Posts by F.Dämmrich

    Hallo Christian,


    Hypochnus subvinosus Burt ist bis jetzt nur aus Nordamerika bekannt. Morphologisch vergleichbare Funde in Europa müssten dann sicher einen anderen Namen bekommen, wenn die Genetik unterschiedlich ist. An diesem Thema ist aber momentan meines Wissens niemand dran.

    Kannst mir das Exsikkat ja mal zusenden.


    LG

    Frank

    Hallo Rika,


    wie bei vielen anderen Arten der Gattung Tomentella verstecken sich hinter Tomentella larteritia mehrere Arten, was genetisch noch bewiesen werden muss. Funde mit relativ regelmäßigen Sporen, wie bei deinem Fund, sind höchstwahrscheinlich T. lateritia ss. str.

    Diese haben ein sehr dünnes Subikulum , ein granuloses Hymenophor und ein leuchtend ziegelrotes Hymenophor.

    Funde mit unregelmäßigen bis gelappten Sporen gehören wahrscheinlich zu Tomentella subvinosa, eine ursprünglich amerikanische Art.

    Die Zeichnung von Frau Dr. Maser auf meiner Homepage zeigt sehr unregelmäßige Sporen und gehört eher nicht zur ss. str. Art.

    Sind die Inkrustationen bei deinem Fund in Wasser oder in KOH mikroskopiert? Die meisten Inkrustationen in der Gattung Tomentella lösen sich in 3 % KOH auf.


    LG

    Frank

    Hallo Rika,


    bei dimitischen Porlingen ist es oft schwierig, generative Hyphen und Basidien zu finden und deshalb ist die "Schnallensuche" manchmal zeitaufwendig. Die anfangs etwas dünnwandigen Skeletthyphen haben keine Schnallen, so wie es Ryvarden auch zeichnet. Diese fallen eher auf und man biegt im Schlüssel falsch ab. Eine vergleichbare aber schnallenlose Art gibt es aber nicht. Die reihenförmige Anordnung der Warzen wirst du nicht im Mikroskop sehen, das sind REM Aufnahmen.


    LG

    Frank

    Lieber Andreas,


    hier hat sich ein Fehler im Fundortformular eingschlichen. Die Funktion wird aber sehr selten verwendet, deshalb hast du es als erster bemerkt. :)

    Ich habe das korrigiert und ein Update hochgeladen. Du kannst ein stilles Update machen und dann dürfte dieser Fehler nicht mehr auftreten. Ein offizielles Update (4.50) kommt dann in den nächsten Tagen auch noch.


    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo Abeja,


    außer der eher mediterranen Antrodia albida könnten auch noch andere Antrodia-Arten (z. B. Antrodia sinuosa, A. mellita, A. macra) in Frage kommen. Auch Cartilosoma rene-hentic könnte das sein. Zu klären ist das nur mikroskopisch. In Deutschland gehören wahrscheinlich nur Funde in wärmebegünstigten Regionen zu dieser Art.


    LG

    Frank

    Hallo,


    Trametes versicolor ist wahrscheinlich ein kleiner Komplex, der aber genetisch noch nicht komplett bearbeitet wurde. Zumindest bei den mediterranen Funden könnten da noch eine andere Arten abgespalten werden. Die Vielfarbigkeit, die schon im lateinischen Namen steckt, hat sicher verschiedene Gründe, deren ökologische Gründe so noch nicht untersucht sind. Die Grünfärbung im Bild rechts unten stammt natürlich von Algen.


    LG

    Frank

    Hallo zusammen,


    wenn ich mir die Arbeit von Nitare et al. (2021) so ansehe, drängt sich mir der Gedanke auf, dass in den Sektionen Violacei und Scabrosi ohne Genetik kaum noch gefestigte Bestimmungen möglich sind. Allein im clade von Hydnellum illudens wurden in den Herbaren 8 verschiedene Arten zu H. illudens revidiert. Die Autoren schreiben in der Diskussion ja auch schon folgende Schussfolgerung:

    "Wenn der Lebensraum Mischwald ist, kann eine Identifizierung allein anhand der Morphologie keine zuverlässigen Ergebnisse liefern, und es sollte eine DNA-Sequenzierung in Betracht gezogen werden."

