Was ist das für ein Röhrling?

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  • Hallo,


    Ichvwar heute im Elm, östlich bon Braunschweig, dort habe ich diese Pilze gefunden. Es sind Röhrlinge, aber was für wleche? Maronenröhrlinge oder eine Steinpilz art?

    Ich habe die an einem bemoosten Baumstumpf zwischen Fichten und Buchen gefunden.


    Ich würde den Pilz gerne Engel-Steinpilz taufen :)


    Lg

  • Hallo,

    taufe sie "kräftiges Engel-Marönchen" ;) .


    Der Stiel ist zu dunkel für Boletus edulis, überfasert, nirgendwo (auch nicht ganz oben) sieht man ein Stielnetz. An der einen Verletzung an der Hutkante sieht man eine deutliche bläuliche Verfärbung im Hutfleisch und an den Poren.

    Auf Druck sollten die Poren blauen (was nicht immer stark ist, hier aber zu vermuten).


    VG

    abeja

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S 




  • Hallo "J.Engel",

    das Besondere an Deinen Pilzen ist , dass sie am Stiel herablaufende Röhren haben. Das ist unter Röhrlingen recht selten, und ich habe diesen Pilz noch nie selbst in der Hand gehabt.


    Bei der "Blätterpilz-Methode" im Bild-Teil der Röhrlings-Monographie von Munoz bin ich aber bei der Gattung Buchwaldoboletus (Nadelholzröhrlinge) hängen geblieben, und beim googeln findet man damit Bilder, die recht viel Ähnlichkeit zu Deinem Fund haben. Außerdem sieht man bei Deinen Bildern, dass die PIlze morschem Nadelholz entsprungen sind.


    z.B.

    MycoDB : Fiche de Buchwaldoboletus lignicola

    Hřib dřevožijný - Buchwaldoboletus lignicola Kallenb.) Pilát 1969
    Hřib dřevožijný - Buchwaldoboletus lignicola Kallenb.) Pilát 1969 | Atlas hub - Houbaření
    www.houbareni.cz


    Grüße,


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    dass die Poren bei dem einen Bild scheinbar herablaufen, hatte ich auch gesehen, aber für eine "Laune der Natur" gehalten. Es steht auch oben im Text "an Nadelholz", wobei man dann nicht weiß, ob "daneben" oder "darauf" - aber das Mycel kann ja bis zur Erde reichen oder das Holz schon so "mulmig" sein, dass der Pilz das für Erdboden "hält".


    Den Raritäten-Vorschlag habe ich mir jetzt auch angeschaut ... aber die Farben und Formen wirken für mich doch anders - Hutfarbe, Rand, Statur. Beschrieben wird auch eine (deutlich?) gelbe Fleischtönung und gelbes Basismycel, das ist hier aber beides weißlich.


    Jetzt habe ich nach Maronen mit leicht herablaufenden Poren gesucht, meist gibt der Blickwinkel das nicht her ...

    Hier stimmen die Statur und die Farben sehr gut überein, nur den Porenansatz sieht man nicht:

    https://pilzbuch.pilzwelten.de/fileadmin/_processed_/1/d/csm_maronenroehrling-braunkappe-marone-imleria-badia-boletus-badius-16_ada01aac0c.jpg


    Hier bei einem (!) Bild bei 123 tanzt auch ein dickes Marönchen in der Hinsicht aus der Reihe:

    https://www.123pilzsuche-2.de/daten/details/maaarooo3.jpg


    Bei der Marone hier sieht man auch eine "Einbuchtung" der Porenfläche und dann minimal etwas Poren in der Senkrechten am Stiel:

    Pilze: 46 essbare und giftige Röhrlinge
    Fast alle Röhrlinge (Pilze mit Schwamm) sind essbar, es gibt aber auch ungenießbare bzw. giftige Arten. Bei Speisepilze sollte man immer ... 12.09.2022 ...
    www.ostseepilze.de


    VG

    abeja

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S 




  • Guten Morgen beisammen,


    mich erinnert der Fund an Lanmaoa/Boletus fragrans, den Starkriechenden Röhrling. Jene wärmeliebende Art bildet Mykorrhiza mit Eichen.


    B. fragrans « boletales.com


    Lanmaoa fragrans (Vittad.) Vizzini, Gelardi & Simonini 2015
    Lanmaoa fragrans (Vittad.) Vizzini, Gelardi & Simonini 2015 Tassonomia Divisione Basidiomycota Classe Agaricomycetes Ordine Boletales Famiglia Boletaceae Nome…
    www.funghiitaliani.it


    Das wäre dann ein super Fund (RLD R: extrem selten) – Pilze Deutschlands listet von L. fragrans gerade Mal 16 Datensätze.


    J.Engel

    Mich würden noch Fotos von einem kompletten, längs aufgeschnittenen Fruchtkörper interessieren, um a) die Fleischfarbe(n) und b) mögliche Verfärbungen durch den Kontakt mit Luftsauerstoff (ggf. nach mehreren Minuten Liegezeit) beurteilen zu können.


    Gruß, Andreas

  • Guten Morgen,


    ich wäre auch erstmal bei untypischer Marone gelandet. Die wachsen bei uns oft aus morschen Stümpfen heraus. Kannst du uns mal ein Schnittbild längs durch den Fruchtkörper senden, damit die Sauerstoffreaktion im Fleisch beurteilt werden kann?


