Posts by abeja

    Nr. 4

    Und noch einen (eigentlich) hübschen roten milden Täubling fand ich in einer kleinen Gruppe, wieder bei Buchen.

    Leider waren die Fruchtkörper schon sehr mitgenommen und eingetrocknet.

    Kein Geruch, milder Geschmack

    Hut schön rot, Huthaut etwas glänzend, zu einem Drittel abziehbar, am Rand leicht gerieft,

    Stiel rein weiß, schon sehr weich, aber irgendwie berindet, die Oberfläche längsriefig, keinerlei Verfärbungen

    Sporenpulver IV b oder c


    Meine Idee zu diesem Täubling ist Russula laeta, Freudiger Täubling.

    Allerdings habe ich Probleme mit den chemischen Reaktionen, die möglicherweise wegen der Trockenheit der Pilze seltsam ausgefallen sind ... ist das möglich?

    Mit Guajak gab es eine starke Reaktion, aber der Fleck wurde sofort Braun, nicht Grün oder Blau. (Russula laeta soll stark reagieren).

    Mit Phenol passierte GAR NICHTS (auch nicht nach 10 Minuten), so etwas habe ich noch nie gesehen. Russula laeta soll mit Phenol über diverse Braunstufen fast schwarz werden.


    Wie würdet ihr diese Pilze benennen ... oder lieber gar nicht benennen? ^^



         



    Nr. 5

    ist auch "so eine blöde Sache". :/

    Von Weitem sah der Pilz wie Russula virescens aus, einheitlich grün, mit gefeldertem Hut

    Geruch nicht vorhanden, milder Geschmack, der Pilz war relativ kräftig gebaut und wuchs bei Buchen und Eichen.

    Die Lamellen waren weich/ elastisch wie beim Frauentäubling ... "A-haaa" , dachte ich: "Das ist der Rissighütige Frauentäubling, Russula cutefracta" und ließ den Pilz nach der Fotosession im Wald zurück. Es war ein Einzelexemplar.


    Dann las ich aber und sah die Vergleichsbilder, dass Russula cutefracta immer (?) oder meist (?) einen violetten Schimmer haben soll, nicht rein grün sein soll. Es gibt aber doch, extrem selten, Vergleichsbilder, wo der Pilz grün ist.


    Macht die Lamellenweichheit (der Pilz war schon ausgewachsen, also keine flexiblen Lamellen wegen jugendlichem Alter) die Sache eindeutig oder hätte ich auf jeden Fall noch weitere Dinge abklären sollen?


       



    Ich bin auf eure fachkundigen Meinungen gespannt, vielen Dank schon mal!


    FG, abeja

    Hallo Pilzfreunde,


    ich hoffe, es hat der eine oder andere noch Lust, sich ein paar "antike" vorjährige Pilze anzuschauen? :)


    Im Sommer (Ende August, Anfang September) gab es relativ viele Täublinge in meiner Region (Hochrhein, Dinkelberg, ca. 300-500 m Höhenlage, Buchenmischwald auf Kalk)


    Nr. 1

    Wie immer eine der häufigen Arten war der Rotstielige Ledertäubling, Russula olivacea.

    Hier nur ein Bild einer kleinen "Ernte", schon vorgeputzt. Näheres habe ich bei diesen Pilzen nicht überprüft, auch kein Sporenpulver abwerfen lassen. Anders als in den Vorjahren habe ich auch keine chemischen Tests gemacht, dieser Pilz reagiert ja mit Phenol außergewöhnlich, mit schöner Brombeerfarbe und nicht bräunlich, die Guajakreaktion ist auch recht kräftig.

    Typisch ist der oben leicht rötliche Stiel, die Hutfarbe färbt oft auch den äußersten Rand der Lamellen , der Stiel ist an der Basis oft bräunlich (felderig aufgerissen).

    .....

    Beim Betrachten der Bilder ist mir nun aber aufgefallen, dass ich möglicherweise mit den eher einheitlich rot gefärbten Pilzen (ganz links) etwas anderes erwischt habe, denn - soweit ich mich erinnere - fehlte da der typische rötliche "Hauch" an der Stielspitze. Vielleicht ist es Russula alutacea, der Glänzende Ledertäubling gewesen, der die gleiche Phenolreaktion aber eine viel schwächere Guajakreaktion gehabt hätte.

