Posts by abeja

    Hallo Stefan, hallo Rika,

    sicherlich ein sehr komplexes Thema, puh!


    Wozu braucht der Pilz welche Stoffe?

    Mit der Fressfeindabwehr scheint es ja gar nicht so gut zu funktionieren.

    Viele Tiere - Insekten, Schnecken, aber auch Säugetiere mit anderem Metabolismus - können verschiedene Giftpilze vertragen. Vielleicht ist es nur ein "Wettlauf" in der Evolution - oder es hat sich auch eine Art von Gleichgewicht eingestellt - denn eine Vielzahl von FK einer Art kann ja doch aussporen, irgendwann im Laufe der Saison - egal, ob manche FK völlig abgefressen wurden.

    Natürlich macht der Pilz überirdisch noch ein paar andere Stoffe, Farben vor allem ... Düfte ... (vielleicht duftet aber auch schon das Mycel in der Erde ganz spezifisch ?)

    Diese ganzen verschiedenen "Ausformungen" sind wahrscheinlich zufällig entstanden und dann haben sie der Art im Ganzen nicht geschadet, keinen evolutionären Nachteil nach sich gezogen - und so konnte die Vielfalt bestehen bleiben und sich weiter verbreiten.

    Ich erinnere mich gut an die "Enoki"-Pilze, die ja Samtfuß-Rüblinge sind - und trotzdem so ganz anders aussehen als die Wildform, weil sie ohne Licht gezüchtet werden: lange weiße Fäden mit Minihütchen, da fehlen Farben, da fehlen auch Gerüche und Geschmack (meiner Meinung nach), trotzdem sollen sie ja noch positiv wirkende Inhaltsstoffe haben.


    Ich bin immer noch der Ansicht, dass der Unterschied an chemisch wirksamen Substanzen im FK oder im Mycel nicht sooo riesig groß sein kann. Sonst würden die Wissenschaftler, die chem. wirksame Substanzen suchen, sich nicht überwiegend auf Mycelkulturen beschränken, sondern stets denken "verflixt, wie bekommen wir Spezies xy denn nun zum Fruchten??"

    Bei diesen Untersuchungen geht es ja überwiegend um Stoffe, die vielleicht mal medizinisch nutzbar sind, die antibakteriell, antiviral, antimykotisch oder anticancerogen wirken könnten.

    Und wenn ich gerade das Wort "antimykotisch" selbst schreibe, dann sind viele dieser Stoffe möglicherweise "Kampfstoffe" der einzelnen Pilzarten untereinander - das Mycel grenzt sich im Boden bzw. im Substrat gegen andere Mycelien ab. Diese Linien im Totholz, die Grenzen, haben wir alle schon gesehen. Und es betreibt mit den Substanzen eigene "Gesundheitsvorsorge" , weil es nur damit sehr lange überdauern kann - ein FK muss gar nicht lange überdauern. Demnach wäre es sogar logisch, dass im Mycel sehr viel mehr chem. Substanzen enthalten sind als im FK, wobei das immer noch nichts über einen einzelnen Giftstoff aussagt.


    FG, abeja

    Hallo allerseits,

    vielleicht erscheint diese Frage "kurios", aber sie ist kürzlich in einem anderen Forum aufgetaucht, wo ich aktiv bin.


    Hintergrund:

    in einem Blumentopf mit Sansevieria (Bogenhanf) wuchsen Pilze, es sind wohl Gewächshaus-Schirmlinge, Lepiota elaiophylla.

    Diese sind stark giftig, wenn auch nur bei Verzehr und nicht bei Kontakt (Händewaschen trotzdem empfohlen) und ansonsten ja eher nützlich zum Aufschließen des Substrats. Nachdem geklärt war, dass es im Haushalt keine kleinen Kinder oder frei laufenden Tiere gibt, die an allem knabbern wollen, steht dem Erfreuen an den Pilzchen ja eigentlich nichts entgegen. Es tauchte aber die Frage auf, ob das Mycel giftig wäre - wg. eventueller Vorsichtsmaßnahmen, wenn mal die Pflanze umgetopft werden sollte.


