Pilzberatung die begeistert

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  • Meist ist Pilzberatung ja nicht so toll. Vergammelte Röhrlinge aussortieren und den Pfifferlingssammlern erklären, dass es auch Rauköpfe gibt.

    Heute war ich beim ersten Blick in die Plastiktüte begeistert. Die haben mir dieses Jahr noch gefehlt. Ein Pilzfreund aus der Gegend hatte mir erst berichtet, an den bekannten Standorten sind sie nicht da oder schon vergammelt.

    Heute abend brachte ein Mann diese Pilze, die seine Frau heute gefunden hatte. Sie stammt von den Phiippinen und war ganz begeistert Pholiota mutabilis gefunden zu haben. Nachfrage nach dem Pilzbuch läuft noch.

    Und ich warte auch auf das Leuchten der Pilze. Da muss der Pilzfotograf eine Nachtschicht einlegen.


    Ein Standortfoto des Mannes: (in der Gegend gibt es jedenfalls Eichen und Kastanien)


    und ein Schnappschuss von mir:



    Mal sehen, ob mir die Erleuchtung kommt. Ich habe den Unterschied zwischen Olearius und Illudens immer noch nicht drauf.
    Habe gelesen, dass bei uns nur Illudens vorkommt und mich damit zufrieden gegeben.

    Weiteres später

    Alis

  • Hallo Alis,

    die Farbe leuchtet schon ohne Nacht, sehr intensiv!

    Ich habe den Pilz leider noch nicht gefunden und bisher noch nichts tiefer Schürfendes dazu nachgelesen. Somit war mir völlig entgangen, dass da nun zwei Arten unterschieden werden. Auf manchen Seiten (und in Büchern) läuft das noch als Synonym.


    Bei Wiki habe ich aber nun gelesen, dass die Papille, die man hier sehr gut sieht, ein gutes makroskopisches Merkmal von Omphalotus illudens sein soll. Dieser kleine Buckel soll bei Omphalotus olearius nicht vorkommen. Als Quelle wird dieser Text angeben:

    M.Kirchmair, R.Pöder: Why Omphalotus illudens (Schwein.) Bresinsky et Besl is an independent species. In: Revista Catalana de Micologia. Band 24, 2002, S. 2 15–223.


    Habe den zwar nicht auf Anhieb gefunden, aber hier ist er verlinkt:

    https://publicacions.iec.cat/repository/pdf/00000167%5C00000051.pdf


    Quote

    Macroscopically, there were only few differences between the two taxa: whereas, due to natural variability, basidiomatal shapes and sizes (diameter of pileus in relation to stipe length and width) did not provide reliable separation features, it could be observed that all O. illudens basidiomata were at least slightly papillate or, more often, distinctly umbonate at the center of the pileus. This feature could never be observed in O. olearius.




    FG, abeja

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S 




  • Hallo Andreas,

    im absolut dunklen Raum, die Augen etwa 10 Minuten an die Dunkelheit gewöhnt war das Leuchten deutlich zu sehen. Die einzelnen Lamellen aber nicht.

    Meine Lumix G81 hat einen Micro 4/3 Sensor mit einer maximalen Belichtungszeit von 2 Minuten.

    Lumix 30 mm Macroobjektiv f2,8

    ISO 6400

    126 Sekunden belichtet

    Kamerainterne Langzeit-Rauschreduzierung.

    Trotzdem war statt schwarz viele blaue und rote Punkte welche ich mit Bildbearbeitung weitgehend abgedunkelt habe. Hier ein 100%-Ausschnitt leicht komprimiert.

    Spezialisten könnten vermutlich auch mit meiner Ausrüstung noch mehr herausholen.

    Ich habe derzeit keine Zeit und Ambitionen dafür

    Vor drei Jahren habe ich das erste Mal sowas fotografiert und im Pilzforum.eu gezeigt.

    Ich bin nicht besser geworden seither, aber musste deutlich weniger probieren.


    Gruß Alis

  • Hallo Alis,


    danke für die Infos und den Bildausschnitt.