    Nun, blöd ... X(;), das kann ich ja nun nicht mehr überprüfen ... stattdessen hatte ich die beiden verwachsenen Pilze fotografiert.

    Fürs nächste Jahr muss ich mir mal vormerken, da noch einmal verstärkt drauf zu achten.




    Nr. 2

    Auffällig bei meinem "Ernterausch" waren aber die beiden folgenden noch sehr jungen Pilze, bei Buchen wachsend.

    Sie sahen so aus, als wollten sie groß und kräftig werden, aber ich hatte sie ja schon in der Hand.

    Geruch nicht feststellbar, Geschmack ganz mild, rein roter Hut, rein weißer Stiel, im jungen Zustand festfleischig aber nicht extrem hart.

    "Hoffentlich sport einer aus!" dachte ich - und der Pilz tat mir den Gefallen.

    Sehr dunkles, intensiv gefärbtes Sporenpulver !!! IV c

    Mit Eisen-II-sulfat eine schwache Reaktion, leicht gelblich-rötlich,

    mit Phenol nichts Besonderes,

    mit Guajak eine sehr schwache Reaktion (langsam und innerhalb von ein paar Sekunden hell bleibend, damals habe ich noch nicht genau auf die Zeit geachtet)


    Ich mutmaße hier Russula rubroalba, den Blutroten Ledertäubling (den manchen Autoren als rothütige Version von Russula romellii betrachten, der ja auch eine schwache Guajak-Reaktion hat.)


    Könnte das hinkommen, oder gibt es eine viel bessere Alternative?


       


    Nr. 3

    Dann habe ich ein Grüppchen, was nicht mehr schön war, dafür aber schön eindeutig:

    Russula aurea, der Goldtäubling ebenso bei Buchen.

    Hier hatte ich dann auch mal die Guajak-Reaktion getestet: stark positiv soll sie sein, das war sie auch.

    (Wegen der schwachen Guajak-Reaktion schließe ich bei Nr. 2 eine Russula aurea f. axantha aus.)



    Das Schnittbild sieht auch für mich ;) nach B. fumosa aus.

    Ansonsten hätte ich den jetzt nicht erkannt, obwohl ich die Art schon sehr oft hatte und mir auch einbilde, die Art makroskopisch ansprechen zu können. Was mich hier wundert: der (teil)-resupinate Wuchs. Das kenne ich bisher nur von B. adusta.

    Die Beschreibung "relativ weich" passt aber auch sehr gut.


    Den Geruch habe ich bisher allerdings immer - auch im ganz frischen Zustand mit aktiver Zuwachskante - als "normal", d.h. unbedeutend "pilzig" wahrgenommen, nicht irgendwie süßlich oder in eine "Gewürzrichtung". In FTE steht aber etwas davon, dass der Geruch lakritzartig sein könnte. Da sind in den Übersichts-Wheels die Sporen auch etwas länglicher gezeichnet. Möglicherweise ist das aber ein bisschen variabel. Mit der Abbildung bei Pilzflora-Ehingen stimmt die Sporenform jedenfalls besser überein.


    FG, abeja


    Guten Übergang ins Neue Jahr wünsche ich euch!

    Stimmt, Laubholz ... da kann man sich wirklich vertun (ich hätte wegen dieser "Knubbel" oben, die rechtwinklig abgehen, auf Nadelholz getippt).


    Antrodia malicola ist auch keine Option? Die Sporengrößen scheinen auch etwas anders zu sein.

    Und die Poren normalerweise etwas größer, aber mich wundert das "Sinuate" Aufbrechen und die bräunliche Verfärbung, das könnte dafür sprechen.


    FG, abeja

    Hallo,

    hast du mal mit (einem der) Wurzelschwämme , Heterobasidion spec. verglichen?

    Die können auch resupinat wachsen, bzw. nur ganz kleine Hutkanten ausbilden, wobei dann oft ein dunklerer/ bräunlicher/ rötlicher Rand (Krustenbildung, aber ohne Harz) zu sehen ist.

    Ich hatte jedenfalls schon mal so etwas, und Frank Dämmrich hatte das damals mikroskopisch abgeklärt.

