Mein zweiter Bestimmungsversuch: gescheitert :-(

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There are 8 replies in this Thread. The last Post () by Andreas.

  • Hello again,

    ich habe noch einen zweiten Pilz aus dem Bienwald mitgebracht, sehr klein und zart, der Stiel zerbrach sehr schnell. Leider haben meine Bestimmungsversuche nicht gefruchtet.

    Der Pilz ist ca 10 cm hoch, auf sehr dünnem Stiel, die Hutfarbe ist umbra-braun und unter Licht edel goldglänzend.

    Die Hutform ist schön konisch - kegelig, 3 cm Durchmesser.

    Der Stiel ist hohl.


    Die Lamellen sind schwach braun-rosa. Am Außenrand des Hutes sind zusätzliche kurze Lamellen eingefügt.

    Die Lamellen hängen nicht am Stiel (hoffe, ich beurteile den Schnitt durch den Hut richtig).

    Sporenfarbe lachsrosa.


    Duft unauffällig, leicht chemisch?


    Der Pilz wuchs auf dem Boden am Wegrand des Bienwaldes.


    Vielen Dank für einen Hinweis! Ich muss ja noch "sehen lernen" beim Pilze bestimmen :-).


  • Hallo Flitzepitz,

    die Merkmale hast du sehr gut beschrieben, jetzt müssen wir nur noch die richtige Richtung finden.

    ABER: das wird sehr wahrscheinlich eine Art sein, die man ohne Mikroskop nicht eindeutig bestimmen kann. Ein Vertreter aus einer sehr sehr großen Gattung, mit vielen Untergattungen.


    Schau einmal, welche Pilze rosa-braunes Sporenpulver haben ...

    und es ist kein Dachpilz (Pluteus), kein Scheidling (Volvariella) und auch kein Räsling (Clitopilus) sondern ein R.... (Gattung E...)

    Da gibt es eine Untergattung mit konischen Hüten und (fast) freien Lamellen (Untergattung N...).

    Ich habe dann auch einen Verdacht für eine Art (auch vom Standort her) , aber da gibt es irrsinnig viele Arten und ich sollte mich da zurückhalten.

    Aber vielleicht bestätigt hier ein Kenner der Gattung zumindest die Gattung und Untergattung. :/:saint:


    FG, abeja

  • Hallo abeja,

    danke für deine Rückmeldung und dass du mal wieder meinen inneren Spürhund auf die Suche schickst :-) .

    In meinem "Thomas Læssøe für Anfänger" ;) (450 Arten) gibt es einen Bestimmungsschlüssel, der u.a. die Artengruppen mit rosafarbigen Sporen ausweist. Diese habe ich mir natürlich alle angeschaut und bin auf die von dir genannten Namen gestoßen (plus Gurkenschnitzling, herrlicher Name) und bin bei der Gattung Entoloma gelandet - die meintest du hoffentlich - und dein R steht für Rötlingsverwandte?

    Als ich dann in Wikipedia von den Untergattungen, -sektionen und Stirpsen =O der Rötlinge las, war mein Ehrgeiz erlahmt....

    Dank deines Hinweises komme ich auf die Untergattung Nolanea (Glöcklinge, auch ein passender Name für mein Exemplar). Die beiden braunen, in Wiki genannten Arten (E. conferendum und E. cetratum) kann ich nicht eindeutig zu meinem Fund zuordnen.

    Ich bin aber froh, wenigsten den Gattungsnamen zu wissen und die Untergattung. Danke! Vielleicht kommen ja noch weitere Meldungen.

  • Hallo Flitzepilz,


    Abeja hat dich auf die richtige Fährte geschickt. Deine eigenen Bemühungen haben die richtige Gattung herausgefunden. Jedenfalls soweit ich das anhand der Fotos beurteilen kann. Besser geht es kaum. Die Untergattung ist da schon wirklich schwerer und bedarf, bis auf Ausnahmen, der Spezialliteratur und natürlich, wie Abeja schon schrieb, der Mikroskopie, womit ich ihre Untergattungstipps nicht negieren möchte.

    Andererseits kannst du natürlich immer ein Exsiccat machen. Von nicht zu jungen und nicht zu alten, also optimalen Fruchtkörpern (also am besten von mehreren Fruchtkörpern) und diese irgendwann, wenn dir mehr Literatur zur Verfügung steht oder du Zugang dazu hast, nachuntersuchen und dann bestimmen. Oder du schaust, ob du einen pilzkundlichen Verein in deiner Nähe findest, der Fachmykologen der Gattung als aktive Mitglieder hat oder andere in deiner Nähe benennen kann.


    VG, Jens

  • Hallo Jens,

    vielen Dank für deine Hilfestellungen - da bin ich als Novizin gleich in eine typische Anfängerfalle getappt und habe einen Artikel aus dieser Riesengattung gewählt :-) - macht nix, damit habe ich dann halt die Gattung mal erlebt. Vermutlich werde ich noch öfter in eine solche Falle tappen :-) - Mal sehen ob ich die stark geschrumpften Teile noch aufheben werde, ich hatte nur ein Exemplar... aber gut zu wissen, wie ich auf Dauer mit hartnäckigen Bestimmungsverweigerern verfahren sollte. Auf jeden Fall schau ich mich mal nach Pilzkennerinnen oder -kennern in meiner Gegend um. Danke nochmal!

    Viele Grüße von

    Flitzepitz

  • Hallo Jens,

    danke für diese Ermutigung! Die Unterstützung durchs Forum und seine Menschen gibt mir auch den Auftrieb, mich mit den Pilzen zu beschäftigen. Die sind Neuland für mich, aber ich brenne - und kann nicht verbrennen, weil ich hier nachfragen kann :-). Das ist wirklich fabelhaft!

    Ich hatte übrigens noch versucht, über die Pilz-Verbreitungskarten die Entoloma-Arten-Auswahl für die Bienwaldregion zu reduzieren, aber schnell hatte ich drei potenzielle weitere braune Kandidaten gefunden und war erst beim Buchstaben 'C' der Artbezeichnungen angelangt... :huh: :)

    Gute Nacht!

  • Hallo,

    ich spekuliere ja so gerne ... und ich werfe doch mal Namen ins Rennen :S.

    Sehr ähnlich erscheinen mir Entoloma hebes (soll häufig sein, Laubwald, Auwald) oder Entoloma hirtipes (soll seltener sein, wäre vielleicht meist auch etwas größer, Erscheinungszeit Frühling oder Herbst) .


    FG, abeja