Posts by Andreas

    Hallo,


    zumindest in Bezug auf den steinpilzschleppenden Rentner aus Bodenmais ist die ganze Angelegenheit etwas vielschichtiger und nicht nur einfach eine Fette-Beute-Meldung.


    Ich muss vorausschicken, dass ich grad beim Heinz im Zwiesel bin und seine Sicht der Dinge aus eigener Anschauung voll teilen kann:
    Hier ist es zur Zeit mit Pilzen ziemlich mau. Will heißen, wenn man zwei Stunden durch den Wald läuft, findet man schon ein paar Schwammerl, und vielleicht sogar ein oder zwei Steinpilze. Eine derartige Menge an Steinpilzen zu finden wie der Rentner aus Bodenmais ist in der Umgegend hier zur Zeit aber kaum glaubhaft. Außerdem scheint es sich bei den Steinpilzen um Sommer-Steinpilze zu handeln, dem Pressefoto nach. Ich stimme mit Heinz darin überein, dass der ganze Bericht aller Wahrscheinlichkeit nach ein Fake ist. Fragt man sich natürlich warum? Die plausibelste Begründung ist, dass der dortige Fremdenverkehrs-Chef (der sich auch sonst schon durch grenzwertige Aktionen zur Touristenwerbung ausgezeichnet hat) ein paar Kisten Steinpilze auf dem Großmarkt gekauft hat, den Rentner dahinter gesetzt hat und das Foto an die Preese gab, mit dem Ziel Ausflügler ins Gebiet zu locken. Wenn man letztes Wochenende in Zwiesler Waldhaus war, dann wird man festgestellt haben, dass dieses Konzept (dass ich mal unterstelle) sogar aufgegangen ist. Heerscharen von Ausflüglern, viele davon mit Korb, rammelten durch den Nationalpark und nahmen alles mit was nicht niet- und nagelfest war. Sicherlich haben die Mehreinnahmen der Gastronomie etc. die Ausgaben für die paar Steinpilze aufgewogen - Der Zweck heiligt die Mittel ....


    Ich persönlich würde es gut heißen, wenn die entsprechenden Zeitungen stets ein Schreiben von einer Organisation (regional oder DGfM) erhalten würden, in dem unmisverständlich dargelegt wird, dass derartige Massensammlereien eindeutig der Bundesartenschutzverordnung widersprechen und normalerweise mit Bußgeld belegt werden müssten. Und das Berichte über solche Gesetzesübertretungen ähnliches Niveau haben wie ein Bericht mit Bild über den Temposünder des Monats, der die höchste Geschwindigkeitsübertretung erzielt hat.


    Auch wenn ich einig bin, dass rein aus naturschutzfachlicher Sicht das Sammeln von 40 kg Steinpilz der Art sicherlich keinen großen Schaden zufügt, so sind die Begleitfolgen (Massenansturm im Nationalpark) doch oft weitreichender als nur die paar fehlenden Fruchtkörper. Und außerdem: Man mag über das Gesetz denken wie man will, es ist aber nun mal Gesetz!


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Jorge,


    verstehe dein letztes Posting nicht so ganz. Mátzé hat Dir nach knapp einer Stunde deine Bestimmung bestätigt, das war doch ganz schön schnell. Wieso deutet das für dich auf "beunruhigende Stille" hin? Oder anders gefragt: Was hättest Du dir an weiteren Reaktionen erwartet? Wenn Du noch fragen zu dem Pilz hast, dann stelle sie ruhig, ich bin ziemlich sicher dass dann auch Reaktionen dazu kommen werden.


    Wenn Du Pilze der Schweiz Band 1-4 hast, wozu fragst Du dann nach weitere Bestimmungsliteratur? Im Band 3 sind die Röhrlinge drin. Du musst aber aufpassen, denn der dort als rhodopurpureus vorgestellte Pilz ist in Wirklichkeit B. rubrosanguineus. Dein Pilz findet sich dort als B. torosus (der in Wirklichkeit gelbe Poren hätte). Ob man B. luteocupreus und B. rhodopurpureus wirklich trennen kann ist fraglich, daher kannst Du die Mikromerkmale vom "torosus" in PdS getrost mit deinem Fund vergleichen. Dein Fund könnte man vom Bild her auch als B. luteocupreus ansprechen, deine Beschreibung der Hutfarben würde für mich aber eher auf B. rhodopurpureus ss.str. hindeuten - wie gesagt: vermutlich kann man diese beiden Taxa eh nicht trennen.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Christoph,