    Meiner Meinung beziehen sich die üblichen Informationen über Pilzgiftigkeit immer auf die Fruchtkörper und stehen immer in Bezug auf den möglichen Verzehr, ob jemals bei Giftpilzen das Mycel in der Erde auch untersucht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Da das Mycel aber nicht verzehrt wird, besteht ja keine Gefahr. Ich gab noch den Hinweis, dass in Europa keine kontaktgiftigen Pilze bekannt sind.


    Ich konnte jedoch die eigentliche Frage nicht wirklich beantworten.

    Nun reime ich mir das so zusammen ;) :

    die Giftstoffe sind Stoffwechselprodukte des Pilzes. Der Stoffwechsel findet in allen Hyphen statt, egal ob diese im Fruchtkörper oder im Mycel sind. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen auf chemische Substanzen, wo die Pilze auf einem Nährmedium kultiviert werden, da untersucht man doch oft auch nur ein Pilzmycel (?) - es müssen sich dafür doch keine Fruchtkörper ausgebildet haben (?)

    Also müssten im unterirdischen Mycel die gleichen Stoffwechselprodukte auffindbar sein wie im Fruchtkörper, es sei denn "Licht und Luft" würden beim allgemeinen Stoffwechsel eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Das halte ich aber für unwahrscheinlich, einen Einfluss von "Licht und Luft" kann ich mir nur bei der Weiterentwicklung der Fruchtkörpers bis zur Sporenreife vorstellen.

    Ein kleiner "Knolli", der gerade aus der Erde schiebt, ist ja schon genauso giftig wie ein ausgewachsener Grüner Knollenblätterpilz.


    Was meint ihr, stimmen meine Vermutungen und kann man das so sagen ?


    FG, abeja

    Hallo in die Runde,

    ich mache aus dem Fund wieder so eine Entwicklungsdoku.

    Die neuen Aufnahmen entstanden genau 14 Tagen nach den oben eingestellten Fotos, am 21.09.2021


    Die wulstigen Kanten haben sich etwas vergrößert. Da, wo ich was abgeschnitten hatte, ist alles wieder zugewuchert.

    Diese schönen gelblichen Farben am Zuwachs sind nun Vergangenheit, der Rand ist weiß.

    Dafür bildet sich nun eine rötlich-bräunliche Oberfläche aus, teilweise mit sehr dunklen, schwärzlichen Anteilen.

    In diesen schwarzen Gebieten sind aber auch teilweise dunkle Blätter mit eingewachsen.


    Für mich spricht weiterhin nichts gegen Perenniporia fraxinea.


    FG, abeja







    Hallo allerseits,

    die Überprüfung der dextrinoiden Reaktion der Bindehyphen in der Trama ergab keine Überraschung.


    Eine absolut fantastisch schnelle (im Moment des Auftragens) und intensive Braunfärbung mit Melzers Reagenz.

    Für mich ist das ein weiteres Indiz für Perenniporia fraxinea.


    Aus "Die pileaten Porlinge Mitteleuropas" Dörfelt Ruske

    In Pilze der Schweiz ist auch ein Bild (eines größeren Porlings) mit frischen wulstigen gelblichen Zuwachskanten.


    Für die Überprüfung habe ich beim getrockneten Stück die Kante neu mit einem Brotmesser (!) abgeschnitten (deshalb wirkt die Oberfläche so wie mit der Säge bearbeitet) ;)



    FG, abeja

    Hallo Hans,

    danke für den Input. :)

    Jung? Ja!

    Climacocystis borealis ? ... Da lehne ich mich ganz weit aus dem Fenster ... mit sehr großer Sicherheit "nein" - es sei denn, der Pilz hätte sich gerade neu erfunden.

    Die gelben Knubbel im jungen Zustand sind zwar sehr ähnlich, aber der Rest eher nicht (siehe Beschreibung oben).

