Posts by Wolfgang Prüfert

    Hallo Adola,


    diese Exemplare solltest Du m.E. nicht mehr essen. Unabhängig von der häufigen Unverträglichkeit und der Roh-Giftigkeit bei Hallimasch zeigst Du "uralte Schlappen", die Dir noch eine Lebensmittelvergiftung obendrauf bescheren könnten.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo abeja,

    Die Fruchtkörper sind inzwischen stark gedunkelt, die Schneiden sind fast schwarz:


    Die Cheiloystiden von Deinem Pilz sind flaschenförmig bis unregelmäßig zylindrisch und ohne Kristalle (hier im Phasenkonstrast, weil man sie in Wasser fast nicht sieht):



    Die Sporen sind asymetrisch ellipsoid, 6-9 x 3-4 my, wobei sich die bei den in Frage kommenden Arten kaum unterscheiden.




    Mit dem Schlüssel in der Flora Neerlandica komme ich damit glatt zu Leucoagaricus sericifer, dem Bräunenden Seidenschirmling, den wir auch in Möhnesee hatten. Der scheint ein gutes Jahr zu haben...


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo abeja,


    erstmal vielen Dank für diese tollen Pilzfunde!


    Beim letzten Pilz bist Du m.E. in der ehemaligen Gattung Sericeomyces (heute Sektion von Leucoagaricus) auf jeden Fall richtig.


    Wir hatten bei der Tagung in Möhnesee auch so einen Fund, ebenfalls vergesellschaftet mit Cystolepiota, und da waren auch so kleine Fruchtkörper mit 10 mm Hutdurchmesser dabei.


    Innerhalb der Sektion wird normalerweise nach Form und Kristall-Auflagerung der Cheilocystiden unterschieden. Unser Fund in Möhnesee hat deutlich gebräunt, und wir kamen wir bei A. sericifer 'raus, aber ich weiß nicht, wie konstant das Merkmal des Bräunens ist. Dann gibt es noch crystallifer, eine schmächtige Art mit mehr keuligen Cheilocystiden mit grobem Kristallbesatz.


    Ich fürchte, ohne Mikros der Cystiden wird Dein Fund keinen sicheren Namen bekommen.


    Liebe Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Matthias,

    erstmal ein Willkommen im Forum.


    Ich finde sordidulum einen plausiblen Arbeitsnamen für Deinen Fund, zumal die Art ja nicht selten ist.


    Wie so oft bei Entoloma gibt es aber ähnliche Arten (die ich nicht alle schon gesehen habe), und die Unterscheidung verlangt neben den Merkmalen des feuchten Hutes (durchscheinende Riefung, Farbe) auch die Pigmentierung der Huthaut.


    Letzteres ist bei so hellen Arten wirklich eine besondere Herausforderung, und da kann es sein, dass Dein "ausrangiertes Schulmikroskop" an seine technische Leistungsfähigkeit stößt. Das Bild der Huthaut wirkt so, als sei die Blende etwas zu weit geschlossen und schiefe Beleuchtung (Kondensor nicht zentriert)? Wenn der Hintergrund auch noch nicht weiß ist, lässt sich zur Pigmentierung nichts aussagen.


    Ich würde an Deiner Stelle die Bestimmung als "cf. sordidulum" und als Erfolg verbuchen, und mir bei Gelegenheit von einem Mikroskopiker helfen lassen, ob man noch 'was aus dem Gerät herausholen kann.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Andreas,
    Erstens bin ich als Mitglied des FA Tox hier präsent, zweitens lesen mehrere weitere Personen aus dem FA regelmäßig mit.


    Zur sorgfältigen Arbeitsweise des FA Tox gehört es, nur final abgestimmte Ergebnisse nach außen zu tragen. Das kann Monate dauern. In diesem Forum werden ja im Moment eher stündlich Beiträge gepostet.


    Was mich ja einerseits freut ( ich hätte mir seit Jahren ein so aktives Forum gewünscht ), andererseits stresst bis zu psychosomatischen Schmerzen von dem ganzen Hass und Häme ( auch wenn die Diskussion streckenweise auch konstruktiv und notwendig war) . Ich kann es mittlerweile niemandem in Verantwortung mehr verübeln, der sich das nicht antun will.


    Grüße,
    Wolfgang

    Quote from Peter

    Für mich ist die qualitativ hochwertige Ausbildung zum PSV eine der Kernaufgaben der DGfM. Sie abzuschaffen, wie es die vom Präsidium verabschiedete neue Richtlinie vorsieht, verstößt nicht nur gegen die Satzung sondern verändert die DGfM nachhaltig.


    Hallo Peter,


    ich würde Dir gar nicht widersprechen, dass (freiwillige) Bildungsangebote für werdende PSV gut in das Portfolio der DGfM passen.


    Allerdings kann ich mich in meiner aktiven Zeit (also etwa seit Mitte der 90er) an kein einziges derartiges Angebot erinnern, außer den F-Kursen der Ausbildungsstätten. Der Beitrag "der DGfM" dazu, im Sinne eines Handelns eines offiziellen Gremiums, hat sich nach meiner Sicht bisher auf die Anerkennung der Ausbildungsstätte beschränkt.


