Posts by abeja

    Mit Spekulationen kann man des Öfteren Geld verdienen (oder verlieren) :huh: ... hier hätte es schon ein wenig genützt, im frischen Zustand besser hinzuschauen ;) .

    Ich "motte" ihn mal ein (habe da so eine kleine Sammlung) - vielleicht überkommt mich doch noch eines Tages die Mikroskopierlust, aber im Moment steht das auf meiner Prioritätenliste nicht ganz oben.


    FG, abeja

    Noch mal nachgeschaut:

    Pluteus phleboporus (z.B.) könnte eine sehr große Ähnlichkeit haben, wenn man bedenkt, dass die Huthaut eingetrocknet war. (Die Art hatte ich schon mal, aber schön frisch und schön auf altem Buchenstamm und etwas rötlicher-braun).

    Da sollte ja die Huthaut runzelig sein (was hier ein bisschen ist, was ich nur der Trockenheit zugeschoben hatte) UND am Rande gestreift, und die Lamellen bauchig-frei (dann hätte ich "frei" nicht richtig erkannt ... peinlich) und einen langen dünnen hohlen faserigen (gestreiften ?) unten leicht verdickten Stiel ... (gelbliches Flecken war nicht erkennbar).


    Ich habe gerade meinen getrockneten Pilz angeschaut, leider kann ich bei dem Schrumpfding es auch nicht richtig erkennen, ob die Lamellen frei sind, bzw. ob sie es waren - denn jetzt klafft da scheinbar eine Riesenlücke, aber das Hutstück ist (jetzt nicht mehr) leicht vom Stiel zu trennen.

    Jetzt, im getrockneten Zustand, ist ein Hut 2,5 cm breit, aber der Stiel sage und schreibe 7,5 cm lang und extrem in sich verdreht und braun.

    Diese komische harte sklerotienartige Verdickung ist 10-15 mm im Durchmesser (dazu finde ich weder etwas bei Dachpilzen noch bei Entoloma auf Anhieb.) Der Geruch ist jetzt angenehm "pilzig" - etwas süßlich.


    FG, abeja

    Hallo Harald,

    ich bin doch die Makroskopikerin "an Bord". ;)

    Nee, ich habe also keine Sporen.

    Die Pilze wuchsen aber nicht auf Holz, auch nicht auf Mini-Holzstückchen, sondern quasi büschelig auf dem Erdboden mit dieser Art von "Verdickung".

    Der Geruch war auch nicht rettichartig und der Hutrand (so wie auf dem einen Bild minimal erkennbar) gestreift.

    Die Lamellen waren auch nicht ganz frei (jedenfalls nicht so frei, wie ich es von Dachpilzen erwarte ... verflixt und zugen...- keine "richtige Lücke" zu sehen).

    Aber wenn es auch solche Dachpilze gibt .... mmmh (muss ich nochmal schauen).


    FG, abeja

    Hallo Andreas,

    mir ist gerade bei meinen beiden neuen Beiträgen ("Fragwürdiges" und "Glimmertintling" ) etwas aufgefallen. Ich wollte vereinzelt Bilder in der Originalgröße einstellen und den Rest als Vorschau. Das hat auch auf Anhieb wie auch sonst früher funktioniert.

    Nach Absenden entdecke ich jedoch häufig hier und da einen Tippfehler (meistens fehlt ein Buchstabe am Wortende, das scheint an meiner Tastatur oder meinem Getippe zu liegen .... )

    Nachdem ich den Beitrag bearbeitet hatte und neu abgespeichert hatte, stellte ich fest, dass ALLE Bilder als Vorschau zu sehen waren, keines im Original.

    Das wurde mir dann beim erneuten Bearbeiten auch so im Bearbeitungsfeld angezeigt (und ich konnte es wieder ändern) - aber auf jeden Fall "spinnt" da die Software ein bisschen.


    FG, abeja

    Hallo Pilzfreunde,

    gestern fiel mir dieses kleine Grüppchen von Tintlingen auf, sie wuchsen in einem Loch eines Baumstumpfes (vermutlich Buche).

    Die Oberfläche erschien mir heller bzw. gleichmäßiger gefärbt als bei den Glimmertintlingen, die ich sonst antreffe.