    Die Konsistenz war hier extrem zäh, kaum etwas abzuschneiden, nicht wässrig schwammartig wenn jung und immer zerreißbar, die Tramafarbe war hier holzartig, nicht so ganz hell, der Geruch war hier strenger säuerlich-würzig, nicht süßlich-anisig, die Poren sind feiner (nicht 1-2, sondern ca. 4 pro mm), es ist keine typische Duplexstruktur erkennbar, Wachstum an Laubholz wäre zwar möglich, aber rel. selten.

    Und wie würde das Bräunen/ Schwärzen dazu passen und die Reaktion mit KOH, das kenne ich vom Nördlichen Schwammporling nicht - und habe dazu nichts finden können.


    Nun, warten wir ab, wie der Pilz sich entwickelt (hoffentlich ungestört).

    Zu meinem "Kandidaten" habe ich jetzt noch mal nachgelesen:

    Trama dextrinoid mit Melzers-Reagenz, das kann ich auf jeden Fall noch überprüfen.

    Vielleicht sind wir dann schlauer.


    FG, abeja

    Guten Abend,

    und noch mal nachgehakt: sind die Fruchtkörper eventuell zu jung und die Merkmale zu unausgeprägt oder ist die Art - vor allem in diesem Stadium - vielen zu unbekannt?


    Oder liest hier zurzeit kaum jemand mit und die Klicks stammen alle von Suchrobotern? ;( ;)

    F.Dämmrich  Andreas oder @? ... schaut ihr hier hinein?


    FG, abeja

    Ich habe zwar schon lange keine Lacktrichterlinge mehr fotografiert, aber wenn ich genau hinschaue, finde ich in meinem Fundus Bilder mit sehr unterschiedlichem Lamellenansatz.

    Ein paar Beispiele mit deutlich herablaufenden Lamellen (und mit deutlich eingetrockneten Hüten - die sehen genauso aus, wie die kleinen hellen Pilze auf dem eingestellten Übersichtsbild) und noch ein nettes Grüppchen mit unterschiedlichen Größen. :)


    FG, abeja


        


    Hallo allerseits,


    gestern habe ich einen für mich neuen Porling entdeckt.


    Hochrhein, ca. 270 m, wärmebegünstigt, Parkanlage, auf großem, sehr flach abgesägtem Laubholzstumpf (Holzart unbekannt, im Umfeld viel Ahorn).

    Schnittfläche mit einer dünnen weißlichen, knubbeligen, festen Schicht überzogen, Grashalme etc. eingewachsen.

    Es bilden sich gerade mehrere Hüte aus, einige Zentimeter abstehend und rel. dick, mit stark wulstigen Hutkanten.

    Hutkanten hell gelblich-orange, Farbe verblasst bei abgeschnittenen Stücken sehr schnell.


    Fleisch sehr zäh, holzfarben mit konzentrischer Zonierung, bei Berührung und/oder Luftkontakt Bräunung, mit KOH dunkler braun,

    Geruch frisch säuerlich-würzig, relativ intensiv - trockene Stücke riechen holzartig und werden bräunlicher.

    Röhren braun, bisher nur 2 mm lang.

    Porenmündungen frisch weißlich, bräunen bei Berührung, Poren etwas unregelmäßig geformt, ca. 3-4 Poren pro Millimeter.


    Ich vermute, hier Perenniporia fraxinea (Eschen-Baumschwamm) gefunden zu haben, der ja auch auf anderen Laubhölzern vorkommen kann (bevorzugt am lebenden Baum, aber auch später auf dem Stumpf).

    Ist die Bestimmung so korrekt?

    Über eine Bestätigung oder einen alternativen Vorschlag würde ich mich freuen.


    FG, abeja





           

    Hallo Flitzepitz,

    bei den Farben denke ich immer "Lacktrichterling", da gibt es Arten, die auch so bleich werden können bzw. sind

    (Laccaria pallidifolia/tetraspora z.B.)


