Posts by abeja

    Hallo,

    hier muss ich in der Frage "amyloid oder inamyloid" zurückrudern.

    Ich habe ja einen Teil des Pilzes getrocknet und jetzt noch einmal ein Stückchen der Lamellen mit Melzers Reagenz betupft. Die Lamellen wurden SOFORT dunkel (das Fleisch nicht).

    Der Sporenabwurf war sehr dünn, ich hatte ihn auch nicht zusammengeschoben - vermutlich habe ich eine leichte Verfärbung übersehen, bzw. konnte das nicht richtig einschätzen.


    Also: die Sporen sind eindeutig amyloid, was dann auch für die Porpoloma-Idee sprechen würde.


    (Der Pilz ist ja sogar im "Bon" - aber auch nach der Zeichnung würde ich den nicht erkennen ....)


    VG abeja

    Hallo Peter,

    wow, das wäre ja was.

    Jetzt habe ich erst einmal "herumgegoogelt"...

    Leucopaxillus hatte ich oben ja eigentlich ausgeschlossen, weil mein Pilz (glaube ich zumindest) inamyloide Sporen hatte (und weil auch sonst nichts so richtig passen wollte).


    Porpoloma, den Namen hatte ich zwar schon mal gehört (Wiesenritterlinge ... hätte ich nicht im Wald vermutet - und ich habe da auch noch keinerlei Funderfahrung) ... aber die Gattung hätte ja auch amyloide Sporen (??? kann das mit dem Melzer so undeutlich ausfallen, dass ich mich da vertan haben sollte? Ich habe das vor kurzem mal bei einer anderen Art probiert, die amyloid sein soll - da hat es funktioniert, die "Linien" des Sporenpulverabdruckes sind dunkel geworden)


    In einem Google-Book-Auszug (Flora Agaricina Neerlandica) findet man eine ausführliche Beschreibung - das sieht schon sehr gut aus - auch der Geruch und die Gilbung stimmt, die Lamellendichte, der Lamellenansatz - Standort auch, auch dass der Stiel so tief wurzelnd ist.


    Im Gröger ist er ja auch enthalten ... übersehen .


    Mit dem direkten Bildvergleich habe ich trotzdem so ein bisschen Probleme - die Art kommt ja recht vielgestaltig daher (oft so feinwolliger und dickstieliger).


    VG abeja

    Hallo Andreas,

    danke für die Vergleichsfotos!


    Pleurotus dryinus (ich bin sicher, dass deine Pilze zu dieser Art gehören ... die sehen doch ganz typisch aus, mit diesen Velumresten, dem hellen Stiel und den glatten Lamellen) habe ich bisher auch nur an Laubholz gefunden - aber abseits von Auwäldern, "ganz normal" im Wald an lebender Buche, und einmal an Buchentotholz.

    Aber man findet ja die Webstellen (und auch Vergleichsfotos) zu Pleurotus dryinus an Nadelholz (besonders Fichte) - das war mir auch noch nicht so bewusst.


    Ich finde es auch sehr interessant, wie Lentinus tigrinus ... scheinbar ... auf dem Erdboden wächst.

    Auf deiner Seite sieht man auch sehr schön, wie die ganz jungen Pilze ausschauen, noch VIEL wolliger und auch VIEL dunkler mit sehr vielen Schüppchen am Stiel ... während dann beim ausgewachsen Pilz der Randbereich und die Lamellen in Farbe und Dichte (bis auf die bei deinen Fotos doch an einigen Stellen deutlich erkennbare Sägung) schon recht ähnlich zu meinem "Pilzunikat" ausschauen.

    Ich glaube ... ich habe einen Pilz gefunden ... der sich gerade NEU "erfunden" hat.^^


    VG abeja

    Hallo,

    das ist ja alles ganz schön kompliziert - ich habe die Artikel auch gerade mal so "diagonal" überflogen.

