Posts by Wolfgang Prüfert

    Hallo Machiel,


    zwei Fragen:


    1. bis wann muss das Material für die Sequenzierung vorliegen?


    Ich würde gerne diese Saison noch sammeln, da ich von vielen Fundorten nur ältere Exsikkate habe und ich damals noch nicht darauf geachtet habe, vorsichtig zu trocknen. Bei uns geht die Saison jetzt gerade los, und wird bis Mitte November dauern.


    2. Wie kann man "Serrulatum-Schneide" anatomisch sauber abgrenzen?


    Für mich wären es drei Merkmale:
    a) aufrechte Trama-Hyphen mit +- undifferenzierten Endzellen, die weit aus dem Hymenium herausragen
    b) Abschnitte mit liegenden, d.h. parallel zur Schneide verlaufenden Hyphen
    c) eine unregelmäßige Struktur, die ein gesägtes Aussehen unter der Lupe erzeugt


    Bei dem, was ich (fälschlich?) pseudoturci nenne, habe ich a) und b) beobachtet, wobei die Pseudocystiden von a) eher eine regelmäßige Pallisade geformt haben. Also hat c) gefehlt. Aber reicht das, um eine Art abzugrenzen? Was muss ich noch berücksichtigen?


    Danke,



    Wolfgang

    Hallo,


    die gezeigten Bilder passen ganz gut in die Variationsbreite einer Art, die ich als pseudoturci bestimmt habe. In den Mainzer Sanden ist diese recht häufig und recht variabel. Gut passen auch die langen Pseudocystiden. Ein besonderer Geruch ist mir bei meinen Funden allerdings nie aufgefallen.


    E. turci würde ich ausschließen.
    E. odoratum kenne ich nicht, aber laut Mikrozeichnung sind die Pseudocystiden septiert?


    Den braunen Schneiden messe ich wenig taxonomische Bedeutung zu, da es bei einigen meiner Funde variabel war. Es würde mich nicht wundern, wenn alle Arten mit Pseudocystiden auch mal braune Schneiden hätten.


    Ich suche mal ein paar Exsikkate und die zugehörigen Fotos/Beschreibungen 'raus (auch von Cyanula).


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo an alle,


    die Telefonnummern sind schon noch zu finden, wenn man einen PSV anklickt und in dem Vorschau-Fenster auf "Anzeigen" klickt.


    Sinnvoller wäre es natürlich, wenn im Vorschau-Fenster (oder sogar im "Tool-Tip", wo jetzt die laufende Nummer in der Datenbank angezeigt wird) Name und Tel.Nr. erscheinen.


    Noch ein Thema für Matthias Weinhold...


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo Erik,


    auf der Drübeck-Tagung hatte ein Windaus-Vertreter am letzten Samstag eine 3 MPx-Kamera incl. Software für 200 EUR verramscht.


    Zwei Mitglieder unserer Arbeitsgruppe Bingen haben da zugeschlagen, unter anderem Matthias "Wiesenkeule" . Die ersten vielversprechenden Versuche sind schon gelaufen, und auch die ersten kleinen Software-Bugs schon aufgefallen, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint unschlagbar zu sein.


    Wenn Du noch etwas warten kannst, wird Matthias sicher hier einen Erfahrungsbericht einstellen.


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo willihund,


    wie es der Teufel will: heute hatte ich bei Drübeck eine Kollektion von P. alnicola (die übrigens in meiner Literatur nach Flammula kombiniert wurde).


    Der Pilz ist Deinem aus dem Gesicht geschnitten. Riechen tut er übrigens nach nix.


    Insofern halte ich die Bestimmung für ziemlich sicher.


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo willihund,


    sorry, dass ich Dir erst jetzt antworte. Ich bin gerade in Drübeck auf der DGfM-Tagung - wie viele Pilzsachverständige der Gesellschaft.


    Meinen Flämmlings-Tipp ziehe ich zurück - dazu scheint die Huthaut zu schleimig.


    Die genannte Pholiota kenne ich nicht persönlich, aber die Gattung scheint schon sehr plausibel. Leider kann ich Dir mit meinem Wissen bei der Bestimmung nicht weiterhelfen :(


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo "willihund",


    auf den Fotos sehe ich eigentlich nur einen etwas helleren Geflecktblättrigen Flämmling (Gymnopilus penetrans).


    Aus den etwas unscharfen Fotos eine "Bestimmung" abzuleiten, wäre aber zu vermessen. Ein Blick auf die Sporen würde die Gattung vermutlich rasch klären.