    Den Geruch meiner Exemplare würde ich als leicht säuerlich beschreiben.

    Mit Mikromerkmalen kenne ich mich nicht aus, aber die Sporengröße und Form sollten ungefähr passen, sicherlich sind in deinen Büchern nähere Angaben.

    Hier nur aus dem Netz (zu H. annosum) zum Vergleichen:

    https://www.mushroomexpert.com/heterobasidion_annosum.html

    Quote

    Microscopic Features: Spores 4.5-6.5 x 3.5-8 µ; smooth or very finely roughened; subglobose to ovoid; hyaline in KOH; inamyloid. Cystidia absent. Hyphal system dimitic; skeletal hyphae dextrinoid.

    Das Holz halte ich für Nadelholz.


    FG, abeja

    Auch ich wünsche allen Pilzfreunden noch eine schöne weihnachtliche Zeit, mit allem, was an positiven Dingen dazugehört.


    Ich habe jetzt einfach mal "Instant Getränk mit Pilzpulver" bzw. "Heißgetränk mit Pilzpulver" gegoogelt und da kommt einiges zu Kaffee mit Chaga, bzw. Kaffee mit Reishi. Das soll in Kalifornien entstanden sein, und allmählich "schwappt" es herüber.

    Es gibt Rezepte zum Selbermixen (es kommen noch andere Ingredienzien zum Zuge, um einen "Superfood-Kaffee" zu machen) oder auch fertige Produkte .

    Die meisten Links sind natürlich von den Anbietern ... Mischungen mit Kakao sind noch nicht auf dem Markt (doch... eine weitere im unteren Link genannte Firma hat auch eine Mischung mit Kakao, auch aus den USA)


    Es gibt z.B. "ReiChi Kaffee" aus der Apotheke, Inhaltsstoffe sind "Reishi mit Guarana & Espresso-Kaffee, Ginseng & Kokos,Vitamin B12 & Magnesium"


    oder "Instant Reishi Chai Latte" und andere Mischungen.


    https://ngin-food.com/artikel/…-kaffee-hipster-getraenk/


    FG, abeja

    Hallo Peter,

    das ist interessant zu hören. Die 98-Prozent haben dann da ausreichende Aussagekraft?

    ... ich kenne mich da nicht aus und lese hier und da nur "diagonal" mit. Das scheint ja bei anderen Pilzen/anderen Gattungen oftmals etwas variabel zu sein, ab wann man von Übereinstimmung spricht und ab wann die Unterschiede (auch je nach untersuchter, als relevant erachteter Sequenz) zu groß sind, um noch die gleiche Art zu sein.


    Den anderen Namen , also Pogonoloma spinulosum hatte ich auch schon gelesen, unter anderem in Fungi of Temperate Europe. Sollte man diesen Namen jetzt verwenden? In Pilze Deutschland läuft der Pilz ja noch unter Porpoloma spinulosum.


    FG, abeja

    Hallo Andreas,

    wie sahen denn deine Lactocollybia cycadicola damals aus? Gibt es da Vergleichsbilder?

    Es verwundert wirklich, falls diese makroskopisch deutlich anders ausgesehen haben.


    Ich habe noch einmal mit dem niederländischen Text (https://www.mycologen.nl/Cooli…ocollybia_variicystis.pdf) verglichen ... da sehen zwar die Pilze sehr ähnlich aus, aber die da angegebenen Sporenmaße sind tatsächlich geringer.

    Für den niederländischen Fund (der mit - etwas Verzögerung - als L. variicystis benannt wurde) waren es so:

    Quote

    Sporen: (7,5) 8,5‒9,5 (11) × (4,5) 5‒5,5 (6) μm. Q ca. 1,6.;

    Ich habe noch etwas zu "Orchid media" gefunden ...

    Pinus radiata, Moose u.a. Dinge, aber jetzt kommt es: Tree fern (Baumfarne, Cyatheales) ... sind allerdings keine Palmfarne (Cycadales)


    https://www.kkorchid.com/docs/Orchid-Media-Ingredients.html

    https://www.bioleaf.co.nz/potting-media/tree-fern-fibre


    Dabei geht es aber um "fibre", also um (dünnere) Fasern, die Wasser gut halten sollen. Wie man oben an manchen Stellen sieht, sitzen die Pilzchen jedoch direkt auf den groberen Rindenstückchen auf.

