unbekannter Pilzfund an Tsuga im Garten

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  • Hallo Pilzfreunde,


    machen das schon einige Zeit aber gerade heute ein Fund den wir nicht zuordnen können (10.6.24).

    Fundort: Garten 40 Jahre alt, sehr naturnah, Fundort direkt am Stamm einer Tsuga 35 Jahre alt, aber aus dem Boden heraus nicht aus dem Holz

    Körper extrem fest, eben sehr schwer, ganz anders als die üblichen Pilzgewichte dieser Größe

    Haut verfärbt sich leicht rötlich an Druckstellen aber nur außen, nicht das Fleisch

    Stiel eher gemustert und leicht beschuppt wie ein Birkenpilz, aber extrem dick, kein Fleck in der Mitte der Kappe, keine Schuppen oder Auswüchse, praktisch glatt wie ein Champignon

    Höhe großer Pilz 17 cm, Gewicht 201 g

    Fundort 61209 Echzell (Hessen (Friedberg))


    Geruch praktisch kaum wahrzunehmen, bei drücken eines Pilzteiles sehr weit weg ab wahrnehmbar Champignongeruch

    Hut aber auch bei großen Pilz absolut glatt und keine Anzeichen von Schuppen ect, also praktisch wie ein Zuchtschampignon (oder Kinderpopo)

    auch bei langer Stehzeit keine Verfärbung an Bruchstellen oder Außenhaut bisher

    Geschmack roh sehr ähnlich einem Zuchtchampignon

    wer hat den Burschen schon mal gehabt

    vielen Dank

  • also lt. Pilzbuch ist da der Hut richtig geschuppt wie bei einem Parasol, kam also nicht bei der Vorauswahl nicht in die engere.


    Beim kräftigen reiben konnte man aber tasächlich einen mäßigen Gerucht zwischen Bittermandel und Amaretto bis Marzipan wahrnehmen, je länger der Pilz in der Wärme steht je dunkler wird der Hut, und der Geruch wird einen Hauch intensiver. Mache morgen früh auch noch mal Bilder und schneide ihn auch auf.


    Unter dem lat. Namen konnte ich auf youtube ein schönes Video finden, hier der Link

    Riesenchampignon, Agaricus augustus | Verwechslung & Beschreibung


    das Video zeigt auch die Variabilität dieser Art, vom geschuppten Hut bis hin zu fast glatten, und da waren auch welche dabei die einen deutlich glatten Hut hatten.


    Verdacht auf den Riesenchampignon scheint sich zu betätigen, schauen wir mal was er jetzt die Nacht in der Wärme macht


    erst mal herzlichen Dank für die Unterstützung

  • nach einer Nacht in 20 Grad und 10 h geschnitten sieht der Bursche so aus

    der Hut hat sich sehr nach dunkelbraun verändert, immer noch absolut glatt und trocken

    Geruch unverändert sehr schwach nach Marzipan-Amaretto-Bittermandel

    Schnittfläche von cremeweiß nach dunkelweiß mit braunen Sprenkeln

    Verdacht verdichtet sich damit eigentlich in Richtung Riesenchampognon

    bitte trotzdem noch um weitere Ideen und Meinungen


    der Boden wird regelmäßig mit Holzhäcksel vom Heckenschnitt gemulcht, direkt neben dem Pilz liegt ein großer Totholzhaufen

    Insektenfunde: Nashornkäfer, Hirschkäfer, Holzbiene

    Umgebung: Stauden und kleine Gehölze (Schneeball), Tsuga 40 Jahre alt und Hecke aus Thuja

  • Hallo Babsie,


    also das kannst Du schon glauben, dass das der Riesen-Champignon ist. Die Art ist sehr eindeutig in ihren Merkmalen.

    Übrigens kann man die Hüte schon als schuppig bezeichnen, denn das bedeutet nicht unbedingt, dass die Schuppen ABSTEHEN müssen - anliegend-schuppig wäre da vielleicht die geeignetere Charakterisierung.


    Auch wenn der Pilz eindeutig anhand der Fotos zu erkennen ist, bedeutet das niemals eine Essensfreigabe nur nach Bildern! Wollte ich nur zur Sicherheit klarstellen, weiß nicht ob Du überhaupt vorgehabt hättest ihn zu essen ...


    beste Grüße,

    Andreas

  • ist schon klar, Verzehr auf eigenes Risiko


    so nun sind sie aber verzehrt

    selbst in der Pfanne war der Pilz sehr sehr fest und mindestens in der Konsistenz wie ein Kräutersaitling, Geschmack typisch nach Champignon aber richtig was zum kauen

    wenn noch was kommt mache ich mal ein rohes Carpaccio daraus, denke dafür würde er sich sehr gut eignen da sich die Scheiben durch die Festigkeit sehr dünn schneiden lassen werden

    Zuchtchampignon Festigkeit 4-5 dieser hier 10 auf einer Skala von 1-10

  • Hallo Babsie,


    natürlich sind Deine Fruchtkörper noch sehr fest, schließlich sind es ja ganz junge Exemplare. Er heißt nicht umsonst "Riesen"-Champignon, ausgewachsen kann der Hut Ø 20 cm haben! Da ist er nicht mehr "knackig".


    Vom Rohverzehr möchte ich Dir dringend abraten! Agaricus augustus enthält Giftstoffe in relativ hohen Konzentrationen, die Zuchtchampignons Agaricus bisporus in diesem Maße nicht beinhalten, siehe Zitat aus https://forum.pilze-bayern.de/…ic=1765.msg25004#msg25004


    Gerade die gilbenden Arten sind zudem starke Cadmium-Sammler, auch Blei und Quecksilber wird bevorzugt aufgenommen.


    Mal ganz abgesehen von Gift und Schwermetallen – ich finde A. augustus ungenießbar, weil dieser Bittermandelgeschmack auch beim Kochen nicht vergeht.

    Viele Grüße – Rika

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