    Da hat man sich bei der Synonymisierung auf die extrem ähnlichen Beschreibungen und besonders auf die Kreuzbarkeit gestützt (?), die wohl gegeben ist.

    Doch in dem von Andreas verlinkten Artikel (dem dort abrufbaren PDF) heißt es ..."Whereas there remain some doubts about whether Armillaria solidipes actually is conspecific with Armillaria ostoyae (Hunt & al. in Forest Pathol. 41: 253–254. 2011)" ... also herrscht molekular-genetisch da (noch ?) keine Klarheit.

    Es wird dann eher die "Namens-Stabilität" für so ein wichtiges Pflanzenpathogen bevorzugt, weil es ansonsten in allen Datenbanken ... schrecklich ... durcheinander gehen würde.


    Ich kann ja oben wieder A. ostoyae schreiben ;).


    Gibt es auch Meinungen zu meiner Clitocybe - kann ich die als Clitocybe metachroa s.l. ablegen?


    VG abeja

    Hallo,

    ich muss gestehen, dass ich ursprünglich die "dunklen H." an Nadelholz alle als A. ostoyae abgelegt hatte. Dann ... irgendwann....hatte ich den anderen Namen "mitbekommen" und jetzt - bevor ich den Eintrag hier einstellte, habe ich nur kurz in Wikipedia (Rotwerd-Smilie gibt es ja nicht :)) nachgeschaut.


    Lt. IF: Armillaria ostoyae

    Lt. Mycobank zu Armillaria ostoyae: current name A. solidipes


    Danke für die schönen Vergleichsbilder!


    VG abeja

    An einem schon ziemlich morschen Buchenholzstück kamen sowohl im September als auch jetzt im November zwei, drei winzige Grüppchen von Lentinellus ursinus (Geschichteter Zähling). Die Art sehe ich auch ca. 1 x pro Jahr.


       



    Ein liegender Birkenstamm mit unglaublichen Mengen von ganz frischen Birkenporlingen, Piptoporus betulinus.


       



    Bisher in diesem Jahr das erste und einzige Exemplar vom Schopftintling, Coprinus comatus ... und obwohl er noch ganz geschlossen war - zeigten sich schon deutlich grauenden-schwärzenden Lamellen im unteren Bereich.




    Der dunkle Hallimasch, (edit:)Armillaria ostoyae (in manchen Datenbanken zur Zeit mit A. solidipes synonymisiert s.u.) kommt (m.M. nach) immer etwas später als die anderen beiden Arten hier, Fundort Nadelwaldareal mit vielen Tannen.

    Skurrile Erscheinung ... der Stiel war auch ganz plattgedrückt.





    Und zum Schluss eine Frage:

    kleine grau-braune Pilze, im Übergangsbereich von Buchen- zu Fichtenwald, auf Kalk, 430 m Höhenlage

    Hut extrem hygrophan, keine Riefung am Hutrand,

    Lamellen eher grau, nicht herablaufend, eher gerade angewachsen,

    Geruch neutral "pilzig" (kein Mehlgeruch),

    bei den meisten Pilzen war der Stiel zweifarbig: oben am Lamellenansatz deutlich heller.

    Ich komme da auf Clitocybe metachroa s.l., kann ich das so stehenlassen?

    Oder gibt es alternative, besser passende Vorschläge?


       


    (Alle Bilder liegen in 1200 Pixel Breite vor.)


    VG abeja

    Auriporia aurulenta (Duftender Goldporling) - erstmals an gleicher Stelle gefunden im Mai an morschem liegenden Fichtenstamm - hat im Oktober neue Fruchtkörper ausgebildet, darunter zum ersten Mal etwas, was deutliche "Treppchen" entwickelt.


       



    Mal was in Rot: Fistulina hepatica, die Ochsenzunge am Stammfuß einer lebenden Eiche, fruchtete exakt an diesem Ort schon einmal im August 2015.

    2016 und 2017 gab es dort gar nichts zu sehen.