    Hallo zusammen,

    inzwischen hatte ich etwas Einblick und ich gebe mal wieder, wie R. CHALANGE das in seinem Dokument beschreibt:

    demnach gibt es 4 Stufen, von 0 - +++

    0 = keine Reaktion (auch gelblich fällt darunter),

    += schwache Reaktion (helles Blau-Grün ist gemeint),

    ++= mittlere Reaktion (intensivere Farbe),

    +++= starke Reaktion (dunkelblau bis blau-schwarz).

    Zu Beurteilung der Farbe schaut man sich das grundsätzlich nach 8-10 Sekunden an (dabei entstehen auch Werte z.B. ++ bis +++)

    Falls sich jedoch noch innerhalb von 20 Sekunden (vielleicht auch ein bisschen länger, in der Liste tauchen Werte von 15, 20, 30, 45 und 60 sec. auf) eine große Veränderung ergibt, dann notiert man das zusätzlich.

    Bei Chalange werden jedoch die Veränderungen, die sich erst nach mehreren Minuten einstellen, nicht berücksichtigt, weil diese zu ungenau und variabel seien.

    In anderen Literaturstellen würden diese jedoch teilweise vermerkt. Als Beispiel dafür wird R. fellea genannt, lt. CHALANGE-Test 0, nach BATAILLE bläulich-oliv, aber erst nach 7-8 Minuten.

    Interessant dazu auch die Anmerkung zu Russula lepida (0 bis +++),da flossen 18 Proben aus verschiedenen Ländern ein. Man hatte Ergebnisse, die bereits registrierten Aufzeichnungen widersprachen, so dass es lt. CHALANGE nicht unmöglich ist, dass sich dahinter verschiedene Taxa verbergen.


    Zu der Unterscheidung von R. emetica und grisescens steht da:

    R. emetica (nach 8 sec.) 0 Lamellen, 0 Stiel (aber 0 bis + bei var. pseudolongipes und dazu die Anmerkung ++ nach 45 sec.)

    R. grisescens (nach 8 sec.) ++ Lamellen, ++ Stiel


    FG, abeja

    Hallo Andreas,

    das ist ja prima, danke für die Untersuchung.

    War der Pilz wirklich so zerbröselt? Dann hätte ich wohl etwas stärker aufpolstern bzw. ein Schächtelchen nehmen sollen ... Mir erschien der Pilz winzig klein aber dabei relativ fest (und es waren schon zwei Teile, Hut und Stiel, weil ich den Hut hatte aussporen lassen, erfolglos.)


    Zum Substrat kann ich leider nicht viel sagen ... geschenkte Orchidee von unbekanntem Händler bei meiner Mutter (Sie hat die Pflanze inzwischen wegen Fäulnis umgetopft. Ob das erfolgreich war, weiß ich nicht) .

    Es waren relativ grobe Stückchen. Ganz oben in einem Beitrag hatte ich schon mal "geforscht", was normalerweise im Orchideensubstrat ist. In dem niederländischen PDF wird "harzfreie tropische Pinus-Art" erwähnt.


    FG, abeja

    Hallo Andreas und Felix,

    vielen Dank noch einmal.

    Die Sporenpulverfarbtabelle habe ich ja auch erst seit diesem Jahr, damit geht es wirklich besser, die Unterschiede zu erkennen ... ich habe ja noch ein paar Täublinge mehr und konnte das schon feststellen.

    Bisher hatte ich auf einer Glasplatte aussporen lassen (auch oben die Bilder) und dann Papier darunter gelegt. Inzwischen hatte ich z.B. Russula cavipes, der ist IIa ungefähr, das wirkt schon einen "Tick" gelblicher (nicht unbedingt "dunkler") als oben das.

    Ich hatte allerdings noch kein Glas aufgelegt, um die Schicht des Sporenpulvers immer gleich dick zu haben, das müsste ich dann im nächsten Jahr mal machen. Ich glaube sogar, dass irgendwo in einer Schublade Objektträger herumliegen ...


    Sehr interessant finde ich auch die Anmerkung zur Guajak-Reaktion, diese Werte von 0-III nach Chalange.

