Posts by abeja

    39 - Die nächste und letzte Pilzart 2025 ist ein persönlicher Erstfund.
    Diverse Nadelholzstämme fand ich gelagert vor. Kiefer, Lärche, Tanne und Douglasie waren an der Rinde - zum Teil aber schon abgelöst - erkennbar.
    Auf einem außen liegenden Kiefernstamm fand ich viele dieser hellen Pilzchen mit oberseits behaarten Hütchen (maximal ca. 1-2 cm abstehend), zum Teil war die Fruchtschicht auch etwas resupinat herablaufend. Sie waren Mitte Dezember gerade frisch gewachsen und noch relativ weich. Das Fruchtfleisch leuchtete überraschend orange, diese Farbe nahmen auch die Poren nach Berührung an (3-4 pro mm, etwas unregelmäßig).
    Ich komme hier auf Skeletocutis amorpha, die Art sollte eine gelatinöse Schicht unter dem Hutfilz haben. Das Schnittbild zeigt das auch deutlich.
    Gut zwei Wochen später war ich wieder an der Stelle, die Pilze sind inzwischen (kein Regen) hart eingetrocknet und die Poren an den herablaufenden Teilen wirken "dunkel-orange". Ich habe noch mal kontrolliert, an welchem Holz die Fruchtkörper dort wachsen: nicht an Tanne, nicht an Douglasie, hauptsächlich an einem Kiefernstamm, aber vereinzelt auch an einem Lärchenstamm, der auf der anderen Seite außen lag.
    Kiefer soll das typische und häufigste Substrat für diese Art sein, auf anderen Nadelhölzern soll sie eher selten zu finden sein.

    Ist die Bestimmung (mit Substrat, Form, Behaarung, Farbe sooo orange, Porengröße, gel. Schicht) so eindeutig, wie ich hoffe?


    2 Wochen später


    Viele Grüße
    abeja

    Hallo allerseits,

    2 hab' ich noch :saint::

    38 - Im Oktober habe ich noch einmal eine ganze Ansammlung von Trametopsis cervina, Hirschbraunen Trameten gefunden und nach Jahren wieder einmal etwas ausführlicher fotografiert. Die Fruchtkörper wuchsen wieder an finalmorschen Buchenholz. Dreierlei Alterstufen waren zu sehen, aber die Hauptmenge war nicht "taufrisch". Ganz alt werden sie wieder dunkler, mit schwärzlichen Rändern. Die Oberfläche hat aber in jedem Zustand striegelig nach vorne gerichtete Strukturen (obwohl später deutlich verkahlend sieht man das immer noch). Die Unterseite mit den relativ groben, labyrinthischen Poren finde ich auch sehr prägnant.

    37 - Diesen Fund nenne ich Gloeophyllum abietinum, Tannenblättling. Diese die Art habe ich auch schon wieder einige Jahre nicht gesehen. Die Pilze wuchsen auf Nadelholz (Fichte). Die ersten drei Bilder sind von Mitte Oktober, die restlichen Bilder entstanden 2 Monate später, Mitte Dezember.
    Auffällig sind die weit stehenden "Lamellen" (ungefähr 1 pro mm) und das Nichtvorhandensein von gelblichen bzw. rot-gelben Farben. Jung ist er schön "flauschig", später sehr! verkahlend.

    Oktober 2025


    Dezember 2025


    Viele Grüße
    abeja

    Hallo allerseits,

    noch mehr "Pilzgedöns" auf Holz. ^^

    35 - Nochmal bei den gelagerten Stämmen am Wanderparkplatz (zwischen Lörrach und Rheinfelden, Dinkelberg):
    An einem dieser Stämme (Buche) wuchs an einer Stelle eine Gruppe von Schillerporlingen (ohne Mycelial-Kern). Ich gehe hier wieder von Inonotus cuticularis, dem Flachen Schillerporling aus - zum zweiten Mal an Totholz, nicht am lebenden Baum.


    36 - Der nächste Fund ist vermutlich ein Erstfund für mich. Den Namen kannte ich schon länger, aber den Pilz nicht in natura. Auf einem ca. armdicken Buchentotholz wuchs ein schönfarbiger, weißrandiger Porling (ohne Hutkanten) mit extrem feinen, aber leicht unregelmäßigen Poren, ca. 6, eventuell 7 Poren pro mm.
    Ich denke hier an Junghuhnia nitida, den Schönfarbigen Porenschwamm. Wäre das "sicher" oder eher nicht?

    33-34 - Immer wieder und immer häufiger sehe ich diese wunderschönen Schichtpilze, die ich für die Prächtigen Schichtpilze, Stereum insignitum halte (auf Buche). Nach Acanthozystiden ist bei einem meiner früheren, identisch ausschauende Funde schon mal erfolgreich gesucht worden. Ich gehe inzwischen davon aus, dass diese Art hier bei mir die häufigste Stereum-Art ist.


    An einem Tag hatte ich das Glück, Stereum cf. insignitum (anderer Fund) und die hellere (und meist kleinere), und frisch auf der Unterseite beim Reiben gelblich verfärbende Art Stereum subtomentosum (Samtiger Schichtpilz) kurz hintereinander zu finden und im Vergleich fotografieren zu können - auch mit Schnittbild (das später bei trockenen Exemplaren).
    Das Schnittbild der beiden wird auf der Seite "Fundkorb" vorgestellt und als deutlich unterschiedlich bezeichnet, das wollte ich einmal nachvollziehen.

