Posts by Markus

    Hallo Pilzler!


    Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sucht für molekulargenetische Analysen Proben vom Ockertäubling Russula ochroleuca idealer Weise aus dem Bayerischen Wald. Diese Proben können aus Herbarien, in Alkohol eingelegt oder aus dem Gefrierfach stammen.


    Wer hier etwas bieten kann möge sich bei mir melden.


    Mit freundlichen Pilzgrüßen


    Markus Blaschke


    Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
    Vorname.Nachname@lwf.bayern.de

    Hallo,


    Parasitismus und die Gefahr, die von einem Pilz ausgehen dürfen nicht gleichgesetzt werden. Beim Parasitismus handelt es sich vielmehr um eine Lebensform. Und dabei lebt der Pilz (wenn wir es auf ihn beziehen) in der Regel in lebendem Gewebe und stirbt auch meistens ab, wenn das Wirtsgewerbe abstirbt. Der Brandkrustenpilz ist dagegen ein typische Saprophyt, der sich von abgestorbenen Material (Zellen) ernährt. Und das ist beim Baum der der größte Teil der Zellen. Nur im äußeren Splintbereich leben einige Zellen des Holzgewebes noch.
    So findet man den Brandkrustenpilz derzeit auch vor allem an Totholz in Form von liegenden Stämmen und an Stöcken. Vor allem in Buchenbeständen kann man die "verbrannten" Holzstücke überall finden.
    Sicher gehen eine Reihe von Saprophyten, bei für Sie günstigen Bedingungen auch mal an angrenzendes lebendes Material. Und vor allem der Hallimasch (genau genommen einige Arten des Hallimasch) kann in dem Zusammenhang auch als Saprophyten, die auch fakultative Parasiten sein können betrachten.


    Als strenge Parasiten können die Rostpilze und der Eichenmehltau angesprochen werden.


    Übrigens würde ich das Bild auf der Wikipediaseite nur als Schleimfluß der Buche deuten. Erreger ist dabei (so sieht dieses Bild aus) oft die Wurzelhalsfäule der Buche die durch den Erreger Phytophthora sp. hervorgerufen werden. Die sind übrigens echte Parasiten und über die dann entstandenen freien Holzkörper dringt gern einmal Kretschmaria deusta ein.


    Beste Grüße


    Markus

    Hallo Christoph,


    ganz so dramatisch (wenn auch ernst) wie Du die Lage im Augenblick siehst, dürfte sie nach meiner Meinung noch nicht sein.


    1. zum Baltikum. Dort ist das Eschentriebsterben schon seit über 20 Jahren auf großer Fläche bekannt. Und ich habe mich gerade mit einem Bekannten Forstmann aus Lettland unterhalten. Sie haben auch immer noch die Eschen und er kann bislang keine dramatische Abnahme der Esche erkennen. Aber wirklich verläßliche Zahlen habe ich leider auch nicht.


    2. zur Situation in Bayern. Ich denke die Lage ist problematisch. Die Ausbreitung ist inzwischen so weit gegengen, dass alle Landesteile betroffen sind. Aber eine Dynamik wie beim Ulmensterben, wo der Baum innerhalb kurzer Zeit abstirbt ist nicht gegeben. Es ist oft ein langer Kampf des Baumes gegen den Pilz. Manches mal spielen natürlich auch Sekundärparasiten mit. Hier ist neben dem Hallimasch (Armillaria sp.) auch noch der Eschenbastkäfer zu nennen. Und wenn man hinschaut kann man immer wieder Bäume finden die sich noch sehr gut gehalten haben. Eine weitgehende Ausheilung der Bäume, wie wir es von manchen anderen Pilzkrankheiten kennen, ist in dem Fall kaum zu erwarten.


    3. Die Nutzung von Holz hat in den letzten Jahren sicher wieder zugenommen. Aber schon seit Jahrhunderten ist Esche in Bayern genutzt worden. Hatte dieser Baum doch eine Holzqualität, die man von keiner anderen Baumart gekannt hat. (Stiele für Werkzeuge usw.). Was auf jeden Fall wieder viel mehr gefragt ist, ist Holz für den Kaminofen.


    4. Übrigens haben wir gerade in den letzten Jahren die Wälder nördlich von München untersucht. Dort hat die Esche bislang (in den letzten 30 Jahren ganz stark zugenommen) Und es wird wirklich spannend sein, wie es mit dieser Baumart weitergeht.


    Viele Grüße


    Markus