Posts by abeja

    Hallo allerseits,


    im Wald zwischen Lörrach und Rheinfelden habe ich - glaube ich - einen seltenen Fund gemacht (pers. Erstfund).

    Auf einem liegenden, schon sehr morschen Nadelholzstamm (teils bemoost, ohne sichtbare Rindenreste, vermutlich Tanne, weil ringsum Tannen stehen ... Fichte aber nicht ausgeschlossen) wuchsen teils büschelig, teils einzeln, kleine rüblingsähnliche Pilze mit faseriger einreißender Huthaut.

    Sie wirken wie eine Miniaturausgabe von Breitblättrigen Rübling.

    Die Lamellen sind weiß, glatt, untergemischt, nicht extrem breit, am Stiel angeheftet angewachsen.

    Stiel überfasert, etwas zäh und hohl, hat eine striegelige Basis.

    Geruch mild, etwas süßlich-aromatisch.


    Ich fand dazu Clitocybula lacerata, den faserigen Holzrübling.

    Ist das makroskopisch eindeutig oder müsste zur Sicherheit etwas überprüft werden?

    Ich habe 3 Exemplare mitgenommen, ein Exsikkat wäre bei Interesse vorhanden.


    FG, abeja



          


         


    Dann dachte ich, ach da ist ja noch einer, ein ganz junger ....

    Die Flöckchen erschienen aber gelblicher ....

    und dieser Pilz hatte auch kein Söckchen an, sondern einen gelblichen Schuppengürtel.

    Das müsste Amanita franchetii sein, der Gelbflockige Wulstling (Rauer Wulstling) - allerdings habe ich ihn stehen lassen und nicht die Ringriefung kontrolliert.

    An der gleichen Stelle hatte ich im letzten Jahr ein kaum identifizierbares Baby, was aber insgesamt deutlich heller war.





    Im Nadelwald bei Fichte gab es gerade ausschlüpfende Fliegenpilze, Amanita muscaria (die hier nicht häufig sind, da muss der Boden oberflächlich versauert sein). Diese hatten eine eher gelblich-orange Färbung, was ich selbst so noch nie gesehen habe.


       



    Ebenfalls dort und auch an anderer Stelle gab es fast perfekte Perlpilze, Amanita rubescens , teils madenfrei, teils nur im Stiel madig. Es kam tatsächlich eine ausreichend große Menge an kleinen festen Pilzen für eine Mahlzeit zustande. Ich fand auch schon gepflückte und dahin drapierte Exemplare.

    Es gab also andere Pilzsucher oder Pilzinteressierte .... aber sie "trauten" sich nicht, was mir natürlich recht war.^^



    FG, abeja

    Hallo allerseits,


    im Wald zwischen Lörrach und Rheinfelden konnte ich neben den Königsröhrlingen auch ein paar weitere schöne Funde machen.


    Amanita pantherina, der Pantherpilz, ist für mich ein Erstfund.

    Es waren ungefähr zwölf Exemplare bei Tannen und Buchen auf Kalk, ca. 400 m Höhenlage.

    Einige ältere, schon leicht eingetrocknete sowie wenige jüngere Exemplare, die Huthautriefung war kaum auszumachen, die Flöckchen weiß, sehr klein und sofern noch vorhanden sehr regelmäßig verteilt, ungeriefter doppelt erscheinender Ring und "Söckchen".

    Im Fleisch konnte ich eine leichte Gilbung feststellen, der Geruch war minimal rettichartig.

    Ich habe mich gewundert, dass die sooooo zierlich sind.



          


        



    Hallo,

    eigentlich gibt es in meinem direkten Umfeld immer noch kaum Pilze, ein paar alte Täublinge und ganz vereinzelt "Hotspötchen" wo es mehrere Exemplare einer Art gibt.


    Aber ... exakt 4 Wochen später gibt es bei den Königen Nachwuchs: eine regelrechte Majestäten-Schwemme.

    Ich zählte an die 50 Exemplare. Nicht alle habe ich fotografiert 8), nur ein paar ... siehe da:



        


      




    FG, abeja

    Hallo Schwarzstorch,


    Pilze können ein schönes Hobby sein, aber bevor man zum Verzehr sammelt, sollte man sich etwas Grundwissen aneignen.

    Ich stimme dem, was Matthias gesagt hat, zu - aber ich möchte etwas ergänzen.


    Beim "wirklich gar nicht damit auskennen" gibt es vielleicht vor Ort oder in der Nähe Abhilfe durch geführte Pilzwanderungen (von Pilzsachverständigen bei lokalen Vereinen, eventuell auch bei der Volkshochschule). Es bringt auch schon viel, hin und wieder mal mit anderen erfahrenen (!) Pilzsammlern mitzugehen.


