Posts by KaiR

    Hallo alle,


    Machiel ist momentan vorraussichtlich vmtl. nicht erreichbar.


    Hier gibt es eine Publikation mit Schlüssel (Nordosteuropa): http://www.czechmycology.org/_cm/CM61103.pdf


    Man könnte vlt. auch Heinrich Lehmann und/oder Matthias Lüderitz fragen, die das Buch 'Die "Gattung" Hemimycena in Schleswig-Holstein (2018)' veröffentlicht haben.


    LG - Kai

    Vielen Dank für die Beschreibung. Es scheint mir schon vorstellbar, dass E. heterocystis ein weiteres Synonym zu E. neglectum sein könnte, die Schnallen sind eben nicht immer leicht zu finden. Festnageln würde ich mich da aber nicht.


    LG - Kai

    Hallo Raphael & Andreas,


    für mich sieht das auch nach E. neglectum aus, Entoloma pallens halte ich persönlich für ein Synonym.

    Da du Schnallen gefunden hast, kannst du Cyanulas, wie E. queletii, grundsätzlich ausschließen.

    Entoloma cettoi ist hauptsächlich +/- grau und soweit ich weiß eine rein mediterrane Art.

    Der Typus von E. cremeoalbum wurde von Kokkonen 2015 bearbeitet und fällt mit E. neglectum zusammen. Das heißt, E. neglectum ist mikroskopisch variabler als früher angenommen und von daher jetzt leichter zu bestimmen.

    Zu E. heterocystis kann ich nichts sagen, das ist bisher an mir vorbeigegangen und ich komme gerade auch nicht an diesen Artikel dran.


    Beste Grüße - Kai

    Hallo Raphael,


    ich würde hier denke ich auch ohne Caulocystiden schlüsseln und käme dann recht schnell zu 11.: E. pararhombisporum oder E. subcuboideum. Hast du mal auf kongophile Plagues in der Stielrinde gecheckt?


    Beste Grüße - Kai

    Hallo Karl und alle,


    nachdem ich gestern mit einem Kollegen aus dem mediterranen Raum Daten durchgegangen bin, habe ich diese fixe Idee von möglichen nord-süd Verbreitungsmustern schon wieder verworfen.


    Wolfgang: Ja, das war in Blaubeuren, gesammelt in der Schachenheide, 3.10.2021.


    LG - Kai

    Hallo Karl, Andreas und Björn,


    ich halte es für möglich, dass E. incanum s. str. eine eher nördlich verbreitete Art ist und E. verae hier in Mitteleuropa deutlich häufiger. Ob das wirklich so ist, wird sich evtl. in den nächsten Jahren zeigen, wenn mehr Daten dazu vorliegen.


    Makroskopische Unterschiede sind mir nicht bekannt.


    LG - Kai

    Hallo Andreas,


    was du als E. caccabus beschreibst würde sehr gut zu E. paludicola passen.

    Ich weiß momentan aber nicht, wie man E. caccabus und E. subradiatum auseinanderhalten kann. Was ich mal als "typischen" E. subradiatum bestimmt habe, hat sich zumindest als E. caccabus herausgestellt und kommt hier in parkähnlichen Habitaten, z.B. Friedhöfen, bei Eiche und Buche vor.


    LG - Kai

    Hallo Andreas,


    leider kenne ich E. subradiatum nicht persönlich. Es kommt aber meiner Meinung nach auch E. caccabus in Frage, das auch intrazelluläres Pigment und eher heterodiametrische Sporen hat. Diese Art ist hier in Südhessen nicht unbedingt selten. Bei Verletzung sollten sie recht deutlich mehlig riechen.


    Beste Grüße - Kai

    Hallo Christian,


    Hydnellum (Sarcodon) squamosum hat sehr dunkle Fruchtkörper, die müssten schon sehr lange gelitten haben, dass sie so aussehen wie deine Aufsammlung. Siehe zum Vergleich hier im Fundkorb: https://fundkorb.de/pilze/sarc…osus-kiefern-habichtspilz

    Ich halte es für unlogisch, dass diese Art, die eher typisch für Flechtenkiefernwälder ist, im Kalkbuchenwald vorkommen soll.

    Ich habe leider wenig Erfahrung mit der Mikroskopie von Thelephorales. Bei dem Bild der Septe wäre ich mir nicht sicher, dass das wirklich eine Schnalle ist.