    Was mich aber stark irritiert, sind die deutlich herablaufenden Lamellen, das kenne ich so nicht. Wenn man nachliest, dann dürfen sie auch schon mal etwas herablaufen - aber ob so stark? Eine "Laune" der Natur?


    Gerüche beim Eintrocknen kann ich leider auch nicht beurteilen. :/


    :?::?::?: Vielleicht gibt es noch weitere Meinungen bzw. Erfahrungswerte, ob ein "Lacki " all dies kann :?::?::?:


    FG, abeja

    Hallo Flitzepitz,

    ich wollt grad schreiben:

    beim ersten, dem "Unfrisierten", musst du noch mal ran ...

    Die Oberflächen der beiden Arten sehen sich natürlich etwas ähnlich, aber beim Habicht ist das schöner, regelmäßiger. Er hat auch nicht so einen Stiel.

    Dann kommt natürlich bei einem unbekannten Pilz der obligatorische ;) Blick auf die Fruchtschicht.

    Hier sieht man noch nichts. Vor allem aber keine Stacheln (und diese wäre auch niemals von einem Velum bedeckt).

    Vor allem hier wäre also ein genauerer Blick wichtig gewesen, wie das unter diesem Velum aussieht.


    Die Lackporlinge kann man oft leider nicht mit letzter Sicherheit makroskopisch unterscheiden. Gerade im jungen Zustand kann der Flache L. auch so wulstig aussehen. Im Innenleben soll es leichte Unterschiede geben: Flacher Lackporling mit weißliche Streifen durchzogen, Wulstiger L. hat das nicht. Beim Fl. L. gibt es oft diese Zitzengallen, beim Wulstigen nicht. Ansonsten ... Sporenmaße (wenn denn Sporen da sind/ wären).


    Clavulina coralloides halte ich auch für wahrscheinlich. ;)

    Ramaria stricta könnte ;) auch gut sein - aber Korallen ...

    Typischer Wuchs ist da, die dicken Rhizomorphen sind auch da. Konntest du Kontakt mit Holz feststellen ?

    Kann direkt darauf wachsen, aber auch über die langen Rhizomorphen über Umwege - auch mit ganz winzigen Holzstückchen - verbunden sein, das hatte ich im letzten Jahr - war sehr verwirrend bei jungen Exemplaren, die noch nicht so "strikt" waren.

    Man kann auch immer noch über typische Verfärbungen/ Gerüche/ Geschmäcker und Reaktionen mit KOH nachlesen, ob das dann passt.


    FG, abeja

    Hallo Rika,

    ja, schicke Mikros :thumbup: . (Die Frage "M. oder nicht-M." stellt sich mir eigentlich seit ca. 2014, aber bisher sprachen und sprechen da immer ca. 10 Gründe dagegen und nur zwei dafür. Ich habe es aber nicht "kategorisch" ausgeschlossen.)


    Gestern bin ich nochmal den gleichen Weg gegangen, sehr später Nachmittag - und da waren sie trotz "Scanblick" viel schlechter zu entdecken, die tiefstehende Sonne hat das Gelände anders moduliert.

    Nun, bei mir ist es fast immer trocken, Gallertkäppchen hatte ich erst ein einziges Mal, Ende September 2014.

    Das mit dem "Frisieren" oben war auch ein wenig spaßhaft gemeint, für ein dokumentarisches Foto mache ich das auch nicht - nur wenn es mal besonders "hübsch" werden soll. Manchmal sieht man die "Störfaktoren" ja auch erst beim gemachten Foto.


    FG, abeja

    Hallo allerseits,


    kommen bei euch Scutellinia-Arten häufig vor - im Sinn von "jedes Jahr zu finden - und dann meistens mehrmals"?


    Ich habe diese Gattung bisher vergeblich gesucht - seit knapp 10 Jahren (!) - im Wald, am Bach usw. mit "Scanblick" und schon gedacht, dass sie in meiner Region selten sein müssten - oder nur alle paar Jahre vorkommen (???). Sie sollen ja meist im Frühjahr oder Sommer wachsen und eine gewisse Feuchtigkeit brauchen.