    Quote

    Was Literaturanfragen betrifft, ist man immer etwas in der Zwickmühle, wenn man jemandem eine Seite kopiert und zuschickt. Im wissenschaftlichen Bereich gibt es hier aber zum Glück Bestimmungen, die im nicht-kommerziellen Bereich geringe Kopien (z.B. eine Originaldiagnose) erlauben.



    vielleicht hast Du mein Posting nicht beachtet. ³53 des UrhG regelt ganz klar und eindeutig die Vervielfältigung zum privaten Gebrauch.


    Du kannst völlig gesetzeskonform komplette Bücher kopieren (nicht nur einzelne Teile daraus), sogar in mehreren Exemplaren, wenn Du sie in deinem Bekanntenkreis nicht-gewerblich verteilen willst, insbesondere wenn es sich um wissenschaftliche Forschung handelt. Die gängige Rechtssprechung lässt sogar bis zu 7 Kopien zu. Daher auch in vielen Copy-Shops entsprechende Hinweise, dass Bücher nur maximal 7x kopiert werden dürfen. Dies betrifft allerdings Papierkopien, für digitale Kopien sind mir keine hochinstanzlichen Referenzurteile über die ANzahl geduldeter Kopien bekannt.
    Übrigens gibt es genau aus diesen Gründen, dass nämlich Kopien zu Privatzwecken erlaubt sind, Abgabegebühren für Hersteller von Vervielfältigungsgeräten (Kopierer, Scanner) und -medien (CD-Rohlinge, Disketten), die der VG Wort zugeleitet werden, die wiederum diese Gelder an Verlage und Autoren auf Antrag ausschüttet.


    Richtig ist natürlich, dass man diese Kopien nicht im Internet allgemein zugänglich hochladen darf. Weder in einem Forum, noch auf einer privaten Homepage, sofern der Zugriff nicht nachweislich auf entsprechend wenige Leute begrenzt ist (Hochladen auf eine nicht verlinkte Seite mit Passwort, das nur an drei Personen verteilt wird wäre beispielsweise eine legale Möglichkeit).


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    dass man solche Literaturwünsche nicht durch hochladen auf einen öffentlich zugängichen Webspace befriedigen darf, ist schon richtig.


    Allerdings darf man durchaus der anfragenden Person eine Kopie zur Verfügung stellen, sofern man dies nicht gewerblich tut. Bitte also bei ähnlichen Anfragen zukünftig beachten, dass dem Urheberrecht unterliegende Werke nicht unkontrollierbar vielen Personen, sondern nur dem Anfragenden zur Verfügunggestellt werden darf.


    Die von Peter Reil hier einkopierte Klausel (hast Du hoffentlich auch Dr. Schmid um Erlaubnis gefragt, lieber Peter Reil? ;-)) ) aus dem besagten Werk vom IHW-Verlag "Auch die Herstellung von Photokopien des Werkes für den eigenen Gebrauch ist gesetzlich ausdrücklich untersagt" ist definitiv falsch, denn der Gestzgeber räumt ausdrücklich das Recht auf Privatkopie ein!


    Siehe hierzu das UrhG


    § 53 Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch


    Lasst Euch also nicht ins Bockshorn jagen 8)


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Wolfgang,




    also mit Pholiota dürftest Du schon richtig liegen, denke ich. Ph. subochracea ist es sicher nicht, die kenne ich, die sieht anders aus. Wie eine Kreuzung aus Torfmoos- und Grünblättrigerm Schwefelkopf etwa.


    Was ich eher anzweifeln würde, ob die von Dir gezeigten Zystiden wirklich Chrysozystiden sind. Die in Baumwollblau gezeigte überzeugt mich gar nicht (da nimmt man ja auch eher Patenblau, denn BWB bringt da nichts). Und auch die gelbe auf dem ersten Bild sieht zwar durch diese gelbe Reaktion schon etwas nach Chrysozystide aus, wäre mir aber mit einem stärker abgegrenzten Inhalt statt diesem völlig in der Zystide gelösten Inhalt deutlicher. Vielleicht hat Dein Pilz ja gar keine Chrysos, dann könnte er ja doch zwanglso angetrocknete Ph. highlandensis darstellen.


