Posts by Andreas Kunze

    Hallo Adola,


    in manchen osteuropäischen Ländern werden solche scharfen Milchlinge übrigens durch spezielle Zubereitungen genießbar gemacht. Sie werden gewässert/abgebrüht und entweder eingesalzen oder siliert (gleiches Prinzip wie beim Sauerkraut). Habe allerdings beides noch nicht ausprobiert.


    Gruß, Andreas

    Hallo nochmals,


    die Pilze sind übrigens nicht kontaktgiftig. Ich weiß ja nicht, wie alt Deine Enkel sind, aber erfahrungsgemäß sind Kinder immer an Objekten interessiert, um die sie einen Bogen machen sollen. ;)


    Vielleicht gibst Du Ihnen (altersabhängig) einfach Mal unter Aufsicht einen Fruchtkörper in die Hand und erklärst ihnen den Aufbau: Stiel, der Rind daran, oben den Hut, die Lamellen auf der Unterseite. Zum Schluss noch ein Hinweis, dass man sie nicht essen soll, weil man sonst Bauchweh bekommt. Wenn die Neugier gestillt ist, werden die Pilze oft schnell uninteressant.


    Gruß, Andreas

    Hallo Vowe,


    da kann ich Entwarnung geben: Die Stielbasis der tödlich giftigen Knollenblätterpilze würde in einer sackartigen Hülle stecken. Bei den abgelichteten Fruchtkörpern handelt es sich um eine Art aus dem Dunstkreis des Rosablättrigen Egerlingsschirmlings (Leucoagaricus leucothites). Manche Autoren nennen die Gattung auf Dt. auch Champignonschirmlinge oder Hellchampignons. Wenn ich mich recht entsinne, gilt die Art nicht als giftig. Ob und wie sich der Rohverzehr auswirkt (viele Speisepilze sind roh giftig), weiß ich leider nicht.


    Übrigens auch hier in Donauwörth werden die Grünanlagen derzeit von +/- weißen Egerlingsschirmlingen überrannt.


    Gruß, Andreas

    Guten Abend beisammen,


    im September hatte ich in Donauwörth-Parkstadt einen unerwarteten Fund gemacht. Lactarius citriolens, den Fransen-Milchling. Die Art ist durch die gelblichen Farben des Fruchtkörpers, die bei Luftkontakt gelblich verfärbende Milch sowie die trockenen Fransen am Hutrand und die befranste Stielbasis charakterisiert.


        


    Fundort ist ein Spielplatz inmitten eines parkartigern Geländes auf dem Schellenberg am Ausläufer der Südlichen Frankenalb (kalkhaltiger Boden). Das einzelne Exemplar wuchs bei Birke, Hainbuchen und Eichen standen etwas weiter entfernt. In der Umgebung wachsen u.a. Netzstieliger Hexenröhrling (Suillellus luridus), Blutroter Parkröhrling (Hortiboletus rubellus) und Fransen-Wulstling (Amanita strobiliformis).


    Habe mich sehr über den Fund gefreut - den hübschen Milchling hatte ich zuletzt vor zig Jahren am Wörthsee gezeigt bekommen.


    Gruß, Andreas

    Hallo abeja,


    Da wo 14 Tage vorher Riesenrötlinge [...] waren [...]


    Gelbporige Rauhfüße, Leccinellum crocipodium, erst rötend, dann schwärzend, mit gelben Poren und Röhren, Huthaut überstehend und trockenfelderig aufgerissen. Von der Art hatte A. bisher nur daumengroße angefressene Babies.


    im Riedlinger Holz nordwestlich von Donauwörth kenne ich auch ein kleines Waldstück mit Eichen, Hainbuchen und Rotbuchen, in dem der Riesen-Rötling und der Gelbporige Raufuß vorkommen. Die Frk. werden in der Tat gerne von Schnecken gefressen. Aber einmal hatte ich Glück, ein unversehrtes Exemplar vorzufinden:


    https://www.entoloma.de/pilzfu…-gelbporiger-raufuss.html


    Gruß, Andreas

    Hallo Peter,


    ich entnehme einzelne Fruchtkörper nahezu ausschließlich für Bestimmungszwecke und als Exponete für Pilzausstellungen, ab und an (immer seltener) sammle ich auch Mal eine Portion Speisepilze zum Verzehr.


