Gelbe Hyphen + rote Kohlen

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  • Hallo allerseits,

    inzwischen hat es hier im äußersten Südwesten mehrfach geregnet (gerade extrem - mit Hagel), im Laufe der Woche über 20 l. Man kann zwar nicht davon ausgehen, dass sofort Pilze sprießen ... aber wenn man sowieso mal in den Wald geht, schaut man sich ja um ... und findet so gut wie nichts, noch nicht mal kleine Saprobionten, nur auf den letzten 200 Metern ein paar mehr oder weniger alte und wurmstichige, jedoch "altbekannte" Täublinge.


    Ich fing also an, dickere Buchenäste zu wälzen - und fühlte mich gleich an das "Mycelium"-Thema erinnert. Ja, wenn die Hyphenstränge so schön farbig und auffällig sind, dann mache ich doch auch mal ein paar Fotos. ^^


    Ich denke hier auf der Unterseite eines dickeren Buchenastes (anders gelagert fotografiert) Xenasmatella vaga, den Schwefelgelben Rindenpilz gefunden zu haben. Erst zum zweiten Mal sah ich etwas, was nach Bildvergleich passend aussieht.

    Eine körnig-warzige Fruchtschicht hatte der Pilz allerdings noch nicht ausgeprägt, man sah hauptsächlich "ordentlich" strahlförmig sich ausbreitende Rhizomorphen, sehr viele Blätter waren damit "verbacken". Kann man hier makroskopisch auf die Art schließen, oder bleiben die Hyphen unentzifferbare Hieroglyphen?








    Hier wundert mich der "orange-farbene Part" etwas ... war aber nur an einer Stelle so.








    Bei der Gelegenheit erinnerte ich mich, dass ich vor ein paar Jahren eine ähnliche Erscheinung fand, wo es aber hieß, dass die Art des Wachstums für Xenasmatella nicht gut passen würde.

    Das kann ich heute sehr gut nachvollziehen. Das sieht komplett anders aus.

    Es erinnert sehr stark an Piloderma fallax, den Safrangelben Hautrindenpilz, den Peter Püwert im "Mycelium"-Thread als Beispiel gezeigt hatte.

    Leider weiß ich nicht, auf welchem Substrat der Pilz wuchs (nichts notiert). Jedenfalls ist er sehr viel intensiver gelb, wächst eher "kreuz und quer" - auch die dickere Schicht (nebenan auf dem gleichen Substrat und vermutlich die gleiche Art) sieht aus wie ein Gewebe.

    Ist Piloderma fallax hier eine gute Idee, oder gibt es noch bessere Alternativen?







    Auf dem Buchenast mit cf. Xenasmatella befand sich noch eine großflächige rote Kohlenkruste, Hypoxylon cf. rubiginosum (keine Tests mit KOH gemacht), wo ich aber überhaupt keine Perithecien sehen kann, das Stroma ist dünn und eben. Wurde das sexuelle Stadium noch (?) nicht ausgeprägt?

    Stattdessen ist die Oberfläche aufgerissen. Sowohl in den Rissen als auch an den Rändern wächst "etwas Weißes". Ich habe überlegt, ob das die Nebenfruchtform sein könnte - aber nach Bildvergleich sieht die eigentlich anders aus. Entweder bildet sich ein durchaus strukturierter Belag auf den kleinen Perithecien (falls vorhanden) und/oder am Rand des Stromas eine flächige Schicht. Die Anamorphe erscheint auf Fotos aber nie rein weiß zu sein, sondern deutlicher eingefärbt.

    Viele Bilder hier: https://svampe.databasen.org/taxon/15241


    Was könnte das sein, ein sekundärer Befall oder doch die Anamorphe?






    VG abeja

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S