    beste Grüße,
    Andreas

    Liebe Pilzfreunde,


    ich möchte nochmals auf die preislich sehr günstige BFA-Tagung* hinweisen, die vom 23.-26.08. im Ferienpark "Feuerkuppe" südlich von Nordhausen in Thüringen stattfindet.
    Die Tagung beginnt Donnerstags mit dem Abendessen und endet Sonntag mit dem Mittagessen. Die komplette Tagung inkl. Tagungsgebühr, Übernachtung und Vollpension (inkl. Bunter Abend) kostet nur 118,- Euro! Neben Exkursionen gibt es auch Vorträge, die Tagung kann als PSV-Fortbildung gewertet werden.


    Die Exkursionen werden uns zum einen in Kalklaubwälder, zum anderen voraussichtlich in den Südharz führen.


    Es würde mich freuen, wenn noch ein paar Leute Lust hätten, dort teilzunehmen, es ist wirklich zu empfehlen.


    Eine Anmeldung oder wenigstens Interessenbekundung muss aber unbedingt noch bis Ende der Woche erfolgen!!


    beste Grüße,
    Andreas


    *BFA = Bundesfachauschuss Mykologie des NABU

    Files

    • Einladung.pdf

      (271.31 kB, downloaded 253 times, last: )

    Hallo,


    wir hatten hier in Jena (etwas südlich davon) beim Asco-Kurs auch diese Art. Standort ist ein Bachlauf im Buntsandstein, Wuchsort direkt oberhalb der Wasserlinie an der Bachböschung. Mehrere Hundert Apothezien auf geschätzt 100m Bachstrecke verteilt, zusammen mit Helvella cf. dissingii.


    Die Art ist dort standorttreu, war in den vergangenen Jahren aber nur in Einzelexemplaren zu finden. Dieses JAhr dagegen zu hunderten. Dieses Jahr stanken sie auch übelst, die Jahre davor ar der Geruch nicht wahr zu nehmen.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Christoph,


    ich hatte die Roten Listen nicht in Gedanken dabei. Die dürften ja kaum ohne Beteiligung weiterer Mykologen zu erstellen sein, auch regional nicht, und sie darüberhinaus von überregionalem Interesse. Geld kann man dabei auch nicht in großem Umfang verdienen.


    Anders sieht es meiner Meinung nach bei Gebietsbearbeitungen aus. Da kann durchaus auch ein fünfstelliger Betrag zustande kommen, und wenn man auf bereits erhobene Daten zurückgreifen kann, könnte man da ohne großen eigenen Aufwand glänzen. Die Problematik der Überschneidung von Ehrenamt und Geldverdienen betrifft (und betraf auch früher schon immer mal) auch Präsidiumsmitglieder bzw. außerhalb des Präsidiums ehrenamtlich für die DGfM tätige Leute. Mich z.B., Matthias Lüderitz oder Peter Karasch. Früher z.B. Walter Pätzold, Dr. Schmid und wenn ich recht informiert bin auch Prof. Langer. Ich finde es absolut wünschenswert und wichtig, dass hier klare Regelungen geschaffen werden. Denn verzichten kann die DGfM kaum auf die ehrenamtliche Tätigkeit aller Personen, die (auch) irgendwie mit Pilzen/Daten/Kertierungen/sonstwas Geld verdienen (ob viel oder wenig).


    Wie Du sagst, die Aufträge werden ausgeschrieben. Daher sollte auch klar sein, dass alle Bewerber auf so eine Ausschreibung dieselben Ausgangschancen haben. Ich gehe auch nicht davon aus, dass jemand seine Zugriffsmöglichkeiten auf die DGfM-Daten für gewerbliche Projekte ohne DGfM-Plazet benutzt oder benutzt hat.
    Aber solche Vorwürfe stehen doch immer mal wieder im Raum, siehe das DGfM-Rundschreiben letzten Oktober von Dr. Unterseher. Daher sollten wir auch nach außen hin von vornherein klar machen, unter welchen Voraussetzungen die DGfM-Daten für solche Projekte genutzt werden können - und dies muss natürlich für alle potentiell Interessierten gleich sein. WIE ihr das gestaltet, das wird sicherlich noch manche Diskussion erfordern. DASS es aber eine Regelung geben muss, im Interesse sowohl der Kartierer als auch der Datennutzer, das steht für mich fest.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Christoph,




    Quote


    Die Frage ist aber meiner Meinung nach viel mehr, wer damit Geld verdient. Würde jemand, der ehrenamtlich in der Kartierung beauftragt ist, gleich ob in oder außerhalb des Präsidiums, an den Daten verdienen können, dann wprde ich da natürlich einen Konflikt sehen. [...]
    Kurzum: Ehrenamt und Hauptamt sollten sich nicht überschneiden.