    Stereum insignitum ist dicker und hat eine bräunliche Schicht von Haaren, die in unregelmäßigeren Büscheln stehen (bei meinem Fund: "nur etwas" unregelmäßiger ...). Stereum subtomentosum ist sehr gleichmäßig heller (und kürzer) behaart und ich sehe auch eine dunklere Schicht zwischen Fruchtfleisch und Tomentum, die beim anderen Schnitt nicht vorhanden ist.
    Stereum subtomentosum (Samtiger Schichtpilz) – Fundkorb


    oben S. subtomentosum, unten S. cf. insignitum


    Viele Grüße
    abeja

    Hallo allerseits,

    es geht weiter mit Pilzen ohne Stiel, aber zum Teil doch mit Hüten oder Hutkanten.

    28 - Diese beiden auffälligen Käfer habe ich mit meiner Kamera nicht "aus dem Konzept" bringen können. Wie ich dann nachgelesen habe, handelt es sich um Scharlachrote Stäublingskäfer, Enodmychus coccineus, typischerweise - wie hier - an Chondrostereum purpureum, dem Violetten Knorpel-Schichtpilz.


    29 - Schon länger nicht mehr gesehen, hier Mitte Oktober in der Nähe eines Waldparkplatzes zwischen Lörrach und Rheinfelden, Dinkelberg) : Orangeseitlinge, Phyllotopsis nidulans - leuchten in der Sonne an gelagerten Laubholz-Stämmen (Ich wollte nichts abschatten - es gefiel mir mit diesem Licht, obwohl der Hintergrund schwarz wird.)


    30 - Ein bekannter "Stopp" in diesem Wald ist dieser Nadelholzstumpf, zum wiederholten Mal mit Climacocystis borealis, dem Nördlichen Schwammporling besetzt.


    31 - Immer wieder finde ich sie schön: Gemeine Spaltblättlinge, Schizophyllum commune. Hier ein paar ganz kleine Fruchtkörper mit dabei.


    32 - Vermutlich erst zum zweiten Mal habe ich diesen Rindenpilz gesehen, auf Nadelholz. Aufgrund der olivbraunen Farbe, des hellen, wattig-faserigen Zuwachsrandes, der etwas wachsigen Erscheinung + den deutlichen Warzen halte ich das für den Braunen Kellerschwamm, Coniophora puteana, leider nur mit dem Smartphone fotografiert, kommt makromäßig da an Grenzen. (Mit oder ohne "cf." ?;))

    Hallo Marcel,

    ja, genau "I. lilacina" gibt es bei uns nicht.

    Der betreffende Artikel (mit den Neubeschreibungen) ist wohl dieser hier - aber enthält vermutlich auch noch nicht alles, was es da geben könnte. Deshalb hatte ich gelesen, dass man "diese Arten" aktuell "grob" unter I. tyrii Aggregat zusammenfasst.

    https://www.researchgate.net/publication/360823313_Noch_mehr_Risspilze_3_Einundzwanzig_neue_Arten_der_Familie_Inocybaceae

    Ich fand bei dem jetzigen Fund nur bemerkenswert, dass er eben nicht exakt so aussieht wie die "lila Pilze mit bräunlicher Mitte" aus dem Kalkbuchenwald (die ich früher häufiger, aktuell gar nicht mehr) gefunden habe. Diese waren deutlicher violett (vor allem jung) und bläulicher-violett. Ich habe mir dann Bilder von den im o.g. PDF genannten Arten angeschaut, aber das bringt nicht viel.
    Die I. tyrii darin sieht auf Dittes Seite violetter aus als mein Fund und soll auch bei Laubbäumen vorkommen.

    Frohe Weihnachten
    abeja

    Hallo Wolfgang,

    "cf." - ja, klar (schrieb ich ja oben schon ;) direkt hinter dem zitierten Satz.)

    Innerhalb der 9 untersuchten Kollektionen in der Slowakei hat es sich zumindest so "herauskristallisiert" , dass es in den "Notes" zur Unterscheidung neben den Mikromerkmalen explizit mit erwähnt wurde.

    Quote

    Notes: Hygrocybe amara is closely related to H. alpina and H. mucronella. Generally, all three species differ in spore morphology, colour of basidiomata and ecology. Hygrocybe alpina is an alpine species, while H. amara and H. mucronella occur in coastal, foothills or lowland semi-natural grasslands.
    One of the most distinctive taxonomic characters is the Q value of spores. Based on the examined material the average Q value of H. amara is 1.32–1.39, while Q value of H. mucronella is 1.51– 1.63 and Q value of H. alpina is 1.71–1.86. Spores of H. alpina are irregularly ellipsoid, oblong, phaseoliform, often slightly constricted and rarely with widened or asymmetrical base, while spores of H. amara and H. mucronella are predominately pear-shaped or irregularly ellipsoid, distinctly constricted and very often with widened or asymmetrical base. Spores of H. amara are also slightly broader (H. mucronella has spores broad 4.4–6.1 μm, while H. amara 4.9–6.8 μm).
    The pileus of H. amara is pale orange, yellowish orange to orange coloured, often with darker (orange-red) central part, while pileus of H. alpina is scarlet to carmine-red and pileus of H. mucronella is orange-red to reddish orange (rarely entirely orange).

