(Fortsetzung von 25er Spätlese 3)
Hallo allerseits,
weiter geht es mit (nur) zwei Schleierlings- und zwei Risspilzfunden, wo ich gerne eure Einschätzung hätte - auch wenn es nicht zu einer exakten Namensgebung kommen kann - oder "muss".
18 - Mal wieder nur ein! älterer Pilz - aber diesen halte ich für gut bestimmbar.
Es wäre ein pers. Zweifund. Von oben wirkte er nun schon zum zweiten Mal wie ein Schüppling auf mich ... "Schüppling" auf Boden (Buchenmischwald auf Kalk, 450 m Höhe, Dinkelberg) ... aber nicht doch.
Das ist doch wieder Cortinarius vulpinus, der Fuchsrote Schleierling, den ich hier (Nr. 44) schon mal in ganz jungem Zustand hatte? Die hellen Velumreste hängen in dreieckigen Fetzen auf dem Hut und am Hutrand.
19 - Bei den folgenden Schleierlingen, mutmaßlichen Schleimfüßen (Myxaxium) drehe ich mich ziemlich im Kreis.
Fundort im Nadelwald mit Fichten und vereinzelten Tannen auf Kalk, möglicherweise oberflächlich versauert (450 m Höhenlage).
Eine große Zahl von leider schon ziemlich gealterten, sehr weichen, relativ zierlichen Pilzen..
Alle Hüte hatten ungefähr 4 cm Durchmesser und waren ebenso wie die Stiele schleimig, mit Tendenz zum Trockenwerden.
Die Hutoberflächen lugten so gerade aus dem Moos und erschienen in einem hellen Gelb, durchaus leuchtend im grünen Umfeld. Die ältesten Pilze waren am blassesten, die Hutoberfläche ist hygrophan, von der Mitte her abtrocknend und verblassend. Der abgebildete, hellgelbe Hut gehört zum frischesten Pilz. Die Hutoberflächen sind nicht deutlich runzelig, zumindest ist mir das bei keinem Pilz aufgefallen - und ich habe länger nach einem gesucht, wo die Lamellen noch überwiegend ohne Sporenpulverbraun waren.
Die hellen, kartonfarbenen Lamellen des frischesten Pilzes sind ohne jegliches Blau.
Auch am Stiel konnte ich nichts Blaues/ Violettes entdecken.
Ob die Stielbasis typischerweise so bräunlich verfärbt ist oder ob das eine Alterungserscheinung ist ... weiß ich nicht.
Eine schmückende Gürtelung scheint nicht vorhanden zu sein, zumindest nicht in diesem Alterszustand oder deutlich farblich abgesetzt.
Honiggeruch konnte ich nicht feststellen - ich habe aber nicht ganz bewusst an der Stielbasis gerochen ... sondern nur so "allgemein", allerdings auch halbiert, verletzt.
Der Geschmack war eindeutig mild.
Ich habe keinerlei Erfahrung mit den "typischen" Schleimfüßen aus dem Nadelwald ... mangels Nadelwald.
Kurz hatte ich an Cortinarius collinitus (Blaustiel-Schleimfuß) gedacht - kann das Blau so komplett ausbleichen?
Aber da wäre auch die Hutfarbe lt. Beschreibungen und Abbildungen dunkler. Cortinarius stillatitius (Honig-Schleimfuß) sollte an der Stielbasis nach Honig riechen, einen runzligeren Hut haben bzw. entwickeln und auch etwas violett am Stiel sein.
Bei den ganzen "Verwechslungsarten" bin ich - als Alternative - bei Cortinarius mucifluus hängengeblieben. Die Hutfarbe, Lamellenfarbe und der reinweiße Stiel könnten passen (falls die Bräunung nur alterungsbedingt ist). Standort bei Kiefern ist hier nicht gegeben, zum Teil wird auch "bei Fichten" genannt.
In Funga Nordica nachgeschaut:
Da wird bei den Schleimfüßen (abgesehen von mikroskopischen Merkmalen) auch unterschieden nach "Stiel wird unten braun --> sect. Myxaxium, da dann landet man möglicherweise bei C. collinitus.
Bei "Stiel wird unten nicht braun" --> sect. Defibulati, da kommt man eventuell auf C. mucifluus, Standort bei Fichten (neben Kiefern), hygrophan, heller gelb werdend - all das wird genannt. Allerdings sollte da die Stielbasis auch etwas nach Honig riechen - "usually with smell of honey, when thumbed."
Pilze Deutschland listet einen "Cortinarius mucifluus Fr. 1838 ss. auct." ("Runzliger Schleimfuß" auf Deutsch).
Lt. Funga nordica steht bei C. mucifluus aber (aufgeführt direkt neben C. stillatitius) "not or only slightly conical and sulcate" (Ich vermute, das "not" bezieht sich auf beide Adjektive.) Vermutlich spielen bei "ss. auct" die "Autoren" und deren Interpretationen eine Rolle.
Unter dem Namen "Cortinarius mucifluus Fr. 1838 ss. auct." sind im betreffenden Quadranten und Nachbarquadranten Funde aus den 90er Jahren kartiert worden.
Was meint ihr zu diesen Pilzen, erscheinen sie euch typisch für eine bekannte Art?
... oder einfach nur ein bisschen zu alt? 