    Bücher und auch das Internet können viele Informationen liefern, aber die praktische Erfahrung anderer ist auf jeden Fall ein einfacherer und schnellerer Einstieg.


    Zu den hier gezeigten Pilzen:

    man kann nicht alle wesentlichen Details ( wie z.B. Netz am Stiel, bei den unteren Pilzen die Unterseite) etc. erkennen, um überhaupt zu einer halbwegs sicheren Artbestimmung zu kommen.


    Was ich aber sagen kann - falls es Speisepilze wären:

    die unteren Pilze (eingeschrumpelt) sind definitiv zu alt.

    Von den oberen Pilzen sieht der rechts außen am frischesten aus (weiße Röhren, sofern es sich nicht um weißen Schimmel handelt)

    So ein Pilz wie der zweite von links ist furchtbar alt !!!


    Bei Röhrlingen sollte das Hutfleisch auf Fingerdruck fest sein, man sollte keine "Dellen" eindrücken können.

    Manche Leute sammeln Steinpilze nur bei noch weißen Röhren, andere nehmen auch die älteren Exemplare mit leicht gelblichen Röhren, verwerfen dann aber den Schwamm.

    Pilze werden oft von Schimmel befallen! Das kann man auf Fotos oft gar nicht sehen, da muss der Finder selbst genau hinschauen.


    Angefressene oder wurmstichige Exemplare können zwar teilweise großzügig ausgeschnitten werden. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass Pilze leicht verderblich sind und die Eiweißzersetzung durch diese genannten Schäden schneller beginnt. Viele gastro-intestinale Probleme (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) sind auf verdorbenes Pilzfleisch zurückzuführen.


    Man sollte sich überlegen, in welchem Zustand man im Laden Pilze, Obst und Gemüse kauft. Da weiß man normalerweise auch, was frisch und nicht-frisch ist und beurteilt dies nach Aussehen, Festigkeit und Geruch. Diese Erfahrung ist ein guter Anhaltswert auch beim Pilzsammeln.


    FG, abeja

    Hallo,

    als ich Literaturhinweise zum Maisbeulenbrand suchte, stieß ich auch hin und wieder auf die Aussage, dass in Mexiko sogar Schleimpilze gegessen werden.

    Genannt wird da meist Fuligo septica.

    Zum Spaß ;) habe ich mal gesucht, was es da zu lesen gibt und ich habe einen sehr interessanten Artikel gefunden, wo es hauptsächliche um Reticularia (Enteridium) lycoperdon geht (Fuligo und Lycogala werden auch erwähnt):


    Rodríguez-Palma MM, Montoya A, Kong A, Vanegas R (2017) The Edibility of Reticularia lycoperdon (Myxomycetes) in Central Mexico. J Food Sci Nut 3: 025.

    https://www.heraldopenaccess.u…tes-in-central-mexico.pdf


    Quote

    Abstract

    Reticularia lycoperdon is a Myxomycetes species characterized by large whitish fruiting bodies and reticulated spores. It is one of the largest Myxomycetes species. As part of an ethnomicologycal study done in San Lorenzo Tlacoyucan, Mexico City, the use of this Slime mold was recorded. New data on the edibility and preparation in central Mexico are provided. The loss of knowledge on use of this slime mold is an ongoing process. Further research is needed to

    better understand how these species were used in the past as food resources in different parts of Mexico, and to find information on their actual use in other countries around the world.

    Keywords: Cheese mushroom; Edible Myxomycetes; Ethnomycology; moon shit; Slime molds

    Das Wissen um die Nutzbarkeit und die Zubereitungsmöglichkeiten ist auch in Mexiko nicht verbreitet und es verschwindet allmählich.

    In den typischen Gebieten, wo allg. Pilze zu Nahrungszwecken benutzt werden, werden die Schleimpilze in einigen Volksgruppen traditionell verwendet. Dazu erntet man sie unreif (also weich) und bereitet sie gleich vor Ort im Wald zu. Typisch ist z.B. das Einwickeln zusammen mit Gewürzen und essbaren Blättern in ein "Kochblatt" (heutzutage auch Alufolie) und das Garen in heißer Glut. Das Ergebnis ist eine käseartige Masse (ein mexikanischer Käse wird zum Vergleich genannt, der in der Herstellungsart ähnlich Mozzarella ist). Der Geschmack soll mandelartig bis pilzig sein. In einer anderen Region werden die unreifen Schleimer in Plastikbeuteln ("es" kann beim Transport noch weicher, wässriger werden) doch nach Hause transportiert und gekocht. Das Ergebnis soll eine schnittfeste Gallerte sein, die man dann geschnitten als Füllung von Tortillas etc. verwendet.