    Wettbewerbe á la "Wer sammelt den größten und originellsten Baumpilz Südthüringens" finde ich nicht gut, selbst wenn das wahrscheinlich hauptsächlich häufige Arten wie den Rotrandigen Baumschwamm oder die Schmetterlings-Tramete treffen wird.


    In einem ähnlichen Fall hatte ich mich in einem der letzten Jahre an eine Naturschutzbehörde gewandt. Doch die Behörde konnte anscheinend davon überzeugt werden, dass das kein Problem sei. Jedenfalls verlief die Sache im Sande.


    Soweit aus meinem Erfahrungsschatz


    Wünsche allen morgen einen schönen Feiertag!


    Gruß, Andreas

    Hallo Matthias,


    Du isst selbst "Gemörch" und weisst das sie giftig sein können, in welchem Pilzbuch steht das? In den gelben Seiten ist es ab und zu nachlesbar gewesen, aber da schaut kein normaler Speisepilzsammler rein, also so ganz problemfrei scheint es nicht zu sein.

    Es gibt noch mehr Beispiele, als die ersten Grünlingsvergiftungen auftraten wurden ja auch andere Speisepilze getestet und ahnliches z.b. in Steinpilzen gefunden

    danke für Deine konkreten Hinweise. Du kannst sicher sein, dass wir uns damit beschäftigen werden.


    Gruß, Andreas

    Hallo abeja,


    schöne Doku dieser großwüchsigen Art - so trockengeschädigt und schuppig wie das letzte Exemplar habe ich den Pilz bisher noch nicht angetroffen.


    Die Art kenne ich aus dem Riedlinger Holz bei Donauwörth. Die Fundstelle liegt auf der Riesalb, dem östlichsten Ausläufer der Schwäbischen Alb. Der Boden besteht aus bunter Trümmermasse, die vor etwa 15 Mio. Jahren durch den Asteroideneneinschlag nördlich davon aufgeworfen wurde.

    Das Waldstück ist im Wesentlichen durch Eichen, Hainbuchen und Rotbuchen geprägt. Charakteristische Funde in dem kleinen Areal sind bspw. der Bereifte Pfifferling (Cantharellus subpruinosus), die Schwärzende Kraterelle (Craterellus melanoxeros) und der Gelbporige Rauhfuß (Lecinellum crocipodium).



    Diese zwei Fruchtkörper des Riesen-Rötlings konnte ich am vergangenen Samstag zur Münchner Pilzausstellung exportieren - leider gab es keine jungen Exemplare mit den typisch gelben Lamellen mehr sondern nur noch überalterte, verschimmelte Teile.


    Gruß, Andreas

    Hallo beisammen,


    praktisch jedes allgemeine Pilzbestimmungsbuch enthält einen Hinweis an seine Benutzer/innen, womit sich die Autoren und Verlage absichern. Hier beispielsweise der Text aus "Der große Kosmos Pilzführer" von Hans E. Laux (2015):



    Die Qualitätsprüfung und das Gütesiegel der DGfM heben diesen Hinweis weder auf noch relativieren sie ihn. Ebenso entbinden sie nicht davon, den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen. Insofern kann ich hier kein Problem erkennen.


    Gruß, Andreas

    Hallo beisammen,


    heute habe ich bei der Inspektion einer Fundstelle des Gehämmerten Röhrlings entlang einer Hainbuchenecke einen farbenfrohen Fund gemacht: den Rötenden Risspilz (Inocybe godeyi):




    Die eher schmächtigen Fruchtkörper (I. erubescens ist viel kräftiger) röten in allen Teilen (Name!), besitzen eine gerandet-knollige Stielbasis und riechen spermatisch (I. bresadolae würde im Schnitt obstig riechen, unverletzt auch ranzig mit Honignote).