    Genauso etwas sucht der Täublingsliebhaber eigentlich, etwas "Genaueres". Immer fragt man sich, was genau ist denn "langsam", "schnell", "schwach" , "intensiv" überhaupt. Was ist noch "positiv" und was schon "negativ", denn wenn man die Pilze stundenlang liegen lässt, verfärben sie sich fast immer damit.

    Dass es da große Unterschiede gibt, das sieht man. Aber es fällt schwer, das Gesehene mit den Literaturangaben zu vergleichen Google fragt beim Suchen nach "Chalange" immezu: "meintest du "challenge" ?;) (it's a real challenge!)

    Von René Chalange soll es eine Veröffentlichung in BSMF (Bulletin trimestriel de la Société mycologique de France) dazu geben von 2016, aber Genaueres finde ich nicht, was z.B. diese Stufen von 0-III bedeuten.


    Andreas, du hattest an anderer Stelle mit Bezug darauf mal gesagt:

    Quote

    "langsam (+) ist nach 20 sek., intensiv (+++) nach bis zu 5 sek."

    Ich lese aber auch in einem Dokument von 2013 (also bevor das obere Dokument veröffentlicht wurde) :

    Russula rhodomelanea und die Russula-emeticella-Frage von Felix Hampe, Ursula Eberhardt, Jesko Kleine und Annemieke Verbeken,

    dass aufgrund einer mündlichen Mitteilung von R. Chalange so vorgegangen wurde:

    Quote

    "Die Tinktur wurde auf dem oberen oder mittleren Teil der unverletzten Stieloberfläche sowie auf den Lamellen aufgetragen. Die Reaktion wurde innerhalb von fünf Sekunden nach Auf-tragen des Reagenz erfasst. Trat die charakteristische blaugrüne Verfärbung nicht oder erst nach Ablauf von fünf Sekunden ein, wurde eine negative Guajakreaktion notiert.

    Dann ist das später noch etwas weiter aufgeschlüsselt worden?

    Gibt es den betreffenden Text irgendwo zum Herunterladen?


    FG, abeja

    Hallo Andreas,

    das ist alles sehr interessant! Danke auch dir.

    Wie bei allen Pilzen aus Nr. 3 die Gu-Reaktion war, kann ich gar nicht sagen ... es kann sein, dass ich da nicht alle getestet habe.

    Bei der Verlaufsreaktion mit dem verblassenden SV siehe oben, handelte es sich - ich habe noch einmal nachgeschaut - um den Pilz vom letzten Jahr, wo ich am ehesten etwas "ätherisches" festgestellt hatte und der (obwohl sehr hart) etwas zum Ausbleichen neigte. Bisher hatte ich die GU-Reaktion auch (meistens) nur irgendwo am Stiel getestet.

    Vanillin war (meistens) übersättigt.


    Kurzum ... so genau kann man zu den oberen Pilzen doch nichts sagen. Und nächstes Jahr ... schaun' wir mal.


    Aber immer noch ein "Aber": wenn die "Harten", die wie R. lepida aussehen auch R. lepida sind ... dann hatten diese R. lepida Ib Sporenpulver (wie Küchenrolle) gehabt ... das hatte mich ja schon im letzten Jahr irritiert, als ich überlegte, ob das denn R. lepida oder lepidicolor ist.


    FG, abeja

    Ich habe jetzt noch einmal nachgelesen. Demnach müsste man einiges, was in Büchern steht, etwas revidieren.


    In den Russularum Icones zu R. velutipes:

    ... wobei mir nicht klar war, wie lange "lange erhalten" ist.


    Gröger schreibt z.B. auf Seite 552, wo es bei Punkt 5a zu der SV-Reaktion geht:

    Quote

    Frk am Stiel und im Fl mit SV positiv leuchtende eosin- , johannisbeer- oder karminrot (immer so an Exsikkaten, an Frischpilzen oft nur blass rosa, aber nicht konstant und gelegentlich ausbleibend )...

    Und das verzweigt dann zu R. minutula (wo der Stiel als bereift beschrieben wird),

    zu lepidicolor (den es dann vermutlich nicht gibt)

    und zu velutipes (wo auch an einer Stelle der Stiel als oben "deutlich bereift" und im weiteren Text als "besonders oben fein netzflockig" bezeichnet wird. Das klingt so, als wäre bereift und netzflockig hier im gleichen Sinn verwendet).