    Ich glaube, entweder Coprinellus saccharinus oder truncorum gefunden zu haben. Das Holz war aber keine Weide (wenn C. t. ausschließlich da vorkommen sollte.) Ich habe dann noch einmal im Gröger zu den Glimmertintlingen nachgelesen.

    Ein genauerer Blick zeigte, dass die Stiele auch ganz oben glatt sind, ingesamt eher faserig mit abspleißende Fasern - ganz oben sieht man hier und da glitzerende "Pünktchen" am Stiel, was doch vereinzelte Caulozystiden sein könnten (was aber lt. Gröger sein darf). Bei Coprinellus micaceus konnte ich die Bereifung immer gut mit bloßem Auge erkennen und auf allen meinen "besseren" Bildern gehen die Caulozystiden in parallelen sehr feinen Linien den Stiel hinunter.

    Mit meiner "Ultranahblick-Kamera" konnte ich auch ein Bild von den Zystiden an den Lamellenschneide und auch auf der Lamellenfläche machen. Die Pleurozystiden sollen bei C. micaceus "spärlich" sein und bei C. truncorum und saccharinus "reichlich".

    Ich frage mich natürlich, was ist "spärlich" und was ist "reichlich" - und tendiere zu "reichlich".


    Erwähnt wird für C. saccharinus, dass die Velumflöckchen eher weißlich (bis grau) seien und bei C. truncorum weiß (bis ocker) - hier sind sie eher weißlich, aber das ist bestimmt kein hartes Merkmal.

    Bei C. truncorum steht etwas von ringartigen Velumresten an der Stielbasis, das sei auch ein Unterschied zu C. micaceus (für C. saccharinus ist da nichts erwähnt) - ich meine bei meinen Pilzen ganz unten "kantige" Velumreste zu sehen.


    Es ist doch richtig, dass C. truncorum und saccharinus weiterhin als "2 gute Arten" gelten?

    In FoTE ist nämlich nur C. saccharinus als glattstielige Verwechslungsart zu C. micaceus erwähnt.

    Und das Bild von Coprinellus micaceus dort zeigt auch eine ringartige Velumgürtelzone ganz unten. Das scheint doch auch bei dieser Art möglich zu sein.


    Einfach ein paar Bilder, von Coprinellus cf. truncorum oder cf. saccharinus. :)


    FG, abeja




        





       


    10-16

    mein "Highlight", ein paar Rötlinge. ^^

    Da geht ja normalerweise makroskopisch nicht viel, was ich jetzt auch wieder festgestellt habe.

    Im Bon, Gerhardt oder Laux ist die Art m.Meinung nach nicht enthalten. Im Gröger ist die Suche ohne Mikromerkmale zwecklos - höchstens "rückwärts" im Nachhinein.

    Trotzdem ein Bestimmungsversuch per Fungi of Temperate Europe - und da komme ich schnurstracks auf Entoloma conferendum - und das auch noch ohne Alternativen, die sich aufdrängen würden. Das kann ja gar nicht sein ...


    Daten:

    Mitte Mai, in Laubmischwald auf Kalk (Buchen, Eschen, Hainbuchen etc.), feuchterer schluchtartiger Taleinschnitt, ca. 400 m Höhenlage

    in der Laubstreu (nur für die Bilder auf Moos aufgelegt)

    3 Pilze dicht beieinander, wobei mindestens 2 zusammenhingen (ob der 3. auch, weiß ich nicht mehr), an der Stielbasis war eine härtere weißliche rundliche Verdickung

    Hutgröße maximal 5 cm beim größten Pilz (EDIT: wohl falsch von den Notizen abgeschrieben, eher 3 cm im Durchmesser)

    Hutoberfläche mit Trockenschaden, aber in der Mitte deutlich dunkler braun, etwas samtig erscheinend, möglicherweise mit Papille,

    mit Mühe erkennbar (nach einer Nacht in einer Box mit feuchtem Papier), dass der Rand gestreift ist.

    Lamellen extrem bauchig und sehr ausgebuchtet angewachsen, fast frei wirkend.