    Nach älterer Literatur war über KOH Reaktionen, Mykorrhizapartner, Sporengrößen und Schnallenverhältnissen noch eine Zuordnung zu einer damals bekannten Art eher möglich, obwohl Stachelinge noch nie leicht zu bestimmen waren, was für die meisten Thelephorales gilt.


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Rika,


    hier mal der Vergleich dieser drei angesprochenen Arten:


    - Ganoderma pfeifferi ist sehr selten, hautsächlich an Buche, hat einen dunkelbraunen Context, eine ungleichmäßige, relativ dicke,

    glänzende Harzschicht, riecht süßlich nach Bienenwax, ist mehrjährig

    - Ganoderma resinaceum ist relativ häufig, meist an Eiche, aber auch an Buche, hat einen hellbraunen Context, eine relativ dünne,

    gleichmäßige Harzschicht, die nur jung glänzt, riecht pilzlich würzig, ist einjährig

    - Fomitopsis pinicola besiedelt alle möglichen Laub- und Nadelhölzer, hat einen cremefarbenen bis ockerfarbenen Context,

    riecht säuerlich, gummiartig, unangenehm, ist mehrjährig, der helle Rand ist meist mit hyalinen Guttationstropfen

    besetzt


    Bei allen drei Arten schmilzt die Kruste in einer Flamme, wobei die Kruste von G. resinaceum schon klebrig wird, wenn man sie länger in der Hand hat.

    Ganoderma-Arten erzeugen Weißfäule, Fomitopsis- Arten Braunfäule.


    Dein Pilz ist mehrjährig (mind. 3 Jahre) und hat einen hellen Context ---> cf. F. pinicola


    Beste Grüße

    Frank

    Liebe Rika,


    ohne Sporen wird das nichts genaues. In der Gattung Steccerinum findet man oft keine oder wenig Sporen. Es gibt mindestens vier pileate Steccherinum-Arten.

    Der Fruchtkörper ist überständig (schon bemoost auf dem Hut) und Frühjahrsfunde sehen da oft untypisch aus. Selbst Funde mit normalerweise regelmäßigen Poren können bei bestimmten Wetterbedingungen ein zerschlitztes Hymenophor bilden.


    Tun wir so, als hätten wir ihn nicht gesehen. :D


    LG

    Frank

    Liebe Kartierungsverantwortliche,


    auf Pilze-Deutschland.de ist eine neue Taxrefliste installiert. Ihr könnt jetzt eure Daten zur Aktualisierung zu mir senden.


    Beste Grüße

    Frank Dämmrich

    Liebe Rika,


    es kommt hier nicht so sehr auf die Dicke des Fruchtkörpers an (die ist oft von den Wachstumsbedingungen abhängig), sondern von der Dichte. Hyphoderma nemorale hat ziemlich feste Strukturen, ähnlich H. mutatum. Die ebenfalls mikroskopisch ähnliche Hyphoderma incrustatum hat sehr lockere, poröse Fruchtkörper und wächst auf stark zersetztem Laubholz. Sie ist sehr selten in Deutschland.


    LG

    Frank

    Liebe Rika,


    dein Päckchen ist trotz Poststreik gut angekommn. Die vier Proben habe ich mir angesehen:


    Probe 4: diese gut entwickelte Hyphoderma ist Hyphoderma nemorale! Gut kenntlich durch leicht moniliforme, zylindrische Zystiden, die teilweise etwas inkrustiert sind und kopfige Zystidiolen. Die Fruchtkörper sind relativ dick und ähneln makroskopisch H. mutatum.

    Probe 3: ebenfals H. nemorale

    Probe 1 & 2: stark infiziert und kaum zu identifizieren; die Hyphenstruktur passt aber auch zu Hyphoderma, sodass es möglicherweise auch diese H. nemorale gewesen sein könnte


    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo Rika,


    das sieht jetzt einer Hyphoderma schon sehr ähnlich. Hyphoderma mutatum wäre makroskopisch möglich, da müssten aber vereinzelte Lamprozystiden zu finden sein. Die Gattung ist aber immer wieder spannend, sodass du mir ruhig was zusenden könntest.


    LG

    Frank