Scutellinia cf patagonica

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  • Servus,

    Auf einer Feuchtwiese in den Bergen auf ca 1300m fand ich auf nackter Erde am Rand einer Rinne diese Scutellinia´s.

    Leider waren es nur 2 Fruchtkörper und ein Foto am Fundort war auf Grund der Nässe für mich nicht möglich.

    Beschreibung:

    Apothecien 1,5-2.5 mm, orangerot, Hymenium kissenförmig gewölbt, kleiner unscheinbarere Randbereich,

    Sehr kurze Haare, oberen 2 Drittel hyalin.

    Ascus: 220-230 x25-(30)µ, IKI-, Basis gegabelt.

    Paraphysen apikal keulig bis -12µ erweitert, zur Basis verzweigt.

    Sporen: 19-20(21) x 15-16(17)µ Q= 1,17-1,25(1,4), Qm=1,2

    Außenhaare: 70-190 x20-25µ,

    Randhaare: 150-220 x20-30µ, Wand 2-4µ dick, vielfach kurz septiert, Septen dick. Basis mit 1-2(3) "Wurzeln", die oberen 2-3 tel des Haares hyalin, apikal meist abgerundet dick/breit bis stumpf verjüngt.

    Hier die Bilder:











    - In der Z-Mycol 82/1 ist S. patagonica mit viel weniger septierten und längeren Haaren beschrieben.

    - Bei European key to the genus Scutellinia von Beñat JEANNEROT gibts im Schlüssel
    Haare über 500µ, und "Marginal hairs with a wide and multifurcate base, margin with obtuse hairs interspersed"


    Das hab ich nun auch nicht gesehen!


    Kann jemand dazu was sagen oder sogar den Fund benennen / bestätigen ?


    Grüße

    Felli

  • Hallo und guten Tag Felli,


    Quote

    … Kann jemand dazu was sagen


    aus meiner Sicht zeigst du unreife Sporen.

    Auf Mikrobild 1 sind in den Asci überwiegend unreife Sporen zu sehen. Von den 7 gezeigten Asci sind in 6 Asci vollkommen unreife Sporen.

    Auf Mikrobild 4 (Sporen in BWB) ist im optischen Schnitt ein sehr unterschiedlich ausgeprägtes Ornament in der Sporenwandung sichtbar. Das Ornament der Spore zwischen 2 und 4 ist in der Wandung rel. zart, wogegen die Sporen zwischen 5 und 7 in der Wandung grobe Warzen zeigt. Diese beiden Sporen im optischen Schnitt und die überwiegend unreifen Sporen in den Asci weisen m E. auf nicht reife Frkp. hin.

    Mein Vorschlag: Lass die Frkp. im Kühlschrank 7 bis 10 Tage „nachreifen“ und knips die Sporen dann nochmal.


    Eine gute Zeit

    Gelbfieber & Co

  • Servus Gelbfieber & Co

    Du hast völlig recht was das erste Bild angeht ( wurde im übrigen vor 5 Tagen also direkt nach der Aufsammlung gefertigt)

    In meiner heutigen Probe ( Lagerrung nach 5 Tagen bei Zimmertemperatur) hatte ich viele freie Sporen, die Ornamentation der meisten Sporen kann man auf Bild 5+6 gut erkennen.

    Mir ist der Unterschied zwischen unreifen und reifen bzw. fast reifen Sporen schon klar. Leider hab ich nicht soviel Material sonst hätt ich einen Sporenabwurf beim größeren Fruchtkörper versucht.

    Ich trau mich zu behaupten, dass die Form und Größe der Sporen sich in den nächsten Tagen vermutlich nicht verändern wird; auch die Merkmale der Haare werden sich grundlegend nicht ändern.


    Wenn man die Ornametation mal außer acht lässt, was könnte es deiner Meinung nach dann sein ? Für Scutellinia hyperborea sind mir die Sporen zu elliptisch.


    Denn kleinen Fruchtkörper lass ich noch 3 Tage reifen, mal schauen was sich ergibt, vielleicht werden die Sporen doch noch breiter.


    Grüße

    Felli

  • Hallo und guten Tag Felli,


    Quote

    … Wenn man die Ornametation mal außer acht lässt, was könnte es deiner Meinung nach dann sein ?


    an Spekulationen beteilige ich mich grundsätzlich nicht!

