(Fortsetzung von 25er Spätlese 2)
Hallo allerseits,
heute stehen ein paar Ritterlinge auf dem Programm.
13 - Mitte Oktober sah ich am Rand eines breiteren Weges im Buchenmischwald auf Kalk (ca. 450 m, Dinkelberg) eine Gruppe von Ritterlingen mit Schuppen, die mir etwas größer vorkamen als Erdritterlinge.
Ich glaube
hier, meine ersten Tiger-Ritterlinge, Tricholoma pardalotum (pardinum) gefunden zu haben - und zwar die "Echten", nicht die "Faserigen" (Tricholoma filamentosum).
Die Größe liegt allerdings im unteren Bereich der Angaben, der Schuppen sind auf Bildern oft noch viel typischer - gruppenartiger, konzentrischer. (Deshalb unten noch ein unverkleinerter Ausschnitt aus dem Originalbild, wo ich die Schuppen am "tigerlichsten" finde.)
Nur ein Exemplar, was schon halb zerfallen war und wo die Hutreste sehr unregelmäßig ausgebreitet waren, hatte eine Größe von ca. 10 cm Durchmesser (etwas größer als meine Handinnenfläche).
Der jüngste Pilz zeigte - für seine Größe - die kompakteste, "stattlichste" Figur, dazu noch einen deutlich umgebogenen "ordentlichen" Rand.
Die Lamellenschneiden waren überall rein-weiß. Tröpfchen am Stielende - gesucht und nicht gefunden. Das ist wohl auch abhängig vom Entwicklungsstadium und der Witterung. Geruch nur nach Ankratzen schwach mehlig.
Beim Liegenlassen eine leichte rötlich-braune Verfärbung des mitgenommenen Teilstückes, ansonsten keine Auffälligkeiten.
Ich habe mir die Art eigentlich viel "stämmiger" und damit "beeindruckender" und unverwechselbarer vorgestellt!
--> EDIT: siehe unten, höchstwahrscheinlich kein "Tiger" - eher aus dem Tricholoma atrosquamosum Agg.
14 - Ende Oktober entdeckte ich ebenso im Buchenmischwald auf Kalk einen weiteren, relativ großen, einzelnen älteren Fruchtkörper (auch ca. 10 cm Hutdurchmesser). Da waren aber die dunklen Schuppen ganz anders verteilt, mit einem sehr dunklen Bereich in der Hutmitte. Der Rand erschien "faserig aufgelöst" (oder auch "wollig behangen").
Die Lamellenschneiden waren zum Teil schwärzlich punktiert, der Stiel überfasert, mit dunkleren Fasern - zum Teil auch ein wenig schuppig.
Beim Geruch habe ich mir mehlig notiert, möglicherweise waren schwache zusätzliche Geruchsnoten vorhanden.
Diesen Fund möchte ich Tricholoma atrosquamosum, Schwarzschuppigen Ritterling nennen.
Auch diese Art hatte ich bisher noch nicht. Im Bildvergleich erscheint er oft deutlich dunkler bzw. gleichmäßiger schuppig. Vermutlich sind das jüngere Pilze, vor Aufbruch dieser Faserschicht.
Bilder mit dieser Schuppenverteilung wie hier findet man auch, vor allem im ital. Forum. Da wird auch oft das "dunkle Auge" erwähnt und der unten verdickte Stiel.
Für den Schuppenstieligen Ritterling, Tricholoma squarrulosum (edit: "Buchstabenverwirbelung korrigiert), ist mir der Stiel nicht schuppig und nicht dunkel genug.
EDIT: s.u. nach dem Artkonzept FNE4 Tricholoma squarrulosum (mit graugrundigem Stiel)
15 - Mitte November dann auf dem Stadtfriedhof Rheinfelden/Baden noch ein paar "weiße" Ritterlinge (beige-braun eingetrocknet). Farbe, Geruch (etwas unangenehm) süßlich und gerippter Rand: wieder Tricholoma stiparophyllum, Gerippter Gas-Ritterling.
Es ist ein pers. Zweitfund, Erstfund war auch auf diesem Friedhof in einer anderen Ecke (Im Laufe der Zeit in allen Entwicklungsstadien hier dokumentiert - aber dort wächst zurzeit gar nichts Pilziges mehr. Einige Bäume - darunter die Birke und eine Kiefer, wurden schon vor einiger Zeit gefällt.)