    BG, Peter

  • mich erinnert der Fund an Lanmaoa/Boletus fragrans, den Starkriechenden Röhrling.

    Servus Andreas,

    da liegtst du ganz gut, die dünne Röhrenschicht passt auch gut dazu. Zumal die Art auch schon in Braunschweig in einem Naturschutzgebiet nachgewiesen ist, habe sie dort auch selbst gefunden, ist aber schon länger her.

    Viele Grüsse

    Matthias

  • Hallo,

    das finde ich jetzt eine höchstinteressante Sache und sehr schade, dass bisher keine Rückmeldung gekommen ist. :(


    Lanmaoa fragrans ist ja auch "im ganz normalen Parey" bebildert, noch als Boletus fragrans bezeichnet. Ich habe mir die Angaben zu diesem Pilz in den verschiedenen Publikationen angeschaut, sowohl was das Bläuungsmuster als auch den Geruch betrifft.

    Im Parey steht was von starkem Geruch (Früchte, Waldmeister (Kumarin), getrocknet nach Zichorie) und (schwach) blauend im Fleisch. Sonstige Verfärbungen werden nicht beschrieben, das widerspricht den aktuelleren Beschreibungen im Web!


    Boletales.com schreibt "Smell mostly not distinctive, a bit fruity." , Poren blauend oder schwärzend (!) bei Verletzung, Fleisch blauend unter Sauerstoffeinfluss, Stielaußenseite blauend/schwärzend bei stärkerer Berührung (stipe blueing or blackening when bruised)

    Bei funghiitaliani.it heißt es: Geruch und Geschmack angenehm, fruchtig, zur Verfärbung: alles nachdunkelnd - bläulich-grünlich bis schwärzlich (auch die Hutoberseite bei Berührung, die Poren sowieso, das Fleisch nach Anschnitt und auch der Stiel auf der Außenseite).


    Überall wird zudem gesagt, dass man den Pilz so gut wie nicht verwechseln könne - insofern finde ich die äußerliche Ähnlichkeit mit "kräftigen Marönchen" sehr überraschend und die Probleme, die daraus resultieren.

    Geht da nicht was über den Geruch?

    Und vor allem - auch ohne Anschnitt - über das Verfärben bei Berührung an Hut und Stiel? Das machen Maronen doch nicht.


    Die hier gezeigten Pilze wurden zum Teil schon an der Stielbasis beschnitten, dabei kräftig angefasst - und nirgendwo sieht man eine Verfärbung außer diesem zarten Blau bei der kleinen Verletzung, wo man Hutfleisch und Poren sieht.

    Ich zweifele hier stark an Lanmaoa fragrans, obwohl ich den natürlich noch nie gesehen habe. ;)


    VG

    abeja

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S 




  • Hallo Thomas,

    wenn ich mich richtig erinnere gibt es noch vom Harry Anderson eine Publikation aus Braunschweig, bin nur im Moment gerade im Odenwald und kann nicht im Bücherregal bei mir nachsehen,

    Viele Grüsse

    Matthias

  • Auf den Bildern sieht der schon anders aus...

    Hallo Wolfgang,

    Es ist nicht einfach mit den seltenen Arten und auch bei den Dickrohrlingen vom Heinz Engel ist zu lesen das sich da eventuell zwei Arten dahinter verbergen. Wir beurteilen ja nur Bilder und man darf durchaus auch auf seltene Arten hinweisen die in Frage kommen könnten und in der Region schon nachgewiesen sind,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Hi Matthias,

    vielen Dank!

    Gruß

    Thomas

    Hallo Thomas,

    hier die Literaturstelle vom Harry Andersson:

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Braunschweiger Naturkundliche Schriften, ISSN 0174-3384

    Band 6, Heft 3, Oktober 2002

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    REHFELDT, G.:

    Eignung von Ackerflächen als Kompensationsflächen für den Erhalt von Populationen des

    Feldhamsters (Cricetus cricetus)

    6(3): 545

    RENKER, C.:

    Die Bradybaenidae, Helicodontidae, Hygromiidae und Helicidae (Mollusca: Gastropoda) des

    Landkreises Göttingen (Süd-Niedersachsen) 6(3): 557

    A NDERSSON, H., W ÖLDECKE , K. & W ÖLDECKE , K.:

    Großpilze im Naturschutzgebiet Riddagshausen und Landschaftsschutzgebiet Buchhorst der

    Stadt Braunschweig (Niedersachsen) 6(3): 577

    B RANDES , D.:

    Artemisia scoparia Waldst. & Kit. – neu für Niedersachsen 6(3): 609

    FEDER, J.:

    Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen des Landkreises Gifhorn (Niedersachsen)

    6(3): 619

    I LLIG, W.:

    Die Brombeeren der Asse (Niedersachsen) 6(3): 671

    https://3landesmuseen-braunschweig.de/assets/user_upload/SNHM/Forschung/Publikationen/Gesamtinhalt_BNS_bis_2019.pdf

    Viele Grüsse

    Matthias

  • Das wäre dann ein super Fund (RLD R: extrem selten) – Pilze Deutschlands listet von L. fragrans gerade Mal 16 Datensätze.

    Hallo Andreas,

    da fehlen die aus der Literatur bekannten Fundstellen aus Niedersachsen, Hessen und Bayern, ist aber mit den 3 Fundstellen auch nicht wirklich häufiger anzusehen. Sicher wird die Art auch beim Fund selten sicher erkannt,

    viele Grüsse

    Matthias

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