    Hier im äußersten Südwesten ist es oft relativ trocken und sonnig (der Ort machte mal Werbung mit "e sunnig Plätzle"), aber natürlich gab es auch in der Vergangenheit regenreiche Perioden. Nur war dieser Sommer verhältnismäßig kühl - aber immer noch wärmer als in anderen Regionen - geregnet hatte es viel, aber nur bis Anfang August.

    Seit 4 Wochen gab es nur vereinzelte Tröpfchen, aber der Waldboden ist durchaus noch etwas feucht, was an den tieferen Temperaturen liegen muss. Pilze gibt es trotzdem im nächsten Umfeld nur extrem wenige, egal wohin man schaut - weniger als in den heißen Sommern.


    Nun, bei einem kleinen Spaziergang auf den Höhen (Buchenmischwald auf Kalk, ca. 450 m) sah ich einen "roten Punkt" in der angehäufelten, nackten Erde neben einem breiteren Wanderweg. Es war eine 5mm große "mittel-langhaarige" Scutellinia (Haare vermutlich zwischen 0,5 und 1mm lang)- und sie war allein auf weiter Flur und wurde zum Fotomodell auserkoren.



     


    Doch 300 Meter weiter erspähte ich mehrere Gruppen, Fruchtkörper dicht an dicht, ganz klein und etwas größer (1-3-5 mm bis ca. 8 mmm) - wirklich unübersehbar. Ich bin also nicht blind, was nun bewiesen ist. ;)

    Sie saßen alle direkt am Wegrand (keine Bachnähe), in der Erde, wo ich sonst Stachelschirmlinge, Stinkschirmlinge oder Mehlschirmlinge finde.





    Noch ein paar hundert Meter weiter wuchsen zwei weitere Fruchtkörper, dieses Mal aber auf Holz (Buchenstumpf).

    Der fotografierte Pilz war deutlich größer (über 1 cm) mit deutlich kürzeren Haaren ... das wird wohl eine andere Art sein.



    Dass bei den Schildborstlingen, Scutellinia spec. makroskopisch nichts geht, ist mir bekannt ... es kommt auf Sporengröße (in Wasser), Sporenform und -ornament (in Baumwollblau) an, sowie auf Haarlänge, Haarbreite, Haarverteilung und Haar-Wurzeln (Verzweigung) und ein bisschen auch auf die Farbe und den Wuchsort.


    Trotzdem fand ich sie interessant genug, um ein paar Fotos zu machen.

    Dabei fragte ich mich, wie diese beneidenswerten Fotos (wie das Siegerfoto vom Fotowettbewerb) von absolut "popelfreien" Fruchtkörpern zustande kommen.

    Meine Funde waren "Dreckspatzen", die ich zum Teil "gewaschen, luftgetrocknet und frisiert" habe, was aber nicht 100pro. gelungen ist. ;)


    FG, abeja

    Hallo,

    die "Portobello" (als solche ausgeschildert) sind ratz-fatz wieder aus dem Sortiment verschwunden. Scheint mir so. Allerdings gab es dann in den folgenden Wochen lose braune Champignons, in gemischter Größensortierung, die zum Teil schon deutlich geöffnet waren - aber noch frisch aussahen (Lamellen, Velumreste) und rochen.

    Letzte Woche habe ich zwei größere Exemplare von denen gekauft, fast handtellergroß, geöffnet, Lamellen braun, aber nicht so dunkel wie oben.

    Hut noch stärker gewölbt, das Fleisch noch etwas fester, als bei dem ersten Exemplar, was Portobello genannt wurde.


    Geschmacklich sind die geöffneten Pilze wirklich deutlich intensiver als die kleinen geschlossenen Pilze. Keinerlei Flüssigkeit tritt beim normale Braten aus. Daher musste ich, weil ich diese Pilze etwas weicher haben wollte, etwas Wasser zufügen und wieder verdampfen lassen. (Sie lagen von der Konsistenz her eher auf der knurpseligen Seite).