    Mir ist, wenn ich den Gröger-Schlüssel lese, auch nicht klar geworden, woran man R. minutula und velutipes mikroskopisch unterscheiden könnte (wenn ich das denn mal wollte, weil anders scheint es ja nicht zu funktionieren). In Wiki sind sogar die Sporengrößen extrem ähnlich.

    OK ... jetzt habe ich an einem anderen Ort gefunden, dass bei Einhellinger Näheres dazu steht:

    R. velutipes hat mehrheitlich verbundene Warzen als Ornament , R. minutula hat isolierte bis vereinzelt verbundene Warzen im Ornament, außerdem sollen die Warzen insgesamt höher sein und es soll da noch "lichtbrechende Einschlüsse" oder selten auch "manschettenartige Inkrustierungen" bei den Hymenialzystiden geben .


    Für mich heißt das dann im nächsten Jahr, noch einmal die chemischen Reaktionen zu testen (... das kann ja so schwierig nicht sein;)).

    Wie stark die Schwefelsäure vom Myko-Shop ist, weiß ich gar nicht - es gibt nur eine "Sorte".


    Also optisch eindeutige R. velutipes am FRISCHPILZ mit SV testen ... und das dann als Standard für eine positive Reaktion nehmen + Guajak getrennt an Lamellen und Stiel (mit Zeit nehmen).

    Und das gleiche dann bei den "Harten" machen (egal wie diese riechen).

    Da bin ich mal gespannt, was dabei herauskommt.

    Wenn mein damaliger erster harter Pilz (der aber nicht so intensiv rot war wie die oben als "lepidicolor" bezeichneten Pilze, sondern farblich eher ausgeblichen wie R. velutipes) im frischen Zustand nur minimal rosa wurde (= negativ), dann müsste das doch eher R. lepida (hatte ich so mit cf. abgespeichert, aber auch kein Sporenpulver) gewesen sein.

    Allerdings habe ich jetzt mein altes Bild von damals (2015) mit den chemischen Reaktionen am Frischpilz im Wald hervorgekramt. Dieser extrem harte Pilz , der am Stiel nur minimal rosa wurde mit SV , der war auch negativ am Stiel mit (neu gekauftem) Guajak. Man sieht auf dem Foto nur einen gelblichen Fleck mit minimal grünem Schimmer in der Mitte - und das war länger als 8 Sekunden nach Auftragen.


    Die Sporenpulverfarbe müsste ja auch noch eine Aussagekraft haben: R. velutipes weiß und R. lepida creme ... oder muss man sich das auch noch relativ variabel vorstellen. Ich hatte schon mal geglaubt, dass "weiß" und "creme" nicht so stark unterschiedlich wären, aber jetzt mit der Sporenpulvertafel und leicht zusammengeschoben fand ich es doch immer recht eindeutig.


    FG, abeja

    Hallo,

    ich danke dir für diesen Input.

    Das sind jetzt doch wieder ganz andere Informationen (teilweise), als ich sie bisher hatte.

    Ich mikroskopiere (noch) nicht, und ich weiß immer noch nicht, ob ich das mal anfange ... ja, ich weiß... aber ... da gibt es viele "Abers", d.h. ich versuche so weit wie möglich zu kommen, auf makroskopischem Weg.


    Bisher hatte ich immer gelesen: SV am Exsikkat!

    Deshalb hatte ich es auch immer so gemacht. Und ich hatte bei allen Pilzen, wo ich diesen "Verdacht" hatte auch die gleiche Reaktion. Und tatsächlich verändert sich das Rot und wird blasser (aber immer bei allen Pilzen... glaube ich zumindest, das habe ich so in Erinnerung, d.h. das muss ich nächstes Jahr noch einmal prüfen.)


    Einmal, ich glaube 2016 oder 2017 hatte ich einen sehr harten Pilz (meinen ersten dieser Art) im Wald,also sehr frisch bereits mit SV getestet, da war ein "Hauch von rosa" entstanden (und dann gelesen/ gehört, dass sei die falsche Vorgehensweise).

    Das wäre dann auch R. velutipes?


