Posts by Helmut

    ... ist die erste Risspilz-Art, die mir 2014 begegnet ist. Sie stand an der selben Stelle wie im Spätherbst 2013 in einer Sandgrube bei Pinus, Salix und Betula, am Wegrand im reinen Sand. Das Foto stammt vom 12.5.2014, die Mikro-Fotos vom 31.10.2013. Makroskopisch sind die Frk. recht variabel.


    In der selben Sandgrube zeigten sich auch noch die unvermeidliche I. lacera (s. l. - noch nicht untersucht) sowie Paxina leucomelaena, Helvella lacunosa, der erste kleine Birkenpilz (evt. L. cyanobasileucum oder wie der auch immer z. Zt. heisst) und ein schöne, interessante Telamonia-Kollektion.


    Gruß


    Helmut

    Servus Hias,


    auf den ersten Blick wirken Deine Frk. etwas blaßer als meine. Sonst passt aber alles recht gut. I. glabrescens scheint mir weder in der Interpretation als I. abietis noch als I. metrodii zu passen. Interessant finde ich, dass
    - auch die Ökologie bei unseren Funden übereinstimmt
    - in der Literatur keine wirklich passende Art zu finden ist
    - keine/r unserer Inocybe-Kollegen etwas dazu gepostet hat.


    Die Art sollten wir mal im Blickfeld behalten.


    Gruß


    Helmut

    Liebe Risspilzfreunde,


    Mitte August 2010 begegnete mir unter Tilia in einer Regensburger Parkanlage über Kalk eine eher kleine und zierliche Inocybe mit kleingebuckelter, fast glatter Mitte, sonst stark faserig, Fasern zum Rand divergierend, rimös, vom Rand her einreißend, rotbraun, zum Rand unter den Fasern weißlich; kaum (anliegend) faserschuppig. Der Stiel war gleichdick, nicht knollig, ockergelblich, zur Spitze auch mit schwachem rosa Hauch, längsstreifig und optisch schon komplett bereift wirkend, was durch nicht seltene Metuloide in der unteren Hälfte bestätigt wurde. Sporen unter 10 µm (vereinzelt bis 10,5 µm) und Hymenialzystiden +- lageniform-spindelig, Wände nur um 1,5 µm dick.


    Bisher konnte ich noch keine passende Beschreibung finden. Hat jemand von Euch schon etwas Ähnliches gefunden?


    Gruß


    Helmut

    Liebe Rötlingsfreunde,


    im 2013er Ordner liegt noch das Foto einer Entoloma aus einer Rasenfläche in einer Parkanlage auf Kalkboden unter Pinus nigra. Funddatum: 26. Mai 2013. Auch Mikro-Fotos von den Sporen sind vorhanden (12,5 Teilstriche entprechen 10 µm). Was nicht mehr existent zu sein scheint ist das Exsikkat, weshalb weitere Mikromerkmale nicht mehr nachvollzogen werden können. Wollte einfach nochmal nachfragen bevor ich die Bilder einfach so lösche.


    Gruß


    Helmut

    Liebe Ditte,


    danke für Deine ausführliche Antwort. Die Dicke der Zystidenwände war bisher für mich immer eines der "Leitmerkmale" für meine Artenkonzepte. Das hier eingestellte Zystidenfoto zeigt noch welche der dickwandigeren, die meisten hatten dünnere Wände. Ich habe mal einige Zystiden zusammengestellt (5 Teilstriche = 10 µm).
    Die ökologischen Angaben wollte ich noch dazu schreiben, hab's aber dann vergessen: An Wegrand bei diversen Laub- und Nadelbäumen auf Sandboden (sauer).


    In einem vergleichbaren Biotop (Sandgrube) fand ich 2013 eine weitere Kollektion mit dickeren Zystidenwänden, so wie ich das für I. tjallingiorum erwarte. Insgesamt habe ich aber sehr wenige Aufsammlungen dieser Art, sie ist hier (nördl. Bayern) offenbar selten. Deshalb kenne ich die Variationsbreite der Art noch nicht aus eigener Anschuung.


