Tricholoma - Projekt Kollektion #10

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    • Tricholoma - Projekt Kollektion #10

      Hallo Miteinander,

      diesesmal wieder ein Beitrag von mir. Wie schon im Vorfeld angekündigt, habe ich eine der Typusarten sichergestellt.

      Funddatum: 07.10.2017
      Fundort: Parkplatz Campingplatz Helenesee (Frankfurt/Oder) - MTBQ 3753/1
      Auf den beiden Parkplätzen stehen hauptsächlich ausgewachsene Kulturpappeln. In deren Umfeld beobachte ich seit mehr als 10 Jahren das Wachstum von stattlichen, braunen Ritterlingen, meist in Gesellschaft von rosafleckigen Milchlingen (Lactarius controversus) und silbergrauen Erdritterlingen (Tricholoma argyraceum). Die braunen Ritterlinge treten meist in gößeren Gruppen auf, teilweise (eher selten) sind auch einige Exemplare an der Basis miteinander verwachsen.

      Hutdurchmesser: bis zu 15 cm, im Schnitt etwa 8-10 cm. Stiele 5 - 8 cm x 1,5 - 2.cm. Die Hüte sind in der Regel breiter als der Stiel lang ist.
      Detaillierte Angaben zu den Hutfarben und -formen kann ich mir hier eigentlich sparen. Es kommen nahezu alle Farbtöne von hellbraun über rosabraun bis zu dunkelbraun lederig (im Alter) vor. Die Hutbeschaffenheit kann von völlig glatt über leicht faserig bis leicht geschuppt alle denkbaren Formen annehmen. Zuweilen konnte ich auch Schleimtröpfchen beobachten. Bei jungen Fruchtkörpern sind die Hutränder eingerollt.

      Die Stiele sind bei ganz jungen, noch eingegrabenen Exemplaren weißlich gefärbt. Sobald sie in Kontakt mit Licht treten, erfolgt eine Braunfärbung von der Stielbasis her. Zwischen fein schorfig, geschuppt bis faserig ist hier alles möglich. Auch bei den Farben ist von orangebraun bis dunkelbraun alles drin. Allerdings bleibt der obere Bereich der Stielspitze (die oberen 5-10% des Stieles) in der Regel weiß. Mitunter konnte ich im Übergangsbereich einen abrupten Farbwechsel beobachten. Eine Pseudoringzone konnte ich indes noch nie feststellen.

      Die Lamellen sind engstehend, weisslich - cremefarben und verfärben sich mit zunehmendem Wachstum bräunlich. Vor allem entwickeln sich braune Flecken, von den Lamellenschneiden ausgehend. Bei älteren Exemplaren konnte ich bräunliche Verfärbungen, vor allem im Stielfleisch, beobachten.

      Chemie:
      Guajak an der Stielspitze war fast völlig negativ, ähnlich wie bei Kollektion ##1. Nach einigen Minuten erfolgte eine sehr schwache Reaktion, vor allem im Bereich am Lamellenansatz.
      KOH10% verstärkte die Braunfärbung an den ohnehin braunen Huträndern. Im Hutfleisch erfolgte keinerlei Reaktion.

      Bilder:
      KOLL5-17-01.jpgKOLL5-17-03.jpgKOLL5-17-02.jpg


      Geruch: ziemlich aufdringlich mehlartig, eher ins unangenehme abdriftend.
      Geschmack: Alle Fruchtkörper sind im Abgang leicht aber deutlich bitter. Dabei waren keine Unterschiede in den einzelnen Altersstufen wahrzunehmen.


      Fazit: Aufgrund des Biotops kommt hier nur der klassische Pappelritterling (T. populinum) in Frage. Die gleichen Ritterlinge mit eben den selben Eigenschaften konnte ich auch an verschiedenen Standorten in Berlin feststellen. Übrigens - der Boden ist immer sandig!
      Anders verhält es sich mit ähnlichen Ritterlingen, die ich im Umfeld von Espen finden konnte. Die sind zumindest völlig unbitter und machen sogar im Pilzgericht etwas her.

      VG Ingo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ingo ()

    • Hallo, Ingo!

      Auch interessant!
      Die originale pessundatum wäre dann also ein Pilz mit bitterem Geschmack?
      Irgendwie hatte ich bisher den Eindruck, daß die Bitteren tendenziell dunkler sind und die Milden häufig ziemlich hell.
      Aber da wir die eh mit reinnehmen, bekommen wir da vielleicht so oder so noch weitere Erkenntnisse.
      Hat eigenltich mal jemand die Originaldiagnosen von suffocatum und populinum verglichen?


      LG; Pablo.