    Fuligo soll auch unreif (weich) verwendet werden - entweder wie Ei (also wie Rührei) oder mit Ei zusammen gerührt.


    FG, abeja

    Hallo und Willkommen im Forum,

    Geastrum ist natürlich richtig.

    Für die Artbestimmung (es gibt ein paar relativ häufige und einige eher seltene Arten, die aber zumeist in einem anderen Habitat vorkommen) muss man einige Merkmale beachten.

    Z.B. ob die Endoperidie (die "Kugel") gestielt ist oder nicht oder ob sich ein Kragen da herum entwickelt,

    wie die Öffnung oben aussieht (ausgefranst oder nicht, gefurcht, mit oder ohne Hof, welche Färbung der Hof hat usw.

    natürlich spielen die Größe, die Farben, die Oberflächenstrukturen und die Anzahl der Lappen auch eine Rolle.

    Es gibt auch möglicherweise eine Reaktion auf Feuchigkeit.


    Ich glaube, hier handelt es sich noch um junge, noch nicht ganz ausentwickelte Exemplare. Ich glaube eine gefranste Öffnung zu sehen und einen leicht abgegrenzten Hof (bitte überprüfen). Ich glaube ;) (wg. des zweiten Bildes), dass sich da ein Kragen entwickelt.

    Dann wäre es Geastrum triplex, der Halskrausenerdstern.


    Vielleicht meldet sich noch jemand mit viel Erfahrung dazu, ansonsten würde ich die Pilze noch ein wenig beobachten, dann sieht man bestimmt mehr, was die Sache eindeutig macht.

    Einen ausführlichen Schlüssel zu Gattung gibt es hier:

    https://www.dgfm-ev.de/publika…esrepublik-und-westberlin


    Wenn die Bestimmung gesichert ist, kann man hier Verbreitungskarten einsehen.

    http://www.pilze-deutschland.de/


    Wenn man den (gesicherten) Fund melden möchte, kann man das hier machen:

    http://brd.pilzkartierung.de/


    FG, abeja

    Hallo Rolf,

    das müsste (oh ... sehr vorsichtig ausgedrückt ;)) eine Peziza-Art sein - und diese Gattung ist mikroskopierpflichtig.

    Trotzdem meine ich, dass der Standort und dieses sehr gedrängte Wachstum etc. typisch sein könnten.

    Vielleicht geht das in Richtung Peziza vesiculosa (welche aber noch einen seltenen Doppelgänger namens P. pseudovesiculosa hat).

    Ich bin mal gespannt, was es dazu für Meinungen gibt.


    Hier war im letzten Jahr mein Fund (definitiv eine andere Art):

    Eine Gruppe von Becherlingen im Buchenwald mit geschichtetem Fleisch ... Peziza spec.

    darin ein PDF mit dem mikroskopischen Schlüssel zur Gattung:

    https://www.dgfm-ev.de/publika…-arten-der-gattung-peziza


    FG, abeja

    Noch ein Link:

    https://www.vice.com/de/articl…-voll-von-maisbeulenbrand


    Darin die Geschichte mit dem bewussten Infizieren. In Mexiko ist nur ein minimaler Teil des Maisbeulenbrandes auf natürliche Weise auf den Mais gekommen.

    Geschmacklich wird was von "starkem Umanigeschmack" berichtet - das kann ich bei meinem (wilden) Fund NICHT IM GERINGSTEN nachvollziehen. Wie gesagt, sogar das "Maisliche" geht beim Anbraten ziemlich verloren.


    FG, abeja


    EDIT: überall Maiskeulenbrand in Maisbeulenbrand verbessert ... hihi ... das hatten aber schon mehrere Leute vor mir erfunden.

    Danke für den Link, Peter.

    Farblich sehr ansprechende "food photography" sieht man auf der Seite.

    So wie ich es da wahrnehme, wurden die Gallen (ungefähr Nussgröße) im Ganzen verwendet - damit es auch ein bisschen besser/knackiger ausschaut. Oft habe ich bei food photography (in Zeitschriften z.B., auch in Kochbüchern) den Eindruck, dass sehr knapp Gegartes oder Halbgares gezeigt wird, weil es einen appetitlicheren Eindruck macht.

    Das Problem könnte hierzulande sein, dass am befallenen Maiskolben sehr unterschiedlich geformte und unterschiedlich reife Gallen sind, wo nur ein kleiner Teil verwertbar ist.

