Ischnoderma resinosum

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  • Hallo miteinander!


    Nachdem ich heute einen Harzporling an Buche gefunden hatte, bei dem ich Ischnoderma resinosum vermute, habe ich ein wenig zur Unterscheidung von I. benzoinum gegenüber I. resinosum recherchiert. Die Synonymisierung beider Arten, wie von German Krieglsteiner betrieben, scheint nicht gerechtfertigt zu sein!? Aber vermutlich lässt sich mit der Germanschen Meinung erklären, wieso sich in der Pilze-Deutschland-Kartierung bei jeder Menge der BaWü-Datensätzen von I. resinosum als Substrat ein Nadelholz befindet.


    Sollten diese Funde nicht besser zu I. benzoinum verschoben werden?


    ACHTUNG: Manche Funde/Datensätze sind bei beiden Arten eingetragen, z.B.

    Ehingen (Donau) (TK 7724/11)

    Ort: Ehingen

    Ortslage: Eichhau

    Wirt/Symbiont: Pinus sylvestris

    18.09.1994

    leg: Strödel, R.

    det: Strödel, R.

    Erfasser: Krieglsteiner, German


    Ehingen (Donau) (TK 7724/11)

    Ort: Ehingen

    Ortslage: Eichhau

    Wirt/Symbiont: Picea abies

    04.05.1996

    leg: Strödel, R.

    det: Strödel, R.

    Erfasser: ZENTRALE BW


    Viele Grüße – Rika

  • Hallo Rika,

    das mit der doppelten Eintragung ist mir auch gerade passiert. Damals hatte ich mich beim Epithet verschrieben, hätte "resinosum" heissen müssen. Jetzt habe ich das an die Koordinatoren erneut als "resinosum" geschickt, was dann wahrscheinlich auch doppelt in der Datenbank erscheint. Das wird hier auch so in einigen Fällen gewesen sein. Da mir solche und ähnliche Sachen schon öfter aufgefallen waren ergaben meine Anfragen zwecks Korrektur, dass dies ziemlich kompliziert sei und es deshalb dabei belassen wird. Mir sind schon öfter Eintragungen begegnet, die mehrmals von verschiedenen Erfassern getätigt wurden, in mehreren Fällen bis zu 4x zur selben Sache, auch von völlig ungeteiligten Leuten. Hier müsste der Kartierer die Möglichkeit haben, korrektiv einzugreifen, weil er ja in den meisten Fällen die bessere Übersicht besitzt. Von Frank Dämmrich kann man das nicht verlangen, das packt niemand, siehe auch die Bearbeitung diverser international genutzter Datenbanken. Desinformativ finde ich auch, dass bei nicht mehr klar zu nennendem Datum der 01.01. des jeweiligen Jahres als Funddatum genannt wird, eine Monatsangabe wird negiert.

    So steht mein damaliger Fund in der Datenbank, als "benzoinum", nach dem nächsten Einspielen wird das auch unter "resinosum" zu finden sein.

    "Ort: Sonneberg

    Ortslage: Bromberg

    Wirt/Symbiont: Acer platanoides

    30.03.2018

    leg: Püwert, Peter

    det: Püwert, Peter

    Erfasser: Günther, Angela"


    Wie die beiden Arten zueinander stehen werden die klären müssen, die die entsprechenden Möglichkeiten haben. Uns selbst bleibt da nur übrig, zwischen Laub- und Nadelholz unterscheiden zu müssen. Hier in der Region haben wir "resinosum" an Acer, Fagus und Salix gefunden, "benzoinum" an Abies, Picea und Pinus.

    VG P. P.







  • Hallo Peter,


    so wie Dir kann es auch passieren, aber sicher nur sehr selten! Bei den vielen Doppeleinträge bei I. resinosum und I. benzoinum in BaWü vermute ich, dass es mit der Kartierung für die Bände der Großpilze BadenWürttembergs zusammenhängt, die ja unter Federführung von German J. K. stattfanden ... und selbiger von Synonymen ausgegangen ist. Ich dachte, vielleicht war das ein spezielles Paket von Datensätzen aus BaWü, das zuerst komplett bei resinosum gelandet ist und erst dann nach Substrat zu benzoinum kam (ohne die Einträge in resinosum zu löschen). Dass die Pflege so einer Datenbank eine Sysiphos-Arbeit ist, glaube ich gerne. Und sicherlich wäre es wünschenswert, die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen!


    Mit der Abgrenzung dieser beiden Arten tue ich mir nach wie vor schwer. Angeblich riecht I.r. inteniver und nach Anis, I.b. hingegen säuerlich. Die Porenschicht soll bei I.r. hell bleiben, bei I.b. im Alter braun werden, I.r. soll nur schwarze Flecken und keine schwarzen Bänder (= I.b.) haben... und Nur nach Substrat haut nicht hin, weil benzoinum auf Nadel- und Laubholz kann, resinosum hingegen nur auf Lauflaubholz, siehe Screenshots von der österreichischen Datenbank:



    Diese hier wuchsen auf Buche, zusammen mit Ganoderma applanatum und Fomes fomentarius – die gelegentlich auch auf Nadelholz fruktifizieren:



    Auf vermutl. Weißtanne (sicher ein Nadelbaum):




    Aktuell auf einem mächtigen, liegende Buchenstamm:



    ???


    Dringend eine gute Nacht allerseits!

    Viele Grüße – Rika

  • Hallo Rika und Peter,


    die Kartierungverantwortlichen des jeweiligen Bundeslandes müssen natürlich auf bestimmte Probeme, die z.B. auf Pilze-Deutchland.de bemerkt werden, hingewiesen werden. Eine Korrektur auf Pilze-Deutschland bringt nicht viel, da beim nächsten Update der Fehler wieder drin wäre. Wegen der Probleme in der Gattung Ischnoderma in BW werde ich mal mit Dagmar Gödert (Baden-Württemberg Nord) und Flavius Popa (Baden-Württemberg Süd) sprechen, um eine Bereinigung anzustoßen. Da ich selbst auch keine klare Unterscheidung dieser beiden Arten, außer nach Laub- und Nadelholz, anbieten kann, sollten sie so aufgeteilt werden. Ohne Exsikkate ist das im Nachhinein sowieso nicht mehr möglich. Genetische Untersuchungen sind mir momentan auch noch nicht bekannt.

    @Peter- Die Datumsangabe 01.01. entsteht, da in Mykis bei nicht bekannten genauen Funddatum der Zeitraum 01.01. - 31.12. des jeweiligen Jahres eingetragen wird. Bei der Auswertung der Phänologie werden diese Daten natürlich nicht mit einbezogen.


    LG

    Frank

  • Hallo Frank,


    vielen Dank für Deine Erklärungen!

    Vielleicht sollten wir dann mal anfangen, Belege zu sammeln, insbesondere von Ischnoderma an Laubholz. Von meinem aktuellen Fund an Rotbuche wird gleich mal ein Beleg getrocknet. Und ich sollte Fundlisten und Herbarangabe zur Kartierung auf den Weg bringen – dann könnte ja mal jemand sequenzieren... und schauen, ob es nicht doch eindeutige morphologische Unterschiede gibt ... oder alles das Gleiche ist – das wäre natürlich am bequemsten ;)


    Herzliche Grüße – Rika