Ist der Dottergelbe Spateling eine Gebirgsart?

  • Hallo beisammen,


    kürzlich bin ich in meinem Bildarchiv über mehrere Fotos des Dottergelben Spatelings gestolpert. Bis vor wenigen Jahres glaubte ich, dass diese mit Lärchen vergesellschaftete Art nur in Montanen Stufen vorkommt. Umso überraschter war ich, als ich in der ersten Augustwoche 2016 Spathularia flavida im Mertinger Forst auf unter 450 m am Rand eines Waldwegs erspähte - neu für den Mertinger Forst:



    Ein kurioser Fund, denn ich war schon auf dem Rückweg und radelte an der Fundstelle zunächst vorbei. Dabei dachte ich mir noch so: Seit wann fallen die gelben Blüten des Waldspringkrauts ab und leuchten aus dem grünen Moos hervor? Dann kamen mir jedoch gleich Zweifel und der Dottergelbe Spateling in den Sinn. Gedanklich verwalf ich diese Option allerdings erstmal, weil ich mich meinte zu erinnern, dass die Art nur in höheren Lagen vorkommt.


    • Heute frage ich mich, ob die Art tatsächlich eine montane Art ist - oder war das früher so und sie breitet sich derzeit immer weiter in tiefere Lagen aus?
    • Wo bekomme ich umfassende und valide Infos über die ökologischen Ansprüche des Pilzes her?
    • Zuletzt interessiert mich, ob die Art irgendeine naturschutzfachliche Bedeutung hat oder haben könnte.

    Gruß, Andreas

  • Hallo Andreas,

    nicht alles was in der Pilzliteratur steht muß stimmen! Ein Autor schreibt bei Vorkommen: in Bergnadelwäldern ein anderer in Nadelwäldern. Ich habe den Pilz auch bei Lärche gefunden. Dieses Jahr hat uns ein Pilzfreund den Pilz in einer Laubholzhecke gezeigt dort gab es noch nie ein Nadelgehölz!

    Schöne Grüße

    Hans

  • Hallo Andreas,

    nicht mal Mulch war dort, die Pilze hat Bernd gefunden und Harald und mir gezeigt. Meine erste Frage war auch nach Lärche, wurde aber überzeugt davon, es braucht kein Nadelholz für das Vorkommen der Art.

    Schöne Grüße

    Hans

  • Lieber Andreas,

    der Dottergelbe Spateling ist mir auch hier in Hessen schon untergekommen (und natürlich wie immer in Schottland).

    Ich habe mich aber gar nicht weiter damit befasst, nur so im Vorbeigehen (ach guck, der wächst hier auch). Zum Fundort in Odenwald meine ich mich an eine bestimmte Stelle am Wegesrand zu erinnern, der Wald dort ist ein Fichte-, Buchen-, Eichenmischwald, von montaner Region kann keine Rede sein.


    Es grüßt herzlich

    Babett

  • Hallo Andreas,


    vor etlichen Jahren zeigte sich der Pilz bei mir im Garten (unter einer Weißtanne, Höhe 335 m NN).

    Davon abgesehen fand ich die Art bisher nur in höheren Schwarzwaldlagen (meist bei Fichten, einmal aber auch bei einer Lärchenhecke, 900 - 1000 m NN).

    Viele Grüße

    Harald

  • Hallo Andreas,


    nein, eine Lärche würde ich mir nicht in den Garten pflanzen ;). Auch meine Nachbarn haben keine. Die Tanne gibt es inzwischen nicht mehr (Sturmschaden), und mit ihr verschwand auch der Spateling.

    Im Schwarzwald kommt die Lärche eher selten vor. Bei den Schwarzwaldfunden würde ich zu 99,9 % ausschließen, daß eine Lärche in der Nähe war.


    Viele Grüße

    Harald

  • Lieber Andreas,


    hier habe ich zumindest einen Hinweis gefunden:


    https://www.jstor.org/stable/4…etadata_info_tab_contents


    Quote

    Generally considered saprophytic, although Khinkova (1954) assumes it to be a mycorrhizal associate of Picea abies.

    Quote

    Khinkova, T. 1954: Higher fungi of the Vitosha mountains - an ecological sketch. - B'lgarska Akad. Nauk Trud- Kniga. - 295 pp. Sofia. (Cited according to Trappe, J. M. 1971: Mycorrhiza-forming Ascomycetes. - In Mycorrhizae, Proceedings of the first American con- ference on mycorrhizae, April 1969, Misc. Pubi. 1189, ed. E. Hacskaylo

    Letzteres ist als PDF bei google.books downloadbar


    https://books.google.de/books?…sBiao#v=onepage&q&f=false


    In die Richtung könnte man weiter suchen.


    Beste Grüße

    Stefan

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