• Hallo Frank,

    wenn wir die Aggregate sinnvoll begrenzen wollen, dann wäre gerade das für mich ein Fall, in dem kein Aggregat gebildet werden sollte. Argument 1 wäre, dass der Artikel inzwischen auch schon über zehn Jahre alt ist, wenn wir jetzt mit dem Aggregat kommen, fällt alles, was inzwischen in Abgrenzung zu den anderen Arten (ibs. N. dematiosa und nigrescens) als N. cinnabarina bestimmt wurde, ins Aggregat zurück. Argument 2 ist, dass es meiner Meinung nach in diesem Fall genauso gut ist, bei etwaigen Auswertungen (Floren, Rote Listen usw.) davon auszugehen, dass ältere Funde und ein gewisser Anteil der neueren Funde von N. cinnabarina einfach Nectria sp. sind. Das Aggregat macht hier unsere Daten nicht besser. Die Erfahrung lehrt schließlich auch, dass leider viele Kartierer die Aggregate oft nicht verstehen bzw. die jeweilige taxonomische Problematik überhaupt nicht wahrnehmen. Ein drittes Argument wäre, dass ein Aggregat ja auch dazu dienen soll, Funde, die aufgrund begrenzter Mittel und Möglichkeiten (kein Mikroskop, keine Möglichkeit zur Sequenzierung, keine Zeit zum Mikroskopieren) nicht auf (Klein-)Artebene bestimmt werden, dennoch nicht nur auf Gattungsebene erfassen zu können. Im vorliegenden Fall käme dieser Vorteil aber kaum zum Tragen, da ich, wenn ich nicht sicher bin, einfach Nectria sp. kartieren kann und damit die meistens in Frage kommenden Arten im Wesentlichen genauso gut umrissen habe wie mit dem Aggregat.

    Noch eine Anmerkung: In Leipzig finde ich meistens N. nigrescens, die scheint mir Standorte auf nährstoffreichen Böden, insbesondere Auwälder, zu bevorzugen.

    Grüße, Jesko