No(fruit)body is perfect - auch Engel(ii) nicht --> Hortiboletus engelii (Gemeiner Filzröhrling, Eichen-Filzröhrling)

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  • Hallo allerseits,

    die letzten Regenfälle haben in meinem direkten Umfeld (zur Zeit Kreis Mettmann) bisher nur ganz zaghaftes Pilzwachstum hervorgebracht: ein paar Nelkenschwindlinge und Heudüngerlinge in straßennahen Vorgärten, ein paar Faserlinge und Schwindlinge im Wald.


    Doch dann sah ich eine große (!) Gruppe von Röhrlingen, die ersten (!) in diesem Jahr.

    Hätte mich einer der Spaziergänger gefragt "Was hamsenda Schönes?", so hätte ich nur antworten können: "Och, nurson Pilz, Filzröhrling ... glaub' ich."


    Vier Fruchtkörper habe ich mir - gemütlich auf einer Bank sitzend - näher angeschaut:

    lauter "Imperfektionen", schon von Schnecken angenagt (Fraßstellen leicht rötlich erscheinend),

    Die Oberfläche mag ja mal samtig oder filzig gewesen sein, nun war sie es nicht mehr (oder nur minimal).

    Die Röhren gelblich, mit leichten "Neonton", im Alter sehr weit werdend, dann mit "Olivton".

    Der Stiel gelblich, doch leicht bräunlich, ja sogar rötlich überfasert, aber weder gepunktet noch genetzt.

    Das Basismycel ... ein zarter Flausch, mal weißlich, mal gelblich, ja sogar bläulich schimmernd - wieee soll man das nennen ?


    Nun der spannende Moment:

    noch mehr "Imperfektionen": alle leider schon komplett wurmig (Fraßstellen bräunlich).

    Fruchtfleisch überall gelblich, im Hut heller gelblich, im Stiel dunkler gelblich, relativ intensive Tönung (kommt im Foto nicht gut).

    Keine rote Färbung direkt unter der Huthaut und auch keine rosafarbene Zone im oberen Hutfleisch, kein rotes Stielfleisch.

    2 Fruchtkörper ohne orange Flecken/ Pünktchen, jedoch zwei weitere Fruchtkörper mit orangen Punkten ganz unten (na denn!)

    Beim ganzen Hantieren (eigentlich) keine Blaufärbung feststellbar, dann doch ein winziger "Schatten" im oberen Stielfleisch.


    Ich nahm die Teilstücke mit nach Hause, nach ca. 1 Stunde waren sie doch sehr blau gefärbt: an den Röhren und auch im Schnitt.

    Meine bisherigen Funde der Art, auf die ich hinaus will, hatten schon vor Ort stärker geblaut.


    Alles zusammengefasst halte ich das für Hortiboletus engelii, Gemeiner Filzröhrling bzw. Eichen-Filzröhrling, der hier am grasigen Rand eines geschotterten Weges im Wald (überwiegend Buche, auch Eichen) auf wechselnden Bodenverhältnissen: Kalkabbau in der Nähe, ansonsten aber auch saure Böden auf schieferigem Untergrund.


    No(fruit)body is perfect, auch Engel(ii) nicht. ;)

    Geht die Bestimmung so in Ordnung?


    FG, abeja


       


       




    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S 




  • Hallo Matthias,

    vielen Dank für die Bestätigung!

    Das "nicht nur bei Eichen" hatte ich auch so in Erinnerung, aber tatsächlich waren bei meinen bisherigen Funden immer (auch) Eichen in der Nähe. Im Wald kann man ja sowieso nicht eindeutig sagen, welcher Baum nun der Partner ist.


    FG, abeja

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S 




  • abeja

    Changed the title of the thread from “No(fruit)body is perfect” to “No(fruit)body is perfect - auch Engel(ii) nicht --> Hortiboletus engelii (Gemeiner Filzröhrling, Eichen-Filzröhrling)”.