    Hallo Andreas,

    wenn du das selbst bei der Nachbestimmung schon so erfahren hast, dass es makroskopisch nicht eindeutig war, dann ist das ein sehr guter Hinweis.
    Ich vermute, das betrifft dann Fruchtkörper in einem "Merkmalsüberlappungsbereich" ;), die für die eine Art recht groß und für die andere Art recht klein (und hell) wären. Bei relativ kleinen FK von C. colemannianus kann ich mir auch vorstellen, dass die Anastomosen nicht deutlich sind - und bei besonders großen FK von C. fuscescens können sie sich wohl auch ansatzweise entwickeln. Ich habe nämlich ein eigenes altes Bild von C. virgineus gefunden, das sieht man auch ganz leichte Querverbindungen, das wird dann bei C. fusc. auch so sein.

    Dann lasse ich hier die Bestimmung natürlich offen (bzw. "oderlich" statt "ordentlich").

    Frohe Weihnachten
    abeja

    Wolfgang Prüfert Hallo Wolfgang,

    danke für den Hinweis! Falls ich das mit Hygrocybe mucronella vs. amara schon mal irgendwo beiläufig mitbekommen haben sollte, so ist das überhaupt nicht haften geblieben.
    Jetzt habe ich nachgelesen ... die Neubeschreibungen von Hygrocybe alpina und amara (und die Abgrenzung von Hygrocybe mucronella) sind ja erst im August 24 online veröffentlicht worden.

    https://fuse-journal.org/images/Issues/Vol14Art18.pdf

    Bis jetzt (ob aktuell?) hat man die Art wohl nur in der Slowakei gefunden - alle "Verdachtsfälle" in Deutschland (Beiträge in Foren anderswo) waren H. mucronella.

    Einen makroskopischen Hinweis gibt es aber doch, zumindest wenn sehr junge Pilze dabei sind. H. amara ist von jung bis alt viel "orangefarbiger", während H. mucronella ganz jung viel stärker ins Rote spielt. (Siehe Bilder im PDF).
    Da ich hier ganz junge Pilze mit dabei habe, die extrem rot sind, gehe ich von weiterhin von H. mucronella aus, ergänze aber ein cf.

    Noch mehr "Papageien"? Es bleibt spannend... :)

    Andreas Hallo Andreas,
    dass die Ränder etwas heller sind, als bei manchen anderen Bildern - das ist mir auch aufgefallen. Allerdings gibt es auch Fotos der Art, die so wie meine Funde aussehen (Wiki Commons u.a.), wobei ich natürlich nicht weiß, ob das alles 100proz. abgesicherte Bestimmungen sind.
    Wie beurteilst du denn den älteren Fund von der gleichen Wiese (oben verlinkt)?

    Hier sind z.B. sehr helle Exemplare mit dabei (mit Mikro)
    https://www.englishfungi.org/Species/Cuphophyllus%20colemannianus

    Oder hier:
    Cuphophyllus colemannianus, Toasted Waxcap mushroom
    "pale specimens also occur and they can be difficult to identify conclusively without resorting to microscopic study."

    Die kleinen weißen Ellerlinge hätte ich daneben fotografieren sollen, denn die braunen Pilze sind ungefähr doppelt so groß (und viel kräftiger allg. gebaut).
    Ich habe mir natürlich jetzt Cuphophyllus fuscescens angeschaut - und ja, der sieht (auf manchen Bildern) sehr ähnlich aus, oft aber noch mit einer viel deutlicher akzentuierten dunklen Mitte und er erscheint mir größenmäßig doch eher wie der "normale" Jungfern-Ellerling zu sein.
    Optisch ähnlich zu meinem Fund z.B. hier (aber doch viel zierlicher):
    MycoDB : Fiche de Cuphophyllus fuscescens
    Cuphophyllus fuscescens = Hygrocybe fuscescens

    Hat denn Cuphophyllus fuscescens auch so deutliche, dicke Anastomosen?
    In irgendeinem Text wurde das Wort zwar erwähnt, aber auf bisher angeschauten Bildern ist das für mich nicht erkennbar - während bei C. colemannianus die Queraderung immer so schön ins Licht gerückt wird.

    VG
    abeja

    Hallo Peter,

    danke für den Hinweis ... dann müsste ich nur mal wieder "ordentlich" Täublinge finden - die waren in den letzten Jahren Mangelware hier (zumindest die Arten, wo man auf die Idee kommt, das testen zu wollen).

    Einen "emiticicolor-Verdacht" (oder "minutula-Verdacht") hatte ich schon einmal (2015!!!): winzige, zerbrechliche Pilze, mattere Huthaut, an Speitäublinge erinnernd (Stiel an Basis breiter) - aber mild (im Buchenwald auf Kalk, möglicherweise oberfl. versauert. Aber damals hatte ich noch gar keine chem. Reaktionen getestet. Leider sind diese Pilze nie wieder aufgetaucht - bzw. sie haben sich vor mir versteckt.

    Ich glaube eigentlich nicht, dass hier in diesem längeren Beitrag (den ich gerade noch mal überflogen habe) irgendein R. emiticicolor mit dabei ist.