    Aber auch ohne Mikros könnte man noch was machen:

    • von einer Pholiota würde ich eine klebrige Huthaut erwarten.
    • Und wie ist die Sporenpulverfarbe genau?
    • Dann schreibst Du zur Huthaut "glatt", auf dem 4. Bild könnte man aber kleine Schüppchen interpretieren. Was denn nun?


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Christian,


    erstmal willkommen im Forum!


    Leider habe ich keinen wirklich guten Tipp für Dich, aber kleine braune Leptonien sind mit einem jungen Einzelfruchtkörper m.E. kaum bestimmbar.


    Das Vorhandensein von Cystiden ist leider nicht immer konstant, und man sollte mehrere Lamellen von mehreren Fruchtkörpern geprüft haben. Auch der von Dir genannte formosum hat ja gewöhnlich Cystiden! Im Umfeld von longistriatum gibt es Formen, die auch mal mit fertilen Schneiden auftreten. Cystidenfreie Varietäten gibt es auch z.B. von weholtii (als politoflavipes beschrieben), der aber kleinere Sporen hätte.


    ... hoffentlich meldet sich Gerhard noch mit kompetenterem Rat!



    Wolfgang

    Hallo Karl,


    ich finde auch öfter serrulatum-ähnliche Pilze mit weißer oder bräunlicher Schneide und (fast) weißen Lamellen - teils am selben Standort wie "echte" serrulatum.


    Ich habe sie bisher caeruleum genannt, weiß aber nicht, ob das wirklich caeruleum sensu Wölfel, Z.Mycol 51(1), 100 ist.


    corvinum möchte ich da nicht 'reinmischen, den finde ich doch deutlich anders. Zwischen serrulatum und meinen "caeruleum" kann ich aber beim besten Willen keinen Unterschied außer der Menge an Blaupigmenten ausmachen, weshalb ich mittlerweile zu der Meinung tendiere, dass eine weiße oder bräunliche Schneide in die Variationsbreite von serrulatum zu fassen ist.


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo an alle,


    völlig reibungslos und von den Benutzern unbemerkt hat Matthias Weinhold das Forum auf einen neuen Server umgezogen.


    Vielen Dank für diese Leistung! :thumbup: :thumbup: :thumbup:



    Wolfgang

    Hallo "Zoobesucher",


    die Tatsache, dass Pilze die Sporen in Stößen herausschleudern, wurde mal bei Becherlingen untersucht. Die Begründung scheint in der aerodynamischen Strömung zu liegen: weil hintere Sporen quasi im Windschatten der vorderen mitgerissen werden, kommt die Sporenwolke in Ihrer Gesamtheit weiter als wenn die Sporen kontinuierlich abgegeben werden würden. Die Evolution hat daher Pilze, die Sporen in Wolken ausstoßen, begünstigt.


    Zu der Frage, wie lange ein Pilz braucht, um sich nach einer Wolke auf die nächste vorzubereiten, ist mir aber keine Untersuchung bekannt. Und das war ja Deine Frage. Die Bildung der Apiculartropfen, die zur "Zündung" der Sporen benötigt werden, setzt schon Stunden vor dem Absprung ein (vergleiche Clemencon, Anatomie der Hymenomyceten, S. 488ff, Kap. Sporenabsprung).


    Ob der Abbau der Lampe irgendeinen Nutzen hat, wage ich zu bezweifeln. Ich denke nicht, dass die Gesamtzahl an Sporen, die der Fruchtkörper über's Jahr ausstößt, von der Anwesenheit der Lampe maßgeblich beeinflusst würde (außer wegen einer Verlängerung der Wachstumsperiode durch die Wärme in Frühjahr und Spätherbst). Sicher hat die Lampe wegen Wärme und Licht aber den Rhythmus der Sporulation beeinflusst.


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo Alis,


    erstmal Glückwunsch zu dem seltenen Leucoagaricus-Fund!


    Von americanus (früher bresadolae) trennt Vellinga auch meleagris als eigene Art ab.
    In diesem nicht ganz einheitlich aufgefassten Artengewirr solltest Du auf jeden Fall noch Farbreaktionen testen (bei Verletzung erst gelb, dann rot oder gleich rot; mit Ammoniak grün, blau oder rot).


