröhrlinge, wo der Stiel sehr hell war und keinerlei Blauung eintrat.

    Hier sind die Poren nicht mehr weiß, nicht mehr gelb, sondern oliv-grünlich (was man nicht mit Blauen bei Berührung verwechseln sollte). Man braucht auch gar nicht darüber nachzudenken (in diesem Fall), ob da Schimmel am Werk sein könnte (zusätzlich) ... denn diese Pilze sind GARANTIERT zu alt, um gefahrlos verzehrtauglich zu sein. Mit Sicherheit gibt das Hutfleisch auf Druck schon deutlich nach.


    Bei den mittleren Pilzen hätte ich mich auch schwer getan, das als eindeutige Herbstrotfüße anzusprechen. Die Huthaut ist zwar relativ dunkel und darunter erkennt man eine rötliche Schicht, aber insgesamt ist die Huthaut nicht ganz so felderig aufgerissen, wie ich es vom normalen Rotfußröhrling kenne, aber etwas felderiger als ich es vom Herbstrotfuß kenne (oje).

    Das Stielfleisch erscheint mir für den Herbstrotfuß (Bereifter Rotfußröhrling) etwas zu weißlich zu sein und man sieht nicht den kompletten Stiel im Schnitt. Beim Herbstrotfuß würde ich eigentlich gelblichere Farben erwarten ... und das würde mich dann wieder so unsicher machen, dass ich nichts dazu sagen würde...^^

    jochen72 : es ist immer sinnvoll, bei Röhrlingen (auch besonders bei Rotfußröhrlingen und Filzröhrlingen im weiteren Sinn) einen Längsschnitt durch den ganzen Pilz zu machen von oben bis unten, inklusive Stielbasis und Blick aufs Basismyzel und auf Farbverläufe und Verfärbungen zu achten.

    Rotfußröhrlinge sind oft madig (Herbstrotfüße weniger), alle werden sehr leicht von Schimmel befallen, man muss sich sehr genau die Poren anschauen, ob da nicht schon ein grauer, weißer oder gelblicher Belag ist.

    Weil man das - ebenso wie die Konsistenz - am Bild nicht sicher feststellen kann, kann es im Internet keine Verzehrfreigaben geben, nur Anleitungen, um die Entscheidung eigenverantwortlich zu treffen.

    Ansonsten kann man natürlich die Pilze einem Pilzsachverständigen zeigen, sofern es im erreichbaren Umfeld einen gibt.


    VG, abeja

  • Hallo Pilzfreunde,

    wenn ich meine Meinung zu dieser Anfrage schreiben darf, dann sehe ich das so: Kann ich die essen oder nicht! So die Frage!

    Da ist es vollkommenn egal welcher Rotfuß oder Steinpilz das ist! Man sollte nur darauf hinweisen wie gammelig die Pilze sind! Bei den letzten Fotos ist doch kein Hutfleisch mehr vorhanden!

    Schöne Grüße

    Hans

  • Hi,

    ist doch eigentlich egal, was der Anfragehintergrund war (bin auch so eine Hineininterpretiererin) ... man kann ja trotzdem auf Pilzmerkmale und auf (generelle Anhaltspunkte für) Verzehr(un)tauglichkeit hinweisen. Das könnte ja noch für andere Mitlesende interessant sein.

    Meine Starkblauenden haben meistens etwas stärker geblaut :), auch im Hutfleisch - aber so im direkten Vergleich (weil es auch deutliche blaue Stellen an den Röhren gibt und am Stiel außen) halte ich das für einen sehr guten Vorschlag.


    FG, abeja