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There are 3 replies in this Thread. The last Post () by Andreas Kunze.

  • Lieber Freunde


    Hierbei gebe Ich einer kleinen Update meiner Aktivitaten in Entolomataceae. Momentan bereite Ich ein Artikel vor uber die Artgruppen um E. sinuatum, E. prunuloides, E. bloxamii und Andere. Meinen Studenten Delia Co-David und Luis Morgado haben diesen Gruppen molekular bearbeitet. Die Ergbnisse sind manchmal uberraschend. So zeigt sich u.a. dass es in Europa zwei verschiedene E. bloxamii gibt, einer davon mit E. rubellum identisch. E. sinuatum ist in N Amerika representiert mit ein morphologisch +/- identische Sippe, die aber genetisch zu unterscheiden ist, also ein Beispiel von s.g. kryptischen Arten. Hoffentlch wird diesen Artikel Ende dieses Jahr erscheinen in Persoonia.


    Mit Frau Dr. Morozova aus Skt Petersburg arbeite Ich zusammen an der Sektion Leptonia. Auch hier zeigen sich schone Ergebnisse. E. tjallingiorum ist eine sehr variabele Art, wobei E. alnetorum hochst wahrscheinlich nur ein Form ist. Bei E. venustum und E. callichroum haben wir ein Problem. alle von Morozova identifizierten Kollektionen von E. callichroum zeichen sich mit E. venustum identisch. Leider ist der Typus in ZT so winzig, dass eine Molekular analyse nicht erlaubt wird. Also wer noch schone Kollektionen von E. callichroum hat, melden sich bitte, auf dass wir moglichst ein Epitypus machen konnen.


    Letzendlich: die Monographie von den Entolomataceae von Tasmanien ist im Druck, siehe http://www.springer.com/life+s…gy/book/978-94-007-4678-7


    Herzlichem Gruss


    Machiel

  • Lieber Machiel,


    Deine Aussage zu E. callichroum - E. venustum zeigt die Gattung Entoloma in einem völlig neuen Licht. Da gibt es für mich nur zwei Deutungsmöglichkeiten:


    1. Die beiden Arten sind wirklich identisch und das obwohl die Pigmentierung, die Lamellenfarbe, das Vorhandensein von Cheilozystiden usw. unterschiedlich sind. Das würde aber bedeuten das sowohl makroskopische als auch morphologische Merkmale wesentlich variabler sind als bisher angenommen. Das würde für mich erstens eine Vielzahl von Arten fragwürdig machen und zweitens müßte man davon ausgehen das jede morphologisch klar abgrenzbare "Art" auch mit völlig anderen Makro- und Mikromerkmalen auftreten kann.
    2. Die russischen Funde wurden fälschlicherweise als E. callichroum bestimmt, gehören aber in Wirklichkeit zu E. venustum.


    Insgesamt hat mich die aussage ziemlich verunsichert.


    Herzliche Grüße
    Gerhard


    Hast Du die auch mal die Diskussion zu E. sarcitum angesehen?

  • Lieber Gerhard


    Ich habe nur sagen wollen, dass wir wohl noch keinen "echten" callicroum sequeniert haben. Wie gesagt, der Typus ist leider nicht geeignet fur Molekulararbeiten. Es ist also noch keineswegs sicher dass beiden Arten identisch sind. Ich warte nur auf die Unterlagen von den sogenannten callichroum aus Sibirien, um diese mit venustum zu vergleichen. Kann doch sein dass letzter Art macroscopisch variabel sei....
    Lass Dich also nicht beunruhigen....
    Lieben Grussen
    Machiel

  • Lieber Machiel,


    danke für den kurzen Einblick in Deine Arbeit.


    Ich finde vor allem den Fall mit E. venustum interessant, weil ich den Fund von Felix Hampe verfolge, seit der hübsche Rötling im pilzepilze.de-Forum vorgestellt wurde. Felix war damals so freundlich, mir ein paar zusätzliche Fotos der Frk. und des Standorts in hoher Auflösung zu schicken. Bin gespannt, ob sich die beiden Taxa als konspezifisch erweisen.


    Viele Grüße


    Andreas