Junger Röhrling mit verwirrender Merkmalskombi --> Suillellus cf. queletii

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  • Hallo allerseits,

    als ich Ende September die Königsröhrlinge fand, da gab es in diesem Waldstück kaum andere Pilze.

    Einen uralten Sommersteinpilz sah ich - und dann den folgenden kleinen Röhrling, der mir etwas Rätsel aufgibt.


    Fundort: thermophiler Buchenwald auf Kalk (400 m Höhenlage zwischen Lörrach und Rheinfelden)

    Der Hut leuchtete chromgelb-messinggelb im Laub - und "schwupps" hatte ich ihn schon ausgezupft, Stiel hellgelb.

    Die Huthaut war wie "feines Wildleder" und erschien mir sehr farbintensiv.

    Ich dachte nur "was Besonderes" - aber was?

    Wegen des langen "Anhängsels" dachte ich an Anhängselröhrlinge, aber die haben ein Netz .... Netz hat er nicht.

    Wegen der "granulierten" Stielbasis dachte ich an H. depilatus oder impolitus, aber die blauen ja nicht - bei Berührung fing das Blauen an.

    Wegen der "Wurzel" dachte ich an einen seltsamen Bitterröhrling - und nahm den Pilz mit nach Hause (es wurde zu spät.)


    Erst zu Hause habe ich ihn - inzwischen viel weniger farbintensiv und angeschwärzt - durchgeschnitten und probiert.

    Die Blauung war unregelmäßig, nicht sehr leuchtend und nicht sehr stark, ganz unten in der Stielbasis war ein dunkles Rot,

    Geruch: sehr neutral

    Geschmack: nicht bitter, sondern sehr neutral.

    Ich habe ihn im Pfännchen erhitzt, er schmeckte immer noch neutral. Das Fleisch verfärbte sich beim Erhitzen rötlich-braun.

    Ich habe leider nicht daran gedacht, mit Melzer die Amyloid-Reaktion zu überprüfen, weil ich immer noch auf dem "Bitterröhrlings-Trip" war.


    Wegen der Hutoberfläche, der orange-werdenen sehr feinen Röhrenmündungen, Röhrenboden gelblich, des relativ glatten Stieles und der dunkelroten Verfärbung in der Stielbasis denke ich nun an einen glattstieligen Hexenröhrling, Suillellus queletii.

    Aber (fast alle) Bilder zeigen deutlich farbintensivere Pilze, aber bei boletales.com ... die Pilze ganz oben ... so sah er frisch aus, nur an der Stielbasis nicht so rot.

    https://boletales.com/genera/boletus/b-queletii/


    Was haltet ihr von meinem Bestimmungsvorschlag - oder gibt es viel bessere Möglichkeiten?

    Irgendwie finde ich keine Alternative mit "samtig, blauend, ohne Netz, orange sehr feine Röhrenmündungen, gelber Röhrenboden"


    FG, abeja


         


        

    Hast du heute schon gelächelt? Oder mal gelacht? ... Nein, na ja, ich weiß nicht ... hab' gar nicht dran gedacht!

    Gute Gründe gibt' s doch immer, gebt mal darauf acht. ... Es bewegt nicht nur die Lippen mit ungeheurer Macht.

    Bleibt gesund und ausgeglichen ..................................................................... ein Kein-Pilz-Gedicht, 10-12-2020


    Viele Grüße von abeja




    Edited once, last by abeja ().

  • Hallo abeja,


    bei mir ist queletii nicht selten, aber diese Farbvariante kenne ich nicht. Bei mir hat er immer die zimtbräunliche Hutfarbe wie auf dem 2. Bild auf der von Dir verlinkten boletales.com-Seite. Das Rot am Stiel kann auch mal so schwach ausfallen wie bei Deinem Fruchtkörper.


    Was Passenderes als Bestimmungsergebnis kann ich jedenfalls nicht beitragen, wobei ich die übrigen seltenen Rotporer nicht gut kenne.


    Gruß und Danke fürs Zeigen,


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    vielen Dank für diese Erfahrungswerte. Vor allem finde ich es interessant, dass der Pilz so wenig rote Farbe am Stiel (außen) haben darf. Er war ja auch noch jung. Für mich wäre es ein Erstfund.

    Nun kenne ich ja die Stelle und vielleicht tut sich da in den Folgejahren noch mehr, was dann die Sache deutlicher macht.

    Rotporer (außer S. luridus) kenne ich auch nur von Bildern, und im Vergleich erschienen mir sie deutlich weniger passend.


    Von den Hexenröhrlingen sah ich bisher nur den Netzstieligen (keine "Flockis" hier). Und diese Art ist ja überwiegend so vermadet, dass ich höchstens 2 oder 3 essbare Pilze der Art hatte und die habe ich meist getrocknet und pulverisiert. Soweit ich mich erinnere hatte ich erst ein Mal "Netzhexe" in einem Mischgericht.

    Ich weiß daher gar nicht (mehr), ob diese sich beim Erhitzen farblich nach Rotbraun verändert hat.

    Hat vielleicht dazu noch jemand eigene Erfahrungen - ob man das als typisch für Hexenröhrlinge allg. betrachten kann ?


    FG, abeja

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    Viele Grüße von abeja




  • abeja

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