    Inzwischen weiß ich ja auch, dass man die SV-Reaktion nur am Frischpilz machen soll.
    Damals hatte ich das zum Teil am getrockneten Stück gemacht, die vorhandene Literatur war da widersprüchlich. Inzwischen muss man ja auch mit der Schwefelsäure-Fläschchen "sparsam" umgehen. ;)

    VG
    abeja

    25 - Dann habe ich doch noch Saftlinge auf der Wiese gefunden, absolute Winzlinge (daumennagelgroße Hüte), auffällig durch die große Gruppe schon älterer Pilze, die sehr hell erschienen. Sie sind aber "nur" ausgeblichen - aber wie! (In der Mitte ein Jungfern-Ellerling dazwischen).
    Nach jüngeren Exemplaren Ausschau gehalten ....
    Auffällig waren bei diesem älteren Pilz die herablaufenden Lamellen. Beim jüngeren Pilz war das nicht so ausgeprägt, man kann sich aber vorstellen, dass es beim "Huthochbiegen" auch etwas mehr zu sehen sein könnte.
    Jüngste Exemplare waren schön rot, mit gelblichem, leicht "gezackten" Rand, sowie einem glänzenden, leicht feuchten Stiel.
    Mal dran geleckt und ein Stückchen probiert: bitter - aber deutlich!
    Damit habe ich keine Skrupel, die Pilzchen Bittere Saftlinge zu nennen, Hygrocybe cf. mucronella.
    (EDIT: s.u. "cf." ergänzt, weil Hygrocybe amara 2024 neu beschrieben wurde, diese Art wäre lt. PDF im jungen Zustand aber eher orange als rot.)


    Bei den Folgebesuchen (wegen der Rötlinge) konnte ich jeweils neue frische Exemplare und das langsame Ausbleichen dokumentieren.



    26 - Direkt daneben wuchsen ein paar Papageien-Saftlinge, Gliophorus psittacinus, mit etwas dunkleren Hüten - aber das ist ja im Rahmen des Normalen. Sie waren "Langsamentwickler", die Dreiergruppe habe ich noch zweimal im Abstand von insgesamt einer Woche fotografiert. Man sieht, dass auch hier die Hüte heller werden.



    27 - Abseits der Wiese wachsen hier vor Ort im ehemaligen Kiesabbaugebiet auch hin und wieder Pilze, die hatte ich vor Jahren schon mal gezeigt. Dieses Mal war alles wieder sehr spärlich und nichts Neues, deshalb nur dieser Winzling (Größe vergleichbar mit den Bitteren Saftlingen, aber schwärzend), Hygrocybe cf. conicoides - auf Sand ... bzw. in diesen Fällen immer bisher Sand auf Hygrocybe. ;)
    Obwohl die Größe und die Farben sehr denen von Hygrocybe mucronella ähneln, sieht man deutliche Unterschiede am Hutrand, sowie den Oberflächenbeschaffenheiten von Hut und Stiel.


    Viele Grüße
    abeja


    Das war es "mit Hut und Stiel" ... aber es gibt ja noch andere Pilze, also "Fortsetzung folgt".

    (Fortsetzung von 25er Spätlese 4)

    Hallo allerseits,

    eine winzige Menge an "Wiesenpilzen" hatte ich auch in diesem November, darunter sogar zwei pers. Erstfunde.

    Fundort: magerer Halbtrockenrasen auf Kalk (am Wasserkraftwerk am Rhein, zum Teil auf einem winzigen Wiesenstück, zwischen einer Straßenböschung und nicht mehr genutztem Bahngleis).

    22 - Jaaaa, nichts Besonderes, aber schöööön: Jungfern-Ellerlinge, Cuphophyllus virgineus - an mehreren Stellen + Spielerei mit Sonne von hinten.



    23 - Deutlich größer und stabiler gebaut, bräunlicher gefärbt und mit deutlichen Anastomosen: Dattelbraune Ellerlinge, Cuphophyllus colemannianus.
    Diese Art hatte ich schon mal auf dem Gelände, aber mindestens 100 m entfernt.



    24 - Nach Saftlingen habe ich gesucht und erst einmal keine gefunden, außer einem uralten Schwärzenden Saftling (nicht fotografiert) und wiederum Jungfern-Ellerlinge (nicht fotografiert) ... und beinahe getreten bin ich dann auf diese sehr! zarten und zerbrechlichen Rötlinge ("Zärtlinge"), für mich ein Erstfund.
    Leider waren nur 2 Fruchtkörper vorhanden, ein älterer und ein jüngerer Pilz. Ich habe im Abstand von jeweils ein paar Tagen noch mal nachgeschaut, aber es war kein Neuwachstum zu sehen.
    Mit dem dunkel-bräunlichen Hut, am Rand leicht durchscheinend gestreift, in der Mitte minimal schuppig und dem "kühl-grauen" Stiel (ohne starken Blauanteil) mit weißlicher Basis und den hellen Lamellen (hier ohne gefärbte Schneiden) komme ich per "Blättern in FoTE" :saint: auf Entoloma poliopus s.l. (mutmaßlicher Artenkomplex) als nächste Annäherung, obwohl ich den Stiel eigentlich nicht als "poliert" bezeichnen würde (Der Stiel sieht aber im Bildvergleich durchaus passend aus.)
    Falls diese Pilze von Interesse sein sollten, diese beiden Wichtel habe ich getrocknet.

    20 - Mehrere braune Risspilzchen lugten im Nadelwald auf Kalk (überwiegend Fichte, möglicherweise oberflächlich versauert) aus dem Moos.
    Die sehr auffällige weiße Knolle hatte einen sehr sanften Übergang zum Stiel, ohne Ecken und Kanten. Der Stiel ist nur oben bereift.
    Da komme ich makroskopisch - eigentlich - auf Inocybe assimilata, lese aber in Foren, dass die Trennung von I. napipes doch nur mikroskopisch eindeutig wäre.