    Auch ein Trüppchen Ziegelrote Schwefelköpfe, Hypholoma lateritium gaben sich die Ehre.





    Ganz ganz wenige Milchlinge zeigten sich bisher in diesem Jahr, hier ein paar kräftige gewachsenen Fleischblasse Milchlinge, Lactarius pallidus (bei Buchen auf Kalk)




    Die Trockenheit brachte "seltsame" Gestalten hervor: eine ganze Gruppe von Polyporus badius (Kastanienbrauner Stielporling) hatte zwar eine dunkle Mitte entwickelt, blieb am Rand aber hell und riss dort "zahnförmig" auf - es sah so aus, als hätten sich die Pilze ineinander verbissen.




    Grünblättrige Schwefelköpfe, Hypholoma fasciculare sind wirklich unglaublich häufig ...

    aber so eine "Kompotthut"-Hutform ... oder "Stahlhelm"-Hutform (durch die Trockenheit) sah ich noch nicht.





    Dass die Riesenschirmlinge klein waren in diesem Jahr, konnte man häufiger lesen - aber diese Pilze hier kenne ich bisher nur relativ klein. Die Hüte haben hier bei mir immer ca. 5-6 cm Durchmesser. Wegen der Hutschuppen hielt ich das immer für Macrolepiota rhodosperma (Sternschuppiger Riesenschirmling.)

    Einen Pilz habe ich mal aussporen lassen, wenig hat er ausgesport, zusammengeschoben war das Pulver ganz ganz zart rosalich.


       



    Ein ganz ganz trivialer Erstfund im Fichtenwald (hier ist wenig Fichtenwald) an einer grasigen Stelle, Mycena epipterygia, Dehnbarer Helmling



    Hallo,

    im bisher überwiegend goldenen Herbst fand ich zwar in meiner Region (Hochrhein, auf 400-500 m Höhenlage) kaum Pilze, die auf dem Boden wuchsen, dafür aber lauter "Gold" auf Holz. :)


    Über diesen persönlichen Erstfund habe ich mich sehr gefreut:

    Tricholomopsis decora, Olivgelber Holzritterling, auf schon recht morschem Fichtentotholz


           


    Armillaria gallica, der Veränderliche Hallimasch war allerdings nicht immer ganz so "niedlich", so plüschig, so gelb und golden, die meisten anderen Funde waren blasser.


       



    "Wunderschöner" Goldschimmel (Hypomyces spec.) auf nicht mehr sicher identifizierbaren kleinen Röhrlingen (vermutlich Xerocomellus porosporus, Falscher Rotfußröhrling)




    Tyromyces kmetii, den Blassgelben Saftporling finde ich fast jedes Jahr einmal, normalerweise im Sommer (hier der Fund ist vom September). Es waren die bisher größten und dicksten Exemplare, ca. 10 breit, weißes Fruchtfleisch, weiße Poren, Rotfärbung mit KOH besonders auf der Oberseite in den gelben Bereichen (ein paar kleine Fruchtkörper waren noch am gleichen dicken Buchenast.)


           

    Hallo Jan,

    danke auch für deine Idee (bin gestern nicht hier im Forum vorbeigekommen :)), die Raslinge habe ich mir jetzt auch noch einmal angeschaut ... mmmh ... die sind aber nicht so wollig am Rand, die Huthaut müsste schon sehr anders aussehen.


    Aber es ist wahrscheinlich wirklich so, dass ich nicht feststellen konnte, ob der Pilz an vergrabenem Holz wuchs.

    Ich habe ihn eben einfach mal ganz schnell "ausgezupft".

    Wenn es ein Lentinus tigrinus (finde ich vom Hut und den Farben her immer noch am passendsten) wäre, der normalerweise an frei in der Luft befindlichem Holz wächst, dann könnte ich mir vorstellen, dass so ein Wachstum an vergrabenem Holz auch Einfluss auf die Stielbeschaffenheit nimmt (auf die Oberflächenstruktur). Das ist natürlich reine Spekulation.