    Im I-Net las ich dann noch in einem Kochforum - allerdings schon ein paar Jahre her - dass die ganz großen Pilze in Deutschland nicht laufen und deshalb von den Läden nicht bestellt werden (aber auf Kundenwunsch geordert werden könnten). Online-Vermarktung gibt es auch (theoretisch) und es werden Läden genannt, die sich aber fast ausschließlich in Berlin und Hamburg befinden.


    FG, abeja

    Hallo Alis,

    die Farbe leuchtet schon ohne Nacht, sehr intensiv!

    Ich habe den Pilz leider noch nicht gefunden und bisher noch nichts tiefer Schürfendes dazu nachgelesen. Somit war mir völlig entgangen, dass da nun zwei Arten unterschieden werden. Auf manchen Seiten (und in Büchern) läuft das noch als Synonym.


    Bei Wiki habe ich aber nun gelesen, dass die Papille, die man hier sehr gut sieht, ein gutes makroskopisches Merkmal von Omphalotus illudens sein soll. Dieser kleine Buckel soll bei Omphalotus olearius nicht vorkommen. Als Quelle wird dieser Text angeben:

    M.Kirchmair, R.Pöder: Why Omphalotus illudens (Schwein.) Bresinsky et Besl is an independent species. In: Revista Catalana de Micologia. Band 24, 2002, S. 2 15–223.


    Habe den zwar nicht auf Anhieb gefunden, aber hier ist er verlinkt:

    https://publicacions.iec.cat/repository/pdf/00000167%5C00000051.pdf


    Quote

    Macroscopically, there were only few differences between the two taxa: whereas, due to natural variability, basidiomatal shapes and sizes (diameter of pileus in relation to stipe length and width) did not provide reliable separation features, it could be observed that all O. illudens basidiomata were at least slightly papillate or, more often, distinctly umbonate at the center of the pileus. This feature could never be observed in O. olearius.




    FG, abeja

    Hallo Matthias,

    ich kenne das mit "baked beans" (wie abgebildet), gebr. Eiern und Tomaten und div. Fleischwaren - Champignons kannte ich dabei noch nicht: passt aber. :)

    Auf dem Bild sind die Champignons zwar schon geöffnet und mit dunklen Lamellen, aber m.M. doch deutlich kleiner als die Riesendinger, die als "Portobello" verkauft werden.


    VG abeja

    Hallo Matthias,

    das ist interessant ... ich war nur einmal in GB - lange her, da habe ich aber solche Raffinessen nicht mitbekommen ... bei der damaligen Gastfamilie.

    Wenn das da die Haupthandelware ist (gekühlt?), werden die Leute daran gewohnt sein, zugreifen und man hat viell. eher die Chance, dass die Pilze frisch sind.

    Hier ist es auch so ein bisschen so ... was der Kunde nicht kennt, bleibt erst mal länger liegen.

    (Ich verlinkte oben ein Bild aus Spanien, auch da scheint es Mode geworden zu sein. Als ich das letzte Mal da war - schon ein paar Jahre her, gab es in gut sortierten Supermärkten nur weiße Champignons, diese aber sehr frisch und gekühlt).


    Ich suchte gerade nach Infos in engl. Sprache (obwohl man da nicht immer auf Anhieb sieht, ob die Seite aus den USA ist), da wurde sogar empfohlen, die Lamellen zu entfernen, wenn sie zu schwarz sind. Bilder zeigen aber meist zubereitete Pilze mit dunklen Lamellen.

    Wie gesagt, die Lamellen haben in meinem Pröbchen geschmacklich nicht gestört - höchstens optisch. Man sollte solche Pilze dann nicht in helle Saucen rühren, die werden dann vielleicht unschön dunkel. Aber dafür werden diese großen Ch. ja normalerweise nicht verwendet.


