Posts by Antidot

    Als Ergänzung zum Thema: Schreiben von Prof. Dr. Hanns Kreisel an mich. Er hatte 2012 eine Untersuchung an der Uni Greifswald auf meine Anregung/Anfrage hin veranlasst. Die untersuchende Person wollte eine eigene Veröffentlichung daraus machen. Es handelte sich um Pleurotus ostreatus und Flammulina velutipes.


    Lieber Herr Andersson,

    nunmehr kann ich Ihnen das Ergebnis der Untersuchung vo Fruchtkörpern essbarer Pilze von giftigen Goldregen mitteilen. In den Pilzen von Frau X wurde kein Giftstoff gefunden, während in gleichzeitig mit gleicher Methodik in vergleichsweise untersuchtem Holz von Goldregen (aus dem elterlichen Garten des Studenten) erwartungsgemäß Giftstoffe (Alkaloide) nachgewiesen wurden. Ich finde dieses Ergebnis interessant, vermutlich neu in der mykologisch-toxologischen Literatur, und auch beruhigend, denn man wird auch in Zukunft beim Sammeln holzbewohnender Pilze nicht unbedingt darauf achten müssen, an welcher Art Holz sie gewachsen sind.


    Beste Grüße
    Harry

    Hallo abeja und Mitleser,

    auch wenn wir nicht im feucht-warmen tropischen oder subtropischen Klima leben, wäre ich mit Schizophyllum vorsichtig.

    Kumari, Maushami et al.: Production of schizophyllan using Schizophyllum commune

    NRCM, Bioresource Technology 99 (2008): 1036–1043.

    https://www.sciencedirect.com/…cle/pii/S0960852407002015

    [Stand 25.10.2019]

    [

    Chowdhary, Anuradha et al.: Recognizing filamentous basidiomycetes as agents

    of human disease: A review. Medical Mycology, Vol. 52, Issue 8, Nov. 2014:

    782–797.

    https://doi.org/10.1093/mmy/myu047 [Stand 25.10.2019]


    Castro, Luz Angela et al.: Case report of Schizophyllum commune sinusitis in an

    immunocompetent patient. Colombia Médica, On-line version ISSN 1657-9534,

    Colomb. Med. Vol. 41, No 1 Cali Jan./Mar. 2010.

    http://www.scielo.org.co/sciel…pt=sci_arttext&pid=S1657-

    95342010000100009 [Stand 25.10.2019]


    Hypsizygus marmoreus gibt es gelegentlich im REAL-Supermarkt. Habe ich gebraten probiert – leider nicht roh – war lecker.
    Bitter ? Nö. Herkunft Niederlande.

    Kräuterseitling aus Korea habe ich mehrfach probiert. Kräftige Fruchtkörper, schwacher Eigengeschmack. In dünne Scheiben geschnitten, von beiden Seiten angebraten; von umami keine Spur.

    Tremella fujiformis habe ich in einem Asia-Lebensmittelgeschäft in Hamburg gekauft.

    Kein Eigengeschmack

    Astraeus hygrometricus habe ich vor vielen Jahren in einem Asia-Geschäft in Braunschweig als Konserve gefunden. Ich habe es nicht fertig gebracht, sie zu verzehren, zumal das Innere der Fruchtkörper lt. Abbildung weiß sein sollte, es in den Konservenpilzen aber bereits schwarzbraun war. A. hygrometricus ist wohl als Sammelbezeichnung für mehrere unterschiedliche Arten zu verstehen.

    Beste Grüße

    Harry

    Hallo abeja,
    herzlichen Dank für die umfangreiche Darstellung und deine persönlichen Eindrücke zu den verschiedenen Arten.
    Da werde ich etwas Zeit zum Durcharbeiten benötigen. Ich melde mich dann.
    Beste Grüße
    Harry

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    beim Recherchieren stieß ich auf einen Hinweis, dass die grün/blau Färbung der Röhren und Poren auf Druck beim Maronenröhrling (Imleria badia) als Amyloidreaktion bezeichnet wurde.

    Amyloidreaktion war mir bislang nur im Zusammenhang mit Melzers und Lugol bekannt.

    Muss ich wohl dazulernen?

    Viele Grüße, Harry

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    in Beschreibungen frischer Pilze finde ich immer wieder die Geschmacksangabe "pilzig". Eine Definition konnte ich nicht finden.
    Was versteht ihr unter "pilziger Geschmack"?
    Viele Grüße
    Harry

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ich muss meine obigen Aussagen leider korrigieren und bitte um Entschuldigung.

    Die DVO (EU) 2018_2011 vom 17. Juli 2018 wurde nur wenige Tage später – am 23. Juli 2018 - durch eine weitere Durchführungsverordnung inhaltlich geändert. Die neue DVO (EU) 2018/1023 legt den Höchstgehalt für Vitamin-D2 von UV-bestrahlten Champignons (Agaricus bisporus) nunmehr auf nur 10 μg/100 g Frischgewicht fest.


    Auch der zusätzliche Hinweis wurde verändert. Es heißt nunmehr: Der Vitamin-D-Gehalt wurde durch kontrollierte Lichtbehandlung erhöht.


    Außerdem wurde die Stellungnahme der Expertenkommission zu Vitamin-D-haltigen Produkten einer Revision 1.1 (2017) unterzogen.

