Posts by Jorge

    Hallo Jürgen,


    da z.B. beim Knollenblätterpilz nie eine Geschmacksprobe gemacht werden soll, ist IMHO daraus zu schliessen, dass eine Respoption toxischer Substanzen durchaus erfolgt bzw. erfolgen kann.


    Daher wenn man auf Geschmacksproben mit anschliessendem Ausspucken nicht verzichten möchte bitte nur bei ungeniesbaren Pilzen und bei Giftpilzen welche folgende Vergiftunssyndrome auslösen:
    Tricholoma-Equestre-Syndrom
    Pantherina-Syndrom
    Gastroindestinales-Syndrom
    Psilocybin-Syndrom
    Coprinus-Syndrom
    Paxillus-Syndrom
    Lyophyllin-Syndrom


    Ich kenne PSVs die auch bei Giftpilzen die das Muskarin-Syndrom auslösen Geschmacksproben machen, aber hier möchte ich mich nicht aus dem Fenster legen.


    VG Jorge


    Falls jemand über andere Erkenntnisse verfügt, ich nehme Kritik gerne entgegen

    Hallo,


    hierzu möchte ich gerne eine eigene Erfahrung einbringen.


    Vor 3 Jahren habe ich in Luxembourg bei einem luxembourger Lebensmittelgrosshändler (Typ Metro mit besserer Ware) zwei Kisten Grünlinge entdeckt. Ich habe ca. eine halbe Stunde gebraucht bis der erste Angestellte unter Zuhilfenahme des Internets mir die Giftigkeit des Grünlings glaubte.


    Ich dachte es sei jetzt alles ok, aber eine Woche später waren wieder Grünlinge im Angebot.


    Gruss Jorge

    Hallo Andreas, hallo Björn, hallo Matthias,


    erst einmal vielen Dank für die Antworten und für das Angebot von Literaturhilfe.


    Andreas : Ich habe erst set ca. 3 Wochen die ersten 4 Bände der PdS und zwar auf französisch (ca. 50,- pro Band). Hatte mich erst mit den ersten 2 Bänder etwas beschäftigt und vergessen, daß in Band 3 (Bolets et champignons à lames) auch die Boleten drin sind, habe nur ... champignons à lames (1ère partie) gelesen und wohl gedacht, daß die Boleten zusammen im Band der Lactariae und Russulae abgehandelt seien (wie Bd. II Pilze BW). Na ja, ich ....


    Um so besser, werde versuchen das jetzt noch mikroskopisch zu untersuchen.


    Ich bin nur etwas verduzt, denn ich dachte es wäre ein seltener Pilz, der mehr Interesse wecken würde und auch mehr Zweifel an der Richtigkeit meiner Bestimmung zu erwarten sei.


    @ Matthias: Daher erschien mir nur eine Bestätigung als zu wenig. Aber scheinbar ist der Pilz gar nicht so selten wie es in Pilze BW den Anschein macht.


    @Björn: danke, wußte ich aber nicht, jetzt weiß ich es.


    VG Jorge

    Hallo Mathias,


    Danke für Deine Bestimmungsbestätigung!


    Dennoch beunruhigt mich langsam die Stille um diesen Pilz. Schließlich ist hier nicht die einzige Stelle wo ich diesen präsentiert habe.


    1. Möglichkeit: ich liege total daneben (glaube ich aber nach eingehender Beschäftigung nicht) und man will mir die Schmach ersparen.


    2. Möglichkeit: keiner kennt sich aus und hält sich lieber da heraus, glaube ich aber nicht wirklich.


    3. Möglichkeit: Sommerloch


    4. Möglichkeit: na davon gehen wir mal nicht aus.


    Für mich ist es jetzt aber sehr wichtig!


    Soll ich jetzt schnell ein Exsikat sichern?


    Ich brauche dringend Mikroskopierliteratur dazu, wie z.B. Pilze der Schweiz, habe nur Band 1-4, kann da jemand mit Scan helfen? Ich brauche zudem als Vergleich b. rhodoxanthus b, b. torosus und b. splendidus/rubososanguineus



    VG Jorge



    VG JOrge

    Hallo liebe Mykologen,


    ich habe unter Buche und basischem Boden foldenden Dickröhrling gefunden:


    Hut: ca. 15cm halbkugelig, verschiedenfarbig. grau grün rosa rot ockergelb schwarz-blau, feinfilzig, Huthaut reicht über Röhrenschicht hinaus


    Röhren: gelblich-oliv, Poren orangerot, nur am Rand etwas gelb, auf Druck blauend


    Stiel: ca. 13 cm lang, sehr bauchig 4,5cm - 7cm, gelb mit rötlichem Netz zur Basis intensiver rötlich bis schwarzbräunlich werdend


    Fleisch: sehr fest, schwer (Pilz ist nicht überaltert) gelb, im Anschnitt sofort blauend, an der Stielbasis fast schwärzlich mitunter rötliche Stellen, später verblassend


    Geruch: etwas unangenehm



    Nach langer Abwägung und Vergleich mit internationaler Literatur denke ich, daß ich da boletus Rhodopurreus gefunden habe.


    Was denkt Ihr?


