Posts by Andreas

    Hallo,


    also ich hätte einige der Pilze aus 3 ja makroskopisch für R. lepida gehalten, aber wenn Du die Guajak-Reaktion frisch getestet hast und sie war immer schwach, dann ist es wohl wie Felix meint alles velutipes. Die Guajak-Reaktion bei R. velutipes teste ich immer dergestalt, dass ich einen Tropfen Guajak an der obersten Stielspitze anbringe, so dass er in den Lamellenansatz laufen kann. Dann ist schön zu sehen dass bei velutipes die Lamellen relativ zügig umfärben, während der Fleck auf dem Stiel lange bräunlich bleibt. R. minutula müsste auch in den Lamellen negativ bleiben, jedenfalls war das so bei zwei Funden die ich als solche bestimmt hatte (kleine Fruchtkörper, auf tendenziell schwach saurem Boden, jeweils in herausragenden Biotopen). Die beiden hatten auch immer mal ummantelte Hymenialzystiden, wenn auch nicht so deutlich wie bei R. pseudointegra.


    Die Guajak-Reaktion gibt CHALANGE allerdings für Russula lepida mit "0-III" an sowohl für Stiel als auch für Lamellen, was sehr irritierend ist und mir in der Praxis so noch nicht untergekommen ist. Meine typischen lepidas waren immer II-III auf Stiel wie Hut.

    Den Bleistift-Geschmack von lepida habe ich noch nie wahrgenommen, aber mit Bitterstoffen habe ich eh so meine Probleme. Diese matte, fast komplett angewachsene (oder so wirkende) Huthaut ist eigentlich ein Indiz für lepida, ebenso rote Farbtöne am Stiel.

    Ansonsten mikroskopisch ist R. lepida ja gar nicht der Problempilz gegenüber den anderen erwähnten, weil die ja alle schön inkrustierte Primordialhyphen haben, während R. lepida bestenfalls feines Gekrümel zeigt und SV-negative (relativ unauffällige) Dermatozystiden hat.


    Zur Sulvovanillin-Reaktion habe ich aber die Beobachtung gemacht, dass eine intensive Reaktion wohl abhängig ist von der Menge der Vanillinkristalle! Aufgefallen ist mir das beim Versuch, Pleurotus ostreatus und Pleurotus pulmonarius aufgrund der bei LUDWIG angegebenen SV-Reaktion zu trennen. Was nicht funktioniert hat, aber wir feststellen konnten, dass wenn man ein Stück Hutfleisch von diesen Seitlingen in eine gesättigte (oder besser übersättigte) Lösung von SV tunkt, dass dann eine intensive Reaktion entsteht, und wenn man vom selben Pilz ein weiteres Stück ein zweites Mal in die verbliebene SV-Lösung tunkt dann nur noch eine ganz schwache Reaktion zu sehen ist. Vom Farbton her aber nicht ganz die intensiv eosinfarbener Reaktion der Roseinae sondern eher die etwas Fuchsia-lilafarbene Reaktion die abeja oben auch zeigt.

    Es wäre interessant, wenn ein Chemiker mal erklären könnte, was da überhaupt passiert, also was da miteinander reagiert.


    P.S.: Die Myko-Shop Schwefelsäure ist 62-65%.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo abeja,

    Die Reaktion mit 20 proz. KOH ist deutlich gelblich (aber nicht sehr "zitronig" wie teilweise in der Literatur beschrieben wird, dort allerdings mit 30- oder 40- proz. KOH getestet), die gelbe Farbe schlägt ins Rötliche um.


    Wegen Geruch/Geschmack und KOH-Reaktion halte ich das alles für Gilbende Stinktäublinge, Russula subfoetens.

    Stink-Täublinge ja, aber welche Art ist so nicht zu klären. Die KOH-Reaktion ist kein verläßliches Merkmal um Russula foetens von subfoetens zu trennen. Aufgrund der Ökologie ist meiner Meinung nach R. subfoetens tatsächlich wahrscheinlicher, aber ohne die Sporen zu checken kann man nichts sicheres sagen.


    Russula nigricans ist eindeutig, und auch die anthracina hätte ich zumindest makroskopisch so angesprochen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Alis,


    ich hätte gesagt, dass ich Pilzsachverständiger bin und nicht Hellseher.

    Mit diesen Angaben lässt sich so wenig anfangen, dass sich eigentlich noch nicht mal drüber nachzudenken lohnt.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Klaas,


    also makroskopisch wäre ich auch sofort bei E. placidum, vor allem in Verbindung mit Buchenholz.

    Allerdings kenne ich E. placidum nur von relativ stark vermorschtem Holz, nicht auf der Rinde.

    Mikroskopisch passt aber nicht dass deine Sporenmaße so klein sind (insbesondere die Breite) und vor allem hat E. placidum Schnallen.

    Wenn Du Dir mit den fehlenden Schnallen sicher bist, dann kann es jedenfalls nicht placidum sein, dann müsstest Du doch irgendwo im Bereich tjallingiorum oder so suchen. Die haben aber eigentlich eher violettliche Stiele und nicht so blaugraue wie placidum. Also mir würde ja schon am besten taugen, wenn Du doch noch Schnallen finden würdest …..


    liebe Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    diesen süßlich-parfümierten Geruch hat mal in einem Kurs jemand als "riecht nach Multivitaminsaft" beschrieben, und ich hatte sofort diese Assoziation mit Multisanostol oder Rotbäckchen oder was es da so alles gibt …


    liebe Grüße,

    Andreas

    Hallo Helmut,


    mir ist nie klar geworden, was Tricholoma triste sein soll, und auch CHRISTENSEN & HEILMANN-CLAUSSEN haben mich da nicht wirklich erleuchtet. Ich hätte solche Kollektionen wohl als T. myomyces und somit als T. terreum "durchgewunken" (z.B. Großpilze Ba.-Wü. S. 550), aber möglicherweise sind meine (wenigen) myomyces-Funde ja in Wirklichkeit alles T. triste gewesen ….


