Freudig orangeroter Milchling bei Fichte

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  • Hallo beisammen,


    vor rund einer Woche fand ich Zeit für eine Pilztour im Mertinger, "meinem" ehemaligen Hauswald. Dort fiel mir unter einer größeren Fichte ein freudig orangeroter Milchling auf:





    Er fruktifizierte mit ca. 3-4 dutzend Fruchtkörpern in verschiedenen Altersstadien - dazwischen standen noch ein paar Chlorophyllum olivieri. Im weiteren Umkreis fruktifizierten Entoloma nitidum, Imleria badia, Neoboletus erythropus, Suillus bovinus und Xerocomus ferrugineus - ein paar Waldkiefern waren in den Fichtenbestand eingemischt.


    Ältere Frk. des Milchlings, aber auch schon mittelalte Exemplare gaben bei Verletzung keinen Milchsaft mehr ab, bei jungen Exemplaren trat weißer Milchsaft aus, der an der Luft keine Farbveränderung zeigte. Leider hatte ich versäumt, einen Geschmackstest zu machen - die Kollektion ist mangels Zeit im Kühlschrank vergammelt.


    Vielleicht lässt sich die Art ja trotzdem ausmachen oder zumindest eingrenzen? Meine Idee wäre jedenfalls Lactarius aurantiofulvus, jedenfalls würden die Bilder auf pharmanatur.com gut zu meinem Fund passen.


    Was meint ihr bzw. kennt die Art jemand? Und bitte sagt mir nicht, dass ich L. rufus auf dem Leim gegangen bin... :rolleyes:


    Gruß, Andreas

  • Hallo Andreas,

    es ist schade, dass du nicht den Geschmack probiert hast. Ich probiere meistens schon im Wald ... das mit den Pilzen zu lange im Kühlschrank, das kenne ich auch :)


    Deine Funde kommen mir allerdings sehr sehr bekannt vor. Diese freudig-orangen Pilze sehe ich regelmäßig, am Freitag im Tannenwald (allerdings basischer Boden, eventuell etwas oberflächig versauert - wie ist der Boden im Mertinger Forst, eher sauer?). Ich fand sie allerdings auch schon bei Fichten und auch bei Birken.

    Sie sind relativ klein, auffällig leuchtend und haben eine deutlich Papille, feucht etwas schmierig glänzend, Milch weiß unveränderlich, Geschmack meistens mild, mit ganz leicht bitterem Abgang.

    Ich pflege diese Art zu pflücken und mitzunehmen, allerdings probiere ich jeden einzelnen Pilz roh auf Bitterkeit. Und die vom Freitag entwickelten zubereitet doch eine winzige Bitterkeit, die mich nicht störte, aber andere vielleicht schon.


    Ich denke, diese Pilze gehören in die Sektion Mitissimi https://de.wikipedia.org/wiki/Milchlinge, wobei da auf Wiki einige Arten genannt sind, von denen manche aber je nach Auffassung synonymisiert werden.

    Bei der Bestimmung von vorjährigen Funden hatte ich mich versucht, makroskopisch an Gröger zu halten - und mitissimus und aurantiacus versucht zu unterscheiden ....

    Jetzt in Fungi of Temperate Europe, laufen meine (und wahrscheinlich auch deine) Pilze unter Lactarius aurantiacus.

    Bei Wiki auch, unter Milder Milchling. https://de.wikipedia.org/wiki/Milder_Milchling


    http://www.speciesfungorum.org…ecies.asp?RecordID=225731

    da Lactarius aurantiacus (Pers.) Gray

    (Syn. Lactarius aurantiofulvus J. Blum ex Bon, Docums Mycol. 16(no. 61): 16 (1985), Lactarius hispanicus (Calonge & Pegler) Wisitr., Lactarius mitissimus (Fr.) Fr.,)


    Zum Vergleich meine Funde:


    aktuell:


    von 2013 und 2015


    FG, abeja

  • Hallo abeja,


    danke für Deine Einschätzung.


    Ich ärgere mich selbst am meisten über die unvollständige Doku. Hatte nicht mal gescheite Fotos geschossen, obwohl ich meine DSLR dabei hatte! Bin nämlich an dem Tag völlig unerwartet dem Maronen-Erntewahn verfallen. Hinterher habe ich es dann bereut, zumal ich die gesammelten Pilze auch noch putzen musste (das rangiert auf meiner Beliebtheitsskala gleich hinter Bügeln und Putzen). :rolleyes:


    Der Boden im Mertinger Forst ist sandig und sauer, nur an den geschotterten Waldwegen zeigen sich durch Auswaschungen auch Mal kalkholde Arten.


    Gruß, Andreas