2 kleine Pilze vom Rheindamm: gelb und grau

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There are 5 replies in this Thread. The last Post () by abeja.

  • Hallo Forum,

    Nummer 1)

    Anfang November fand ich - leider abgerissen - folgenden sehr kleinen Pilz. Sporen hat der Hut nicht abgegeben. Hutfarbe wirkte sehr dunkelgraubraun mit dunklerer Mitte. Hutdurchmesser ca. 1,1 cm; Lamellen wenige, weißgrau. Recht festes Fleisch.

    Häftling ;-) Saftling, Nabeling?

    Heftel, Sporling oder Helmling?

    Ich gestehe, man kann zu keinem Ergebnis kommen bei den spärlichen Hinweisen, aber vielleicht hat jemand aus Erfahrung einen Tipp, die Gruppe der Möglichkeiten eingrenzen.

    :)


       



       





    ####

    Nummer 2)

    Die zweite Art von Anfang November wirkte sehr frisch Gelb in der kürzlich gemähten Dammvegetation. Das Exemplar ist ca. 7,5 cm lang, hat einen sehr dünnen Stängel, der sich längs aufspaltete und auch nach dem Trocknen klargelb-glänzend blieb.

    Die Sporen sind rotbräunlich. Der Hutdurchmesser betrug knapp 2,5 cm.

    Vielleicht ein Häubling? Galerina spec.?


    Danke für Vorschläge an mich Pilz-Neuling!

    Viele Grüße

    Flitzepitz




       



         

  • Hallo Flitzepitz,

    den ersten Pilz hast Du ja schon selbst "disqualifiziert", das wäre nur sinnlose Raterei bei vielleicht hunderten Möglichkeiten. Dass der Pilz schon abgerissen war lässt vielleicht den Schluss zu, nicht auf der Suche nach Speisepilzen gewesen zu sein. Da gibt es ja bekanntlich Pilzarten, die bewusstseinsändernd wirken, Gnihihi und Trallalla brauchen halt manche, wenn auch nur temporär.

    Der zweite Pilz ist der Gold- Mistpilz (Bolbitius titubans), eine relativ häufige Art auf altem Mist und sonstigem verrottenden Material.

    VG P. P.

  • Hallo,


    der erste Pilz scheint am ehesten ein Helmling zu sein. Sehr ähnlich sieht die sehr seltene Mycena radicifera aus, insbesondere durch die etwas dunklere zusammengezogene Hutmitte. Die Art kommt nur auf Hauhechel vor, was aber an den Rheindämmen ja durchaus sein könnte.

    Wissen werden wirs allerdings nie …..


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hi,

    da kann ich ja eigentlich gar nicht mitreden ... aber ich sehe beim ersten Pilz, dem abgerissenen, herablaufende Lamellen und Anastomosen. Den Hut sehe ich mit schwacher Papille, aber auch deutlich genabelt (?)


    Geht das nicht doch in Richtung Nabeling im weiteren Sinn?


    Zum Vergleichen mit der seltenen Mycena radicifera:

    http://www.pilzepilze.de/cgi-b…g.pl?noframes;read=247900

    http://www.pilzepilze.de/cgi-b…g.pl?noframes;read=247901


    FG, abeja

  • Hallo Peter, vielen Dank für deine Antworten und die tollen Fotos, da bin ich einen goldgelben Schritt weiter! Mein Exemplar stand ganz alleine dar. Ich bin gespannt, wie ich es schaffe, beim nächsten potenziellen Mistpilz, diesen ohne Probleme zu erkennen, ohne ihn mit den zig anderen gelben Büschelpilzen zu verwechseln. Aber ich bin optimistisch - ich bin auf dem Weg..... auch dank eurer vielfältigen Unterstützung - DANKE!


    Hallo Andreas, das gilt auch für deine Beiträge zu meinem Unwissen - ich freu mich über die Nennung einer Gattung, damit ich diese mal näher betrachte (als Auswahl aus der ganzen Vielfalt) (egal, ob der Pilz ein solcher war, wir werden es nie wissen, das ist mir klar).


    Hallo abeja, dir auch vielen Dank für deine Überlegungen. Die sich gabelnden Lamellen am Hutrand sehe ich auch (sind das die Anastomosen?) und der (hier vor mir liegende getrocknete Hut bzw. seine eine Hälfte) Hut zeigt deutlich einen Trichter. Aber wie veränderlich ist ein + frischer Hut beim Eintrocknen? Herablaufende Lamellen erahne ich.... Die Gattung Omphalina nehme ich mir auch vor.


    Mir ist aufgefallen, dass ich einen alten - und bislang unbenutzten ;) - Rothmaler Band 1 "Niedere Pflanzen" aus dem Jahre 1983 besitze. Hat der einen Sinn? Ich vermute ja, besonders wenn man die Umbenennungen der letzten Jahrzehnte verfolgt hat? Z.B. der Kohlen-Nabeling heißt dort Myxomphalia HORA maura (FR.) HORAK (S. 416).


    Euch einen schönen Tag wünscht

    Flitzepitz

    :):):)

  • Hallo Flitzepitz (ich will immer "Flitzepilz" schreiben ;)),


    zu der Lamellenfrage:

    es gibt da oben teilweise queradrige Verbindungen, das versteht man unter Ananastomosen (dieses unregelmäßige "Gebuckel" zwischen den Lamellen)


    Ich habe heute mal wieder in meine neuen dicken schönen Wälzer (FOTE) geschaut, und ich meine ... spekulier, spekulier ... dass Arrhenia obscurata, der Sepiabraune Nabeling - auch nach Internetbildvergleich - sehr ähnlich aussieht. Das ist natürlich keine Bestimmung, sondern nur eine makroskopische Annäherung.

    Im Bildvergleich hat der nicht immer die oben erwähnte Queradrigkeit, aber bei älteren Pilzen soll das vorkommen können.

    Ich habe kürzlich ein Paradebeispiel für Queradrigkeit gefunden und stelle gleich noch etwas ein.


    Zum Rothmaler (ich habe die Bücher nicht): die Pflanzen und Pilze sind ja immer noch die selben, nur die Namen bzw. Zuordnungen haben sich oft verändert. Da muss man dann immer mal schauen , wie sie heutzutage heißen.


    FG, abeja