    Nach dem Vellinga-Schlüssel in der Flora Neerlandica 5 käme ich bei Deinem Fund klar zu meleagris: Fruchtkörper eher nur mittelgroß, Keimporus undeutlich, HDS-Elemente mit abgesetztem Appendix. Auch war bei meinen (wenigen) bresadolae-Funden der Hut deutlich grobscholliger. L. meleagris hatte ich noch nie.


    Grüße,



    Wolfgang


    P.S: wir haben gerade ENDLICH ein Gewitter mit 20l Regen, das verdoppelt den bisherigen Monats-Niederschlag. Grüße aus dem komplett pilzfreien Rheinhessen!

    Wie weit geht der Pilz in den Baum hinein, um Wasser und auch evtl. andere Nahrung aus den Holz zu beziehen. Bei der ständigen Hitze ist entweder die Nachversorgung von Flüssigkeit sehr gut ausgebildet oder der Pilz ist nicht so empfindlich gegen Austrocknung. Kann dadurch Brandgefahr entstehen ?


    Hallo "Zoobesucher",


    der Pilz hat vermutlich den ganzen Baumstamm komplett durchwachsen und lebt vom Abbau des toten Holzes. Von daher ist der Nachschub an Wasser gut geregelt, und beim Abbau des Holzes selbst entsteht noch etwas Wasser dazu. Dass ein Pilz aber sein Holz aktiv entwässert und so die Brandgefahr erhöht, wäre mir nicht bekannt und würde auch biologisch keinen Sinn machen. Die Pilze haben im Laufe der Evolution eher verschiedene Verfahren entwickelt, möglichst sparsam mit Wasser umzugehen. Ein Hausschwamm kann z.B. angeblich nur von dem Wasser leben, das er sich selbst beim Holzabbau erzeugt (leider weiß ich nicht mehr, wo ich das mal gelesen habe). Auch durch die harte Oberseite dieses Lackporlings wird vermutlich kein Wasser verdunstet. Der Mechanismus, der die Sporen abstößt, bedarf aber ausreichend Feuchtigkeit.


    Grüße,


    Wolfgang

    Da finde ich es durchaus angebracht, dass dem Melder kurz eine persönliche Rückmeldung zukommt.

    Hallo Peter,


    damit hast Du natürlich Recht, und in einem andern Fall, als ich kürzlich einen gemeldeten Beitrag NICHT gelöscht habe, bin ich auch genau so vorgegangen.


    Nun leben wir noch mit dem DGfM-Forum in einer relativ heilen Welt, in dem Spam und andere Missbräuche des Forums im Vergleich zu den fachlichen Beiträgen einen verschwindend geringen Teil ausmachen. Weiterhin konnte ich in den letzten Fällen binnen weniger Stunden reagieren, so dass die fraglichen Beiträge bis zur Löschung erst von zwei Benutzern gemeldet wurden.


    Die Häufigkeit nimmt aber zu (zumindest nach meinem Gefühl), und ich weiß von anderen Foren, die bis zur Unleserlichkeit zugemüllt werden. Daher will ich neben der persönlichen Aufmerksamkeit auch mit technischen Hilfsmitteln gewappnet sein.


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo Holger,


    erstmal Danke für's Melden.


    Eine Rückmeldung an den Melder/die Melderin ist meines Wissens von unserer Foren-Software nicht vorgesehen, aber eine gute Idee! Ich werde das mal bei Woltlab nachfragen.


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo Gerhard,


    ich habe den vorgehenden Spam-Beitrag gelöscht, und aus Deiner Bitte einen allgemeines, neue Thema gemacht:


    Frage: Wie kann man die Administratoren auf zu löschende Beiträge aufmerksam machen?
    Antwort: Bitte benutzt den "Melden"-Button dazu. Dann wird der Beitrag den Administratoren und Moderatoren auf einer eigenen Seite angezeigt. Von dort kann man sofort aktiv werden, und der eigentliche, fachliche Lesefluss wird nicht gestört.



    Frage: wieso können unregistrierte Benutzer überhaupt hier schreiben?
    Antwort: das können sie nur in zwei Unterforen, nämlich bei "Fragen zur Benutzung" (um Fragen zur Registrierung stellen zu können) und bei "Plattform für Pilzfreunde" (um Leuten, die nur einmalig eine Frage stellen wollen und normal nichts mit Pilzen am Hut haben, die Hürde möglichst niedrig zu setzen).



    Wieso allerdings irgendwelche Gespächsfetzen als Spam-Beitrag gepostet werden, ist mir auch schleierhaft.


    Grüße,



    Wolfgang