Mein erster Bestimmungsversuch: kleiner brauner Pilz mit Lamellen

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There are 4 replies in this Thread. The last Post () by Flitzepitz.

  • Hallo ans Forum,

    trotz des in meinen ungeübten Augen allerweltpilzartigen Aussehens habe ich eine vertrauenserweckende Lösung gefunden - jetzt meine neugierige Frage an Euch - wie findet Ihr mein Ergebnis? :-) Könnt Ihr dieser Art zustimmen?

    Lepista flaccida - Fuchsiger Röteltrichterling

    - 4 cm hoch mit hellrotbraunem Hut, dieser hat 4 cm Durchmesser und einen Trichter in der Mitte.

    - Die Lamellen sind hellbraun, dicht und am Stiel etwas herablaufend.

    - Sporen habe ich bislang nicht gefunden.

    - Der Stiel ist dünn und etwas dezentral am Hut befestigt. Am Stielgrund kleben noch Reste der Streuauflage.

    - Pilziger Duft vorhanden.

    - Der Pilz wuchs auf dem Boden / der Streuschicht des Waldes.

    Fund auf der Niederterrasse des Rheins im Bienwald am 6. November.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bienwald



  • Hallo Flitzepitz,

    meiner Meinung nach ist die Bestimmung richtig.

    Aber bei so einem gepflückten Einzelexemplar beschleicht einen immer so ein bisschen Unsicherheit.

    In diesem Jahr fand ich die Art über WOCHEN an den üblichen Stellen, bei mir im Nadelwald.

    War das Laubstreu bei dir? Soll auch vorkommen, aber üblicher ist Nadelwald.

    Den Geruch (wenn auch zart, aber durchaus würzig-angenehm) finde ich auch sehr typisch. Hast du mal daran gerochen?


    FG, abeja

  • Hallo abeja,

    danke für deine Antwort! - Ja, der Pilz duftete sehr angenehm pilzig.

    Und zum Waldboden kommen die beiden Fotos - kann mich nicht haargenau erinnern, aber es war auf keinen Fall ein reiner Nadelwald, was man ja am zahlreichen Falllaub sieht, aber vermutlich auch kein reiner Laubwald, es gibt immer wieder Kiefern.... vlt. kann man sich einbilden, auf dem Foto einige herabgefallene Kiefernnadeln zu sehen...:/


  • Hallo Flitzepitz,

    die neuen Bilder waren jetzt aber nur als Beispiel für das Habitat gedacht, oder?

    Beim oberen Bild glaube ich einen Milchling zu sehen (bin natürlich nicht sicher), aber der Lamellenansatz ist anders als bei Lepista flaccida. Auf dem unteren Bild sieht man Nebelkappen, Clitocybe nebularis.


    Zum Vergleichen ganz junge Lepista flaccida von Ende September, in der Gegend wachsen sie jetzt immer noch.

    In dem Stadium sind die Lamellen noch heller. Typisch soll auch im Schnitt sein (bei meinem Bild feststellbar), dass da die etwas dunklere Färbung in den Stiel verläuft.


    Ich gehöre zu denen, die diesen Pilz auch mal mitnehmen (und uns schmeckt der auch und er wird auch gut vertragen). Inzwischen wird aber wegen der möglichen Verwechslung mit Paralepistopsis amoenolens/ Clitocybe amoenolens, dem Parfümierten Trichterling davon abgeraten. Diese Art ist eher südlich verbreitet und es gibt sie in Deutschland noch nicht, aber aufgrund der klimatischen Veränderungen ist mit ihrem Einwandern zu rechnen.

    In der Schweiz gibt es schon Funde.

    Die Verwechslungsart ist giftig und kann das Acromelalga-Syndrom hervorrufen. Makroskopisches Unterscheidungsmerkmal soll aber der Geruch sein, der extrem in die süßliche Richtung geht (wie Jasmin-Blüten oder überreife Birnen, also vergleichbar mit den süß riechenden Risspilzen.) In einem anderen Forum las ich auch noch, dass bei dem gefährlichen Pilz die Lamellen nicht durch Verschieben glatt vom Hutfleisch zu trennen seien (hat man bei Genfer Funden probiert) , im Unterschied zu den Arten der Gattung Lepista.


    FG, abeja


    Lepista flaccida (im Nadelwald ... aber Laubbäume auch nicht weit entfernt)


  • Hallo abeja,

    du hast ganz recht - die Bilder sollen den Habitat zeigen, in dem meine fuchsigen Röteltrichterlinge wuchsen.

    Du hast ebenfalls sehr recht, dass das obere Bild den Lepista flaccida nicht wirklich zeigt - ich gestehe, ich habe nicht richtig hingeschaut beim Aussuchen des Bildes. Danke für deinen Hinweis - genaueres weiß ich zu dem potenziellen Milchling allerdings nicht.


    Dein Bild von Lepista flaccida ist superschön - danke auch dafür und die guten Hinweise, vor allem den mit der dunkleren Stielmitte! Die war bei meinem Schnittexemplar ja nicht (mehr?) zu sehen. Kaum zu glauben, dass aus "deinen" dicken Stielen an den Jungpilzen diese dürren Stiele an "meinen" älteren Exemplare werden.


    Ich stelle fest, dass - nicht anders als in der Botanik - jedes Lebensalter gekannt werden will, um sich Klarheit über eine Art zu verschaffen :-) .