    Stiel bei allen Pilzen hohl, deutlich in sich verdreht, etwas dunkler (nachdunkelnd) überfasert

    Geruch: unbedeutend pilzig (nicht "mehlig")



        


         



    Meine Frage ist hier nicht, was das exakt für eine Art ist, sondern ob ich in der richtigen "Ecke" bin (Subgenus Inocephalus, Filzrötlinge ?) und ob es da nicht noch andere Möglichkeiten gibt und falls ja, welche das wären. Ich habe die Pilze getrocknet, falls jemand Interesse daran hat.

    Im "Tintling" steht, der Pilze sei sogar makroskopisch relativ gut am typischen Stiel zu erkennen (na denn! :saint:) und überall häufig. Kann sogar sein, dass ich den mir schon mal angeschaut habe, aber ... uih ... Entoloma ... im Wald gelassen habe.


    Ich würde mich über fachkundige Meinungen zur mutmaßlichen Nemania und zu den Rötlingen freuen - vielen Dank im Voraus.


    FG, abeja

    Hallo Pilzfreunde,


    noch ein paar Funde inkl. persönlichen Erstfunden aus dem Frühjahr möchte ich zeigen und um eure Einschätzung dazu bitten.

    Inzwischen hat es zwar ein paar Mal auch recht kräftig geregnet, aber es tut sich so gut wie nichts - noch weniger als in den Vorjahren.


    01

    Das hier war die ganze verzehrbare "Beute" ;) - eine handvoll Nelkenschwindlinge, Marasmius oreades.



    02

    zwei oder drei angenagte Frauentäublinge ließ ich im Wald, ein Grüppchen Maipilze war von oben bis unten vermadet, 2 Netzstielige Hexenröhrlinge sahen von oben so aus - und natürlich "bewohnt" , Suillellus luridus




    03

    vor lauter "Verzweiflung" fotografiert man dann auch so etwas, "Tintenstrichpilze" Bispora antennata



    04-05

    oder so etwas, Grenzmarkierungen von Mycelien im Totholz, einmal in schwarz-blau und einmal in schwarz-orange





    06-09

    tatsächlich habe ich noch niemals auf diese relativ kleinen "schwarzen Knubbel" geachtet, die an mehreren Stellen an einem Buchendürrständer wuchsen, auf schon länger entrindeten Flächen.

    Das müsste doch Nemania sein? Liege ich richtig mit Nemania confluens?

    Die Pilze waren allerdings schon so alt und halb zerfallen (?), dass man diese "zitzenartigen" Öffnungen der Perithecien gar nicht mehr richtig sieht.


         



    Hallo Flitzepitz,

    das mit den "Pünktchen" am Ring war nur so eine Idee, hier handelt es sich wahrscheinlich um "Alterungserscheinungen" oder irgendwelche Krümel sind da mit festgestrocknet (weil man sieht auch solche Pünktchen am Hut).

    Es gibt bei manchen Champignons einen "Zahnradkranz" sichtbar auf der Ringunterseite (Reste vom Velum universale, der Ring ist dann "doppelt" und manchmal verfärben sich diese Velumreste etwas anders als der andere Teil vom Ring).

    Bei Egerlingen gibt es neben dem Geruch von Kultur-Champis auch den "Anisgeruch" (auch oft als "Bittermandel" bezeichnet) bzw. irgendwas, was in diese Richtung geht, oder auch unangenehme Gerüche nach Urin oder fischig o.ä. und den Geruch nach "Karbol" (Phenol, d.h. "wie Apotheke" oder "Heftpflaster"). Es ist natürlich sehr optimistisch, da noch einen bestimmten Geruch zu erwarten.


    Der Ring von Stropharia rugosoannulata wird als auf der Oberseite "rau-buckelig" bzw. gerieft beschrieben und jung mit "Zacken" - aber so genau sieht man es hier natürlich nicht mehr. 8)

    Ich las jetzt noch, typisch für Stropharia rugosoannulata seien dicke weiße Wurzelstränge (Rhizomorphen), diese wäre vielleicht aufgefallen. Ich bin aber nicht sicher, ob die bei solchen Fruchtkörpern bei der Entnahme mitkommen, wenn man nicht damit rechnet. (Man kann aus meinen Worten schließen, dass ich den Pilz selbst noch nicht gefunden habe ...;) )


    Beide Gattungen, die mir in den Sinn kamen, sind Saprobionten und machen keine Mykorrhiza mit bestimmten Bäumen.