    Gruß


    Helmut

    Servus Risspilz-Freunde,


    eine unbestimmte Kollektion aus 1999 ist mir wieder "in die Hände gefallen" und weckte mein Interesse wegen auffallender Merkmale: Stiel fleckenweise dunkelnd, gestreift wirkend, mit rotbraunen Farben unter weisslichem Reif und sehr dunklem Hut sowie seitlich "eigedellte" Sporen. Soweit aus den angehängten Fotos nicht zu ersehen hier noch einige Mikro-Details:


    Sporen 8-10 (11) x (4,5) 4,7-6,3 (6,5) µm, glatt mit einer geraden bis eingedellten Seite und abgerundeter bis leicht konischer Spitze
    Hymenialzystiden 47-73 x 10-13 µm (Pleurozystiden meist nur bis ca. 60 µm), lageniform bis (sub-) zylindrisch, Wände um 1,5-2 (2,5) µm, gelblich


    Unter den bekannten glattsporigen Cortinatae mit dunkelndem/schwärzendem Stiel kommt keine in Frage: I. tenebrosa sieht anders aus, I. vulpinella hat viel größere Sporen, I. tjallingiorum und die alpine I. fuscescentipes haben andere Hymenialzystiden mit deutlich dickeren Wänden. Bei den Arten mit normalerweise nicht dunkelnden Stielen landet man in den Schlüsseln in der Nähe von I. leiocephala (subbrunnea). Der kann es aber weder makro- noch mikroskopisch sein.


    Da kein ganz junger Frk. dabei war, käme auch eine Cortinatae mit zu weit herabreichenden Stiel-Zystiden in Frage. Aber auch dort passt keine Beschreibung gut genug. In Frage käme z. B. I. tarda, aber auch da ist das Äußere untypisch (v. a. der Stiel) und die Sporen sind zu klein. Aus Kanada ist noch eine I. brunneolipes beschrieben, die ähnlich scheint, aber dickere Zystidenwänden (u. a.) aufweist.


    Hat jemand eine Idee dazu? Oder die Art auch schon gefunden?


    Gruß


    Helmut


    Für 2014 wünsche ich Euch allen reichlich interessante Funde und die dafür nötige Gesundheit und die erforderlichen Ressourcen!

    Servus miteinander,


    mit ECM wird die ectomycorrhiza gemeint sein, vermute ich.


    Die I. tarda hatte auch ich als Laubbaum-Begleiter geführt. Unter meinen Unmengen an Funden von "cf. nitidiuscula" hatte sich eine Art hervorgehoben, die praktisch immer spät im Jahr auf Sandboden bei Kiefern wächst. Sie sieht ein wenig anders aus als die Bilder vom Hias, ist aber insgesamt recht variabel, einige Frk. erinnern die Bilder der var. sabulosa. Mal sehen, ob sich meine Kollektionen dem Namen tarda zuordnen lassen. Jetzt habe ich gerade noch einen anderen "Alt-Fund" in Arbeit, den ich Euch nachher auch gerne vorstellen möchte.


    Gruß


    Helmut

    Servus,


    viele der Arten mit lila Stielspitze sind oft nicht leicht zu bestimmen. Vielen Kollektionen traute ich mich lange keinen Namen zu geben (oder änderte diesen hin und wieder, meist mit „cf“ versehen). Von I. amethystina hatte ich mir im Lauf der Jahre „mein“ eigenes Artkonzept entwickelt. Dies sah folgende „Leitmerkmale“ vor:
    1. Hut braun bis rötlich braun und irgendwie deutlich filzig, filzig-wollig bis –schuppig
    2. Stielspitze nicht oder nur undeutlich bereift, eher faserig bis fein wollig
    3. Geruch mehr oder weniger spermatisch
    4. Hymenialzystiden lageniform, meist mit langem Hals, bisweilen auch mehr schlank-zylindrisch mit gelblichen Wänden in KOH


    Und da kommt dann die Kollektion von Hias mit seinen gar nicht langhalsigen und nicht schlanken Hymenialzystiden, die nicht in dieses Konzept passen wollten. Kurz vorher hatte ich im Münchner Stadtgebiet eine amethystina gefunden mit extrem schlanken und zylindrischen Zystiden, aber sonst gut übereinstimmend (siehe Anhang).


    Somit ist wohl davon auszugehen, dass die Zystidenform bei I. amethystina einer größeren Variabilität unterliegt als aus der Literatur zu vermuten gewesen wäre. Die Alternative wäre, dass es sich dabei doch nicht nur um eine Art handelt. Dagegen spricht aber z. B. eine weitere 2013er Aufsammlung, die sowohl typische amethystina-Zystiden hatte (ähnlich den Zeichnungen bei Kuyper u. a.) als auch so schlank-zylindrische.


    Gruß


    Helmut

    Servus Hias,


    das ist ein interessanter Fund, vor allem die Kombination der Makro- und Mikromerkmale. 2009 hatte ich am Tegernsee eine ähnliche Kollektion (siehe Anhang), die aber mikroskopisch besser zu Deiner 2008er Aufsammlung passt und deswegen unter amethystina abgelegt ist. Stellt sich die Frage, ob die Zystidenform so variabel sein kann. Die Hutform scheint nach meinen Funden zwar meist eher flach gewölbt bis stumpf gebuckelt zu sein, ich habe aber auch schon Übergangsformen gesehen.