    VG Jorge

    Hallo an alle, hallo Alis,



    nicht nur zur Zeit der globalisierten Welt bedienten sich Sprachen zwecks Wortneuschöpfungen der Entlehnung von Wörtern (Lexemen) aus anderen Sprachen. Dieses kann man sprachgeschichtlich sehr gut bei den Römern und bei den Germanen im Mittelalter nachvollziehen.


    Die Römer kannten keine vierrädige Wagen, aber die Kelten. Als die Römer den Bedarf einer Bezeichnung dessen benötigten, entlehnten sie diese aus dem Keltischen < 'carrus'. Das "deutsche Wort" 'Haupt' für 'Kopf' kommt aus dem lateinischen 'caput' (lateinisches initiales <c-> [k-] wird gerne germanisch initiales <h-> [h-] wie bei <centu[m]> > 'hundert". usw.


    Selbst die Römer erkannten (insbesondere im 2-4 Jahrhundert) einen deutlichen Sprachwandel der sich nicht nur lexikalisch, sondern auch grammatisch und phonetisch vollzog, und versuchten dem ständig entgegenzuwirken (z.B. in der Schule, vgl. appendix probi). Es hat aber nichts geholfen und aus dem "klassischen Latein" entstanden über das Vulgärlateinische, das mittelalterliche Latein allmählich die Romanischn Sprachen.


    Auch wir können uns nicht gegen einen vollkommen natürlichen Sprachwandel wehren (Germanisch > Althochdeutsch > Mittelhochdeutsch > Neuhochdeutsch > ...), welcher noch nie normativ gestoppt werden konnte; er ist aber für die kulturelle sprachliche Vielfalt verantwortlich.


    Das Wort 'Coach' hat in unserer Sprache schon lange Eingang gefunden und hat bereits eine differnzierte inhaltliche Bedutung erfahren, die einen Standarddeutschen "Eins-Zu-Eins"-Ersatz wohl nicht mehr kennt. Jedes Kind (und auch die ältere Generation) dürfte diesen Begriff bestens verstehen.


    Mir gefällt die Bezeichnung "PilzCoach" sehr gut, da Kinder und Jugendliche sich hierdurch positiv angesprochen fühlen dürften.


    Viele Grüße Jorge

    Hallo Wolfgang, hallo Christoph, hallo Gernot,


    vielen Dank für die aufschlußreichen Ausführungen.


    ich schließe, daß bei Pierre Roux nur ein klassischer fehler aus Vorsicht Eingang gefunden hat, der aus der ursprünglichen Publikation von Marcel Bon ursact.



    Merci und Gruß Jorge

    Hallo an alle,


    ich habe gestern in dem Pilzbuch


    Pierre Roux, Mille et un champignons, 2006, S. 21


    folgendes zum Hasenröhrling gelesen:


    "des intoxations ayant été signalées ..."


    Ich übersetze besser: Es sind Vergiftungsfälle angezeigt worden und daher solle der Hasenröhrling zu Speisezwecken gemieden werden, zumal er auch mit dem giftigen Falschen Hasenröhrling (gyroporus ammophilus) verwechselt werden könnte.


    Dieser Pilz wurde ja früher der Gattung Paxillus zugeordnet, und alle Paxillae gelten als zumindest giftverdächtig, wesshalb die als bislang ungiftig bekannten Paxillae ja inzwichen wieder ausgruppiert werden (vermutlich jedoch basierend auf die DNA-Analysen).


    Gibt es da neue Erkenntnisse?


    Gruß Jorge

    Hallo,


    hier die bereits erste Anfrage:


    Zur Diskussion standen:


    a) Schild-Rötling (entoloma clypeatum)
    b) Schlehen-Rötling (entoloma sepium)
    c) Geruchloser Schild-Rötling (entoloma bahusinese)
    d) April-Rötling (entoloma aprile)


    Fund:
    29/04/2012, Mosel / Flußauwald / Kalkboden / Humus / Weißdorn und Schlehen
    Hut:
    Durchmesser ca. 3-7cm, crème-hellbraun-mittelbraun, keine Olivtöne, spitzgebuckelt, trocken, leicht hygrophan, Rand leicht eingerollt, glett-kahl-feinschuppig (Lupe), leicht radialfaserig ausblassend, Huthaut teilweise abziehbar
    Lamellen:
    weiß-crème-leicht rotschimmernd, mit Lamelleten untermischt, halbdicht stehend, angeheftet angewachsen, nur schwerlich brüchig, Schneiden nur angedeutet rötlich, geschweift, zuweilen gezahnt
    Stiel:
    weiß-leicht bräunlich zur Basis-an einer! kleinen Stelle (0,5 x 0,5 cm) orange rötend, nicht silbrig, gefasert, kaum hohl, ausgestopft, faserig brechend
    Fleisch
    Hut und Stiel weiß, relativ dickfleischig, fest, Sielfleisch faserig, Schnittstellen verfärben nicht
    Geruch:
    etwas fruchtig, altes Mehl, Gurke
    Geschmack:
    ?
    Chemiche Reaktionen:
    Guajak erst braun, nach etwas Zeit blau, Phenol ohne Fabbveränderung
    Sprenpulver:
    rosarötlich
    Sporen
    eckig, rhombusähnlich, ohne Warzen und Keimporus, 9x7-9x8-10x9-10x9-9x8-10x8 Mikrometer








    Exikkat vorhanden!


    Ich habe mich für den Schild-Rötling entschieden; richtig?



    Merci und Gruß


    Jorge