Entoloma von Markus Wilhelm

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There are 4 replies in this Thread. The last Post () by Andreas Kunze.

  • Liebe Entolomafreunde


    Markus hat mir Mikroaufzeichnungen und Exsikkat geschickt und ich kann seine Angaben weitgehend bestätigen. Schnallen waren nur an den Basidien vorhanden. Eventuelle feinste InKrustierungen habe ich nicht gesehen, Zystiden fehlen. Man landet unschwer bei E. neglectum/pallens. Die Sporenform spricht, nach Einschätzung von Gerhard, für E. pallens. Ob es sich wirklich um zwei Arten handelt, ist ja hier schon behandelt worden. http://forum.fungiworld.com/index.php?topic=4143.0


    Wolfgang: Der Fund aus Scherfede hatte Zystiden, deutlich eckige Sporen und ist ungekärt.


    LG Karl


  • Hallo zusammen,


    vergangene Saison habe in der Fröttmaniger Heide auch zum ersten Mal E. neglectum gefunden. Weil es thematisch hierher passt, bringe ich die Doku in diesem Thread. Es dürfte dieselbe Art sein, die Rossi Esterlechner im Fungicom-Forum ebenfalls von dort beschrieben hat.


    Es handelt sich um zwei Kollektionen, die auf derselben Wiese wuchsen, aber sicher aus unterschiedlichen Myzelien. Das Merkwürdige daran ist, dass eine Kollektion sich problemlos als E. neglectum schlüsselt, während die zweite vorgibt, eine Mischkollektion zu sein. Bei beiden Kollektionen hatte ich schon makroskopisch mit E. neglectum/pallens gerechnet. Bei der zweiten, kritischen Kollektion, habe ich deutlich ausgeprägte, oft kopfige Cheilozystiden festgestellt und keine Schnallen an den Basidiolen gefunden. Bei einem Kontrollpräparat von einem zweiten Fruchtkörper fand ich zu meiner Überraschung massenhaft Schnallen, keine Cheilozystiden und stärker knotige Sporen. Makroskopische Hinweise auf eine Mischkollektion habe ich nicht.


    Im Thread wurde auf eine unbestimmt Kollektion mit Zystiden verwiesen. Wie sah die denn makroskopisch aus, gibts Fotos davon?


    Die Kollektion von Markus Wilhelm sieht makrosopisch auf den ersten Blick schon anders aus, finde ich. Mehr Brauntöne in den frischen Hüten und auch dunklerer Sitelfarben.


    Interessante Geschichte. Ich will mich nicht festlegen, aber rein gefühlsmäßig würde ich sagen, dass meine beiden Kollektionen alles dieselbe Art sind und auch keine Mischkollektion vorliegt. An Sporenquotienten habe ich einmal 1,44 und einmal 1,31.


    Kollektion 1:




    Infos zu Kollektoin 1:


    Funddaten: 14.06.2012; Fundort: MTB 7735-4-3-1, 490 m; Fröttmaniger Heide West (Schotterheide, Magerwiese, von Schafen beweidet), an einer Dammböschung in der Wiese; gesellig (2 Fk);
    Makroskopie wegen irrtümlich vermuteter Identität mit einer anderen Kollektion nicht extra beschrieben, siehe also Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Pigment fehlend oder sehr unauffällig; Lamellenschneide: fertil, keinerlei Zystiden gefunden; Basidien: 4-sporig, Basidiolen meist mit Schnallen; Schnallen häufig; Sporen: meist mit 7-9 Ecken, oft knotig, deutlich heterodiametrisch, Maße: 10,8 x 7,5 (9,5-12,5 x 6,5-8), Q=1,44 (1,27-1,71), 20 Sp. gemessen;


    Kollektion 2:


    Die vier Fk waren auf ein paar Quadratmetern verstreut, ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, sie für unterschiedliche Arten zu halten:





    Und hier noch Fotos von den Cheilozystiden, die ich bei dieser Kollektion massenhaft gefunden habe:





    Infos zu Kollektion 2:


    Funddaten: 14.06.2012; Fundort:MTB 7735-4-3-1, 490 m; Fröttmaniger Heide West (Schotterheide, Magerwiese, von Schafen beweidet), in der Wiese; gesellig (4 Fk auf mehreren qm verstreut);
    Hut: 1,5-2,4 cm breit, sehr unregelmäßig ausgebreitet, zentral genabelt (Habitus omphalinoid), Rand schwach herabgebogen bis fast gerade, trocken, matt, glatt wirkend, aber feinst filzig überreift, cremebeige, bisw. angedeutet gezont, nicht hygrophan; Stiel: kurz, voll, bis 1,5 x 0,3, oft schwach exzentrisch inseriert, zylindrisch, basal gleichdick, bisw. weißfilzig, cremeweiß, schwach weißlich befasert, Lamellen: gerade angewachsen bis schwach herablaufend (habituell herablaufend), mäßig entfernt, (ca. 16 erreichen den Stiel), beige mit Rosastich; Schneiden meist konvex, gleichfarbig und glatt; Fleisch: im Hut- und Stielkern weißlich, in der Stielrinde satt creme; Geruch: im Feld extrem stark nach Mehl, nach Lagerung über Nacht nur noch im Schnitt deutlich mehlig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, keine Endzellen gesehen, Exsikkat ziemlich kollabiert, keine Schnallen gesehen; Pigment unauffällig; Lamellenschneide: heterogen, mit einzelnen, seltener auch gehäuft auftretenden Cheilozystiden; Cheilos zylindrisch-wellig, oft mit kleinem Bauch und fast immer kopfig, ca. 29-50 x 4-6, Köpfchen ca. 5-10 breit; ohne Schnallen, oft recht breiten Zellen aufsitzend; keine Pleurozystiden gesehen; Lamellentrama: lang septiert (teils über 200); Basidien: 4-sporig, ca. 30-40 x 11-14, keine Schnallen gesehen; Sporen: mit 6-8 Ecken, Ecken mäßig ausgeprägt, bisw. auch schwach, heterodiametrisch, Maße: 10,1 x 7,7 (8,5-12 x 7-9,5), Q=1,31 (1,21-1,47), 30 Sp. gemessen;


    Beste Grüße aus München


    Hias

  • Hallo Hias, hallo zusammen,



    vergangene Saison habe in der Fröttmaniger Heide auch zum ersten Mal E. neglectum gefunden. [...] Es dürfte dieselbe Art sein, die Rossi Esterlechner im Fungicom-Forum ebenfalls von dort beschrieben hat.


    bin noch nicht dazugekommen, Rossis Kollektion zu mikroskopieren - sie hatte mir dankenswerterweise Trockenmaterial zugesandt. Leider weiß ich nicht, wann ich Zeit dafür finde. Sobald ich in die Koll. reinschaue, melde ich mich. Alternativ kann ich die Aufsammlung auch an einen Kollegen aus dem AK schicken, um die Diskussion nicht auszubremsen.


    Gruß, Andreas