    FG, abeja

    Hallo allerseits,


    "ich habe es getan!" :)

    ... ich kaufte letzte Woche rein aus Neugier einen (!) Portobello-Champignon ... in nicht ganz zweifelsfreiem Frischezustand.

    Von diesen Champignons wird in Koch-Blogs und von Vermarktern behauptet, dass der Geschmack deutlich intensiver sei und die Konsistenz besser als bei normalen Zuchtchampignons. Dieser Aussage wollte ich mal nachgehen.


    Ich berichtete 2020 darüber, dass ich diese Riesen-Champginons schon mal in einem Bio-Supermarkt in NRW angetroffen hatte, eindeutig zu alt. Damals kaufte ich nicht. Jener Supermarkt ist allg. ein wenig zu warm klimatisiert, sogar das normale Obst und Gemüse macht da m.M. nach vorzeitig schlapp. Aber das scheint niemanden zu stören.


    Nun sah ich zum ersten Mal hier an meinem Wohnort im Bio-Supermarkt einige wenige diese Pilze, auch ungekühlt - aber der ganze Laden ist recht frisch.

    Ich suchte das optisch schönste Exemplar aus und verließ mich auf meine Nase, der Pilz roch appetitlich angenehm.

    Wie man sich denken kann, ist die Nase zur Zeit auch ohne Schnupfen oder Allergie durch den Mund-Nasenschutz etwas behindert. Zu Hause und bei normaler Raumtemperatur müffelte es doch schon minimal an einer kleinen Ecke - da wo die Lamellen am schwärzesten und der Velumrest am kleinsten und braunsten war. Diese Ecke habe ich vor der Zubereitung ein wenig abgeschnitten.


    Die meisten Rezepte zeigen gefüllte, gegrillte oder panierte Riesen-Champignons, aber ich wollte sie möglichst pur testen. Zum direkten Vergleich hatte ich auch normale braune Bio-Champignons, sehr frisch (vom Discounter, dort seit Umbau im Kühlregal).


    Der Versuchskandidat hatte einen Hutdurchmesser von 11 cm und wog inkl. des schon gekürzten Stieles 78 gr (9,90 Euro pro Kilo)

    Die Lamellen waren sehr dunkel, das soll zwar so sein aber manchmal erscheinen sie auf Fotos doch noch etwas heller braun zu sein. Die Velumreste waren noch sichtbar, aber unregelmäßig angetrocknet und teilweise schon etwas gebräunt.

    Besser wären am Rand deutlich sichtbare gleichmäßig helle Velumreste gewesen, wie z.B. auf diesen Fotos. Fotos in diesem Frischezustand sind schwierig zu finden. Viele Aufnahmen zeigen "Pilze von oben" oder zubereitete Pilze oder auch welche, die mir etwas älter erscheinen.


    https://gastronomiaycia.republ…llo_gigante1p-680x462.jpg

    https://dreiminutenei.de/wp-co…bello-pilze-2-600x450.jpg


    Die Konsistenz war beim Durchschneiden nicht ganz so fest wie normale Kultur-Ch., vor allem der Stiel war innen schon deutlich lockerer. Das Fleisch erschien auch etwas weniger feucht zu sein und verfärbte sich im Schnitt nur ein wenig bräunlich.

    Die normalen Kultur-Ch. röteten deutlich. Das Fleisch war im Hut trotz des unterschiedlichen Durchmessers ungefähr gleich dick.


    Ich habe die "Probanden" in zwei Pfannen zubereitet:

    den Portobello geachtelt, die normalen Kultur-ch. in Scheiben geschnitten, beide Sorten nur mit Butter gebraten, mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt.


    Die normalen Kultur-Ch. zogen etwas Wasser, wie man es gewohnt ist. Das habe ich durch weitere Hitzezufuhr verdampfen lassen.

    Die Portobello-Achtel habe ich von jeder Seite angebraten, dann noch sanft weiter gegart. Sie zogen kein sichtbares Wasser, bzw. wenn, dann ist es sofort verdampft.