    Beide könnten u.a. auf gehäckseltem Holz, Rindenmulch oder Boden, in dem solche Dinge vorhanden sind, vorkommen .


    FG, abeja

    Hallo Flitzepitz,

    das ist ein wunderbares Beispiel dafür, warum es immer heißt, dass man Babies und Mumien ignorieren soll :D.

    Aber ich kenne das, man will es trotzdem versuchen.


    Wie hat er denn geduftet ;) ? Wahrscheinlich nach gar nichts mehr.

    Wir sehen schwarze Lamellen. Ein Tintling hätte schwarze Lamellen, würde aber zerlaufen. Ein Faserling würde dunkle Lamellen bekommen (aber so dunkel?) , hätte aber nicht so einen ultrastabilen Ring. Ackerlinge hätten nicht so dunkle Lamellen und der Ring wäre auch eher flüchtig, wenn denn da einer gewesen wäre.


    Wegen dieses prominenten Ringes (man sieht auch noch so Pünktchen untendrunter - edit: oder auch nicht ?) und wegen der dunklen Lamellen, halte ich das für Egerlinge, Agaricus spec. Dann geht normalerweise sowieso nichts ohne Verfärbungsverhalten und Geruch (und auch dann nur die grobe Richtung) . Hier das müsste m.M. nach eine sehr lang- und dünnstielige Art gewesen sein.

    Und nun warten wir mal ab, ob es noch weitere Meinungen gibt ^^.


    FG, abeja

    Hallo Gigs,

    so wie ich das sehe, ist das ja ein toter Stumpf, der schon länger so im Garten steht - ein auf 50-60 cm gekappter Baum (siehe letztes Bild, wenn man es anklickt - die Vorschau schneidet oben etwas vom Bild ab).

    Die Rinde ist ja auch nur noch in Resten vorhanden und löst sich an vielen Stellen ab.

    Ich finde es interessant, wenn so etwas stehen bleibt - man kann daran allerlei beobachten - auch ganz typische Insekten z.B..

    Aber eben auch Pilze, die das Holz abbauen. Neben den "Kugeln" (Daldinia spec.) sieht man noch alte trockene Schmetterlingstrameten (Trametes versicolor) mit dunklen, fast schwärzlichen Linien auf der Oberfläche. Dieser Pilz ist sehr häufig und farblich auch ziemlich variabel. Falls es mal wieder eine deutliche Regenperiode gibt, wird sich da auch wieder neues Wachstum beobachten lassen.


    FG, abeja

    die Bräunung durch die Sporen - der Verdacht kam mir leider gar nicht, als ich die Oberfläche des Pilzes betrachtete und betastete - wie könnte man das verifizieren?

    Hallo Flitzepitz,

    ich bin da auch gar nicht sicher, aber es sah mir so ein wenig "bepudert" aus, exakt in der Farbe des Sporenpulvers. Auf dem 4. Bild ist der oberste Pilze etwas heller und die darunterliegenden dunkler und leicht fleckig, als wäre das Pulver heruntergefallen und wieder etwas "vom Winde verweht" worden. Normalerweise könnte man das schon mit einem Finger leicht verwischen oder mit einem feuchten Papier.

    Hallo,

    das finde ich Klasse, dass der Pilz einen Namen bekommen hat (und ... natürlich ... noch nie von gehört, in FoTE ist die Art auch nicht erwähnt - und es gibt auch nur ein paar Fundpünktchen in Deutschland.) So ganz nebenbei konnte man auch wieder viel lernen, unterschiedliche Typen des Capillitium usw. - und wie das aussieht.


    Was ich rein optisch oben nicht gut einschätzen konnte, war die Größe. (Könntet Ihr vielleicht die Angabe noch ergänzen ?)

    Andere Funde in D schienen relativ groß zu sein: http://www.pilzseite.de/Pilzga…lla/radicata/FrameSet.htm


    Wenn alles mikroskopisch hundertprozentig auf eine der "verdächtigen" Bovistarten gepasst hätte, dann hätte ich den "Glauben" an makroskopische Beschreibungen eingebüßt. ;)

    Soweit ich weiß, haben Boviste (s.str.) nicht solche Stacheln (wie oben gezeigt) - oder gibt es da Ausnahmen ?