    Mein Bruder meinte gerade, dass Du es mal mit einem niedrigeren ISO-Wert und entsprechend längerer Belichtungszeit probieren könntest. Und evtl. die Rauschreduzierung deaktivieren und schauen, ob sich das per Bildbearbeitung nachträglich besser entrauschen lässt.


    Würde die Art auch gerne mal live sehen und die Biolumineszenz dokumentieren wollen. Schön, dass Du uns daran teilhaben lässt.


    Gruß, Andreas

  • Hallo Andreas,
    wie schon erwähnt, belichtet meine Kamera maximal 126 Sekunden. Und ohne Rausreduzierung sieht man gar nichts. Der Sensor ist einfach nicht für solche Zwecke konzipiert.

    An meinen Dateien darf sich gerne austoben, wer mag. 19 MB als rw2 oder um die 7 MB als jpg.
    Am besten ich bringe die Dateien mit nach Blaubeuren.

    Was noch zu erwähnen ist:

    Das Leuchten lässt nach. Vermutlich schon am ersten Abend. Wenn man dann die Lamellen reibt, dann leuchten die wieder richtig auf. Habe das letzt Nacht nochmal bei drei Exemplaren probiert.

    Die "Unbehandelten" sind fast nicht mehr zu sehen. Bild unbearbeitet


    Habe heute den Standort aufgesucht und im dritten Anlauf auch den Baumstumpf gefunden.

    Nun sollte man nächstes Jahr wissen, wann die wieder kommen...

    Auf dem Weg dorthin habe ich drei Damen mit Pfifferlingen getroffen. Eine fragte mich, ob Pfifferlinge (frisch zubereitet) auch bitter sein können. Sie hatte mal welche, die aber dann nicht gegessen.

    Das hat mich eben zu einer kleinen Kostprobe veranlasst: ich empfand den Geschmack als pilzig-angenehm.

    Wollte die Kostprobe aber nicht lange im Mund behalten, so dass ich nicht ausschließen kann, dass sie später bitter werden. Geruch ist auch angenehm pilzig.

    Gruß Alis

  • Hallo Alis,


    vielleicht hatten die Damen damals junge Semmelstoppelpilze dabei? Ich finde die so bitterlich, dass ich sie immer vorher abkoche, um sie dann als Salat anzumachen.


    Viele Grüße – Rika

  • Hallo Alis,


    vielleicht hatten die Damen damals junge Semmelstoppelpilze dabei? Ich finde die so bitterlich, dass ich sie immer vorher abkoche, um sie dann als Salat anzumachen.


    Viele Grüße – Rika

    Hmmm, also ich hatte bei Semmelstoppel noch nie Probleme mit Bitterkeit. Und ich bin auch noch nie auf die Idee gekommen, die abzukochen. Ich mache die ganau so - und meist auch mit - Pfifferlingen.
    Dachte bisher, nur alte Exemplare würden bitter. Vielleicht ist das ja auch Standortabhängig.
    Bei Gallenröhrlingen war schon mal der Verdacht, dass ich bitter nicht so schmecke. Aber ich hatte schon welche probiert, da hat es mich geschüttelt. Ich bin da vielleicht nicht ganz so empfindlich, schmecke bitter aber schon.

    Viele Grüße

    Alis


    Nachtrag: kürzlich waren wir im mittleren Schwarzwald unterwegs und fanden richtig schöne, kräftige Semmelstoppelpilze. Habe einen probiert, frisch und knackig, aber bitter.

  • Hallo Alis, oder besser gesagt guten Abend.


    Ich weis nicht ob Andreas dir schon Bilder geschickt hat, daher stell ich dir hier welche rein.

    Der Aufwand zum Entrauschen war relativ gering ca. 5 bis max. 10 Minuten für ein Bild. (Falls du selbst testen magst)

    Mit ein bischen mehr Aufwand sollte es möglich sein, einige Details zu retten.

    Wenn du noch mehr solcher Bilder hast, sag bescheid. Wenn es keine große Eile hat, kann ich sie mir gerne ansehen.


    LG Chris