    Was meint ihr zu dem "Fall"?
    Hat hier die Form der Knolle genügend Aussagekraft - zusammen mit dem eher "neutralen", nicht rötlichen Braun der Huthaut (EDIT: nun erscheinen sie mir hier auf dem Bild "rötlicher" braun als ich vom Original her in Erinnerung hatte ...) und dem helleren Hutrand (möglicherweise mit etwas helleren Velumresten).
    Zudem lese ich für I. napipes zum Standort: sandig oder anmoorig (also sehr sauer) - hier ist es höchsten "ein bisschen sauer".


    21 - Beim zweiten Risspilzfund wird man noch weniger einen Namen vergeben können. Trotzdem zeige ich sie mal und bitte um eine Meinung dazu.
    Die vielen, vielen Pilzchen standen alle vollsonnig in der Nähe einer großen Zeder auf einem parkähnlichen Friedhofsgelände (auf Kalk). Früher war da noch eine Buche ca. 30 m entfernt, diese wurde leider gefällt.
    Die Fruchtkörper erinnern an Inocybe geophylla Agg. bzw. mit violettem Schimmer auch an das, was jetzt provisorisch unter Inocybe tyrii Agg. zusammengefasst wird (jeweils mehrere Arten).

    Die Pilze, die ich früher "geophylla" (weiß) oder "lilacina-ähnlich" (violett, zum Teil mit bräunlicher Mitte) genannt hatte und meist im Wald fand, wirkten farblich aber etwas anders auf mich. Möglicherweise ist das aber nur ein Einfluss des sonnigeren Standortes (?).

    Die jungen Pilze hier bei dem Fund haben ein sehr wolliges, weißliches Velum - mit einem minimalen violetten Ton überall. Älter werden sie glatter und ein sehr großer Teil der Hutfläche zeigt einen seltsamen lila-stichigen Braun-rot Ton. Der Stiel ist nur oben bereift, keine Knolle unten (obwohl ich seltsamerweise hier fast nur abgebrochene Pilze auf dem Foto habe ... ^^).


    Viele Grüße
    abeja


    Fortsetzung folgt in einem neuen Thema.

    (Fortsetzung von 25er Spätlese 3)

    Hallo allerseits,

    weiter geht es mit (nur) zwei Schleierlings- und zwei Risspilzfunden, wo ich gerne eure Einschätzung hätte - auch wenn es nicht zu einer exakten Namensgebung kommen kann - oder "muss".

    18 - Mal wieder nur ein! älterer Pilz - aber diesen halte ich für gut bestimmbar.
    Es wäre ein pers. Zweifund. Von oben wirkte er nun schon zum zweiten Mal wie ein Schüppling auf mich ... "Schüppling" auf Boden (Buchenmischwald auf Kalk, 450 m Höhe, Dinkelberg) ... aber nicht doch.

    Das ist doch wieder Cortinarius vulpinus, der Fuchsrote Schleierling, den ich hier (Nr. 44) schon mal in ganz jungem Zustand hatte? Die hellen Velumreste hängen in dreieckigen Fetzen auf dem Hut und am Hutrand.

    19 - Bei den folgenden Schleierlingen, mutmaßlichen Schleimfüßen (Myxaxium) drehe ich mich ziemlich im Kreis.
    Fundort im Nadelwald mit Fichten und vereinzelten Tannen auf Kalk, möglicherweise oberflächlich versauert (450 m Höhenlage).
    Eine große Zahl von leider schon ziemlich gealterten, sehr weichen, relativ zierlichen Pilzen..
    Alle Hüte hatten ungefähr 4 cm Durchmesser und waren ebenso wie die Stiele schleimig, mit Tendenz zum Trockenwerden.
    Die Hutoberflächen lugten so gerade aus dem Moos und erschienen in einem hellen Gelb, durchaus leuchtend im grünen Umfeld. Die ältesten Pilze waren am blassesten, die Hutoberfläche ist hygrophan, von der Mitte her abtrocknend und verblassend. Der abgebildete, hellgelbe Hut gehört zum frischesten Pilz. Die Hutoberflächen sind nicht deutlich runzelig, zumindest ist mir das bei keinem Pilz aufgefallen - und ich habe länger nach einem gesucht, wo die Lamellen noch überwiegend ohne Sporenpulverbraun waren.
    Die hellen, kartonfarbenen Lamellen des frischesten Pilzes sind ohne jegliches Blau.
    Auch am Stiel konnte ich nichts Blaues/ Violettes entdecken.
    Ob die Stielbasis typischerweise so bräunlich verfärbt ist oder ob das eine Alterungserscheinung ist ... weiß ich nicht.
    Eine schmückende Gürtelung scheint nicht vorhanden zu sein, zumindest nicht in diesem Alterszustand oder deutlich farblich abgesetzt.
    Honiggeruch konnte ich nicht feststellen - ich habe aber nicht ganz bewusst an der Stielbasis gerochen ... sondern nur so "allgemein", allerdings auch halbiert, verletzt.
    Der Geschmack war eindeutig mild.

    Ich habe keinerlei Erfahrung mit den "typischen" Schleimfüßen aus dem Nadelwald ... mangels Nadelwald.
    Kurz hatte ich an Cortinarius collinitus (Blaustiel-Schleimfuß) gedacht - kann das Blau so komplett ausbleichen?
    Aber da wäre auch die Hutfarbe lt. Beschreibungen und Abbildungen dunkler. Cortinarius stillatitius (Honig-Schleimfuß) sollte an der Stielbasis nach Honig riechen, einen runzligeren Hut haben bzw. entwickeln und auch etwas violett am Stiel sein.