    FG, abeja

    Hallo Flitzepitz,

    ich schließe mich da Stefan an, das sind Südliche Ackerlinge.

    Bisher hatte ich die Art erst zweimal (aber am gleichen Ort) gefunden, der erste Pilz war hellbraun, beim anderen Mal aber heller mit bräunlicher Mitte und sie neigten auch schon zum Aufreißen. Die Stiele waren extrem faserig, hart und zäh (keinesfalls zum Essen), für meine Nase waren die Pilze quasi geruchslos und geschmackslos (roh probiert).

    Ich denke, bei einem deiner Bilder (Nr. 4) sind die unteren Pilze auch vom Sporenpulver etwas eingestäubt.

    Wenn ich solche Pilze habe, schaue ich mir auch 1001 ^^ Webpages an, dann bekommt man ein Gefühl dafür, wie unterschiedlich sie aussehen können. Vor allem die Zuchtform finde ich nicht so sehr ähnlich (diese dunkelbraunen Köpfchen).


    Da der Pilz eher im Süden verbreitet ist, habe ich mir auch mal eine italienische Seite angeschaut, da wird die Art auch sehr variabel beschrieben:

    https://www.funghiitaliani.it/…dc-vizzini-angelini-2014/


    FG, abeja

    Hallo Andreas,

    danke für die gut verständliche Erläuterung, dadurch wird doch einiges klarer.


    Im Prinzip hatte ich mir das auch so zurecht gereimt. Es scheint - so wie es auch aus den Bestimmungsschlüsseln zu folgern ist, arttypische "Sollbruchstellen" zu geben, der bleibende Rest ist ganz kurz oder mittellang oder es bricht scheinbar auch gar nichts ab (bei L. pedicellata) - so als seien die Sterigmen unterschiedlich stabil gebaut ( eventuell abhängig von der Dicke ?... keine Ahnung ... reine Spekulation.)

    Aber - so denke ich - das Ganze müsste doch ein Prozess sein, der je nachdem zu welchem Zeitpunkt mikroskopiert wird, sich etwas unterschiedlich darstellt. Bei gerade reifgewordenen Sporen müsste man häufiger noch längere Anhängsel an der Sporen sehen (unabhängig davon, ob später der Rest ganz kurz ist) und zu einem späteren Zeitpunkt, also bei sehr alten Fruchtkörpern, müssten mehr Sporen mit dem Anhängsel in der arttypischen Länge zu finden seien.

    Und wenn bei den meisten Arten das Sterigma abbricht, müsste man bei all diesen Arten zu irgendeinem Zeitpunkt die Reste lose sehen können - und später sind die Reste in winzige Teile aufgelöst (?) und quasi "unsichtbar" (?).

    Seltsamerweise wird auf diesen Sachverhalt kaum hingewiesen, bzw. in dem Ellis-Schlüssel wird aus der Tatsache, dass es "broken-off" Reste gibt, die zwischen den Sporen herumliegen, ein unterscheidendes Schlüsselmerkmal gemacht.

    In den meisten anderen Beschreibungen wird das gar nicht erwähnt, manchmal heißt es bei anderen Arten: Pedicellen mit verschiedener Länge gemischt (da kann es ja auch sein, dass das Abbrechen in mehreren Schritten geschieht - und das "Endergebnis" doch wieder bei allen Sporen ähnlich ist.)

    In der Beschreibung von 1928 s.o. wird das so verklausuliert beschrieben, als wüsste man nicht, was man da gesehen hat.


    Kann man daraus nicht schließen, dass man sehr reife (ältere) Fruchtkörper mikroskopieren sollte, weil nur da die Pedicellen-Länge mit den (meisten) Beschreibungen in Einklang zu bringen ist?


    EDIT:

    Es gibt zwei Möglichkeiten des "Abbrechvorgangs", wahrscheinlich kann darin ein Missverständnis liegen.