    Schön, wenn man auch Mal einen Risspilz erkennt. Die Art ist giftig (Muscarin), also nur was fürs Auge bzw. die Linse.


    Gruß, Andreas

    Guten Morgen beisammen,


    in den nordbayerischen Lokalnachrichten wurde vor ein paar Tagen ein Vergiftungsfall gemeldet:

    Eine 64-jährige Pilzsammlerin aus Georgensgmünd (Mittelfranken) hat am vergangenen Samstag (17.8.2019) vermeintliche Pfifferlinge gesammelt und die Pilze zusammen mit ihrem Mann verzehrt. Der Mann wachte in der Nacht auf und musste sich übergeben. Als er gegen 3.30 Uhr erneut aufwachte, vermisste er seine Partnerin. Er fand sie bewusstlos und verkrampft im Garten liegen. Daraufhin wurde sie ins Nürnberger Klinikum gebracht. Laut Polizei schwebt sie (immer noch?) in akuter Lebensgefahr. Ein Polizeisprecher vermutet, dass es sich um den giftigen falschen Pfifferling handeln könnte.


    Kennt jemand von euch weitere Details zu diesem Fall?


    Nachdem der Falsche Pfifferling in Erwägung gezogen wird (die Hintergründe zu dieser Einschätzung sind mir unbekannt), kommt mir spontan der Ölbaumtrichterling in den Sinn. Natürlich reine Raterei.


    Foto: Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)


    Gruß, Andreas

    Liebe Pilzfreundinnen und Pilzfreunde,


    einige haben es sicher schon bemerkt: Der Datenstand unseres Artikelarchivs ist veraltet. Es wird dort auch keine Updates mehr geben. Grund hierfür ist der Wechsel zu einer anderen Download-Verwaltung. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, trotzdem werden sie sich noch eine ganze Weile hinziehen. Geplant ist dann ein schrittweiser Übergang, beginnend mit den neueren Heften.


    Ich möchte mich an dieser Stelle bereits heute recht herzlich bei meinem Kollegen Stefan Fischer bedanken, der die älteren Ausgaben mit andauerndem Elan und Fleiß digitalisiert - und zwar in besserer Qualität, als sie zuvor verfügbar waren. Mehr Details dann zu gegebener Zeit.


    Ich hoffe auf eure Geduld.


    Schönen Gruß aus Donauwörth


    Andreas Kunze

    Webmaster

    Hallo beisammen,


    im Herbst dieses Jahres soll mit „Fungi of Temperate Europe“ (ISBN 9780691180373) einer der umfangreichsten mykologischen Führer mit Pilzen aus Nord- und Mitteleuropa erscheinen. Das 2-bändige Werk von Thomas Læssøe und Jens H. Petersen soll auf 1.700 Seiten mehr als 2.800 Pilzarten mit über 7.000 Fotos umfassen. Darin werden Blätterpilze, Röhrlinge, Leistlinge und Morcheln, aber auch unklare Gruppen wie Cyphelloide Pilze, Becherlinge, Kernpilze und Hysterioiden behandelt.


    Alle Arten sollen mit einem oder mehreren Fotos illustriert sein und Informationen über Morphologie, Ökologie und Verbreitung innerhalb des gemäßigten Europas enthalten. Darüber hinaus sollen mehr als 1.500 potenzielle Doppelgänger diskutiert werden. Die Bücher sollen in 80 Formengruppen gegliedert sein, die jeweils mit einem Vergleichsrad aus Leitfotos, Unterscheidungsmerkmalen und Zeichnungen wesentlicher mikroskopischer Merkmale eingeleitet werden. Giftige und essbare Arten sollen im Text farblich gekennzeichnet sein.


    Beide Bände sollen zusammen ungefähr 100 Euro kosten. Ein paar kostenfreie Beispielseiten findet ihr hier:


    http://www.mycokey.com/Downloa…ateEuropePresentation.pdf


    Gruß, Andreas