    Gruß


    Helmut

    Liebe Ditte,


    ich wollte mit dem kleinen Nebensatz keine Grundsatzdiskussion lostreten, die ich eh' nicht führen könnte, weil mir dafür weitgehend die Grundlage fehlt. Dass diese Methode für die Mykologie ein sehr wertvolles Mittel zur Absicherung von Bestimmungen sein kann, stelle ich nicht in Frage. Und das was Ihr (Bernd und du) in den letzten Jahren auf die Beine gestellt habt, ist ein Meilenstein für die Wissens-Entwicklung in der Gattung Inocybe. Aber so 100%ig wie Du scheinen nicht alle, die hier mehr Einblick haben, überzeugt, dass man sich auf die Ergebnisse von DNA-Analysen immer voll verlassen kann. Gerne lasse ich mich da aber eines Besseren belehren. Vielleicht wäre das mal einen eigenen Thread wert?


    Eigentlich wollte ich nur einhaken bei den Sporen: Eine solche Sporenform mit derartig vielen kleinen und oft relativ zugespitzten Höckern ist mir bisher noch bei keiner anderen Art begegnet - weder in der Literatur noch bei selbst mikroskopierten Belegen. Sollte es tatsächlich eine zweite Art aus vergleichbaren Biotopen geben, wäre das natürlich eine tolle Sache. Dafür ist dieser Einzelfruchtkörper in jedem Fall zu wenig, selbst wenn die DNA abweichend wäre.


    Solche Einzelfruchtkörper mit signifikanten Merkmalen archiviere ich aber trotzdem gerne (normalerweise als "cf."). Sollte mir eine schönere Kollektion mit vergleichbaren Merkmalen gelingen, wäre die Ausgangsbasis schon eine bessere.


    I. hirculus würde ich vor allem wegen unpassender Sporen (stumpf höckerig) ausschließen.


    Gruß


    Helmut

    Servus Ditte,


    ja natürlich, Argwohn ist da berechtigt und bei meiner Koll. sollte zunächst ein "cf" stehen. Etliche der heute "zur Verfügung" stehenden Arten waren damals noch gar nicht beschrieben. Doch auch in den heutigen Artkonzepten konnte ich keine finden, die diese charakteristischen salicis-Sporen hat. Natürlich schließt das nicht aus, dass es weitere Arten mit solchen Sporen in den selben Biotopen gibt. Diese wären aber noch nicht beschrieben (oder mir noch nicht bekannt). Wichtig wäre, die Bandbreite der Variabilität zu ergründen und vor allem, Übergänge zu solchen Extremformen zu finden. Oder natürlich die DNA-Analysen, denen ich aber auch nicht bedingungslos traue.


    Mykologische Kollegen wie Ingo Jürgens oder Peter Specht kennen Biotope, in denen I. salicis in großer Zahl wächst (siehe z. B. hier: http://www.pilzepilze.de/cgi-b…g.pl?noframes;read=223028). An solchen Standorten könnten Aufsammlungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten und in verschiedenen Altersstadien vielleicht ein wenig Licht bringen.


    Ich selber habe bisher nur zwei Kollektionen mit sehr wenig Material vorzuweisen, und das in 30 Jahren Sammeltätigkeit. In meiner Gegend ist die Art sehr selten oder ich habe noch keine gute Stelle gefunden.


    Im Anhang zunächst noch ein Foto von Ingo Jürgens und Mikro-Skizzen zu dieser Kollektion (von mir). Ich meine, hier einen gewissen Übergang bei den Zystiden zwischen meiner Koll. und der Darstellung bei z. B. Stangl zu sehen. Zu beachten ist, dass in dieser Skizze die Zystiden im selben Abb.-Maßstab sind wie die Sporen, in der Skizze zu meiner eigenen Koll. aber in einem unterschiedlichen (die eingezeichnete Skala gibt immer 10 µm an).


    Gruß


    Helmut

    Servus Ditte,


    den Einwand hatte ich erwartet. Ein kleines unscheinbares Knöllchen war da schon vorhanden (auf dem Bild kaum zu sehen), es war auch nur ein Einzelfruchtkörper. Aber die Zystiden sind schon ein bisserl extrem. Ich habe noch zwei Exsikkate in meiner Sammlung, eine Eigenkollektion und einen zugesandten Fund. Die will ich heute oder morgen noch "aufbereiten" und dann hier einstellen.


    Sämtliche Funde wuchsen bei Salix an feuchten Stellen oder in der Nähe von Gewässer-Ufern.