    1. Möglichkeit, die Spore sitzt mit Sterigmum an der Basidie, wird reif und bricht genau an einer Stelle ab - und hat gleich ihren "Endzustand" erreicht. Der Sterigmenrest löst sich auch von der Basidie und liegt lose herum, aber zu keinem Zeitpunkt war er mal an der losen Spore noch dran. Dann wäre es ausgeschlossen, dass man bei diesem typischen Vorgang bei einer Art, die eigentlich sehr kurze Pedicellen hat, zu irgendeinem Zeitpunkt Sporen mit langen Pedicellen findet.


    2. Möglichkeit (und so hatte ich mir das vorgestellt), die Spore sitzt mit Sterigmum an der Basidie, wird reif und bricht mit Pedicelle mittellang oder lang anhängend von der Basidie ab. Später erst brechen weitere Teile ab und liegen lose herum, später erst erreicht die Spore mit typischer Anhängsellänge ihr endgültiges Aussehen. In diesem Fall wäre erklärbar, warum bei einer Art mit eigentlich kurzem Anhängsel manchmal auch Sporen mit langem Anhängsel sichtbar sind.


    FG, abeja

    Hallo,

    der Satz in Rot klingt in meinen Ohren etwas verwunderlich. Ich habe mal die Quelle gesucht:

    https://mycoportal.org/portal/…thid=1&taxon=279088&cl=31

    Eine Beschreibung der Art von 1928 (Coker WC, Couch JN. 1928. The Gasteromycetes of the Eastern United States and Canada. The University of North Carolina Press, Chapel Hill).

    Quote

    Spores (of No. 482) spherical, smooth, 3.6-4.1 u thick, with one oil drop. The spores have mixed with them about an equal number of small rods like bacilli, that average about twice the length of the spore's width.


    dazu passend dieses Bild (eventuell), wo man auch ansatzweise solche "Würmchen" (sag ich jetzt mal :saint:) findet.

    https://mycoportal.org/dbg/mycology/00003/3291_M1.jpg

    Ich frage mich da, was können das denn für Strukturen sein, irgendwelche Verunreinigungen?

    In anderen Texten heißt es ja, dass die Sporen nur ganz kurze Pedicellen hätten.


    Ist es denkbar, dass die Sporen zu Beginn längere Pedicellen haben, die dann aber abbrechen und man die Reste lose "herumliegen" sieht - und das möglicherweise nur für einen kurzen Zeitraum - was dann zu solch unterschiedlichen Bildern und Beschreibungen führt? (edit: Wolfgang schrieb ja "abgebrochene P." ... aber wenn etwas abbricht, muss es ja mal angeheftet gewesen sein - und es ist ja denkbar, dass man zu unterschiedlichem Zeitpunkt unterschiedliche Verteilungsmuster von Sporen mit und ohne Anhängsel sieht).


    Sehr gute Beschreibung z.B. hier in diesem Dokument (auch Zeichnungen) zu Funden aus Brasilien:

    http://mycosphere.org/pdf/MC4_4_No11.pdf

    Interessant in diesem Dokument die Angaben zum Habitat in Südamerika "on soil, among grasses, in meadows or forest edges."

    Quote

    Basidiospores 3.55 μm diam., globose, smooth to minutely punctuate under LM, with a delicate ornamentation when examined under SEM, which is composed by small warts connected by a thin reticulum, shortly pedicellate (<1.5 μm long), pale green.

    In anderen Webdokumenten werden Pedicellen gar nicht erwähnt, dafür aber mögliche Verwechslungskandidaten in Nordamerika - demnach gibt es eigentlich nichts zu Verwechseln :

    https://www.mushroomexpert.com/lycoperdon_marginatum.html

    da zum Habitat:

    Quote

    Ecology: Saprobic; growing alone, scattered, or gregariously; in woods under hardwoods or conifers, but also found along roadsides and in urban settings; summer and fall; widely distributed in North America.


    Weshalb sollte die Art, wenn sie in Europa vorkommt, auf ganz spezielle Standorte (wie saure Calluna-Heide) beschränkt sein?


    Der Theorie, dass es "broken pedicels" gibt und man davon Reste sehen kann, bin ich nachgegangen.