    Harry Andersson

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Diesen Beitrag schreibe ich für den FA Pilzverwertung und Toxikologie in Absprache mit Bettina Haberl als Sprecherin des FA. Ihr mangelt es für das komplexe Thema in diesen Tagen leider an Zeit.


    Andreas K. wies darauf hin, dass in einem Supermarkt UV-bestrahlte Kulturchampignons als Vitamin D-Champignons angeboten wurden und dies auf Facebook und in anderen Medien diskutiert wird.


    Unser FA-Mitglied Heidrun Weiß (ehem. Lebensmittelchemikerin beim Niedersächs. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) hat recherchiert. Das Wichtigste sei hier dargestellt.


    UV-bestrahlte Kulturchampignons mit erhöhtem Vitamin-D Gehalt sind als Novel Food (siehe unten) zugelassen. Einzelheiten zu Vitamin-D-Champignons regelt die Durchführungsverordnung DVO (EU) 2018/2011 vom 17. Juli 2018.


    Die Zulassung betrifft nur kommerziell angebaute Champignons (Agaricus bisporus), die nach der Ernte mit UV-Licht behandelt werden.

    Bestrahlung: Mit ultraviolettem Licht innerhalb des Wellenlängebereichs von 200-800 nm.

    Der Vitamin D2-Gehalt: 5-20 μg/100 g Frischgewicht bei Ablauf der Haltbarkeitsdauer. Höchstgehalt also 20 μg/100 g Frischgewicht.


    Die Bezeichnung der Pilze lautet „UV-behandelte Pilze (Agaricus bisporus)“ und ist in der Kennzeichnung anzugeben. Zusätzlich ist in der Kennzeichnung der Hinweis anzubringen „Der Vitamin-D-Gehalt wurde durch kontrollierte Exposition gegenüber UV-Licht erhöht“ - oder - „Der Vitamin-D2-Gehalt wurde durch UV-Behandlung erhöht“.


    Eine Bewertung von Vitamin-D-haltigen Produkten (01/2016) hat die Gemeinsame Expertenkommission BVL/BfArM vorgenommen: Eine interessante Veröffentlichung rund um die Vitamin-D-Versorgung; gesundheitsbezogene Angaben, diätische Lebensmittel, neuartige Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel sowie Abgrenzung zu Arzneimitteln. Toxikologische Bewertung, gesundheitliche Bewertung, Risikobewertung, Vitamin-D-Gehalte von Lebensmitteln sowie Empfehlungen für eine ggf. notwendige zusätzliche Vitamin-D-Zufuhr sind weitere Themen. Demnach beträgt der Vitamin-D-Gehalt: Steinpilze 3 μg/100 g, Shiitake 2,5 μg/100 g, Champignons 2 μg/100 g.


    Prof. Dr. Siegmar Berndt weist auf die Folgen einer möglichen Überdosierung durch reichlichen Verzehr bei bereits ausreichend mit Vitamin-D versorgten Personen hin.


    Fazit: Vor dem Reinschaufeln bitte erst die Stellungnahme der Expertenkommission lesen.

    https://www.bvl.bund.de/Shared…VitaminD_Revision1.1.html


    Wer mehr über Novel Food wissen möchte:

    https://www.bvl.bund.de/DE/01_…od/lm_novelFood_node.html


    Harry Andersson

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    auch die Stiftung Warentest spricht mit seinem Logo auf dem Umschlag eine Empfehlung für ein Pilzbuch aus:
    Handbuch Pilze von Pelle Holmberg & Hans Marklund.


    Leider kenne ich das Buch lediglich von den Umschlag-Abbildungen. Nur um es selbst zu bewerten, wollte ich es mir nicht kaufen.


    Beste Grüße - Harry

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    die Diskussion um Helvella crispa gab es 2013 schon einmal.


    Herbstlorchel


    "Die Würzburger Toxikologin und Mykologin R. Seeger beschreibt Helvella crispa als "völlig ungiftig".

    Trotzdem ist vom Verzehr von Herbstlorcheln wegen ihres, wenn auch nur
    sehr geringen MMH Gehaltes, abzuraten. MMH ist im Tierversuch
    hochkanzerogen, mutagen und teratogen.

    In einer 2000 veröffentlichen Stellungnahme der WHO hat eine Expertengruppe vom Lorchelverzehr generell abgeraten."


    Beste Grüße - Harry

    Hallo miteinander,


    immer wieder habe ich Hainbuchen-Äste und Stämme gesehen, auf denen die Fruchtkörper in nahezu parallelen Reihen wuchsen. Mit dem Bestimmen habe ich mich lange Zeit schwer getan. Daher freue ich mich über das Bild umso mehr: Melogramma campylosporum Fr.


    Viele Grüße aus Braunschweig


    Holla,
    als Fan der Kanaren-Insel La Palma ist eines meiner Highlights ein wunderschöner Pilz, der dem Wanderer sofort und immer wieder ins Auge springt: Terana caerulea. Die Art war Pilz des Jahres 2009.
    Schöne Grüße aus Braunschweig - Harry

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    an den Zugriffszahlen zum Thema Knollenblätterpilze sehe ich, dass dieses Thema auf großes Interesse gestoßen ist. Ich bedanke mich auch ganz besonders für die zahlreichen Zuschriften mit interessanten Hinweisen.



    In einem Internet-Beitrag habe ich noch einmal die Argumente erweitert und zusammengefasst.


    http://www.unser38.de/braunsch…nblaetterpilz-d21858.html


    Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Saison!
    Harry Andersson