    Daher würde ich gerne verstehen, woran Du die "nachhaltige Veränderung der DGfM" festmachst und worin sie nach Deiner Ansicht besteht.


    Nicht wiederholen musst Du die vielfach geäußerten und m.E. berechtigten Kritikpunkte am zurzeit mangelhaft definierten Zielbild des PSV-Niveaus.


    Danke und Grüße,
    Wolfgang

    Hallo an alle,


    Danke für den Hinweis.


    Im Sinne der FA Tox-Vorgehensweise sollten wir tatsächlich die Positivliste auf fulva, crocea und den vaginata-Komplex aufdröseln und die seltenen Arten außen vor lassen.


    Beim submembranacea-Komplex wüsste ich schon nicht, ob genug Verzehr-Erfahrungen vorliegen. Christoph, wie siehst Du das ??


    Es gibt immer was zu tun...


    Grüße
    Wolfgang

    Hallo Thorsten,


    genau das ist das Problem: es gibt noch 100e Arten, die irgendwann von irgendwem als Speisepilz bezeichnet wurden, und die meisten davon sind irgendwo zwischen wertlos und ungenießbar.


    Ein PSV sollte m.E. da auch mal Stellung beziehen und sagen: man muss nicht alles essen! In Deutschland hat keiner sieben hungrige Kinder daheim.


    Wenn Du aber Arten, die in mehreren der gängigen Bücher als Speisepilz aufgeführt sind, in keiner Liste findest, dann bitte ich um Nachricht an den FA.


    Grüße
    Wolfgang

    Quote from Stefan82

    An die Speisepilzliste sollte kein Anspruch auf irgendeine Vollständigkeit gestellt werden

    Hallo an alle,


    aus FA Tox-Sicht würde ich den Sachverhalt etwas anders formulieren. Die Positivliste enthält alle Arten, die regelmäßig gegessen werden und dennoch Nebenwirkungen nur in Einzelfällen bekannt sind. Für diese Definition verfolgt sie schon das Ziel der Vollständigkeit. Bei Lepista irina würde ich nicht annehmen , das ausreichend freiwillige Selbstversuche dokumentiert sind , das könnte der FA aber mitnehmen.


    Das heißt natürlich nicht, dass es nicht noch viel mehr essbare Arten gibt, diese haben aber nach Definition auf der Positivliste nichts zu suchen.


    (und ich würde von einem PSV in der Prüfung auch nicht verlangen, dass er die Art hinreichend sicher kennt, um sie freizugeben ).


    Grüße
    Wolfgang

    Hallo Thorsten,


    ich bin jetzt zwar weder Prüfer noch Mitglied im FA PSV, aber ich würde aus der Erfahrung als Prüfungsbeisitzer sagen: wenn Du einen Hallimasch mit dem ganzen Disclaimer erläuterst, kannst Du ihn auch freigegeben.


    Durchfallen wirst Du deswegen m.E. bei keinem der Prüfer, vielmehr ist es genau das was sie hören wollen. Eine Freigabe ohne Warnhinweis könnte Dich dagegen reinreissen. Je nachdem wie die restliche Prüfung gelaufen ist, würde ein freundlicher Prüfer nochmal nachfragen.


    Grüße
    Wolfgang

    Kurz darauf hin haben sich 10 Leute aus mehreren Bundesländern zu einem Fachausschuss zusammengefunden, die dort grundlegende Änderungen im PSV-Wesen vor hatten und umsetzen wollten.


    Dieser freiwillige und rein idealistische Zusammenschluss - das waren alles Leute, die ihr Interesse und das Gemeinwohl im Blick hatten und nicht von einem Präsidium berufen wurden sondern sich berufen fühlten und Aufgaben, die da waren, einfach übernahmen. Dieser "Fachausschuss" wurde nach der Präsidiumswahl 2014 vom im Personenkreis identischen, auch jetzt noch amtierenden Präsidium als quasi "illegal" existierend aufgelöst und das Präsidium hat mit der neu ins Amt gekommenen PSV-Verantwortlichen einen neuen Fachausschuss berufen.

    Lieber Peter,


    den ersten Fachausschuss habe damals ich in Absprache mit dem restlichen Präsidium in's Leben gerufen. Über die konstituierende Sitzung ist das Gremium aber damals nicht hinaus gekommen. Dass es so viele personelle Wechsel zum nächsten FA gab, ist in jedem Einzelfall anders gelagert, das müsssen wir hier nicht ausbreiten. Martin Groß gegen Dich abzulösen geschah auf dringende Bitte von Veronika.



    dass es einem Selbstmordkommando gleich kommt, sich jetzt um denn PSV-Posten im Präsidium bei den nächsten Wahlen zu bewerben.


    Zum "Selbstmordkommando" wird ein Präsidiumsposten durch die Personen, denen es um den Streit als Selbstzweck oder um Schuldzuweisungen geht und nicht um konstruktive Lösungen, und durch den Hass, der einem entgegenschlägt.


    Nach "abnormal" vor einigen Wochen verwendest Du jetzt mit "perfide" das zweite Mal eine Vokabel gegen mich, die ich als beleidigend empfinde. Ich möchte Dich höflich bitten, das zu unterlassen.


    Gruß,
    Wolfgang


    (der sich ab morgen für 2 Wochen in den Urlaub verabschiedet)