    Ohne reife Sporen und deren Ornament ist eine belastbare Eingrenzung oder gar Bestimmung m. E. nicht möglich. Sporen sollten in Wasser präpariert werden und der optischen Schnitt wie auch das Ornament gezeigt werden.


    Eine gute Zeit

    Gelbfieber & Co

  • Servus,

    so, widererwartend ist doch noch ein Sporenabwurf geglückt.




    Das Ornament ist immer noch recht variabel, die Sporengröße hat sich minimalst

    geändert.

    Im Übersichtsbild sind die Sporen durch Wasserverdunstung etwas breitgedrückt worden!






    Die längsten Haare sind 240µ mit bis zu 10 dicken Septen und fast bis zur Spitze braun pigmentiert; die Basis immer noch 1-2 fach wurzelnd


    Ja, und jetzt:

    1. Auf Grund der nichtvorhandenen langen Haare mit breiten Haarwurzeln kann ich eigentlich S. patagonica ausschliessen.

    2. für S. ahmadii sind die Haare widerum zu lang.

    3. für S. hyperborea sind die Sporen nicht rund genug.

    4. S. umbrorum hat viel längere Haare


    Vielleicht S. parvispora?


    Ideen ?


    Grüße

    Felli

  • Hallo und guten Tag Felli,


    da hat sich deine Geduld ja noch gelohnt!


    Bei der Beurteilung des Sporenornaments würde ich Foto 4, Sporen in Wasser heranziehen. Die Sporenfotos in BWB zeigen m. E. tote Sporen die daran zu erkennen sind, das sie gegenüber den in Wasser präparierten Sporen also dem „Original“ überwiegend ein sehr zartes wenig ausgeprägtes oder „eingeschrumpftes“ Ornament zeigen und wesentlich schlanker sind. Halte persönlich wenig von BWB aber das ist eine andere Sache.

    Zu den Sporen in Wasser.

    Sehe auf dem Foto 4, dem Präparat in Wasser, ein überwiegend stark ausgebildetes unregelmäßig isoliert grobwarziges Ornament. Dieses Sporenornament in Wasser solltest du bei der Bestimmung in den Vordergrund stellen und das Ornament in BWB nicht berücksichtigen! Das Sporenornament in BWB sollte eigentlich die gleiche Ornamentation wie in Wasser zeigen.

    Hättest du noch weitere Frkp. bzw. noch mehr Geduld, bin ich der Meinung das sich das Sporenornament nahezu komplett in Richtung unregelmäßig, isoliert grobwarzig, entwickeln würde.

    Kurz und knapp:

    Sporen 18 – 21 x 14 – 16µm, Q 1,25

    Sporenornament unregelmäßig isoliert grobwarzig

    Randhaare bis 240µm lang.


    Bei den nun genannten und gezeigten Merkmalen, würde ich das Sporenmaß und ganz besonders die Ornamentation (in Wasser) in den Vordergrund rücken und die Randhaare mit ihren hellen, für die Gattung ungewöhnlichen Spitzen, zunächst vernachlässigen. Auf meiner Liste wäre S. patagonica weit oben. Felli, das ist keine Bestimmung, lediglich ein Hinweis. Vergleiche bitte die Beschreibung, die Sporenzeichnungen und die SEM Aufnahmen in The genus Scutellinia – Trond Schumacher mit deinen Aufzeichnungen. Ob du deinen Fund nun S. patagonica nennst oder/und kartierst, kannst nur du entscheiden.


    Eine gute Zeit

    Gelbfieber & Co

  • Servus,

    danke für deine Erklärungen.

    Aber für eine sichere Bestimmung bzw. Kartierung ist mir das ganze zu wenig. Ich sehe einfach noch zu viele Ungereimtheiten (vorallem die Haare).

    Scutellinia ist halt eine schwere Gattung.

    Ich werde den für mich als S. cf. patagonica benennen.

    Vielleicht find ich ja beim nächsten Besuch des Fundortes noch ein paar Fruchtkörper mehr.

    Dann hilft das vielleicht etwas weiter.

    Grüße

    Felli

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