    Dann müssen mindestens drei derzeit aktive Landeskoordinatorenstellen neu besetzt werden.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    @Martin: Braune bzw. olive Spitze nur solange die Gleba noch drauf ist, so wie bei der normalen Stinkmorchel eben auch.


    Vor allem die Farbe des Rezeptakulums ist für mich eindeutig Hundsrute. Das ist ein lachsfarben oder orange, während die Himbeerrote Hundsrote ein richtiges Himbeerrot zeigt -> "fuchsia" würde ich das in einer Beschreibung nennen :-))


    beste Grüße,


    Andreas

    Hallo Helmut,


    ein Gilben bei Kollektionen aus dem clypeolaria-Verwandtschaftskreis habe ich mehrfach beobachtet. Ich habe nicht den Eindruck, dass das ein konstantes Merkmal darstellt. Auffallend war für mich ein Fund in Stuttgart-Degerloch, beim Haus des Waldes, wo in einem Jahr der ganze Wald voll mit Lepiota clypeolaria stand, die auf Druck zitronengelb verfärbte. Im Jahr darauf waren nur normale (nicht verfärbende) Exemplare zu finden. Eine weiter Kollektion zitronengelb verfärbender clypeolaria fand ich am Gardasee.


    Ich halte also daher nicht viel vom Taxon ochraceosulphurescens, muss aber eingestehen, dass es sich bei ochraceosulfhurescens möglicherweise um etwas anders handeln kann als meine Kollektionen. Dein Fund zeigt ja auch mehr ockerliche Verfäbrungen, was besser zum Namen passt, während meine immer zitronengelb verfärbten.


    Du solltest aber mal Sporen messen, ob es sich nicht um eine L. magnispora handelt.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    der Frage zur Häufigkeit wage ich zu widersprechen, oder muss zumindest relativieren.
    Es hängt vermutlich vom Gebiet ab, in dem man wohnt. Aber es verging bei mir noch kein Jahr, indem ich nicht diese Ophiocordyceps gefunden habe, und zwar zumeist um diese Zeit, in der Regel beim Morcheln suchen oder etwas später. Meist nur einzelne Fruchtkörper, aber es gibt teilweise auch Massenfruktifikationen. Cordyceps militaris habe ich letztes oder vorletztes Jahr das erste Mal selbst gefunden (Bayerischer Wald) und insgesamt in den letzten 20 Jahren keine 5 mal zu Gesicht bekommen. Für mich persönlich ist O. gracilis die häufigste Kernekeule, wenn man nicht größtenteils in sauren Nadelwäldern mit Cordyceps ophioglossoides rumläuft.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Matthias,


    ich hatte noch nie welche mit blauen Asci und nach dem gefühlt 100sten Versuch hab ich dann irgendwann aufgegeben. Nur die Porusreaktion alleine würde mir aber nicht reichen, besonders nicht bei Lachnellula.


    Das mit der Gruppe ist ne prima Idee. Also die Lachnullen-Gruppe :thumbsup: . Oder muss das Lachnellulen-Gruppe heißen ?(


    beste Grüße,


    Andreas

    Hallo an den AK Entoloma!


    Sehr schön, da kann ich ja gleich eine aktuelle Frage los werden :thumbup:


    Wir haben hier in Jena letzten Samstag mit unserer Wald- und Wiesen-AG von Eriks Schule auf einer Exkursion Entoloma sericeoides gefunden. Die Art ist offensichtlich bisher für Thüringen nicht nachgewiesen. Das ist natürlich spannend für die Kinder und auch für die Erwachsenen und ich habe versucht, etwas mehr über die Verbreitung herauszufinden. Die Ökologie ist bei dieser Art ja recht schön dargestellt und unser Fund passte da nahezu perfekt dazu: Ehemaliger Kalk- bzw. Travertinsteinbruch, sehr xerophil, mit Orchis militaris, Morchella steppicola und (später im Jahr natürlich) Entoloma excentricum, incanum, griseorubidum, indutoides, Hygrocybe persistens.
    Was mich aber wundert, ist die Flächenverbreitung in Deutschland:
    Für Bayern ganz wenige Funde, wird in der Roten Liste als "R" geführt ("Rarität"). Ob die Funde in NW-Oberfranken im Krieglsteienr-Atlas alle stimmen?
    Baden-Württemberg 2 Funde. Müßte aber zumindest im südlichen Oberrheingebiet/Kaiserstuhl öfters zu finden sein.
    Sachsen ein Fund
    Thüringen bisher Fehlanzeige, ebenso Niedersachsen (wirklich?), Schleswig-Holstein udn Berlin-Brandenburg.
    Hessen-Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen habe ich keine Ahnung, das könnt bestimmt ihr mir sagen. Ich stelle mir vor, dass sie in den trockenen Weinbaugegenden, z.B. bei Wolfgang Prüfert um Bingen, durchaus vorkommt.
    Sachsen-Anhalt gibt es wohl auch Funde.
    Mecklenburg-Vorpommern weiß ich nicht, dürften aber nicht sehr viele Nachweise sein, wenn überhaupt.


    So, was mich bei dieser Zusammenstellung nun wundert ist, warum in der neuen Roten Liste die Art in Kategorie 3 eingestuft werden wird. Kategorie 3 bedeutet ja eine gewisse Häufigkeit. Nach den Einstufungsparametern wurde die Art als "sehr selten" bezeichnet, was aber immer noch mindestens ca. 30 Fundpunkte bedeuten würde. Wo stecken die alle, zumal für die Rote Liste ja keine Daten aus Rheinland-Pfalz vorlagen (und Hessen meines Wissens auch nicht).


    Habt ihr da eine Idee, bzw. wie ist Eure Einschätzung über die tatsächliche Häufigkeit?
    Die Ökologie ist ja durchaus z.B. mit Entoloma excentricum vergleichbar. Die ist auch als "sehr selten" eingestuft, kommt aber aufgrund stärker angenommener Rückgänge auf Rote Liste 2. Für mein Empfinden gibt es wesentlich mehr Fundmeldungen von Entoloma excentricum als von E. sericeoides. Wie seht ihr das? Ferner wäre zu bedenken, dass E. sericeoides schwerpunktmäßig wohl eine Frühjahrsart ist. Das könnte man als Grund nehmen, sie als übersehen zu deklarieren. Andererseits kommt sie genau in den Biotopen vor, wo jetzt die Orchideen blühen und diese Biotope werden gerade jetzt viel besucht - auch von Pilzlern. Könnte man als Argumentation nehmen, um zu sagen, dass die Art doch recht gut kartiert sein müßte ....


    Wie auch immer, mich würde Eure Einschätzung zur Verbreitung der Art interessieren.


    Ach ja, leider war grad keine Kamera zur Hand, daher gibt es nur ein Belegfoto in der Sammelkiste (fot. T. Böhning) ....


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Wolfgang,


    ja, das stimmt. Moose-Deutschland ist eine reine Darstellungsseite, aber dies nach meiner Meinung derzeit das perfekteste in diesem Bereich was ich kenne. So würde ich mir das für die Pilze auch wünschen.


    beste Grüße,


    Andreas

    Hallo,


    ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit dem NABU hier eine vernünftige Diskussion führen kann, mit dem Ziel einer Kooperation zwischen der DGfM und dem NABU. Wir (DGfM) würden eine aktuelle Referenzliste hinterlegen können und die Qualität der Eingaben bestmöglich erhalten. Wir (NABU BFA Mykologie) würden in die Qualitätssicherung eingebunden sein, was durch die jetzt eh schon bestehenden "Doppelämter" ja fast schon zwangsläufig der Fall ist. Die im BFA Mykologie engagierten Mykologen sind zu einem guten Teil dieselben, die derzeit die Landeskoordinatoren der Ost-Bundesländer stellen. Als Sprecher des BFA mykologie kann ich bei Bedarf da auch gerne die Kontakte herstellen und mal ein erstes Treffen anregen, damit man mal die gegenseitigen Wünsche und Vorstellungen sondieren kann.


    beste Grüße,


    Andreas


    (NABU BFA-Sprecher Mykologie)