    Bei den ganzen "Verwechslungsarten" bin ich - als Alternative - bei Cortinarius mucifluus hängengeblieben. Die Hutfarbe, Lamellenfarbe und der reinweiße Stiel könnten passen (falls die Bräunung nur alterungsbedingt ist). Standort bei Kiefern ist hier nicht gegeben, zum Teil wird auch "bei Fichten" genannt.
    In Funga Nordica nachgeschaut:
    Da wird bei den Schleimfüßen (abgesehen von mikroskopischen Merkmalen) auch unterschieden nach "Stiel wird unten braun --> sect. Myxaxium, da dann landet man möglicherweise bei C. collinitus.
    Bei "Stiel wird unten nicht braun" --> sect. Defibulati, da kommt man eventuell auf C. mucifluus, Standort bei Fichten (neben Kiefern), hygrophan, heller gelb werdend - all das wird genannt. Allerdings sollte da die Stielbasis auch etwas nach Honig riechen - "usually with smell of honey, when thumbed."

    Pilze Deutschland listet einen "Cortinarius mucifluus Fr. 1838 ss. auct." ("Runzliger Schleimfuß" auf Deutsch).
    Lt. Funga nordica steht bei C. mucifluus aber (aufgeführt direkt neben C. stillatitius) "not or only slightly conical and sulcate" (Ich vermute, das "not" bezieht sich auf beide Adjektive.) Vermutlich spielen bei "ss. auct" die "Autoren" und deren Interpretationen eine Rolle.
    Unter dem Namen "Cortinarius mucifluus Fr. 1838 ss. auct." sind im betreffenden Quadranten und Nachbarquadranten Funde aus den 90er Jahren kartiert worden.

    Was meint ihr zu diesen Pilzen, erscheinen sie euch typisch für eine bekannte Art?
    ... oder einfach nur ein bisschen zu alt? ;(;)

    Ich versuche mich bei neuen Funden dann (abgesehen von der "Stielgrundfarbe" ... das finde ich immer noch schwierig) am glatten oder wolligen (zumindest Restbehang) Hutrand zu orientieren.

    Es sieht für mich auch so aus, als hätte T. atrosquamosum (nach diesem Konzept) die viel gleichmäßigere Schuppung, allerhöchstens am Rande ein wenig heller, während bei T. squarrulosum - bei Alterung - die dunklere Mitte auffällig ist, da sitzen die Schuppen fast aufeinander und werden davon ausgehend zum Rand hin immer weiter ausgedünnt.

    VG
    abeja

    Hallo Kai,

    danke nochmal, auch für die Betrachtung der Fotos im ital. Forum - das ist dann leider etwas irreleitend.

    Die Fotos und vor allem die makr. Beschreibung auf Matthias Dondls Seite passen ja eigentlich recht gut für Nr. 13, den "vermeintlichen Tiger", auch wenn seine Exemplare ausgewachsen etwas kleiner und etwas dunkler waren. Bei mir war nur der jg. Pilz so ähnlich dunkel, die älteren etwas weniger dicht beschuppt, deshalb heller wirkend.

    Zum Vergleich die makroskopische Beschreibung des dortigen Fundes.

    Quote

    Hut: bis 8 cm breit, kegelig bis flach gewölbt, ohne Buckel, schon jung grob schuppig, kein Velum erkennbar, dunkel graubraun (je nach Dichte der Schuppen altersbedingt dunkler oder heller wirkend), mit minimalem rosalila Stich; Stiel: bis 7,5 x 1,5 cm, basal schwach verdickt oder irregulär spindelig, in der Regel weiß und längsfaserig, bisw. diskret bräunlich beflockt; Myzel weiß; Lamellen: mit Burggraben angewachsen, gedrängt, cremegrau bis hellgrau; Schneiden ziemlich glatt, stellenweise dunkelgrau gerandet (sehr sporadisch); Fleisch: cremeweiß, in der Stielspitze grau marmoriert; nicht gilbend; Fk auch nach 6 Tagen beim Vergehen nicht gilbend, nur mit ein paar rostbraunen Flecken auf den Lamellen;

    Also gehe ich davon aus, dass Nr. 13 am ehesten Tricholoma atrosquamosum (EDIT s.u. : also eher aus der Artengruppe "drumherum") ist und Nr. 14 (und der Vergleichspilz von 2015) Tricholoma squarrulosum. Auf der Grundlage kann man spätere Funde noch mal gut vergleichen.

    VG
    abeja

    Hallo Kai, hallo Christian,
    vielen Dank für eure hilfreichen Kommentare. :)

    Bei Nr. 13 hatte ich durchaus auch Zweifel, je länger ich mir das Ding angeschaut habe. Den Einwand mit den aufwärts gerichteten, zarten Schüppchen beim jüngeren Pilz finde ich ziemlich überzeugend.
    (Und T. filamentosum, der ja in vielen Gegenden DER Tigerritterling ist, sieht von der Oberfläche her ja noch mal ganz anders aus.)

    Ich hatte mit diversen anderen dunkel-schuppigen Ritterlingen verglichen, aber irgendwie "wollten" die auch nicht recht passen (hier: Mangel an Verfärbungen, keine Punkte an den Lamellenschneiden, keine zusätzlichen Gerüche außer Mehl, kein dunkleres Hutzentrum) ...
    Mir fehlt da aber die breitgefächerte eigene Anschauung.