    Gruß


    Helmut

    Servus Karl,


    meine wenigen Funde lagen noch vor dem Zeitalter der Digitalfotografie. Da ich momentan beruflich im hessischen "Ausland" bin, kann ich auf meine Dia-Sammlung nicht zugreifen. Ich meine aber, dass ich I. salilcis auch schon in rotbraunen Farbtönen hatte. Auf die Farbe alleine sollte man sich auch nicht verlassen. Deine Frk. haben aber schon eine etwas seltsame Hutoberfläche und sind auch recht kompakt. Allerdings wurde mir schon einmal ein rotbrauner Fund zugeschickt und im Netz fand ich auch schon einmal eine solche Farbform (beide allerdings sehr schlank "gebaut").


    In Beachtung der auffälligen Sporenform und der dickwandigen Hymenialzystiden sowie der Ökologie meine ich trotzdem, dass Du richtig liegst.


    Ich denke bei der Hutfarbe auch z. B. an I. alnea und I. ochracea, von denen ich die Originalbelege vor etlichen Jahren mikroskopieren konnte. Schon damals wurde deutlich, dass beide identisch sind, was zwischenzeitlich auch auf DNA-Basis bestätigt wurde (auf Dittes Homepage nachzulesen). Beide "Arten" hatte Stangl hauptsächlich aufgrund der Farbunterschiede aufgestellt.


    Sicherheit könnte eine Sequenzierung bringen. Bis dahin würde ich den Namen I. salicis beibehalten, vielleicht mit einem "cf" versehen. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich mal mein Archiv zu Rate ziehen.


    Gruß


    Helmut

    Servus Risspilz-Freunde,


    ein Fund von unserem Risspilztreffen 2010 bei Eschenlohe beschäftigt mich seitdem. In den meisten Schlüsseln landet man in der Verwandtschaft von I. flocculosa / I. gausapata – also den Gausapatinae nach Bon, auch wenn die Caulocystiden nur an der äußersten Stielspitze vorkommen.


    Jedoch findet sich in der gesamten Bon’schen Sektion Fibrillosae keine Inocybe mit derartig natterig aufreißender üppiger Befaserung am Stiel (und z. T. auch mit geschlossenem Belag am Hut). Natürlich kann es auch mal sein, dass die Stielbekleidung aufgrund besonderer Witterungsbedingungen so aufreisst.


    Zieht man die in der Literatur vorkommenden („Klein“-)Arten zu Rate, kommen I. gausapata und I. geraniolens in die engere Wahl. Für gausapata (flocculosa) scheint die Makroskopie doch recht untypisch. Makroskopisch besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Foto von I. geraniolens bei Ferrari 2006, es fehlt aber der Geranien-Geruch und die Hymenialcystiden sind ein wenig anders geformt.


    Besonders würde mich interessieren, ob jemand von Euch schon mal einen optisch ähnlichen Fund aus diesem Formenkreis hatte.


    Hier noch ein paar Details: Hut bis 25 mm, Stiel 21-45 x 3-6 mm, Geruch „unauffällig“, Sporen 9-11(12,5) x 5,5-6 (6,5) µm, Hymenialzystiden um 55-75(80) x 11-16 µm, Wandstärke zur Spitze hin oft 1,5-2,5 (3) µm, sonst nur rel. schwach verdickt (um 1 µm), in KOH schwach bis negativ. Im Mikrofoto entsprechen 12,5 Teilstriche 10 µm.


    Winterliche Grüße


    Helmut

    Servus Tanja und Hias,


    danke für den Tip, Ihr liegt wohl richtig! Habe jetzt mal recherchiert und finde eine nahezu perfekte Übereinstimmung mit Lyophyllum osmophorum. Vor allem die Darstellung bei Ludwig passt in hohem Maße. Ausgerechnet eines der auffallendsten Merkmale, den Geruch, hatte ich nicht notiert. Ludwig gibt eine Hutbreite von 0,6-1,8 cm an, in Klammern aber 3,5! Bei den meisten anderen Autoren liegt diese über 1,8 cm.


    Interessant auch die Ökologie: Bei Ludwig sehr stark vermodertes Holz, bei Hias evt. alte Brandstelle und hier auf Erde, aber an einem recht extremen Standort in einem Heidegebiet unter Salix und Pinus. Moser (1983) schreibt nur von "Laubwald", Gröger von "Mischwald (?mediterran)" und Funga Nordica nennt Nadel- und Laubwälder auf Erde oder verrottetem Holz.


    In der Checkliste der Basidiomycota von Bayern (Besl & Bresinsky 2010) wird ein Beleg im Herbar der Universität Regensburg erwähnt, der aus einem Gebiet nördlich der Donau stammt.


    Gruß


    Helmut