Invers-chronologisches vom Herbst (2)

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  • Fortsetzung von Invers-chronologisches vom Herbst (1)


    Hallo allerseits,

    weiter geht es mit der ersten Novemberwoche.


    19-22

    Meine Funde von Herbstrompeten, Craterellus cornucopioides, waren alle zwischen 2013-2017, seitdem hatte ich keine mehr ...

    Bekannte Fundorte sind inzwischen ziemlich zugewachsen. In einem Waldstück gibt es viele Jungbuchen und Ilex, alte Rückegassen sind kaum noch zu erkennen. Dort bin ich dann fast drüber gestolpert, man hätte kiloweise ernten können. Bei einem geschätzten "knappen" Kilo (es waren 850 gr.) habe ich aufgehört.

    Auffällig war, dass es Fruchtkörper glatt-schwarz und schuppig-grau gab. Die schuppigen FK waren aber weder größer (älter) noch trockener, das wuchs alles in ähnlicher Größe munter nebeneinander.



    Bei diesem Büschel hier waren rechts oben die FK natürlich "hinüber" (besonders sicher am Geruch am Rand feststellbar), aber untendrunter die kleinen FK waren in Ordnung. Auch der dickfleischige Riese roch völlig frisch und einwandfrei.





    23

    Eine einzeln wachsende Lorchel stand am Wegrand, bei Buchen auf Kalk, Helvella spec. (cf. elastica) - erst ein Zweitfund aus diesem Artkomplex überhaupt.




    24-26

    Das ist ja nun überhaupt nichts Besonders, trotzdem fand ich das Aussehen dieser sehr jungen Birnenstäublinge, Apioperdon pyriforme (Lycoperdon pyriforme) sehr seltsam. Sie waren viel deutlicher gestielt/ gestreckter als ich das bisher kannte. Man muss auch relativ lange nach Vergleichsbildern suchen ...






    27-28

    An einem liegenden ca. 10 cm dicken Buchenholzstück dann wieder ein persönlicher Erstfund, leider nicht in gutem Zustand.

    "Es" hat bis zu 3 cm lange Stacheln, bzw. es handelt sich um hohle, zugespitze, im Querschnitt runde Röhren.

    Es gibt keine Hutbildung, sondern die Stacheln entspringen einer strunkartigen Verzweigung.

    Ich denke hier einen (unhübschen) Igel-Stachelbart, Hericium erinaceus gefunden zu haben. Ist das richtig?

    Die Vergleichsbilder zeigen immer nur das "Optimum", nicht so etwas kleines Halbzerfallenes.

    Da, wo Stacheln abgebrochen oder abgefressen sind, gibt es an manchen Stellen kleine Verzweigungen. Das finde ich so auf keinem Foto im Web.



    ein Teil abgelöst

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S 




  • 29-30

    An einem bemoosten, schon sehr morschen Buchenstamm saßen lauter kleine zonierte Hütchen ohne resupinate Anteile, die Fruchtschicht mit mäßig langen Stacheln. Ich halte das wegen der deutlichen Hutbildung in noch sehr jungem Zustand für junge Fruchtkörper von Steccherinum bourdotii, Rundsporigem Resupinatstacheling (obwohl ich die Sporen nicht gesehen habe), weil St. ochraceum am Anfang resupinat wachsen würde, etwas kürzere Stacheln hätte und nur gelegentlich kleine Hutkanten ausbildet.





    31-34

    Noch etwas, was oft "stachelig" aussieht und ich hier Irpex lacteus, Milchweißen Eggenpilz nennen möchte (auf ca. 5 cm dicken Buchenast).

    Mir ist bekannt, dass die Art Steccherinum oreophilum makroskopisch sehr ähneln kann (aber keine Schnallen hat). Meiner Meinung besteht die Verwechslungsgefahr aber hauptsächlich im "fortgeschrittenen Zustand" - dann, wenn das Hymenophor stark zerschlitzt ist. Hier bei den sehr jungen Fruchtkörpern sieht man am Rand noch deutlich Poren, auch finde ich die Zuwachskante sehr typisch.










    35-36

    Abgelöst vom gleichen Buchentotholz in vielen Exemplaren, beide braun-grau - einmal Dunkle Borstentramete, Coriolopsis gallica (hier sehr häufig) und daneben der Rußbraune Schichtpilz, Porostereum spadiceum (hier mit deutlicher Hutbildung und haariger Oberseite). Letztere Art hatte ich auch erst zweimal.





    37

    Noch ein einsamer einzelner Pilz mit Stacheln, ein Semmelstoppelpilz, Hydnum spec. bei Buchen auf Kalk.

    Hier fand ich den Wuchsort sehr seltsam: an einer Böschung, die an der Stelle fast senkrecht war.



    Weiter geht es in einem dritten Teil (neues Thema).


    VG

    abeja

    ... P I L Z E ... können unterirdisch, "unterirdisch", oberirdisch oder "überirdisch" sein.  :S