E. griseocyaneum var. glyciosmus

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There are 4 replies in this Thread. The last Post () by Andreas Kunze.

  • Hallo Rötlingsfreunde,


    bin gerade wieder über das Taxon glyciosmus, eine umstrittene Varietät von Entoloma griseocyaneum, gestolpert.


    Esteve-Raventós & Ortega (1999) beschrieben die Varietät in der Mycotaxon 71. Die Kollektion stammt aus dem alpinen Grasland der Sierra Nevada (Andalusien/ Spanien) - scheinbar ist die Varietät bislang nur von der Typuslokalität bekannt. Die Autoren vergleichen in ihrer Arbeit Aufsammlungen von zwei Stellen aus verschiedenen Jahren mit diversen Kollektionen der Varietät griseocyaneum aus der alpinen Graslandschaft der Pyrenäen.


    Der charakteristische Kokosgeruch soll sich beim Eintrocknen der Fruchtkörper entwickeln und dann deutlich ausgeprägt sein, selbst völlig trockene Exsikkate sollen den markanten Duft verströmen. Ansonsten besitzen die Frk. beider Taxa mehr oder weniger übereinstimmende Makro- und Mikromerkmale. Lediglich an den in der Sierra Nevada aufgesammelten glyciosmus-Frk. konnten auf der Stieloberfläche verzweigte Haare beobachtet werden, die häufig an den Septen eingeschnürt waren. Dagegen waren die Haare der Typusvarietät aus den Kollektionen der Pyrenäen nicht oder nur selten verzweigt, länger und mehr zylindrisch geformt. Allerdings wurden bisweilen Übergänge festgestellt.


    Ludwig (2007) betrachtet gyciosmus hingegen als Synonym der Typusvarietät und begründet dies in Bd. 2 seines Pilzkompendiums (S. 431. Fußnote 1) wie folgt:


    Quote

    Die Autoren trennen ihre Varietät allein aufgrund ihres Geruches nach Kokosflocken ab (Myctax 71), eine Erscheinung, die schon Einhellinger bei einer Riesenkollektion dieser Art an älteren Exemplaren festgestellt hatte und die auch Romagnesi bei einer Reihe von sonst geruchlosen Leptonien im Alter beobachtet hat (BerBayBot 41). Die Schaffung einer Varietät allein aus diesem Grund ist deshalb nicht vertretbar.


    Seid ihr schon mal auf das Kokos-griseocyaneum gestoßen?
    Wie würdet ihr diesen Fall bewerten: ein berechtigtes Taxon oder besser zusammenwerfen?


    Gruß, Andreas

  • Hallo Andreas,


    Aus meiner Sicht gibt es drei Arten von Gerüchen:


    1. Eine Geruchskomponente die nur kurz beim Aufsammeln festzustellen ist.
    Dazu habe ich im Lauf der Jahre vom Veilchenduft über Kokosnuss bis hin zu Parfüm alles erlebt. Bei dieser Art ist es nicht möglich später diesen Geruch nochmals "hervor zu kitzeln".
    Beschrieben war so etwas bei keiner der Arten, mit denen ich in Berührung kam.


    2. Ein konstanter Geruch.
    Dazu gehören viele Arten mit Mehl- und Rettichgeruch. Bei ihnen bleibt der Geruch und läßt sich insbesondere durch Zerdrücken wieder intensivieren.
    Allerdings sind mir auch Aufsammlungen von solchen Arten untergekommen, die völlig geruchlos waren.


    3. Ein Geruch der sich erst langsam nach dem Aufsammeln entwickelt.
    Bekanntester Vertreter dieser Gruppe ist Entoloma pleopodium. Allerdings habe ich auch diese Art schon völlig geruchlos angetroffen.


    Fazit: Gerüche zur Abtrennung von Varietäten oder gar Arten zu verwenden erscheint mir äußerst problematisch.


    Gruß Gerhard

  • Hallo Andreas


    Leider habe ich noch nie an E. griseocyaneum gerochen, obwohl ich die Art im Depot in jedem Jahr mehrfach antreffe, werde aber in der nächsten Saison drauf achten.
    Was eine Abtrennung betrifft, kann ich Gerhard in vollem Umfang zustimmen.


    LG Karl

  • Lieber Entoloma Freunde


    Auch Ich bin der Meinung dass dieses Kokosgeruch kein Taxonomische Bedeutung hat; besonders bei Leptonien (Cyanula) ist manchmal ein auffallendes suses Geruch da oder nicht, bei gleichen Arten.
    Also verschwindet vara. glyciosmus in der Abfalleimer.


    Besten Grussen


    Machiel