    In Mexiko wurden die Gallen meistens zerhackt (dann wird natürlich alles schwarz) und weiter gewürzt. Ich sah auf Bildern dort auch Maiskolben, die von oben bis unten mit relativ gleichförmigen Gallen besetzt waren - und las, dass teilweise der Mais bewusst infiziert (angeritzt) wird. Dann hat man vielleicht eher die Chance, die geeignete Größe und Reife zu "erwischen" und kann damit auch unterschiedliche Dinge probieren.


    Falls ich den Maisbeulenbrand noch einmal finde (in den nächsten Jahren), werde ich verschiedene Kombis in Betracht ziehen. Rein ein Omelett mit Sahne (Zwiebeln/Knoblauch) macht mich da nicht so an - ich würde sogar sagen "schade um die Eier". ^^


    FG, abeja

    Hallo Peter,

    ich war eben gescheitert, diese "Reihe" bei Mycobank zu finden.

    Das versteckt sich ja ein bisschen.

    Aber im Prinzip ist es natürlich einfach, wenn man es weiß:

    bei "search" reicht die "simple querie",

    dann z.B. "Tricholoma" eingeben (entweder mit "any" oder mit "genus" angeklickt)

    dann aber beim Suchergebnis das "Tricholoma" (ohne alles) noch mal anklicken ...

    dann sieht man auf der folgenden Seite "Position in Classification"


    FG, abeja

    Hallo Nils,

    von der Botanik herkommend (und die Prinzipien sind meines Wissens nach auf die Mykologie übertragen worden) gibt es da schon Regeln, sie werden nur nicht auf allen Seiten eingehalten - gerade die deutschen Begriffe werden nicht ganz stringend verwendet.

    Ordnungen enden auf -ales, deutsch dann in der Botanik Rosales, Rosenartige - in der Mykologie Agaricales, Champignonartige

    Familien enden auf -aceae, deutsch in der Botanik z.B. Rosaceae, Rosengewächse -in der Mykologie Agaricaceae, Chamignonverwandte (weil diese Pilze sind nahe verwandt, obwohl sie nicht immer ähnlich aussehen)

    Die Begriffe -artige und - ähnliche sind auf Familienebene m.M. nach falsch.

    Unterfamilien enden auf -oideae, deutsch in der Botanik z.B. Rosoideae - Rosenähnliche (die sind dann nicht nur verwandt, sondern sehen auch noch ähnlich aus.)


    Die Ordnung Agaricales hat eine "Geschichte" hinter sich, so wie viele Ordnungen und Familien, seitdem die Pilze genetisch untersucht werden. Da hat man einiges umsortiert, zusammengefasst oder auch gesplittet. Soviel ich weiß (aber das weiß ich nicht wirklich), gehören die Tricholomataceae nach aktueller Sicht zu den Agaricales.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Champignonartige


    Floristisch:

    http://burgenlandflora.at/einfuehrung-in-die-taxonomie/

    Hallo allerseits,

    heute war eigentlich - obwohl der Wald immer noch leer aussieht - für meine Verhältnisse ein erfolgreicher Pilztag:

    100 gr. superfrische sehr kleine Schopftintlinge, 80 gr. ebenso frische, winzig kleine Falsche Rotfußröhrlinge (die noch nicht die Huthaut aufgerissen hatten und die noch nicht dunkel verfärbt waren im Stielfleisch und die ich deshalb ... eine kurze Zeit lang ... für etwas dunkel geratene Ziegenlippen hielt), 160 gr. "gemischte" Ledertäublinge (rotstielige und weißstielige), 150 gr. noch kleine, helle, dickblättrige Schwarztäublinge - und einen Täublings-Bestimmling, der noch auf seine Dosis an Chemie wartet.


    Und dann ein Maisfeld mit mehreren, aber nicht vielen, von Ustilago maydis befallenen Pflanzen (persönlicher Erstfund).

    Überwiegend trat schon das Sporenpulver hervor, doch durch etwas Auseinandernehmen fand ich einige "Schwellungen", die nur doppelte Maiskorngröße oder doppelte Knoblauchzehengröße oder Walnussgröße hatten. Diese sind knackig, feucht und riechen frisch, man sah innen aber überall auch schon schwarzes Sporenpulver - vereinzelt war es noch heller braun.


    Nachdem letztens im BMG-Forum der Pilz ein Rätselthema war und ich auch etwas über die Zubereitung gelesen hatte, nahm ich mir vor, diesen Pilz (sofern ich ihn mal im geeigneten Zustand finde) zu verkosten.