    Ich bin eben auf meinen verglasten Balkon gegangen ... mit Taschenlampe ... ob ich da noch Reste von Nr. 13 finde (in meinem Sammelsurium vom Herbst, das da noch auf einer Glasplatte liegt). ^^
    Teilstücke von Nr. 13 habe ich gesehen, hart und trocken, oberseits schwärzlich schuppig - aber ich schaue morgen bei Licht noch mal genauer. Es könnte etwas "peinlich" werden, denn diese Pilzteile sind nicht "fachgerecht" für eine Untersuchung separat getrocknet worden, sondern einfach nur draußen bei kühler Luft liegengeblieben. Ich kann keine Kontamination mit Sporen anderer Pilze (auch eventuell Schimmel) ausschließen.
    Wenn das in diesem Fall nichts ausmacht, kann ich dir gerne ein Pröbchen zuschicken.

    Von Nr. 14 hatte ich nichts mitgenommen, weil es ein Einzelpilz war.
    Hier habe ich auch noch mal nachgelesen ... bei Wiki (man bezieht sich da aber auf "Genus Tricholoma, FNE4), demnach werden dort T. atrosquamosum und squarrulosum bei der makroskopischen Betrachtung am besten über die Stielgrundfarbe unterschieden: T.atrosquamosum weißgrundig, T. squarrulosum graugrundig.

    Quote

    Mit Tricholoma squarrulosum existiert eine sehr ähnliche Art, die in der Vergangenheit irrtümlich[1] als Synonym von Tricholoma atrosquamosum angesehen wurde, teils als dessen Varietät[20]. So beziehen sich einige frühere Beschreibungen von Tricholoma atrosquamosum auf das Taxon, welches aktuell als Tricholoma squarrulosum bezeichnet wird. Diese frühere Fehlinterpretation ging davon aus, dass die Stielgrundfarbe von Tricholoma atrosquamosum grau und nicht weiß sei.[1] Tricholoma squarrulosum wurde dem folgend nur als eine besonders schuppige, kleinere Ausprägung angesehen und als innerhalb der Variationsbreite liegend eingestuft.[1] In Bezug auf das graustielige Taxon hat sich diese Sicht bestätigt, nur sind all diese Ausprägungen Tricholoma squarrulosum zuzuordnen, während Tricholoma atrosquamosum im Originalsinn ein davon abtrennbares, weißstieliges Taxon ist.[1] Diese Gewichtung des Merkmals der Stielfarbe erfolgte, da dies mit den molekulargenetischen Gefunden korreliert, denn anhand der ITS-Region der DNA kann man genau diese beiden Taxa klar trennen: Tricholoma squarrulosum mit grauem Stiel und Tricholoma atrosquamosum mit weißem Stiel.[1] Beschreibungen von Tricholoma atrosquamosum in älterer Literatur und populärwissenschaftlichen Werken sind daher nur eingeschränkt verwendbar, da sie sich meist entweder aus Tricholoma squarrulosum im heutigen Sinn beziehen oder auf eine Mischung der beiden Arten.


    So gesehen sind dann auch viele Bilder im Internet vermutlich mit noch mehr Vorsicht als sonst zu betrachten.
    Ich finde es allerdings auch schwierig, auf Bildern zu beurteilen, ob die Stielgrundfarbe eher weiß oder schon grau ist - vor allem, wenn der Stiel überfasert und leicht beschuppt ist (?)
    Ich habe noch mal in meinem Fundus nachgeschaut. Ich hatte 2015 doch schon mal einen Pilz, der wie Nr. 14 aussah (oberseits zumindest), leicht punktierte Lamellenschneiden hat und damals eindeutig "pfeffrig" roch.
    Da erscheint die Stielgrundfarbe aber etwas heller als bei Nr. 14. ... ob weiß, ob "hellgrau" ... keine Ahnung, er war weniger dunkel überfasert. Nur ganz oben am Stiel sind winzige schwarze Schüppchen (genauso wie bei Nr. 14, da aber noch weniger). Benannt hatte ich ihn damals nicht "abschließend", Tendenz zu T. atrosquamosum.

    KaiR: Ist das deiner Einschätzung nach die gleiche Art wie Nr. 14? (Eher "weißgrundig" meiner Meinung nach ...)


    Zum Seifenritterling ... da schreibe ich gerne Tricholoma atrovirens dran.


    VG
    abeja

    16 - Der nächste Pilz (leider wieder nur ein "schmächtiges" Einzelexemplar) hat mich gründlich verwirrt. Er wuchs so dicht an liegendem Laub-Totholz (Buchenmischwald auf Kalk), dass ich von einer Verbindung zum Holz ausging ... und darauf konnte ich mir gar "keinen Reim" machen.
    Der Burggraben fiel mir dann - leicht verzögert - auf. Zusammen mit der Farbe hatte ich eine Idee, blickte nach oben - und sah die Lärche direkt über dem Fundort.
    Mein erster Lärchenritterling, Tricholoma psammopus - das ist wohl eine eindeutige Sache. Die sehr auffällige rot-braune Stielbasis soll auch sehr typisch sein, was ich allerdings nachlesen musste ... und was gar nicht überall erwähnt ist.
    Da ich vor Ort nur Handybilder machen konnte, noch ein paar Bilder vom angetrockneten Pilz am nächsten Tag.