    Ich war heute noch mal kurz vor Ort (im "Kein-Pilz-Wald") - es ist nichts nachgewachsen, mein halbierter Pilz lag NACH ÜBER EINER WOCHE noch fast unverändert da. Die Lamellen erschienen (noch im Liegen?) etwas welliger geworden zu sein (aber immer noch nicht deutlich gesägt), der Stielrest war befreit von Erdanhaftungen faserig glatt bis untenhin.


    Ach ja, ein seltsamer Pilz ... skurril ist er .... ich liebe das Wort, es ist so vielseitig anwendbar - auf alles, was so sehr abweichend ist von dem, was man kennt und erwartet.


    VG abeja

    Hallo,

    danke für eure Ideen! :)

    So mal "ganz kurz" hatte ich Lentinus tigrinus in Erwägung gezogen, vor allem wegen der Hutoberfläche (die sieht sehr sehr passend aus!!). Diese Art habe ich allerdings bis her noch nicht gefunden - soll ja meist im Auwald zu finden sein, dann auch mit vielen Exemplaren.


    Der Pilz war aber recht locker im Boden, ich konnte kein vergrabenes Holz feststellen und die Lamellen sind ja gar kein bisschen gesägt (kann sich aber vielleicht noch im Wachstum entwickeln?). Aber den ganz glatten faserigen Stiel finde ich dann auch seltsam.

    Trotzdem gefällt mir die Idee vom optischen Vergleich her ganz gut - auch wegen der Verfärbung.

    Der Geruch wird bei der Art mit "angenehm pilzig" (oder "not distinctive" ) beschrieben, da fällt das Exemplar dann etwas aus dem Rahmen mit seiner Süße ...


    Lentinus lepideus hatte ich zwar auch erst wenige Male (deutlich an großen Nadelholzstümpfen etc.), aber da ist doch auch der Stiel deutlich schuppig?


    Wie sieht es mit der "Lamellen-Ablösbarkeit" bei der Gattung Lentinus aus (ich glaube, das habe ich da noch nie getestet...)?


    Ach ja, ein "komischer" Pilz ... und dann noch ein Einzelexemplar. :(


    VG abeja

    Hallo zusammen,


    dieser Pilz macht mich wahnsinnig ..

    Ich komme auf keine passende Art, sogar die Gattung ist unklar.


    Fakten:

    vor 1 Woche gefunden, 3 Wochen hatte es nicht geregnet,

    Laubmischwald, überwiegend Buchen auf Kalk, Hochrhein ca. 450 m Höhenlage, Erdboden bei Buchen und Esche

    Einzelexemplar


    Hut ca 8 cm Durchmesser

    Hut am Rand wollig, in der Mitte aus faserigem hellen Untergrund dunkel aufschuppend

    Hutrand sehr ordentlich umgebogen

    Lamellen ausgebuchtet angewachsen (sehr "kleiner" Burggraben)

    Lamellen sehr dicht stehend, am Stiel manchmal gegabelt, sehr dicht untergemischt.

    Lamellen sehr leicht ablösbar , Schneiden glatt

    Lamellen weißlich, aber mit gelblich-apricotfarbenem Reflex (dies beim Trocknen stärker werdend)

    Stiel spindelig ca. 8 cm lang, außen faserig, innen voll

    gelblich-apricotfarbender Reflex besonders außen (kleine hellere Zone am Lamellenansatz), im Stielfleisch an der Basis besonders gelblich

    Stiel beim Trocken deutlich intensiver gilbend, besonders unten, doch insgesamt sehr gleichmäßig, nicht fleckend

    Fleisch im Hut weiß, Fleisch sehr fest, sowohl im Hut als auch im Stiel

    der Pilz fühlte sich für seine Größe sehr schwer an.