    Und bisher hatte ich auch nur gelesen, dass R. minutula wie eine Miniaturausgabe von R. velutipes ist (eben kleiner). Da steht z.B. nirgends, dass der Pilz nicht netzflockig sein darf. Also geht da der Unterschied auch NUR mikroskopisch und die optische Beschaffenheit der Huthaut hat auch nichts zu bedeuten?


    Dass alle 3 R. velutipes sein sollen bzw. können, finde ich schon ziemlich überraschend ... und erschreckend, ehrlich gesagt

    ;(:D

    (Und der verflixte Stielansatz ist doch ganz anders ... und die Stielform ... ja, ich bin so eine "Makroskopikerin" ...)


    Aber R. lepida müsste man doch "ansatzweise" auch am Geruch und Geschmack erkennen?

    Der war jedenfalls bei meinen Funden nie so wie beschrieben.

    Beitrag 3 enthält 4 verschiedene Funde, Beitrag 4 ist einer aus 2018, m.M. nach identisch (da hatte ich auch mehrere gefunden).


    Zur Verdeutlichung noch mal ein SV-Test am Exsikkat (von 2018 an einem der harten, roten, nicht ausblassenden Pilze, die nicht rochen und nach nichts schmeckten).

    Im Verlauf von ca. 20 Minuten (9 Uhr 50/51 aufgetragen):

    9 Uhr 52 bis 9 Uhr 55

       


    9 Uhr 57, 9 Uhr 59

     


    10 Uhr 13


    Die "Körnchen" sind nicht richtig aufgelöstes Vanillin ...

    Ich mache das vielleicht (zu) unkonventionell : in einem alten Löffel links etwas Vanillin und rechts etwas Schwefelsäure und dann nahm ich das getrocknete Pilzstückchen mit einer Pinzette und rührte mit dem Pilz die Substanzen zusammen, dabei kommt es dann zur Verfärbung des "Werkzeuges" :saint:


    FG, abeja

    Die dritte Art soll sehr selten sein, der Falsche Zinnobertäubling, Russula lepidicolor.

    Könnte es jedoch sein, dass er übersehen wird und für Russula lepida gehalten wird?

    Ich behaupte mal, dass hier in der Gegend R. lepida selten ist und die, die so aussehen, meistens Russula lepidicolor sind.

    Als ich begann, diese harten Täublinge (immer ohne eindeutigen Geruch und mit mildem Geschmack) mit Chemie zu testen (am Exsikkat), da reagieren sie alle mit SV eindeutig positiv (künstlich wirkendes Johannisbeerrot - die gleiche Farbe wie die R. velutipes und minutula.)

    Inzwischen habe ich 7 verschiedene Fundstellen von Russula lepidicolor und keine einzige Fundstelle von Russula lepida.


    Ich fasse meine bisher immer gleich festgestellten Merkmale noch einmal zusammen:

    ausgewachsen Hutdurchmesser ca. 6 bis über 10 cm

    Hutfarbe leuchtend rot, manchmal mit etwas dunklerer Mitte, manchmal mit etwas hellerer Mitte

    Huthaut trocken samtig erscheinend (kein Glanz), beim ganz jungen Pilz auch wie bereift.

    Huthaut nicht abziehbar (nur winzigste Fetzen) darunter rötlich

    Huthaut am Rand teilweise zurückgezogen/teilweise nicht (am gleichen Pilz)

    Lamellen teilweise mit rötlicher Einfärbung am Rand, teilweise nicht (am gleichen Pilz)

    Stiel nicht extrem stämmig

    Stielfleisch trotz Madenlöchern sehr fest

    Stiel teils rein weiß, teils sehr zart rosa überlaufen (meist einseitig, meist unten, manchmal aber auch oben)

    Hutfleisch, Stielfleisch und Lamellen weiß, Lamellen bei Alterung leicht cremefarben werdend, ansonsten nur bräunliche Verfärbungen in den Madengängen

    Sporenpulverfarbe Ib (Küchenrollenweiß), dunkelt nicht nach (R. lepida soll IIa-b sein)

    Geruch kaum vorhanden, manchmal etwas obstig

    Geschmack mild, nicht mentholig (einmal vielleicht minimal etwas "Ätherisches" wahrgenommen bzw. eingebildet in 2018)