    Roh gekaut (aber nicht geschluckt) schmeckten die kleinen, innen wenig geschwärzten Stückchen sehr gut, wie aromatischer Mais. Sie waren so zart im Biss, wie Maiskörner selbst es niemals sind.

    "Neue" Pilze bereite ich grundsätzlich erst mal nur mit Butter, Salz und Pfeffer zu. Ich halbierte die Pilze (auch um zu sehen, wie schwarz sie wären) und briet sie an. Es trat keine Flüssigkeit aus. Um sie etwas länger zu garen fügte ich etwas Wasser zu, was ich dann bratend verdampfen ließ.

    Nun waren die Pilze sehr geschmacksneutral...

    Der frische, knackige Biss ist fast vollständig weg, ebenso sind nur noch Spuren von dem netten Maisaroma vorhanden. Die sich verflüssigende schwärzliche Sporenpulvermasse erinnert an mehlige Mohnfüllung, ohne einen besonderen Geschmack zu haben.

    Ich fand das sehr gewöhnungsbedürftig und meiner Meinung nach schreit das nach stärkeren Gewürzen.


    In der Schweiz ist der Pilz marktfähig und es wird auch beschrieben, in welchem Zustand er sein soll: feucht und noch nicht geöffnet.

    Aber wie viel schwarzes Sporenpulver darf da schon sein - das blieb in den Texten unklar. Ich mutmaßte, dass mein Fund (auch die kleinen Stückchen) möglicherweise schon etwas zu reif war. Einige Hinweise und Rezeptideen:

    https://leaf-to-root.com/2018/…elikatesse-am-maiskolben/

    https://waskochen.ch/2015/10/0…nd-maispilz-rezepte-user/


    Daraufhin habe ich mal nach Zubereitungsarten in Mexiko gesucht ... vieeeeeel Würze ...

    Die Stückchengröße, die ich verwendete, und der Grad der Schwärzung stimmen jedoch prima überein.

    https://commons.wikimedia.org/…Soriana_Oaxaca_Mexico.jpg

    https://www.cocinafacil.com.mx/recetas/recetas-huitlacoche/


    Ein paar Bilder <X ? oder :whistling: ? oder :/ ?


    FG, abeja


          


       


    Hallo,

    nur so zum Vergleich:

    letzte Woche habe ich einen einzigen Grünfelderigen Täubling gefunden (Russula virescens), Buchenmischwald auf Kalk, ca. 400 m Höhenlage, Dinkelberg zwischen Lörrach und Rheinfelden. (Leider nicht frisch, sondern schon oberseits mit Schimmel behaftet.)


    Dieser Pilz hatte im Gegensatz zu dem oben eingestellten von 2019 deutlich brüchige Lamellen (die Frage tauchte kürzlich auch in einem anderen Forum auf).

    Sie standen etwas weniger dicht, ansonsten farblich gleich (leicht cremefarben, sogar ein "Rosastich"), an manchen Stellen deutlich gegabelt.


    Bei der Gelegenheit habe ich mal die Reaktion mit mehrere Jahre altem Guajak und frischem Guajak verglichen. Auch das alte G. reagierte noch deutlich positiv, aber um ca. 3-5 Sekunden verzögert. Wenn man dann genau die Zeit nimmt und nach 8 Sekunden die Intensität beurteilen will (nach CHALANGE), dann kann es zu Zweifeln kommen , ob das nun + oder ++ bzw. ++ oder +++ ist.

    (Aber so "pi x Daumen" ginge es noch.)


    Der Pilz war mit frischem Guajak +++/+++, so wie es sein soll.

    Mit Fe-II-Sulfat ergab sich rasch eine relativ leuchtende gelb-orange Reaktion.


    Das wäre im Zweifelsfall auch ein Unterschied zu Russula cutefracta (der ja irgendwo auch ein bisschen Lila haben sollte), der würde nämlich grünlich reagieren.


          


    FG, abeja

    Hallo Margarete,

    Schwärzender Saftling /Kegeliger Saftling ist das Gleiche, Hygrocybe conica.


    Der Fund sieht auch sehr typisch dafür aus, kegelige Form und sehr deutlich schwärzend - und auch der Fundort ist typisch.

    Vielleicht sollte man trotzdem Hygrocybe conica s.l. (sensu lato) sagen.

    Die Variationsbreite ist ziemlich groß, so dass nicht ausgeschlossen ist, dass es da eigentlich mehrere, noch nicht klar abgegrenzte Arten gibt. Es werden einige Formen bzw. Varietäten unterschieden.

    http://www.pilze-deutschland.d…?qstring=hygrocybe+conica


    FG, abeja