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    der erste Pilz scheint am ehesten ein Helmling zu sein. Sehr ähnlich sieht die sehr seltene Mycena radicifera aus, insbesondere durch die etwas dunklere zusammengezogene Hutmitte. Die Art kommt nur auf Hauhechel vor, was aber an den Rheindämmen ja durchaus sein könnte.

    Wissen werden wirs allerdings nie …..


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    auf dem letzten Bild siehst Du schon das fleischrosa Sporenpulver, das die Gattung Amanita ausschließt.

    Außerdem gibt es weder Amaniten noch Dachpilze mit schleimigem Hut.

    Aber dieser Pilz narrt immer wieder die Pilzfreunde die ihn noch nicht gesehen haben. Zumal die Lamellen lange weiß bleiben und nicht an einen Rosasporer denken lassen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    also nein, da kann man nicht wirklich was erkennen. Sieht mir eigentlich zu hell aus für sanguinaria.

    Spp.-Farbe wird ermittelt indem man den Sporenabwurf auf weißem Papier (besser auf einem Objektträger) zu einem Häufchen zusammenkratzt. Nur abgeworfen ist der Farbton zu hell wegen der zwischen den Streifen mit Spp. liegenden Streifen weißen Papiers.


    Ohne die von mir oben erwähnten Minimalangaben und ohne farbechte Bilder ist es kaum möglich, etwas konkretes zu sagen, und meine oben angegebenen Vorschläge sind eben auch nicht mehr als eben Vorschläge - keine sicheren Bestimmungen!

    Du kannst Dich natürlich gerne weiter mit diesen Funden beschäftigen und wirst dabei einiges über die Gattung Täublinge lernen, aber sicher bestimmt bekommst Du die Funde sicherlich nicht mehr. Die Gattung erfordert sehr intensive Untersuchungen, inklusive Mikroskopieren, auch wenn einige Arten mit zunehmender Erfahrung auch so erkannt werden können. Aber nicht umsonst werden von verschiedenen Kursanbietern Wochenkurse speziell für Täublingsbestimmung angeboten ….


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    also die ersten drei Bilder und die zweiten drei Bilder von "A" gehören aber nicht zusammen!

    Die obere Reihe zeigt meiner Ansicht nach Russula atropurpurea, wobei der ganz rechte sogar nochmal was anderes, nämlich R. coerulea sein könnte. Die untere Reihe zeigt Russula sanguinaria. Für letzteren ist auch die Lamellenhaltung schwach herablaufend sehr typisch, was die meisten anderen Täublinge nicht zeigen. Die Sporenpulverfarbe weiß ist dann aber von den atropurpureas, denn sanguinaria hat gelbes Spp..


    Zu "B" kann ich nichts sagen, da sind die beiden Bilder nicht aussagekräftig genug.


    Was unbedingt zu einer Täublingsbestimmung gehört ist:

    Sporenpulverfarbe nach einer entsprechenden Skala (Romagnesi-Farbton, notfalls nach Pilze der Schweiz)

    Geschmack (Lamellen)

    Chemische Reaktion mit Guajak auf Stiel und auf Lamellen (Sekunden bis zum Farbumschlag zu grün messen)

    In Frage kommende Begeitbäume


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    wenn sich bei deinen Maronen welche befinden, deren Röhrenfutter rosa verfärbt, dann haben diese "Maronen" sicherlich auch eine Netzstruktur auf der Stieloberfläche und heißen Gallen-Röhrling.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich habe auch schon einmal eine Dokumentation zugesandt bekommen von einem Pilzfreund, weil ich es nicht glauben wollte. Daraus war dann zweifelsfrei ersichtlich, dass in einem Vorgarten Suillus colinitus bei einer Birke wuchsen. In keinem der angrenzenden Gärten war eine Kiefer oder überhaupt ein Nadelbaum zu finden gewesen.


    LG, Andreas

    Lieber PS

    […] In meinem Leben habe ich schon viele Prüfungen absolviert aber noch nie durfte ich eine machen, wo alle Fragen vorher bekannt waren. […]

    SG

    Hallo,


    dann hast Du keinen Führerschein, denn auch dort sind alle Fragen vorher bekannt und können geübt werden ….


    LG, Andreas

    Hallo abeja,


    schön dass es einen Beleg gibt! Das hatte ich überlesen ….

    Wenn es warten kann und sich niemand anderes nach dem Pilz drängelt, dann würde ich ihn sehr gerne untersuchen - aber erst im Winterhalbjahr. Momentan komme ich sicher nicht dazu und er würde eher verloren gehen ….

    Ich habe Lactocollybia cycadicola mal in Jena im Botanischen Garten gehabt, die Art wuchs da aber auf der Rinde einer lebende Palme (Dioon edulis).


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo abeja,


    um die Gattung Lactocollybia sicher zu bestimmen, musst Du mikroskopieren. Normalerweise haben Lactocollybien eine matte weiße Hutoberfläche, was nicht so ganz zu deinem Pilz passt. Auch sind sie oft exzentrisch gestielt.

    Jedenfalls nochmal: Ohne mikroskopische Untersuchung ist das Kaffeesatzleserei. Wenn Du also ernsthaft an einem Ergebnis interessiert bist, dann müsste ein Exsikkat vorliegen, das man nachuntersuchen kann. Gibt's das denn? Oder kannst Du noch einen Trockenbeleg anfertigen, ist noch Material im Topf?


    beste Grüße,

    Andreas