    Geruch:

    erst eigenartig "frisch", aber auch süßlich würzig (Richtung Nebelkappe), aber auch mit "seifigem Unterton" (Richtung Seifenritterling), aber auch mit dumpf-spermatischer Basis (Richtung Risspilz), keinesfalls "mehlig"

    nach einem Tag Trocknen sehr intensiv süß, so wie süße Risspilze (Richtung Inocybe corydalina)


    Geschmack:

    nach einigem Zögern probiert: mild, aber parfümiert, unangenehm (hatte das Gefühl, mein Hals schwillt in allergischer Weise an)


    Sporenpulver: weiß, inamyloid (keine Reaktion mit Melzers-Reagenz)

    EDIT 10.11: am Exsikkat noch mal mit Melzer die Lamellen betupft: sofortige Dunkelfärbung, also doch amyloid (wahrscheinlich war der Sporenabwurf so dünn und so wenig und da habe ich eine leichte Verfärbung übersehen oder missinterpretiert)


    Einen halben Pilz habe ich mitgenommen und dann auch getrocknet, die andere Hälfte habe ich im Wald gelassen...


    Beim ersten Anschauen dachte ich:

    vielleicht ein seltsamer Ritterling (Tricholoma), den ich nicht kenne.

    Aber in dieser Gattung gibt es doch nicht solch ablösbaren Lamellen und auch nicht so dichtstehende Lamellen - und nicht diesen Geruch (nichts gefunden, was ähnlich wäre) ?

    Dann (vor Sporenpulver) dachte ich: vielleicht Lepista oder Leucopaxillus - aber das Sporenpulver ist weiß - und bei Lepista gibt es wohl nicht so wollige Arten, Lepista tomentosa sieht jedenfalls anders aus.

    Bei Leucopaxillus finde ich auch nichts, d.h. L. cutefractus könnte eine ähnliche Oberfläche haben, aber keine Verfärbung und nicht den Geruch, anderen Standort, anderen Lamellenansatz. Außerdem sind die Sporen von Leucopaxillus amyloid.


    Also zurück, aber auf was?

    Was habe ich übersehen, oder ist dieser Pilz sehr ungewöhnlich in seiner Ausformung ... oder wahnsinnig selten ?

    Wer kann mir weiterhelfen, was könnte das sein? :/:)

    (Bilder liegen in 1200 Pixel Breite vor)

         


         


    VG abeja

    Hallo,

    an der Stelle, wo ich im letzten Jahr den Nordischen Schwammporling sah, hat der Pilz auch in diesem Jahr wieder gefruchtet.

    Eine recht große Ansammlung von schon ziemlich trockenen Pilzhüten ... die ich auch zum ersten Mal so gelblich verfärbt sah.

    Meine bisherigen Funde, bzw. die Pilze an der gleichen Stelle im letzten Jahr waren deutlich weißer.


       


    Jetzt habe ich mal versucht, die Duplexstruktur richtig zu sehen und zu fotografieren.

    Zuerst schnitt ich das sehr trockene Stück (linkes Bild, das Stück mit der gelben Unterseite) durch, aber ich erkannte dort nichts Eindeutiges. Da hätte ich trotzdem natürlich ein Bild machen können (habe ich aber nicht), denn man sah eine konzentrische Zonierung im dicken Fleisch.


    Bei einem noch saftigen Stück konnte ich dann zwei deutliche Schichten in der Trama erkennen.

    Links, direkt anschließend an den Hutfilz ist eine dünne hellere Schicht, die auch etwas weicher ist, dann kommt eine festere Schicht, die auch einen etwas anderen Weißton hat, dann die Röhrenschicht.

    Die frische Schnittkante verfärbte sich nach einiger Zeit fast "zitronig" gelb - das war mir auch noch neu.




    VG abeja

    Knapp daneben ein Wolliggestiefelter Schirmling, Lepiota clypeolaria - nehme ich an.

    Meine bisherigen Funde davon waren deutlich dunkler auf der Hutoberfläche.

    Aber da überhaupt nichts Gelbes vorhanden ist, kann es ja nicht der Gelbflockiger Wollstielschirmling sein.