    17 - Auffällig war in einem Fichtenareal (Dinkelberg, 450 m Höhe) ein sehr, sehr dunkelgrauer Hut mit weißem Rand. ... ein Seifenritterling, Tricholoma saponaceum ... natürlich ^^. Geruch eindeutig, Stielbasis typisch. Ich hatte schon mal etwas dunklere Exemplare, aber fast ganz schwarz noch nie. Die Forma ardosiacum gilt ja als Synonym, wird taxonomisch eigentlich nicht abgegrenzt. Helle Fruchtkörper waren häufig zu finden in diesem Jahr, genauso wie Schwefelritterlinge.


    Viele Grüße
    abeja


    Fortsetzung folgt in einem neuen Thema.

    (Fortsetzung von 25er Spätlese 2)

    Hallo allerseits,

    heute stehen ein paar Ritterlinge auf dem Programm.

    13 - Mitte Oktober sah ich am Rand eines breiteren Weges im Buchenmischwald auf Kalk (ca. 450 m, Dinkelberg) eine Gruppe von Ritterlingen mit Schuppen, die mir etwas größer vorkamen als Erdritterlinge.
    Ich glaube :/ hier, meine ersten Tiger-Ritterlinge, Tricholoma pardalotum (pardinum) gefunden zu haben - und zwar die "Echten", nicht die "Faserigen" (Tricholoma filamentosum).
    Die Größe liegt allerdings im unteren Bereich der Angaben, der Schuppen sind auf Bildern oft noch viel typischer - gruppenartiger, konzentrischer. (Deshalb unten noch ein unverkleinerter Ausschnitt aus dem Originalbild, wo ich die Schuppen am "tigerlichsten" finde.)

    Nur ein Exemplar, was schon halb zerfallen war und wo die Hutreste sehr unregelmäßig ausgebreitet waren, hatte eine Größe von ca. 10 cm Durchmesser (etwas größer als meine Handinnenfläche).
    Der jüngste Pilz zeigte - für seine Größe - die kompakteste, "stattlichste" Figur, dazu noch einen deutlich umgebogenen "ordentlichen" Rand.
    Die Lamellenschneiden waren überall rein-weiß. Tröpfchen am Stielende - gesucht und nicht gefunden. Das ist wohl auch abhängig vom Entwicklungsstadium und der Witterung. Geruch nur nach Ankratzen schwach mehlig.
    Beim Liegenlassen eine leichte rötlich-braune Verfärbung des mitgenommenen Teilstückes, ansonsten keine Auffälligkeiten.

    Ich habe mir die Art eigentlich viel "stämmiger" und damit "beeindruckender" und unverwechselbarer vorgestellt!

    --> EDIT: siehe unten, höchstwahrscheinlich kein "Tiger" - eher aus dem Tricholoma atrosquamosum Agg.


    14 - Ende Oktober entdeckte ich ebenso im Buchenmischwald auf Kalk einen weiteren, relativ großen, einzelnen älteren Fruchtkörper (auch ca. 10 cm Hutdurchmesser). Da waren aber die dunklen Schuppen ganz anders verteilt, mit einem sehr dunklen Bereich in der Hutmitte. Der Rand erschien "faserig aufgelöst" (oder auch "wollig behangen").
    Die Lamellenschneiden waren zum Teil schwärzlich punktiert, der Stiel überfasert, mit dunkleren Fasern - zum Teil auch ein wenig schuppig.
    Beim Geruch habe ich mir mehlig notiert, möglicherweise waren schwache zusätzliche Geruchsnoten vorhanden.
    Diesen Fund möchte ich Tricholoma atrosquamosum, Schwarzschuppigen Ritterling nennen.
    Auch diese Art hatte ich bisher noch nicht. Im Bildvergleich erscheint er oft deutlich dunkler bzw. gleichmäßiger schuppig. Vermutlich sind das jüngere Pilze, vor Aufbruch dieser Faserschicht.
    Bilder mit dieser Schuppenverteilung wie hier findet man auch, vor allem im ital. Forum. Da wird auch oft das "dunkle Auge" erwähnt und der unten verdickte Stiel.

    Tricholoma atrosquamosum Sacc. 1887
    Tricholoma atrosquamosum Sacc. 1887 Tassonomia Divisione Basidiomycota Classe Agaricomycetes Ordine Agaricales Famiglia Tricholomataceae Foto e Descrizioni…
    www.funghiitaliani.it

    Für den Schuppenstieligen Ritterling, Tricholoma squarrulosum (edit: "Buchstabenverwirbelung korrigiert), ist mir der Stiel nicht schuppig und nicht dunkel genug.

    EDIT: s.u. nach dem Artkonzept FNE4 Tricholoma squarrulosum (mit graugrundigem Stiel)


    15 - Mitte November dann auf dem Stadtfriedhof Rheinfelden/Baden noch ein paar "weiße" Ritterlinge (beige-braun eingetrocknet). Farbe, Geruch (etwas unangenehm) süßlich und gerippter Rand: wieder Tricholoma stiparophyllum, Gerippter Gas-Ritterling.
    Es ist ein pers. Zweitfund, Erstfund war auch auf diesem Friedhof in einer anderen Ecke (Im Laufe der Zeit in allen Entwicklungsstadien hier dokumentiert - aber dort wächst zurzeit gar nichts Pilziges mehr. Einige Bäume - darunter die Birke und eine Kiefer, wurden schon vor einiger Zeit gefällt.)