    Es gibt im Laubwald auch noch H. illudens und H. nemorosum, die Beschreibungen sind im Artikel von Nitare et al. 2021 alle enthalten. Frisches Material wäre sicher hilfreich.


    Ich bin auf jeden Fall gespannt, was herauskommt!


    Beste Grüße - Kai

    Hallo Christian,


    vielleicht hilft dir diese Arbeit weiter:


    Nitare J, Ainsworth AM, Larsson E, et al (2021) Four new species of Hydnellum (Thelephorales, Basidiomycota) with a note on Sarcodon illudens. Fungal Systematics and Evolution 7:233–254. https://doi.org/10.3114/fuse.2021.07.12

    Dort wird z. B. auch ein Hydnellum fagoscabrosum beschrieben.


    Sarcodon wird dort zum größten Teil als Section Scabrosi innerhalt von Hydnellum gehandelt. Es wurde in einer früheren Arbeit (Larsson K-H, Svantesson S, Miscevic D, et al (2019) Reassessment of the generic limits for Hydnellum and Sarcodon (Thelephorales, Basidiomycota). MycoKeys 54:31–47. https://doi.org/10.3897/mycokeys.54.35386 ) schon gezeigt, dass die traditionelle Trennung von Hydnellum und Sarcodon nicht aufrecht erhalten werden kann.


    Beste Grüße - Kai

    Hallo miteinander,


    man sollte sich in der Sache nicht stressen lassen, die Pilze bleiben ja die selben.

    Die Omphalotaceae Taxonomie ist noch nicht besonders stabil. Das sieht man z. B. daran, dass in der von Raphael zitierten Arbeit die Gattung "Collybiopsis" im Stammbaum statistisch gar nicht abgesichert ist. Das liegt z. T. daran, dass hier nur mit ribosomalen Markern (ITS + LSU) gearbeitet wird.

    Ich halte es persönlich daher so, dass ich die Gattung Gymnopus weiterhin sehr weitgefasst verwende.


    Beste Grüße - Kai

    Hallo Raphael,


    Glückwunsch zu diesem Fund! Deine erste Kollektion hat einfach schon etwas bzw. einiges an Sonne/Wind etc. abbekommen. Auf S. 668 FE5B, oberes Bild reißt auch ein Fruchtkörper etwas radialfasrig auf.

    Ingesamt passt alles so gut für E. nigroflavescens, dass da m. M. kaum Zweifel bleiben.


    Beste Grüße

    Kai

    Liebe Entoloma-Interessierte,


    ich möchte hier ein paar Hinweise zur Bestimmung von Entoloma Arten geben. Bei Bedarf werde ich diesen Post anpassen bzw. editieren.

    Andreas: könntest du diesen Post bzw. Thread pinnen?


    Aufsammlungen aus den Untergattungen Cyanula, Leptonia, Nolanea, Trichopilus und dem /Rhombisporum clade sollten mit den "Fungi Europaei 5B" bestimmt werden. Ältere Literatur zu verwenden ist nur bedingt sinnvoll bzw. sinnlos in vielen Fällen. Leider haben sich einige Fehler in die Bestimmungsschlüssel eingeschlichen, hier die Berichtigungen:


    Key 4.1

    20* -> weiter zu 21

    34/34* -> E. chalybeum wird nur mit braunen Lamellenschneiden geschlüsselt, kommt aber auch ohne gefärbte Lamellenschneiden vor.


    Key 4.3

    7* -> weiter zu 25

    32 -> weiter zu 33

    321* muss 32* heißen -> weiter zu 34

    36 "of the poliopus-type" streichen; es folgen auch Arten mit anderen Lamellenschneidentypen


    Key 4.4

    Es fehlt E. asprellum, das auch in pink vorkommen kann. Kann aufgrund der fertilen Lamellenschneiden bestimmt werden.

    8* -> weiter zu 9


    Key 5

    1* -> weiter zu 17


    Key 7

    4 -> 135 E. pleopodium

    4* -> 132 E. ameides



    Vielen Dank an dieser Stelle an Karl und Ingo, die die meisten dieser Schlüsselfehler gefunden haben.

    Falls jemand weitere Fehler findet, bitte hier als Antwort melden, ich werde sie dann nachtragen.