       


    Immer wieder zu finden, auch bei Trockenheit, am Wegrand im Wald, in der locker aufgehäufelten Erde:

    Cystolepiota seminuda, der Behangene Mehlstielschirmling.


       


    Und jetzt kommt meine heutige Frage an die Experten:

    gegenüber von den Mehlstielschirmlingen (also auch Rand Waldweg, lockere Erde, Buchen und Nadelbäume im Umfeld) lugten andere weiße Hütchen aus der Erde (ich dachte erst, aha, da auch),

    aber die Hutoberfläche ist anders (wollig-seidig), es ist ein Ring vorhanden, der Stiel ist relativ lang.

    Die Pilze sind reinweiß,

    auch auf Druck keine Verfärbung und beim Trocknen auch nicht,

    der Geruch geht in Richtung Stinkschirmling.

    Ich komme da auf Leucoagaricus serenus (Sericeomyces serenus), Weißbleibender Egerlingsschirmpilz (bzw. Heller Seidenschirmling)

    NUR: die Pilze sind extrem klein, Hutdurchmesser ca. 1 cm, vielleicht mal 1,5 cm.

    Was meint ihr dazu?


       


     


    VG abeja

    Hallo,

    Pilze gibt es in meiner Region weiterhin in Kleinstmengen, von den essbaren Pilzen hat fast nur Hallimasch (erst kam Armillaria mellea, diese Woche dann die ersten "Gallier" Armillaria gallica) gefruchtet, aber statt Kilos konnte ich 4 x 300 gr. ernten ;), ansonsten war er zu jung oder schon zu alt.

    Ebenso gab es zu alte Austernpilze und zu alte Lungenseitlinge, winzige Rotfüßchen, zerfallene Täublinge usw.


    Trotzdem siehe ich hin und wieder eine Kleinigkeit, die für mich interessant ist.


    An einem Buchentotholz wuchsen an der Schnittkante zwei Pilze, einmal Flammulaster cf. limulatus mit seinem "Zuckerkristallhut", Orangegelber Flockenschüppling (die schöneren Exemplare waren am seitlichen Stamm. Die Art sehe ich eigentlich in jedem Jahr, anderswo soll er ja selten sein),

    aber auch ein kleiner komplett trockener gelber Schüppling mit Fransen am Hut, das müsste doch Pholiota flammans sein? ... Aber auf Laubholz ... darf er das?

    In vielen Büchern wird nur Nadelholz genannt, aber ich fand auch: "selten an Laubholz"


           



    Überhaupt nicht selten ist der Spitzschuppige Stachelschirmling, Lepiota aspera - ich finde ihn immer nur so schön, obwohl er immer mitten im Dreck sitzt. Das größere Exemplar zerriss das Velum á la "Schleiertanz" - da blieb der Ring nicht unten hängen, sondern löste sich peu á peu an ganz verschiedenen Stellen ab - ein schöner Anblick: Transparenz ... wo man es nicht erwartet.


       



    Melanophyllum haematospermum, den Blutblättrigen Zwergschirmling sah ich auch erst zweimal vorher.

    Hier war eine größere Anzahl zu finden, diese "Gesellen" waren in den Lamellen für mich deutlich wenig freudig als "normal" gefärbt - auch die Hutoberfläche hatte ich etwas körniger und strukturierter in Erinnerung, hier sah man eine überaus "matte Matte".

    Zum ersten Mal habe ich den Pilz aussporen lassen, ziemlich dunkel, soll ja von grünlich nach rötlich gehen.

    Für mich sah das Pulver erst vom Farbton her fast wie Psathyrella aus, die Kamera sah aber das Rot.


      



    Ein paar Giftzwerge bei Totholz-Durcheinander: Lepiota castanea s.l., Kastanienbrauner Schirmling .

    Unterscheidet man da jetzt weiter? Das geht wahrscheinlich nicht makroskopisch?