    In "Fungi without Gills (Hymenomycetes and Gasteromycetes)" von J.P. Ellis kommt tatsächlich in den Beschreibungen dieser Begriff vor. In einem Schlüssel wird zwischen "spores with attaches pedicel" und "spores without attached pedicel" unterschieden. --> Google-Book

    Es gibt da Arten mit "without attached pedicel". Diese werden aber teilweise beschrieben mit "spores mixed with broken off pedicels". (Also waren ursprünglich diese Anhänge vorhanden).


    Lycoperdon marginatum wird in diesem Buch aber beschrieben mit "attached pedicels" wobei die Länge dort mit max. 2-3 µm (edit: vor dem Abbrechen ???) angegeben wird, was aber deutlich länger ist als die Angabe in dem Brasilien-Dokument (< 1,5 µm long ... edit: nach dem Abbrechen).


    Wenn die Angaben so unterschiedlich sind und teilweise auf Sporenbildern diese länglichen Strukturen zu sehen sind (doppelt so lang wie Sporendurchmesser) und teilweise überhaupt nichts und andererseits keine weitere Art (auch nicht in Nord- oder Südamerika) genannt wird, die makroskopisch zum Verwechseln ähnlich aussieht (diese Form von Stacheln ... wie die Exoperidie abblättert, welche Farben angenommen werden) ... mmmh ....

    was haltet ihr von der "broken pedicel theory" (obwohl das für diese Art nicht erwähnt wird, bzw. es wird nicht erwähnt, dass man unterschiedliche Stadien vorfinden kann) ? :/


    FG, abeja

    Hallo Andreas,

    ich habe versucht, die Namen L. xanthophylla, citrophylla und elaiophylla "auf die Reihe" zu bekommen.


    Kennst du diesen Artikel aus dem Tintling? (Der ist allerdings von 1998, es ist aber optisch der gesuchte Pilz.)

    http://tintling.com/inhalt/1998/Lepiota_citrophylla.pdf


    Wie Andreas oben schrieb gibt es eine Arbeit von Vellinga & Huijser (auch von 1998, "Studies in Lepiota"), darin wird dieser in Europa auftretenden Gewächshaus-/Blumentopfpilz Lepiota elaiophylla genannt und von der im Wald wild vorkommenden Art L. xanthopylla abgegrenzt. . Manchmal wurde auch der Name L. citrophylla verwendet, was aber eine Pilzart aus Sri Lanka ist.


    Frau Vellinga antwortet selbst 2011 bei Mushroom-Observer

    https://mushroomobserver.org/63019

    zu solch einem gelben Blumentopfpilz , vermutet aufgrund des Habitats L. elaiophylla und verweist auf Flora agaricina neerlandica 5. (kann man als Google-Book einsehen) , dort mit makroskopischer und mikroskopischer Beschreibung und welche Namen welcher Autoren für diesen Pilz schon verwendet wurden, sowie Unterscheidungsmerkmale zu L. xanthophylla (und citrophylla aus Sri Lanka).

    https://books.google.de/books?…ota%20elaiophylla&f=false


    FG, abeja

    Hallo,

    die Mikrobilder müssten erfahrene Mikroskopiker beurteilen.


    Mir ist nur aufgefallen, dass ich gestern oben etwas falsch geschrieben habe. Intrazellulär bedeutet innerhalb der Zellen (klar!) und nicht zwischen den Zellen (wäre "inter"). Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man für diese Beobachtung das Präparat nicht quetschen sollte, weil - so stelle ich mir das vor - die Pigmente dann nicht mehr an den Orten sind, wo sie ursprünglich waren.


    Falls du Vergleichsbilder suchst, findet man einiges z.B. bei Pilze Deutschland.

    http://www.pilze-deutschland.d…C3%A9rat-qu%C3%A9l-1872-1

    oder auf Homepages von erfahrenen Mykologen (einfach mal suchen "Entoloma Pigment inkrustiert" als Bildsuche).


    Wenn ich mir oben bei Pilze-Deutschland das Foto mit dem inkrustierten Pigment anschaue, dann sieht das etwas anders aus, direkt aufliegend (ziemlich dicke Körnchen) auf der "Außenschicht" der Zelle - aber das ist jetzt sehr laienhaft ausgedrückt.


    FG, abeja