    Die erste Kostprobe zeigte einen riesigen Aroma-Unterschied zugunsten des Portobello ... bis mir einfiel, dass ich die normalen Kultur-Ch. noch nicht mit Salz gewürzt hatte. ^^

    Danach haben sich beide "Geschmäcker" stark angeglichen, aber immer noch lag der Portobello in der Intensität und Ausgewogenheit deutlich vorne.


    Auch von der Konsistenz her hat er mich positiv überrascht, etwas "fleischig" im Biss, durchaus noch Widerstand beim Kauen, aber zart. Die normalen Kultur-Champignons waren dagegen etwas "glasig-knurpselig".


    Fazit:

    Insgesamt war der Versuch für mich eine durchaus positive Erfahrung, aber weiterhin halte ich die Beurteilung des Frischezustandes für relativ schwierig und es scheint problematisch zu sein, im Handel wirklich top-frische Exemplare zu ergattern.


    FG, abeja






    hier rechts außen der kritische Hutrand


    nur so - schöne Lamellen



    Der Anblick von solch schwarzen Lamellen bleibt für mich etwas "gewöhnungsbedürftig".

    Hallo,

    bestimmt hat jede/r Mitlesende bei der Überschrift gedacht, nun käme etwas ganz Besonderes ... eine Invasion einer fast unbekannten Pilzart oder so. :huh:

    Nein ... ich habe nur einen kleinen "Wicht", den man aus dem Wald (gut) kennt, zum Hauptdarsteller dieser Geschichte gemacht.


    Wenn ich schrieb "nur zwei Peridiolen", dann war das sehr voreilig und ich hatte nicht richtig hingeschaut, denn ganz unten (6 Uhr) sah man bereits eine weitere Wölbung im weißlichen Flausch.

    Gestern waren 3 Peridiolen sichtbar und heute sind es schon fünf.

    Sie liegen ja übereinander und werden nach und nach sichtbar (in Fungi of Temperate Europe gibt es ja auch ein geniales Schnittbild dazu).


    Ansonsten sieht der kleine Pilz heute auch schon etwas ramponiert aus ... und schon wieder nass.


    FG, abeja


    02.08.2021



    03.08.2021

    Hallo allerseits,

    hier im SW hat es ja Unmengen geregnet, auch heute war wieder ein überwiegend trüber Tag.

    Zu nennenswertem Pilzwachstum hat das bisher aber noch überhaupt nicht geführt - weder im Wald noch in Parks.


    Nur in mein "Balkonkastenminiaturökosystem" mit abgelegten Hölzern aus dem Wald, da kam pilzlicher Besuch:

    ein einzelner kleiner Gestreifter Teuerling, Cyathus striatus.


    Ich konnte die Entwicklung dokumentieren, alles lief innerhalb einer Woche ab. Das erste Bild ist vom 24.07, gestern hat sich der FK geöffnet.

    Nur zwei Peridiolen sind darin, noch sind sie eingehüllt in eine weißlich-wattige Substanz.


    Der kleine Pilz wächst scheinbar auf der Erde - mit allerlei Restchen in der Nähe von Moos - und ist normalerweise von einem Holzstück leicht verdeckt. Das Moos hat so eine ungewöhnliche "Wuchskante", weil exakt bis dahin ein inzwischen relativ morsches Stück einer Buchenwurzel liegt.

    Auffällig fand ich dieses bräunliche Geflecht ... ein Mycel? Ein Ozonium ?

    Auch an dem abgelegten Holzstück gibt es so etwas auf der Unterseite, hier und da - nicht sehr großflächig bisher.


    Ich vermute, das hat nichts mit dem Teuerling zu tun (keine Bilder von auffälligem Mycel findbar), sondern gehört eher zu einer Tintlingsart?

    Vielleicht kommt ja auch noch ein kleiner Tintling "zu Besuch" ... ich bin gespannt. ;)


    FG, abeja


    24.07.



    25.07.



    30.07


    31.07.


    01.08.