    Guajak-Reaktion (einmal 2018 genau festgehalten), soll bei R. lepidicolor negativ bzw. schwach sein, bei R. lepida stärker:

    beim Auftragen: nur gelber Fleck (manche andere Pilze färben sich SOFORT -in Millisekunden - dunkel grün-blau, oder sie verfärben sich innerhalb von 3-5 Sekunden)

    nach 3 Sekunden: sehr heller lindgrüner Fleck

    nach 5 Sekunden: heller türkisgrüner Fleck

    nach 30 Sekunden: blauer Fleck

    nach 1 Minute: etwas dunklerer petrolblauer Fleck

    nach 5-6 Minuten: maximale Färbung erreicht ...... für mich ist das eine schwache Reaktion


    mit Eisen-II-Sulfat keine signifikante Reaktion - man liest "rosa-grau" - ich sah da aber eher ein trübes Gelb-grau

    mit KOH keine besondere Reaktion, ein bisschen hell-gelb


    Was mich wundert:

    in Wiki gibt es einen Beitrag zu R. lepidicolor ... und einen Beitrag R. lepida.

    Im Text über R. lepida wird nicht auf die Verwechslungsmöglichkeit mit R. lepidicolor hingewiesen, so als sei dieser Pilz gar nicht existent.

    In den Russularum Icones kommt er auch nirgendwo vor, nur in einer angehängten Liste.

    Seltsamerweise steht in den Russularum Icones, dass AUCH Russula lepida im Exsikkat mit SV rot reagieren würde, aber "blutrot" nicht "eosinrot", und dass dieses Rot schnell nach bräunlich umschlagen würde.

    Seltsamerweise wird dort Russula lepida auch zu den Roseinae gestellt (unterschiedliche Autoren, unterschiedliche Meinungen... ? EDIT:. da hatte ich an der falschen Stelle gelesen ... weil im Text zu R. velutipes in den synonymen Namen auch einmal rosea und lepida auftaucht, in der franz. Beschreibung)

    Meine Proben, die eosinrot reagierten ... bei allen drei Arten gleich ... verblichen innerhalb von ca. 5-10 Minuten über rot-violett , blass-violett nach nichts. Es waren aber alles reine und klare, künstlich wirkende Farben ohne Braunanteil.


    Noch mehr wundert es mich, wenn auf dieser Seite, die ja von erfahrenen Pilzkundigen erstellt wurde, nur Russula lepida vorkommt, mit dem Hinweis, dass Russula lepida Fr. (rosea Pers.) mit SV eosinrot reagiert hätte, was aber seltsamerweise in der Literatur nicht vermerkt sei.

    https://russula-micro.com/unte…-lepidinae/russula-rosea/

    Kann das denn sein?


    Unterscheidungsmerkmal (mikroskopisch) sollen ja Pileozystiden sein (lepida mit P., lepdidicolor ohne P.), aber diese seien schwierig zu erkennen ... auch die Sporenmaße werden etwas unterschiedlich angegeben.

    Ich habe keine Erfahrung, um an den dortigen Bildern zu sehen, ob da Pileozystiden sind zwischen den Primordialhyphen.

    Die dort angegebenen Sporenmaße passen eher für R. lepidicolor, den Grad der Vernetzung der Warzen kann ich wieder überhaupt nicht einschätzen.

    Die eosinrote Reaktion ist aber durchaus leuchtend auf dem Bild (schon leicht abgeschwächt, nicht "maximal"-rot).

    Die Guajak-Reaktion wird auf der Seite als stark beschrieben, aber ich würde den hellen Fleck nach 30 sec und 5 Min. eher als sehr schwach bezeichnen. (R. lepida soll stärker reagieren als R. lepidicolor)

    Die Sporenpulverfarbe IIb und der bitterliche Geschmack, der dort beschrieben wird, spricht wiederum eindeutig für R. lepida.


    Kann da jemand ein bisschen Licht ins Dunkel bringen, bitte? :/ ... ^^


    FG, abeja


    Jetzt noch meine Bilder, ein Sammelsurium aus diesem Jahr.

    Alle Bilder sind auf 1200 Pixel in der Breite vergrößerbar.




         


       


    So schön rot!




    Küchenrollenweißes Sporenpulver Ib , die Rotfärbung nach ca. 30 sec.