    Aufsammlungen aus Untergattungen, bzw. Clades die nicht in den FE5B enthalten sind, werden in den geplanten Fungi Europaei 5C behandelt werden. Solange das noch nicht zur Verfügung steht, muss man sich mit den älteren Monographien (FE5 + 5A) und z. T. verschiedenen Zeitschriftenartikeln behelfen:


    Untergattung Entoloma s. l.

    -Morgado LN, Noordeloos ME, Lamoureux Y, Geml J (2013) Multi-gene phylogenetic analyses reveal species limits, phylogeographic patterns, and evolutionary histories of key morphological traits in Entoloma (Agaricales, Basidiomycota). Persoonia 31:159–178. https://doi.org/10.3767/003158513X673521

    -Kokkonen K (2015) A survey of boreal Entoloma with emphasis on the subgenus Rhodopolia. Mycol Progr 14:116. https://doi.org/10.1007/s11557-015-1135-y

    -Brandrud TE, Bendiksen E, Jordal JB, et al (2018) Entoloma species of the rhodopolioid clade (subgenus Entoloma; Tricholomatinae, Basidiomycota) in Norway. Agarica 38:21–46

    -Noordeloos ME, Weholt Ø, Bendiksen E, et al (2018) Entoloma aurorae-borealis sp. nov. and three rare Entoloma species in the Sinuatum clade (subg. Entoloma) from northern Europe. Sydowia 70:199–210

    -Ainsworth AM, Douglas B, Suz LM (2018) Big Blue Pinkgills formerly known as Entoloma bloxamii in Britain: E. bloxamii s. str., E. madidum, E. ochreoprunuloides forma hyacinthinum and E. atromadidum sp. nov. Field Mycology 19:5–14. https://doi.org/10.1016/j.fldmyc.2018.01.004

    -außerdem E. silvae-frondosae und E. tiliae in den Fungal Planet description sheets 785–867 (2018) Persoonia 41:238–417. https://doi.org/10.3767/persoonia.2018.41.12


    /Rusticoides clade

    -Vila J, Caballero F, Carbó J, et al (2014) Preliminary morphologic and molecular study of the Entoloma rusticoides group (Agaricales-Basidiomycota). Revista Catalana de Micologia 35:65–99


    Diverse Arten: inkl. Synonyme und Bilder von sequenzierten Aufsammlungen

    -Brandrud TE, Bendiksen E, Jordal JB, et al (2019) On some Entoloma species (Tricholomatinae, Basidiomycota) little known or new to Norway. Agarica 39:31–52


    Umfangreiche Dokumentationen von Entoloma Aufsammlungen, z. T. sequenziert, befinden sich auf der Homepage von Matthias Dondl: https://www.interhias.de/schwa…galerie/galeriestart.html


    Beste Grüße

    Kai

    Hallo Felli,

    das sieht schon sehr nach E. sericeoides aus, und Habitat und Jahreszeit passen auch.

    Was mich etwas irritiert, sind die relativ großen und schon tendenziell eher heterodiametrischen Sporen bei deinem Fund.

    Aus Österreich wurde noch E. pseudosericeoides beschrieben. Die Abgrenzung finde ich aber schwierig.

    Beste Grüße

    Kai

    Hallo Felli,

    falls es da auch +/- deutlich kopfige Zystiden gibt, müsste man evtl. auch Arten der Untergattung Trichopilus in Betracht ziehen. Das wird von dem zweiten Zystidenbild noch nicht klar. Vlt. hilft es dafür in KOH- oder Ammoniak-Lsg. zu mikroskopieren.

    Die zweiten Sporenmaße sind schon deutlich kleiner als für E. plebejum angegeben.

    Grüße

    Kai

    Hallo Ingo,


    Andreas hat ja bereits das meiste gesagt, sein Fund gehört zu einer Art, die momentan in der Warteschlange ist.


    Entoloma undulatosporum im weiteren Sinn ist ein Komplex aus mehreren Arten. Möglicherweise gehören auch Teile der sect. Erophila in diese Verwandtschaftsgruppe. Die Arten scheinen alle relativ bis ziemlich selten zu sein, daher überrascht es nicht, dass sie bisher unter breiteren Konzepten vereint wurden.


    Dementsprechend ist es nicht verkehrt das Übergangsweise unter E. cf. oder aff. opacum laufen zu lassen.


    Ich halte auch E. triste im bisherigen Sinn für mehrere Arten.


    Beste Grüße - Kai